Frozen State

 

Der Entwickler „Flox Studios“ hat ein Survivalspiel herausgebracht. Aus der Vogelperspektive geht es darum, zombieähnliche Wesen zu töten. Aber kann sich „Frozen State“ gegen die vielen anderen Konkurrenten durchsetzen?

Wir suchen uns am Anfang einen von drei Charakteren aus. Entweder wird ein Schläger, eine Atomphysikerin oder ein Soldat gewählt. Alle drei haben unterschiedliche Fähigkeiten. Welche das sind, wird vor Spielbeginn nicht verraten. Wir erfahren nur Geschlecht, Alter und Beruf.

Nach der Auswahl geht es weiter ins Intro. Ein Lastwagen fährt eine schneebedeckte Straße entlang. Darunter wird in Texten die Geschichte erklärt. Auf der Erde wurden seltsame Artefakte entdeckt, die ein Bakterium enthielten. Bei Tests mit diesen haben sich einige Menschen angesteckt. Daraufhin wurden die Infizierten zu zombieähnlichen Wesen, die versuchten andere anzustecken. Nun sind fast alle Menschen verwandelt. Weil man erkannte, dass die Monster wesentlich langsamer sind, wenn es kalt ist, hat man etwas ins All geschossen, was die Sonneneinstrahlung verringert und dadurch eine neue Eiszeit forciert. Zum Schluss sieht man, wie der Lastwagen stehen bleibt und der Motor seltsame Geräusche von sich gibt, bis er schließlich erlischt.

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Wir schlüpfen also in die Rolle einer der wenigen Überlebenden und müssen unseren Laster reparieren. Dafür besetzen wir ein Haus, das als unser vorläufiges Zuhause gilt. Hier findet der Spieler ein Bett, einen Ofen und unterschiedliche nützliche Dinge. Es gilt als erstes herauszufinden, wie Vorräte und Werkzeuge erworben werden können. Unbedingt notwendig sind zu Beginn Essen, Trinken und ein warmer Schlafplatz. Alles andere ist zweitrangig.

Die Wasserversorgung können wir sichern, indem draußen Schnee gesammelt wird, der dann in einem Topf geschmolzen, in Flaschen abgefüllt und zum Schluss noch mit Asche desinfiziert wird. Dafür brauchen wir auch genau diese Gegenstände. Zwar kann auch auf die Asche verzichtet werden, aber dadurch steigt unsere Vergiftung und es löscht nicht so sehr den Durst.

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Bis auf Fleisch ist die Produktion von Nahrung auch ähnlich komplex. Fleisch erlangen wir bei der Jagd auf Tiere wie zum Beispiel Hasen. Die erlangten Stücke können gebraten und dann verzehrt werden. Es ist aber auch möglich, unterschiedliche Gerichte zu kochen, die dann noch andere positive Effekte haben. Aber die Zutaten müssen erst erbeutet werden.

„Frozen State“ setzt hier also auf eine gute Portion Realismus. Wenn es schnell gehen muss, ist es nicht unbedingt nahrhaft. Wenn man alles richtig herstellt, ist es gesünder für den Körper.

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Damit wir all diese Vorräte sowie bessere Ausrüstung finden können, müssen wir uns auf den Weg durch die Stadt Duga-40 machen.

Dafür kann eine grün markierte Fläche am Kartenrand des jeweiligen Abschnitts betreten werden. Es öffnet sich eine größere Karte, auf der sich der Spieler dann einen Ort aussuchen kann, den er erkunden will. Es gibt hier einige besondere Orte, es ist aber auch möglich, einfach die Wildnis zu erkunden. Die Karte an sich ist sehr groß und bietet eine Menge unterschiedliche Lokalitäten.

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Wenn wir uns für einen Ort entschieden haben, geht der Kampf ums Überleben erst richtig los. Wir müssen darauf achten, dass uns nicht zu kalt wird bei den Reisen. Dies wird durch Schneestürme und Tag-Nacht-Wechsel noch einmal mehr zu einem Problem. Man sollte also immer etwas zum Wärmen dabeihaben.

Aber nicht nur das Wetter macht uns Schwierigkeiten. Die Monster, die durch das Bakterium entstanden sind, laufen frei umher und wollen uns natürlich verspeisen.

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Und das können sie auch sehr gut. Die Entwickler haben es wirklich geschafft, dass immer abgewogen werden muss, ob gekämpft wird. Es wird nämlich sehr schnell klar, dass das Spiel sehr schwer ist. Der Spieler nimmt nicht die Rolle eines starken und mächtigen Helden ein, sondern ist wirklich nur ein Mensch. Gerade am Anfang sollte man Kämpfe meiden. Mit mehr als drei Gegner hat man schon kaum eine Chance. Ein einzelner Gegner kann schon mehr als die Hälfte des Lebens abziehen. Dabei sind das Kampfsystem und die Steuerung nicht sehr hilfreich.

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Beim Kämpfen kann man eigentlich nur zuschlagen und ausweichen. Man hat unterschiedliche Waffen, die auch verschiedene Reichweiten haben. Es ist natürlich besser, den Gegner weit weg von sich zu halten. Das Ausweichen funktioniert meist nicht sehr gut, da es ein sehr langsamer Sprung in eine Richtung ist. Man muss die Schläge der Gegner schon früh erahnen, um noch rechtzeitig ausweichen zu können. Manchmal springt der Charakter auch gar nicht weg. Das kann teilweise sehr frustrieren.

Meistens versucht man daher gerade zu Beginn, Nahkämpfen auszuweichen. Später erlangt man Schusswaffen, mit denen man dann solchen Schlägereien aus dem Weg gehen kann.

