Nintendo Switch Präsentation in Offenbach

Von Witali Blum am 13. Januar 2017 in Artikel, News

Part-1

Wer abergläubisch ist, wird am Freitag dem 13ten kaum wichtige Aufgaben anfangen, um nicht womöglich das Unglück herauszufordern. Das gilt offensichtlich nicht für den japanischen Konzern „Nintendo“, denn am 13.01.2017 wird weltweit dessen neue Konsole „Nintendo Switch“ vorgestellt. Das MGM war live bei dem Event in Offenbach am Main dabei und berichtet euch nun aus erster Hand, wie sich das neue Unterhaltungsgerät anfühlt und welche weiteren Highlights dafür in naher Zukunft zu erwarten sind.

Die Zauberkiste

Obwohl schon lange vor der offiziellen Vorstellung der „Nintendo Switch“ Bilder der neuen Konsole in Internet kursierten, war es schwierig festzustellen, ob diese authentisch waren. Heute wissen wir, tatsächlich waren die meisten davon echt. Nintendos aktuellstes Flaggschiff ist ein kleiner, unscheinbarer grauer Kasten, der sich im Grundmodus aus einer Docking-Station und einem darin eingerasteten, Tablet-ähnlichen Gerät zusammensetzt. Das technische Wunderwerk wird über ein HDMI-Kabel an den Fernseher angeschlossen und über ein weiteres entsprechendes Anschlusskabel mit Strom versorgt. Auf den ersten Blick gibt es keinen Kabelsalat, alles wirkt sehr kompakt. Wer mehr technische Details erfahren möchte, kann sich die folgenden Informationen hinter dem Link ansehen (https://www.mightygamesmag.de/nintendo-switch-startet-am-03-maerz/). Es folgt nämlich nun eine rein subjektive Beschreibung der neuen Wunderkiste.

Die Steuerung erfolgt über das sogenannte „Joy-Con“. Dabei handelt es sich um ein Gamepad, das auf den ersten Blick etwas überdimensioniert wirkt und entfernt an das Steuergerät der „WiiU“ erinnert. Unternimmt man jedoch erste Spielversuche damit, so wird schnell klar, hier hatten die Entwickler eine andere Idee im Sinn – nämlich die einer eierlegenden Wollmilchsau. Der große Kontroller dient zunächst als eine Art Halterung für die „Joy-Con-L“- sowie „Joy-Con-R“-Teile an den Seiten, die abtrennbar und aufgrund ihrer Punktsymmetrie als einzelne Eingabegeräte für zwei Spieler zu verwenden sind. Hochempfindliche Gyrosensoren sind jedem Teil verbaut, sodass Wii-artige Bewegungsinteraktionen in zugehörigen Spielen möglich sind. Dieses Mal gibt es auch gleich die Halteschlaufen mit dazu, für den Fall, dass jemand zu schlüpfrige Hände hat. Zusätzlich verbirgt sich im linken Steuerpad eine Kamera, die Aufnahmen während des Spielens ermöglichen soll. Dieses Feature wurde aber selbst im Nintendo-eigenen Werbevideo als Option erwähnt, die nicht sofort verfügbar ist.

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Im Prinzip ist es nicht schlecht, gleich mit einem Gerät zwei Spieler versorgen zu wollen. Leider sind die abnehmbaren Seitenteile des „Joy-Con“ so klein geraten, dass Menschen mit größeren Händen – ab Handschuhgröße M – Probleme damit bekommen, nur einen der Knöpfe zu drücken ohne die Handfläche auf unbequeme Art zu verkrampfen. Vermutlich war hierbei die durchschnittliche, japanische Handgröße maßgebend. Für die Bewegungsspielreihe „1-2-Switch!“ reichen die Kontroller jedoch problemlos aus, denn da muss man so gut wie keine Knöpfe drücken. Im wieder zusammengesetzten Zustand beinhaltet der „Joy-Con“ ein NFC-Modul, das für Amiibos in diversen Spielen wie etwa „Skylanders: Imaginators“ eine Verwendung findet. Die Maschine zum Geld drucken kann ruhig schon mal anlaufen, denn mindestens Kinder oder Jugendliche werden zahlreiche Figuren erwerben wollen.

