Railway Empire – Eisenbahnfans aufgepasst!

Mit Railway Empire bringt Kalypso Media eine Perle für Eisenbahnfans auf den Markt. Was euch in der Wirtschaftssimulation erwartet, zeigen wir in unserem Test.

Railway Empire_20180102163207

Meilensteine in der Historie der Eisenbahn

Wenn wir uns mit der Kampagne ins Geschehen stürzen, haben wir direkt die Möglichkeit, eine wichtige Station beim weltweiten Siegeszug der Eisenbahn mitzuerleben. So startet die Geschichte mit dem Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahnstrecke in den USA im Jahre 1863. Unser Abenteuer hat seinen Ursprung in Omaha, von wo aus das Land nach Westen hin erschlossen werden soll. Hier kommen wir ins Spiel, denn wir schlüpfen in die Rolle des Chefingenieurs, der praktisch die Verantwortung für alles trägt. Um dem Mammutprojekt den nötigen geschichtlichen Background zu verpassen, werden regelmäßig Zeitungsartikel eingeblendet, die uns über weitere Geschehnisse in besagter Zeit informieren.

Railway Empire_20180102164624

Bis ist kleinste Detail

Unsere Arbeit ist breit gefächert. So ist es nicht nur unsere Aufgabe, neue Städte ins Gleisnetz zu integrieren und dadurch mit benötigten Rostoffen und Lebensmitteln zu versorgen, wir müssen auch stets ein Auge auf unsere Finanzen haben und darauf achten, dass angelegte Routen auch wirklich ertragreich sind. Auch beim Bau der Strecken gibt es stets Einsparpotential, wenn wir zum Beispiel versuchen, Tunnel und Brücken zu vermeiden, da diese das Bauvorhaben erheblich teurer werden lassen. Um dies zu gewährleisten, bietet uns das Spiel die Option, die gewünschte Strecke Stück für Stück zu planen, was es uns ermöglicht, Gewässer oder Gebirge punktgenau zu umfahren. Weitere Probleme entstehen gerade dann, wenn mehrere Zuglinien auf den gleichen Gleisen unterwegs sind. Um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen, gilt es daher, das Signalsystem des Spiels zu nutzen und entsprechende Ausweichgleise zu einrichten. Was zunächst kompliziert klingt, ist dank des Tutorials sowie kleiner Videos, die wir bei Bedarf abspielen können, in der Praxis aber keine größere Sache.

Railway Empire_20180102182114

In unserer Forschungsabteilung haben wir zudem die Chance, gesammelte Forschungspunkte, die wir in regelmäßigen Abständen erhalten, einzulösen und dadurch nach und nach Neues freizuschalten, von fortschrittlicheren Lokomotiven bis hin zu neuen Waggonarten oder Erweiterungen, mit denen sich die Effizienz der Züge erhöhen lässt. Weiterhin zählt auch das Managen des Personals zu unseren Aufgaben und auch für die Wartung der Züge sind selbstverständlich wir selbst verantwortlich. Daher sollten wir unter anderem dafür sorgen, dass ausreichend Bahnhöfe, die angesteuert werden, über eine Wartungsstation verfügen, damit die Züge nicht auf halber Strecke den Geist aufgeben. Ergänzt werden die zahlreichen Möglichkeiten der Einflussnahme im Übrigen durch Kreditoptionen, mit deren Hilfe wir finanzielle Engpässe überstehen können.

Railway Empire_20180102164742

Intuitive Steuerung ermöglicht hervorragendes Konsolen-Gameplay

Auch wenn man bei Wirtschaftssimulationen jeder Art nach wie vor im Kopf hat, dass dies eher ein Genre für Computerspieler ist, zeigt uns Railway Empire, dass es auch auf der Konsole ohne Abstriche funktioniert. Mithilfe des rechten Controller-Sticks kann die Kamera beispielsweise stufenlos im sämtliche Richtungen gedreht werden, sodass wir jeden Winkel der Spielwelt beleuchten können. Auch das Zoomen funktioniert tadellos und ermöglicht sowohl eine übersichtliche Ansicht von oben, als auch ein genaues Betrachten des Geschehens aus der Nähe. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich, das Treiben in den Städten zu beobachten, das die Umgebung lebendig wirken lässt. Neben Fußgängern sind vor Ort auch Kutschen in unterschiedlichen Größenordnungen unterwegs und auch die gelungenen Soundeffekte unterstreichen ein stimmungsvolles Stadtleben.

