Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4

Mit „ Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4“ geht das Beat‘em‘up‘-Abenteuer, das auf der erfolgreichen Mangareihe und TV-Serie basiert, in die nächste Runde. Wie sich der Titel auf der PS4 in der Praxis schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

In der Introsequenz des Storymodus‘ erfahren wir, dass es in der Welt der Ninjas seit Anbeginn der Schöpfung immer wieder Kämpfe gegeben hat, die bis heute andauern. In diesem ewigen Konflikt werden unzählige Schlachten geschlagen, die den Hass in den Herzen der Menschen immer weiter schüren. Inmitten eines dieser epischen Kriege treffen zwei berüchtigte Ninja-Kämpfer aufeinander, Hashirama und Madara. An dieser Stelle steigen wir ins Spielgeschehen ein und haben die Möglichkeit, den erstgenannten Krieger im Kampf zu steuern. Sollten wir es nicht schaffen, unseren Gegner im ersten Anlauf zu besiegen, bietet uns ein Ninja-Lehrmeister in einer Art Nahtod-Erfahrung die Chance, einen weiteren Versuch zu starten. Dabei müssen wir allerdings nicht von vorne beginnen, sondern steigen dort wieder ein, wo wir vorher gestorben sind. Das heißt, dass die Lebenspunkte, die wir dem Gegner bis zu diesem Zeitpunkt abgezogen haben, auch nicht mehr aufgeladen werden. Unsere HP werden dagegen wieder auf 100 Prozent gesetzt, wodurch der Rest des Kampfes sehr gut machbar ist.

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Die beiden Ninjas bekriegen sich mit mächtigen Attacken und liefern sich einen erbitterten Zweikampf. Zu Beginn kämpfen wir mit unseren bloßen Händen und Füßen, im späteren Verlauf des Duells erhalten wir zudem zwei mächtige Schwerter, mit denen wir Madara endlich besiegen können. Ist dies geschafft, geht die Auseinandersetzung in eine weitere Runde. Dieses Mal schicken die Ninjas jeweils eine Kreatur ins Rennen, die sie vorher beschworen haben. Diese beiden mächtigen aber auch schwerfälligen Geschöpfe prügeln anschließend mehrere Runde aufeinander ein, bis wir den Gegner schließlich in die Knie zwingen können. Noch bevor wir uns richtig über den Sieg freuen können, zeigt uns eine weitere Sequenz, dass der Kampf der Ninjas noch lange nicht entschieden ist und wohl bis in alle Ewigkeiten andauern wird.

Wir schlüpfen dabei fortan in die Rolle des jungen Naruto, der die Welt davor bewahren will, in Chaos und Dunkelheit zu versinken. Im Storyverlauf warten unzählige Kämpfe auf uns, anhand derer die unterschiedlichen Kapitel der Geschichte erzählt werden. Diese gliedern sich in verschiedene Kategorien und reichen von Frei- oder Bosskämpfen bis hin zu dramatischen Kämpfen, die sich dadurch auszeichnen, dass es währenddessen sogenannte interaktive Aktionen zu bewältigen gibt. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr zu einem späteren Zeitpunkt im Test.

Gameplay

Im Hauptmenü des Spiels können wir zwischen verschiedenen Spielmodi wählen. Neben dem klassischen Storymodus sowie dem Abenteuermodus, der an die Geschehnisse der Story anknüpft, ist es außerdem möglich, online gegen Spieler aus aller Welt zu kämpfen. Ein sehr umfangreicher Spielmodus ist der freie Kampf. Dieser bietet uns zahlreiche Unterkategorien, anhand derer wir uns in den Ablauf und die Steuerung des Spiels einarbeiten können. Hier gibt es unter anderem diverse Trainingslevel sowie Versus-Kämpfe zu entdecken, bei denen wir gegen andere Spieler im Koop-Modus oder gegen KI-Gegner antreten können.