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Die eigentliche Maschine ist wie bereits erwähnt ein kleines, elegantes Kästchen. In der allgemeinen Geräuschkulisse des Nintendo-Events sind uns keine nervigen Lüftergeräusche während des Betriebs aufgefallen. In einem ruhigen Zimmer kann das natürlich anders sein. Wir hatten leider nicht die Gelegenheit, die „Switch“ in einer solchen Umgebung zu testen. Umso mehr durften wir uns an dem mobilen Modus der neuen Konsole erfreuen. Sowohl in „Mario Cart Deluxe 8“ als auch „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ konnte man das Tablet aus der zugehörigen Halterung lösen und ununterbrochen weiterspielen. Nicht einmal ein zusätzliches Abspeichern war nötig. Etwas Zeit wird lediglich benötigt, wenn beide Teile des „Joy Con“ noch am Handheld angebracht werden müssen, weil man einen Augenblick zuvor noch damit das immobilisierte Gerät gesteuert hat. Wurde alternativ ein sogenannter „Classic“-Controller, der natürlich extra erworben werden darf, verwendet, können die Steuerpads auch einfach am Tablet-Gerät in der Docking-Station belassen werden. Das erleichtert den schnellen Umstieg, falls man zum Beispiel aufs Klo muss.

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Der vorhergehende Satz ist natürlich ein Scherz. Die eigentliche Idee besteht nämlich darin, dass die „Nintendo Switch“ mit ins Freie genommen werden darf. Dort kann die Konsole entweder als ein Handheld, wie beispielsweise die PS-Vita von Sony, oder alternativ als ein Bildschirm im Miniformat mit zusätzlichem Kontroller genutzt werden. Mithilfe der eingebauten Wi-Fi-Verbindung finden sich schnell Mitspieler. Nur den Split-Screen-Modus hätten wir uns in dieser Betriebsart gespart, denn der bereits deutlich reduzierte Sichtbereich des Tablets wird dadurch nochmals halbiert und damit impraktikabel. Eine weitere Einschränkung ist der Akku, der laut dem Hersteller je nach Auslastung der Hardware drei bis sechs Stunden im mobilen Modus durchhalten kann. Realistisch würden wir eher mit zwei rechnen, doch auch das muss erst noch getestet werden. Glücklicherweise hat die „Switch“ einen USB-Typ-C-Anschluss, an dem eine Power-Bank zur zusätzlichen Stromversorgung angeschlossen werden kann.

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Letztendlich ist eine Konsole nur so gut, wie die Spiele, die auf ihr realisiert werden. Dementsprechend erwartet Nintendo-Enthusiasten am Erscheinungstermin 03.03.2017 der „Switch“ ein kleiner Dämpfer. Nur die Partyspielsammlung „1-2-Switch!“ sowie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ sind dann verfügbar. Alle anderen Titel, selbst diejenigen, die uns heute als voll funktionsfähig vorgekommen sind, werden nach und nach später veröffentlicht. Wir werden aber unbedingt unsere Erfahrung mit euch teilen, damit Vorfreude aufkommen kann. Folgende Spielerlebnisse erwarten euch dieses Jahr.


„1-2-Switch!“ oder „Warum liegt hier überhaupt Stroh rum?“

Die Partiespielsammlung „1-2-Switch!“ hat ihren Namen nicht zufällig, denn die Mini-Spiele sind alle so konzipiert, dass zwei Spieler mithilfe der beiden „Joy-Con“-Teile ihr Geschick gegeneinander messen können und dabei je nach Herausforderung die Rollen tauschen. Im einfachsten Fall stehen sich die Kontrahenten gegenüber und müssen auf Kommando wie Cowboys mit Revolvern den Controller, der hoffentlich mit einer Handschlaufe gesichert ist, auf den Opponenten richten und abdrücken. Wer zuerst richtig gezielt und früh genug gedrückt hat, gewinnt das Duell. Ähnlich funktioniert „Samurai Training“. Dabei macht ein Spieler mit einem Steuergerät in der Hand einen schneidenden Abwärtshieb, ähnlich dem eines Schwertschlags mit einem Katana, während der andere schnell über seinem Kopf die Hände zusammenschlagen muss, um den Hieb abzufangen.