Railway Empire_20180102173030

Ebenso wie die Kamerasteuerung sind auch die Menüs sehr komfortabel erreichbar. So gelangen wir durch Halten der rechten Schultertaste zu einem Kreismenü, über das wir die einzelnen Untermenüs anwählen können. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, schnell einen Blick auf die aktuellen Aufgaben zu werfen, das Personal zu managen oder auch neue Gleise, Züge oder Gebäude zu platzieren. Lediglich das Managen einzelner Unterpunkte, wie zum Beispiel das Bearbeiten bereits angelegte Routen, erweist sich hin und wieder als etwas kompliziert, was schlicht und einfach daran liegt, dass im Vorfeld eben nicht alles erklärt werden kann. Mit etwas Eingewöhnungszeit und schlichtem Rumprobieren funktioniert aber auch das detaillierte Zugmanagement letztlich ohne größere Schwierigkeiten. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der sparsame Einsatz von Markierungen, wodurch wir beim Erfüllen unterschiedlicher Aufgaben, die beispielsweise das Verbinden vorgegebener Städte umfassen, erst einmal die ganze Karte nach den benötigten Siedlungen absuchen müssen, bevor es mit der eigentlichen Planung losgehen kann.

Railway Empire_20180102182059

Eisenbahnfans kommen auf ihre Kosten

Worauf Railway Empire großen Wert legt, ist die authentische Darstellung der Züge. Diese sehen auch wirklich hervorragend aus und nehmen uns mit auf eine kleine Zeitreise in die Glanzzeit der Eisenbahn. Da die Züge im eigentlichen Spiel nicht in voller Größe und Pracht bewundert werden können, bietet der Menüpunkt „Lokschuppen“ die Chance, die bereits erforschten Modelle von allen Seiten zu begutachten. Hier erfährt man außerdem allerhand Nützliches über die unterschiedlichen Lokomotiven, von der Höchstgeschwindigkeit bis hin zu individuellen Besonderheiten. Um die Eisenbahn-Liebhaber voll und ganz zufrieden zu stellen, wartet mit dem Modellbaumodus eine Spielvariante, in der man sich über Aufgaben oder Finanzen keine Sorgen machen muss. Stattdessen ist es möglich, entsprechend der eigenen Vorlieben eine Modellbahn anzulegen und diese nach Belieben zu erweitern und zu verändern.

Railway Empire_20180102175624

Fazit:

Railway Empire überzeugt in erster Linie mit seiner Detailverliebtheit, die sich nicht nur anhand der liebevoll gestalteten Zugmodelle, sondern beispielsweise auch an der Umsetzung der lebendigen Städte erkennen lässt. Darüber hinaus ist das Gameplay abwechslungsreich und vielfältig, da wir uns als Ingenieur nicht nur um den Bau der Zuglinien an sich, sondern auch um Bereiche wie die Wartung der Züge, das Vorantreiben der Forschung oder die optimale Versorgung der angeschlossenen Städte kümmern dürfen. Neben der Kampagne warten mit kürzer angelegten Szenarien sowie dem freien Spiel weitere Spielvarianten auf uns, die jeden Spielertyp ansprechen sollten. Abgerundet wird der Umfang durch den gelungenen Modellbaumodus, der ein Spielen ohne Ziele und Aufgaben möglich macht.

Positiv

  • Detailliert gestaltete Zugmodelle
  • Ansprechende Spielwelt
  • Gut umgesetzte Konsolensteuerung
  • Spielmodi für jeden Spielertyp
  • Modellbaumodus

Negativ

  • Manche Steuerungsmöglichkeiten werden vom Tutorial nicht erwähnt
  • Sparsamer Einsatz von Markierungen stört beim Erfüllen verschiedener Aufgaben
82
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

Keine Kommentare bisher.

Kommentar oder Antwort hinzufügen

Neueste Kommentare

  • Martin: okay habs jetzt verstanden :D
  • Martin: Hey! Auch von mir vielen lieben Dank für den Guide :D Ist der "Hauptguide" nach dem ich mich richte bzw. mittlerweile der einzige, den ich nutze^^ Ich hätte aber noch eine Frage zu diesem Part: Held Vorheriger Held Soforttötung bis … Stufe Siyalatas/Fragsworth The Masked Samurai 30 – 50 Atlas Samurai Stufe 2500 150 – 175 Terra Atlas Stufe 1500 350 – 450 Phthalo Terra Stufe 1500 700 – 900 Orntcha Gladeye Phthalo Stufe 1500 1300 – 1700 … Orntcha Gladeye Stufe 1500 2500 – 3000 Kannst du das genauer erklären? Was sind z.B. Altas, Terra usw. und das mit den Stufen
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.