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Jede Figur verfügt über eine Vielzahl an Attacken, die wir in den Duellen einsetzen können. Die einfachsten Kombos lassen sich durch wiederholtes Drücken der Kreis-Taste auslösen. Um die Angriffe noch mächtiger werden zu lassen, sollte zudem der linke Analogstick genutzt werden, um verschiedene Richtungen mit einzubeziehen. Diese Standardangriffe lassen sich im Kampf sehr intuitiv nutzen und sind aufgrund der Tatsache, dass sie oft einfach aus dem Spiel heraus ausgelöst werden, besonders für Beat‘em‘up-Anfänger ideal, die dadurch in den Kämpfen echte Chancen haben, ohne sich gleich sämtliche Kombos merken zu müssen.

Die Quadrat-Taste lässt sich ähnlich unkompliziert einsetzen, allerdings nutzt unsere Figur hier verschiedene Arten von Geschossen, die auf den Gegner geschleudert werden. Mit diesen Fernangriffen können wir uns die Widersacher ziemlich gut vom Leib halten und aus der Entfernung einiges an Schaden verursachen. Diese Angriffe helfen auch oftmals dabei, eine Kombo des gegnerischen Kämpfers zu unterbrechen. Durch die Verbindung mit anderen Angriffstasten lassen sich die Wurfgeschosse variieren.

Wird die Dreiecks-Taste mit den anderen Buttons kombiniert, entstehen dagegen einzigartige Ninja-Angriffe, die den Gegnern enorm zusetzen. Diese speziellen Attacken werden mit einer eigenen kleinen Sequenz entsprechend in Szene gesetzt. Verschiedene Sprung-Kombination lassen sich dagegen mit der X-Taste auslösen. Bei mehrfachem Drücken ist hier ein Doppelsprung möglich, außerdem besteht die Möglichkeit, in der Luft erneut Sprünge in eine bestimmte Richtung zu unternehmen und sich dadurch das eine oder andere Mal einen Vorteil gegenüber dem Gegner herauszuarbeiten, wenn man hinter ihm wieder auf dem Boden aufkommt.

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Ergänzend zu den klassischen Angriffen verfügen unsere Kämpfer zudem über bis zu vier Spezialangriffe, die über das Steuerkreuz ausgelöst werden können. Im Gegensatz zu den einfachen Angriffen sind diese aber auf eine bestimmte Anzahl innerhalb eines Matches begrenzt und sollten daher mit Bedacht eingesetzt werden. Hier warten beispielsweise sogenannte Abwehrbrecher auf uns, mit denen wir die Deckung des Gegners durchbrechen können. Dies verwirrt den Feind für eine kurze Zeit und ebnet dadurch den Weg für eine Angriffsreihe ohne Gegenwehr.

Das Blocken der gegnerischen Angriffe ist über die rechte Schultertaste möglich. Werden die Blocks gut getimt, können wir anschließend direkt zum Gegenschlag ansetzen. Wird die Schultertaste mit anderen Angriffstasten kombiniert, holt unser Kämpfer zu wirkungsvollen Schleuder-Attacken aus, die den Feind über das Spielfeld wirbeln lassen und anschließend für einen kurzen Zeitraum außer Gefecht setzen.
Eine weitere hilfreiche Verteidigungsbewegung ist das Ausweichen, mit der wir uns während einer feindlichen Attacke aus der Gefahrenzone teleportieren können. Da wir anschließend meist direkt hinter dem Gegner landen, können wir uns dessen kurzzeitige Verwirrung zunutze machen und einige harte Treffer setzen. Dieser Spezialmove hört auf den Namen „Tauschen“ und lässt sich über die L2-Taste einsetzen.

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In einem Teamkampf besteht unser Team aus mehreren Kämpfern. Dies eröffnet uns innerhalb eines Gefechts weitere Möglichkeiten, mit denen wir unsere Feinde bekämpfen können. So ist es beispielsweise per L1- oder R1-Taste möglich, einen Verbündeten in den Kampf zu rufen, der dem Gegenspieler anschließend einen harten Schlag verpasst. Ergänzend hierzu lässt sich in der Teamvariante auch der aktuelle Anführer, also der aktiv kämpfende Charakter, austauschen. Auf diese Weise können wir zum Beispiel einen angeschlagenen Kämpfer vorübergehend in Sicherheit bringen oder uns taktisch an unseren Gegner anpassen, indem wir auf die speziellen Fähigkeiten eines unserer Teammitglieder vertrauen. Um den Wechsel durchzuführen müssen wir den rechten Analogstick nach links oder rechts bewegen. Der Austausch ist auch innerhalb einer bereits laufenden Kombo möglich und daher auch ein effektives Mittel im Angriff.