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Je nachdem, ob der Schlag oder die Abwehr richtig getimt waren, gewinnt derjenige Spieler. In „Copy-Dance“ legt ein Teilnehmer mittels Handbewegungen einen Tanzstil vor, während der andere ihn möglichst genau nachmachen soll. „Ball Count“ und „Safe Knacker“ erfordern Fingerspitzengefühl, um anhand des Force-Feedback-Verhaltens der Controller die Anzahl herumrollender Stahlkugeln in einem simulierten, sichtdichten Kästchen zu erraten oder einen Geldschrank über dessen Verschlussmechanismus zu öffnen. Das Beste haben wir uns aber zum Schluss aufgehoben, nämlich „Milk“. Dabei melken die Spieler eine virtuelle Kuh, von der man allerdings nur das Euter zu sehen bekommt. Die laszive, vertikale Auf- und Abführung in Verbindung mit einer quetschenden Handbewegung lieferten alleine schon eine gute Vorlage für unflätige Sprüche. Die Deko – ein auf dem Boden liegender Strohballen – taten ihr Übriges, sodass wir große Mühe hatten uns mit unserer Vorwitzigkeit zurückzuhalten.

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„Mario Cart Deluxe 8“ oder „Alter Wein in neuen Schläuchen.“

Manche Dinge ändern sich nie, und das ist auch gut so! Beim Testen des für die „Switch“ erscheinenden Rennklassikers „Mario Cart“ – inzwischen Version Nummer 8 – hatten wir sofort das alte „Mario Cart 64“ Gefühl in Erinnerung. Ein Haufen Zocker rast auf animierten Strecken und haut sich gegenseitig zufällig eingesammelte Items um die Ohren, um anderen den Sieg zu verbauen. Es gibt sehr viele – meistens rein optische – Individualisierungsmöglichkeiten der Fahrer und deren Fahrzeuge. Zahlreiche Spielmodi, die vor allem auf den bewährten Mehrspielermodus setzen, garantieren wie immer den unvermeidlichen Erfolg dieses Titels. Sowohl mobiler Modus als auch ein fester Anschluss am Fernseher funktionierten mit der „Switch“ tadellos. Qualitätsunterschiede in der zeichentrickartigen Grafik waren zwischen den Betrieben nicht unterscheidbar.

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„Splatoon 2“ oder „Counter Strike für Kinder“

Der designierte Nachfolger des „WiiU“-Klassikers „Splatoon“ wird auf Nintendos neuer Konsole fortgesetzt. Dabei treten zwei Teams, die aus Tintenfisch-artigen Wesen bestehen, an, um Feind wie Umwelt mit der eigenen gewählten Farbe zu bekleckern. Wer mehr Fläche eingesaut hat, gewinnt. Unterschiedliche „Waffengattungen“ machen das Gefecht abwechslungsreich. Allerdings hatten wir Schwierigkeiten beim Zielen mittels der Gyrosensoren, nach denen das Sichtfeld der eigenen Figur ausgerichtet wird. In dynamischen Gefechten wackelt der Controller und macht zumindest die Scharfschützenwaffe nahezu unbrauchbar. Eine Zielumstellung auf einen der Analog-Sticks wäre sinnvoll. Die Optik des Spiels zeigt eindeutig, dass vor allem jüngere Zocker mit diesem Titel angesprochen werden sollen.

und morgen geht es mit Teil 2 unserer Berichterstattung weiter

Geschrieben von: Witali Blum

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