The Solus Project

Das Spiel „The Solus Project“ wird von seinen Entwicklern „Grip Games“ und „Hourences“ als Einzelspieler-Erkundungs-Abenteuer mit Survivalelementen bezeichnet. Doch was bedeutet das in der Umsetzung und ist diese auch gut gelungen? Wir haben es für euch getestet.

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In „The Solus Project“ schlüpft man in die Rolle des Analysten „Octavius Sken“. Er stürzt mit seinem Erkundungsteam auf dem Planeten „Gliese 6143-C“ ab. Alle außer ihm sterben bei dem Aufprall. Seine einzige Möglichkeit, das Mutterschiff zu kontaktieren, ist es einen Sendeturm zu reparieren. Dafür muss man verschiedene Trümmerteile finden. Dies klingt an sich nicht schwer, doch im Laufe der Reise wird dem Protagonisten klar, dass man nicht alleine auf dem Planeten ist und es nicht unbedingt einfach wird, die Teile zu finden.

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Die Fragmente sind auf fünf unterschiedlichen Inseln verteilt. Diese erreichen wir über ein Tunnel- und Höhlensystem, durch das wir wandern müssen. Dabei hat jede Insel und Höhle ihr eigenes Klima. Überall gibt es auch abseits des Weges Geheimnisse zu entdecken und Upgrades zu erlangen, mit denen der Charakter seine Überlebenschancen verbessern kann.

Um zu überleben, muss man vor allem darauf achten, dass der Protagonist genug zu essen und zu trinken bekommt. Außerdem ist es wichtig, die Außentemperatur und Körpertemperatur im Auge zu behalten. Die Anzeigen dafür findet man in seinem HUB, der jederzeit sichtbar ist, da Octavius diesen immer in der linken Hand hält.

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Wasser findet sich entweder in Flaschen bei Wrackteilen, in Becken die mit Wasser gefüllt sind und auf eine Lebensform hinweisen oder in kleinen Rinnsalen, die von der Decke hinabtropfen. Nahrungsmittel können auch in Form von Konserven sowie Überlebenspaketen bei Wrackteilen gefunden werden. Des Weiteren gibt es große Gefäße gefüllt mit Nahrung in den Gebäuden. In Höhlen wird es schwierig, etwas zu finden, doch auch hier entdeckt man bei Skeleten gelegentlich etwas Essbares.

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Um die Temperatur auf dem richtigen Niveau zu halten, kann man sich gegen die Kälte eine Fackel bauen. Diese trocknet den Helden auch, falls er mal auf Grund der Wetterbedingungen nass wird oder sich entscheidet, einmal schwimmen zu gehen. Falls dem Analysten richtig kalt wird, kann er ein Lagerfeuer entzünden oder einen Kristallstein verwenden, um sich zu wärmen. Zum Abkühlen sollte man in den Schatten oder in eine Höhle treten. Falls dies nicht möglich ist, kann ebenfalls ein Kristallstein verwendet werden, der die Temperatur senkt.

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Gelegentlich muss der Charakter schlafen, da er sonst übermüdet. Dafür sucht man sich ein trockenes, warmes Plätzchen und legt sich einfach hin. Hierbei regeneriert Sken auch seine Lebensenergie. Wieviel er wiedererlangt, hängt davon ab, wie gut die Bedingungen des Schlafes sind. Es ist möglich, diese mit einer Matratze und einem Kopfkissen zu verbessern, welche man auf seiner Reise finden kann.

In wie weit diese Bedingungen den Protagonisten vor Probleme stellt, kann durch den Schwierigkeitsgrad bestimmt werden. Dieser ist zu jeder Zeit im Menu anpassbar, es besteht aber am Anfang die Möglichkeit zwischen drei unterschiedlichen zu wählen.

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Damit die Erkundungstour nicht an der ersten Ecke endet, kann sich Sken einige wenige Dinge bauen. Dazu gehört eine Fackel, die für immer brennt, es sei denn, man springt ins Wasser. Allerdings kann sie danach einfach wieder entzündet werden. Außerdem gibt es einen Hammer, der aber nur dafür geeignet ist, einige ausgewählte Wände zu zerschlagen. Darüber hinaus ist es nur möglich diesen herzustellen, wenn der Protagonist einen richtigen Hammerkopf findet. Es ist nicht möglich nur einen Stein mit einem Rohr zu verbinden, was sich aber nicht auf das Spiel auswirkt, da Werkzeuge nur selten gebraucht werden.

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Ein wichtiges Werkzeug, das nicht gebaut werden kann, ist der Teleporter. Dieser wird sehr früh im Spiel gefunden und ermöglicht es dem Protagonisten, sich überall hin zu teleportieren. Dies gibt unglaublich viele Freiheiten und kann helfen, falls der Held nicht weiterkommt. Um sich zu beamen, wird eine Scheibe verschossen, zu deren Position Octavius dann springen kann. Dies erleichtert dem Spieler einige knifflige Kletterpassagen und bietet die Möglichkeit, die ganze Welt zu erkunden. Wenn es nicht möglich ist auf den einen Stein zu kommen, weil er zu weit weg ist, schießt man seine Scheibe darauf und schon ist das Ziel erreicht.

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Die Hintergrundgeschichte des Planeten und der anderen Crewmitglieder werden auf Tafeln und in Tagebucheinträgen, die man in der ganzen Spielwelt finden kann, erzählt. Sie ist sehr interessant und motiviert den Spieler alles abzusuchen, um zu erfahren, was passiert ist. Auch die Geheimnisse zu entdecken ist nicht immer einfach und man stößt auf einige knifflige Rätsel. Diese sind aber immer lösbar, selbst wenn manchmal nicht ganz klar wird, was man tun soll. Durch Rumprobieren kommt man aber meistens auf die Lösung.

