Through the Woods: Ein Trip durch skandinavische Legenden und Mythen

In dem neuen Horrorspiel „Through the Woods“ beschäftigt sich der Entwickler mit skandinavischen Legenden und Mythen. Wir haben uns das Spiel für euch angeschaut.

Zu Beginn schlüpfen wir in die Rolle von Espen. Er ist der Sohn der Protagonistin Karen und sie sind zusammen zu einem Ausflug in eine abgelegene Waldhütte gefahren. In Person des Sohnes lernen wir das Spiel kennen und machen uns mit der Steuerung vertraut.

Außerdem wird die Beziehung zur Mutter etwas genauer geschildert. Da Espen im Prolog verschwindet, wird nun die Mutter Karen gesteuert. Wir verfolgen einen Mann der anhand von mehreren Schriftstücken als „Erik“ identifiziert wird. Die Verfolgungsjagd bringt uns auf eine Insel, auf der sehr seltsame Dinge vor sich gehen. Dort gibt es viele Wesen aus der nordischen Mythologie, die wirklich schön und spannend in Szene gesetzt sind.

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Auch die ganze Geschichte ist kurzweilig und packend. Gerade zum Schluss hin wird es sehr interessant und es gibt einen tollen Plot Twist.

Die Geschichte des Spiels wird retrospektiv von Karen erzählt. Man hört ihre Stimme manchmal im Hintergrund, wobei dies wie eine Aufnahme klingt. Des Weiteren liegen überall Schriftstücke, Bücher und ähnliches herum, die Informationen zur Hintergrundgeschichte und zu den einzelnen Wesen geben.

Die Atmosphäre des Spiels ist sehr düster und bedrückend. Die Dunkelheit und bedrohliche Umgebung des Waldes sorgen für ständiges Unwohlsein. Es wirkt so, als wenn man wirklich durch einen Forst geht und dabei beobachtet wird.

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Etwas störend ist nur der sehr lineare Spielverlauf. Man läuft einzelne Level ab, die meist zwei Wege bieten, um das Ende zu erreichen. Dadurch kann man teilweise einfach durch stures Abrennen der richtigen Strecke schwierige Situationen umgehen und Schaden vermeiden.

Falls man stirbt, gibt es keine Sterbesequenzen, sondern die Taschenlampe fliegt einfach weg und man hört die Schreie von Karen.

Freies Speichern ist nicht möglich, dafür gibt es aber fair gesetzte Checkpoints. Man muss nie wirklich lange Strecken noch mal ablaufen.

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Die Schriftstücke, die gefunden werden können sind meist in Umgangssprache geschrieben und geben somit wirklich das Gefühl, dass sie von den Einwohnern der Dörfer und Häuser geschrieben wurden. Das lässt das Abenteuer noch viel realistischer wirken, wären dort nicht immer wieder die übernatürlichen Wesen.

Die Ungeheuer sind passend ausgesucht und so abgewandelt, dass sie eine gute Abwechslung bieten.

Der Spieler muss sich vor riesigen Trollen verstecken, eine Huldra vertreiben und gegen noch viele andere Monster bestehen. Dabei wird schnell klar, dass man nur ein einfacher Mensch ist. Töten kann man die Feinde nämlich nicht.

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Die Grafik des Spiels ist an sich solide. Man schaut über die Schulter von Karen und kann die Kamera meist frei bewegen. Allerdings sind die Gesichter der Protagonisten nicht gut gelungen. Es kommen keinerlei Emotionen bei ihnen rüber. Auch der Boden wirkt ab und zu etwas matschig. Dafür ist der Himmel und die Aussicht bei einigen Stellen wunderbar getroffen.

Wetter- und Lichteffekte geben dem Spiel noch mehr von seiner Atmosphäre.

Der Sound des Spiels ist ausgezeichnet. Die Entwickler haben einen sehr passenden nordischen Soundtrack gewählt. Hintergrundgeräusche wie Knacken, Rascheln und Knarzen sind toll gelungen. Man hat wirklich das Gefühl, in einem Wald zu stehen.

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Problematisch ist allerdings die Intelligenz der Gegner. Sie laufen teilweise einfach an einem vorbei, obwohl sie einen direkt anschauen. Zusätzlich ist ihre Wegfindung teilweise sehr schwach, sodass sie hängen bleiben oder einfach stehen bleiben und einen nur anschauen. Das wirkt sich auch auf den Schwierigkeitsgrad aus, der dadurch sehr vereinfacht wird.

Außerdem gab es im Test einige Leistungsprobleme, sodass das Spiel zeitweise mit einer sehr geringen Bildrate lief. Das wirkte dann doch etwas störend, kam aber zum Glück nur sehr selten vor.

Knifflig wird das Spiel meistens nur dann, wenn der Weg, den man gehen muss, gut versteckt ist. Das kann ab und zu etwas frustrieren, aber hinterher gibt es immer den „Aha-Effekt“.

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Die Steuerung des Spiels ist simpel und gut. Man kann nur gehen und rennen, die Taschenlampe einschalten und eine Fackel schwingen. Türen öffnen sich meist in dem man dagegen läuft, wobei es aber keine Animation der Figur gibt, wie sie die Tür öffnet. Der Charakter bewegt sich nur dagegen.

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Fazit:

„Through the Woods“ ist an sich ein gutes Spiel. Zwar hat es seine technischen Macken, kann aber mit seiner Soundkulisse, der wirklich hervorragenden Atmosphäre und der spannenden Story vieles wieder wettmachen. Die Entwickler haben sich vor allem bei den Wesen der nordischen Mythologie besonders viel Mühe gegeben, was auch wirklich sehr positiv auffällt. Sie passen toll ins Spiel und werden gut integriert. Allerdings wirkt alles etwas zu simpel und zu linear. Dies wird zwar durch die tollen Aussichten etwas abgemildert, aber am Schluss hat man doch das Gefühl, dass die Herausforderung fehlte. „Antagonist“ hat es trotzdem geschafft eines der meiner Meinung nach spannendsten Gruselspiele der letzten Monate herauszubringen, auch wenn man meinen könnte, es sei nicht ganz fertig.

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Positiv

  • Sehr dichte und düstere Atmosphäre
  • Tolle Haupt- und Hintergrundgeschichte
  • Landschaften und Dörfer sehr schön animiert
  • Fantastischer Sound
  • Vermittelt realistisches Gefühl
  • Interessante Gegner mit unterschiedlichen Eigenschaften

Negativ

  • Grafik von Boden Gesichtern lässt zu wünschen übrig
  • Kleine Performanceprobleme
  • Dumme Gegner
  • Geringer Schwierigkeitsgrad
77
Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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  • Christian: Lässt noch nicht viele Schlüsse zu, aber eine leere, etwas heruntergekommene Stadt mit deutlichen Zeichen der Verwüstung... Das spricht vielleicht für ein Zombie-Setting oder ähnliches. Kann ich mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, da das Thema mit Metro, H1Z1 Just Survive, The Division & Co. schon ziemlich ausgelutscht ist. Denkbar wäre auch ein Post-Apokalyptisches-Szenario wie in der Fallout-Reihe. Das wären allerdings ziemlich große Fußstapfen. Aber vielleicht überrascht Bandai auch mit einer ganz neuen Idee? Verlassene Städte haben ja erstmal immer einen gewissen Reiz und bieten viel Raum für Geschichten und laden zum erkunden ein. Ich bin gespannt.
  • BASSTRO: Hallo Was bedeutet transparenter Held automatischer klicke?
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