Im Gegensatz zu anderen klassischen Beat‘em‘up-Spielen verfügen die Arenen im vorliegenden Titel über weit mehr Tiefe. Es ist daher möglich, den Raum effektiv auszunutzen, anstatt nur auf einer Ebene auf den Gegner loszugehen. Dadurch entstehen neuen taktische Möglichkeiten und es wird für mehr Abwechslung innerhalb der Kämpfe gesorgt.

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Bei den bereits erwähnten interaktiven Aktionen handelt es sich um bestimmte Filmsequenzen, die bei den sogenannten dramatischen Kämpfen immer wieder vorkommen. Diese speziellen Szenen erfordern unsere volle Aufmerksamkeit, da wir die angezeigten Tastenkombination innerhalb einer bestimmten Zeit auf unserem Controller umsetzen müssen. Je schneller wir eine Tastenfolge erfolgreich abschließen, desto mehr Sterne erhalten wir dafür. Mithilfe der gesammelten Sterne schalten wir geheime Szenen frei, die uns im weiteren Verlauf angezeigt werden.

Grafik

Grafisch vertraut das Spiel auf einen bunten und effektlastigen Comicstil. Die verschiedenen Attacken werden durch farbige Animation verdeutlicht und führen oftmals leider zu einem farbenfrohen Durcheinander auf dem Bildschirm. Die Sequenzen während und zwischen der Kämpfe strotzen vor japanischem Bombast und sind oftmals einfach etwas zu viel des Guten. Nichtsdestotrotz wurden die Naturlandschaften, die den Hintergrund für die Kämpfe bilden, sehr atmosphärisch umgesetzt. Motive wie Berge, Wälder, Lavalandschaften oder zerklüftete Felsen kreieren die passende Stimmung für den bis in alle Ewigkeiten andauernden Ninja-Krieg.

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Musik

Ein rockiger Song im J-Rock Stil unterlegt die actionreiche Introsequenz und versetzt uns direkt zu Beginn in die richtige Gefühlslage. Die instrumentale und sanfte Menümusik, die direkt danach auf uns wartet, sorgt dagegen für einen krassen Kontrast. Hier kommen sanfte Streicher- und Klavierklänge zum Einsatz, die von dezenter Percussion unterlegt wurden. Die Musik innerhalb der Kämpfe reicht von pathetischer, getragener Orchestermusik bis hin zu treibenden, rhythmischen und teils rockigen Passagen. Die Sprachausgabe des Spiels ist auf Englisch gehalten, die Texte und die Menüführung erscheinen dagegen auf Deutsch auf dem Bildschirm.

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Fazit

„Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4“ ist ein solider Beat‘em‘up-Titel, der für eine kurzweilige Unterhaltung sorgt. Gerade die Arenen, die über eine große Tiefe verfügen, sowie die interaktiven Aktionen innerhalb der Kämpfe heben das Spiel von vielen Mitbewerbern ab und sorgen für interessante Aspekte. Trotzdem ist der dargebotene japanische Bombast in den Sequenzen und auch während der Kämpfe oftmals einfach viel zu viel und dürfte gerade die Spieler, die mit der Manga-Kultur nicht so viel anfangen können, schon etwas abschrecken. (Daniel Walter)

Positiv

  • Arenen mit großer Tiefe
  • Interaktive Aktionen sorgen für Abwechslung
  • Eine Vielzahl an Kombo-Möglichkeiten

Negativ

  • Bunte Animationen der Attacken stiften Verwirrung
  • Japanischer Bombast viel zu präsent
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Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D