Es gibt auch die Möglichkeit, Höhlen zu erforschen, die abseits von der Haupthöhle gehen. Dies bleibt dem Spieler selbst überlassen. Bevor man sie betritt, wird man darauf hingewiesen, dass diese Höhlen für Fortgeschrittene sind. Dadurch können noch mehr Upgrades entdeckt werden, die den Charakter noch mehr verbessern.

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Insgesamt gibt es 513 Tagebucheinträge, 118 Geheimnisse und 60 Orte zu entdecken. Die Geheimnisse sind manchmal sehr schwer zu finden, da man an einer Stelle einen Schalter umlegt, dann aber nicht ersichtlich wird, welche Konsequenzen daraus folgen. Die Suche kann sehr frustrierend werden, weil es teilweise an relativ weit entfernten Orten zu einer Reaktion kommt.

Das Spiel kann besonders durch seine großartige Atmosphäre glänzen. Man fühlt wirklich mit dem Charakter mit, wenn er sich durch die dunklen, kalten Höhlen rätseln und hangeln muss. Alles ist dunkel und bedrohlich. Hier merkt man, dass das Spiel auch leichte Horrorelemente beinhaltet und diese sehr schön eingesetzt werden. Zum Beispiel schauen den Helden auf einmal Skelete an und drehen ihren Kopf mit. Jumpscares sind in dem Spiel sehr rar, aber man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass etwas passieren kann. Auch auf den Inseln tragen die hervorragend inszenierten Wetterwechsel zu der Atmosphäre bei. Man muss sich mit Schnee, Gewittern und Meteoritenschauern auseinandersetzen, die den Protagonisten an der Weiterreise hindern können. Gerade die Gewitter sind sehr beeindruckend animiert.

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Die Grafik des Spiels ist an sich schön, aber nicht herausragend. Gerade bei den Bewegungen von anderen Charakteren hapert es noch. Wenn diese laufen, sieht dies sehr abgehakt und seltsam aus. Ansonsten sind die meisten Umgebungen liebevoll und detailliert umgesetzt. In Höhlen gibt es manchmal das Problem, dass man die Orientierung verliert, weil alles etwas gleich wirkt, was aber auch an den Farben liegt, die durch die Fackel erzeugt werden. Hierbei hilft auch der Zielmarker nicht, da dieser nur den Punkt angibt, aber nicht zeigt, wie man dort hinkommt. Das führt gerade in Höhlen manchmal zu frustrierendem Suchen nach dem Weg.

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Dafür haben die Entwickler beim Sound hervorragende Arbeit geleistet. Er unterstützt die Atmosphäre des Spiels sehr gut. Überall hört man es rumpeln und rattern. Wasser tropft von den Wänden. Die Musik ist sehr schön an die jeweiligen Situationen angepasst. Wenn man in den Höhlen unterwegs ist, ist sie eher düster und bedrohlich. Auf den Inseln passt sie sich an das Wetter an. Auch der Wind, Sturm und Regen sind sehr schön vertont worden. Das Spiel ist nur in Englisch verfügbar, die Sprecher klingen aber solide, wobei der Sprecher von Octavius manchmal etwas emotionslos ist. Zwar ist für das Spiel ein Untertitel auf Deutsch verfügbar, aber leider sind einige Zeilen nicht übersetzt worden, sodass manche Sätze noch einen englischen Untertitel haben.

Fazit

Insgesamt finde ich, dass „The Solus Project“ ein sehr gelungenes Spiel ist. Es ist sehr stimmungsvoll und spannend. Es konnte mich richtig fesseln, auch wenn es noch seine kleinen Macken hat. Das Rumgesuche in den Höhlen war teilweise sehr frustrierend und hat einiges an Nerven gekostet. Aber meistens hat mich das Spiel in seinen Bann und seine Geschichte gezogen. Grafisch hat das Spiel überzeugt, wobei der Test leider nicht mit einer VR-Brille gemacht worden ist. Das Survivalsystem hat gut funktioniert und war sehr gut ausbalanciert. Nur das Crafting hat enttäuscht. Meiner Meinung nach wurde hier eine Menge Potenzial verschenkt. Es wäre schön gewesen, sich einen eigenen Unterschlupf zu bauen, der dem Wetter trotzen kann oder weitere, wirklich nützliche Werkzeuge hätten nicht geschadet. Zum Beispiel gibt es in dem Spiel Kabel, die aber offensichtlich nicht benötigt werden. Hier hätte man etwas mehr Arbeit als Entwickler investieren können.

 

Positiv

  • hervorragender Sound
  • sehr gute Atmosphäre
  • spannende, gut erzählte Story
  • Geheimnisse motivieren zum erneuten Spielen
  • sehr gute Wettereffekte
  • gut ausbalanciert

Negativ

  • kaum und unnötiges Crafting
  • teilweise Untertitel nicht übersetzt
  • Charakteranimationen nicht gut gelungen
85
Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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Neueste Kommentare

  • Nicole: Damit kann mein Sohn in der Schule die Zeit überbrücken ohne ermahnt zu werden da geräuschlos im Gegensatz zu vielen anderen Stressspielzeugen :-) Die Farbe ist egal, sind alle toll... Favoriten wären schwarz oder türkis...
  • Janis: Oh ich brauche dringend einen! Allein weil nicht immer ein Kugelschreiber o.ä. greifbar ist, und ich damit viel mehr Variation habe:)) Schwarz oder schwarz/weiß bitte
  • Christopher: Hallo, das hört ich interessant an ! Ich wackel immer mit dem ganzen Bein. Farbe : schwarz/weiß Gruß Chris