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Beim Erkunden treffen wir aber nicht nur auf Infizierte, sondern auch auf andere Menschen. Diese sind meist bis unter die Zähne bewaffnet und sehr stark. Allerdings kann man von ihnen auch attraktive Beute bekommen.

Die Beutetouren gestalten sich recht abwechslungsreich. Wir müssen mal Häuser, mal Tankstellen, mal die Wildnis durchsuchen. Dabei finden wir unterschiedliche Schränke, Kisten und Kommoden. In einigen können wir uns sogar verstecken, falls ein zu starker Gegner unsere Fährte aufgenommen hat. Oder wir finden nützliche Gegenstände darin. Diese können wir uns im Inventar anschauen und entsprechend nutzen.

Unseren Charakter können wir verbessern, indem wir Antraziol nehmen. Dies ist eine Droge, die wir in der ganzen Welt verteilt finden. Die größten Vorräte finden wir in den gefährlicheren Gebieten.

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Dieses Mittel können wir in unterschiedliche Fertigkeiten investieren, wobei die Fertigkeitenstufen immer teurer werden. Zum Beispiel ist es möglich, in Schusswaffen besser zu werden oder die Rüstung wirkungsvoller zu machen. Dadurch wird unser Charakter im Umgang mit bestimmten Gegenständen besser. Wir können zum Beispiel schwierigere Schlösser öffnen oder stärkere Verbesserungen in unsere Waffen einbauen.

Darüber hinaus dürfen wir neue Gegenstände selbst bauen, wenn wir in das Talent „Crafting“ Antraziol investieren.

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Das Crafting-System in „Frozen State“ ist sehr rudimentär. Wir können einige wenige Dinge herstellen, von denen die meisten sich nicht lohnen. Das meiste finden wir auch unterwegs. Die wichtigsten Dinge können wir auch schon bauen, ohne dass wir etwas in das entsprechende Talent investiert haben.

Zudem können wir Häuser erbauen, allerdings wird das erst später im Spiel interessant, da man dadurch noch Stützpunkte zum Übernachten errichten kann, wenn man wirklich weit weg von seinem Heimathaus etwas untersuchen möchte. Ansonsten ist es immer möglich, nach Hause zu gehen.

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Interessant ist wiederum das Verbesserungssystem. Wir können unsere Waffen und Anziehsachen noch verbessern und sie so noch haltbarer oder schlagkräftiger machen. Dafür wird an der Werkbank Werkzeug, das wir überall in der Welt finden, mit den Gegenständen kombiniert.

Grafisch wirkt das Spiel veraltet. Viele Texturen sind matschig. Die Bewegungen der Figuren wirken teilweise etwas steif, besonders, wenn man seitwärts geht. Schön sind aber die Fußspuren, die im Schnee erscheinen, wenn wir ihn durchschreiten. Sie helfen außerdem sehr zur Orientierung, wenn man schnell die Flucht antreten muss. Die Blutspritzer des Charakters wirken realistisch.

Dafür haben die Entwickler oft schöne Details eingebaut. In Häusern sind teilweise Schubladen und Schränke durchwühlt und zerstört. Davor findet man oft zerstörtes Geschirr oder rausgerissene Buchseiten. Das gibt einem mehr das Gefühl, dass etwas Schlimmes passiert ist.

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Der Sound ist insgesamt recht ordentlich. Geräusche von Tieren wirken realistisch und das Gestöhne und Gekreische der Monster lässt einen oft Aufschrecken.

Leider sind einige der Texte noch nicht vollständig auf Deutsch übersetzt und nur in Englisch vorhanden. Einige Gegenstände im Inventar sind so mit deutschem Namen betitelt andere mit englischem. Dadurch wird es etwas unübersichtlich, da man in den simpel gehaltenen Oberflächen nun erstmal herausfinden muss, ob ein Gegenstand schon übersetzt wurde oder nicht.

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Fazit:

„Frozen State“ versucht einen wirklich harten und realistischen Überlebenskampf darzustellen. Dies gelingt auch teilweise. Man hat Angst vor jedem Kampf, da es der letzte sein könnte. Gerade Gegnermassen sind nicht zu besiegen. Das stellt natürlich einen großen Nervenkitzel da, weil man immer, wenn man um die nächste Ecke schaut, vielen Gegnern begegnen könnte. Also wird vorsichtig geschlichen. Allerdings ist die Story des Spiels sehr simpel. Es wird kaum dafür gesorgt, dass der Spieler vorangetrieben wird. Natürlich möchte man wissen, was wohl im nächsten Ort ist, aber, wenn man sich überlegt, dass man nicht sterben möchte, bleibt man lieber zuhause. Da gibt es jedoch nicht sehr viel zu tun. Es gibt kein wirklich nützliches Craftingsystem und ebenso keinen großartigen Häuserbau. Die Entwickler haben versucht, alles, was die heutigen Survivalspiele haben, in ihr Spiel zu implementieren und das tut diesem Werk nicht gut. Es gibt zwar alles, aber leider nicht ausgereift und vollendet. Das Spiel ist leider viel zu früh aus der Early-Access-Phase herausgegangen und wirkt noch etwas unfertig.

 

Positiv

  • Harter, schwerer Überlebenskampf
  • Realistisches Herstellen von Vorräten
  • Spannung durch Angst vor Gegnern
  • Guter Sound

Negativ

  • Altbackene Grafik
  • Überflüssiges Crafting
  • Wirkt unfertig
  • Teilweise keine Übersetzung von Texten
  • Unhandliches Echtzeitkampfsystem
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Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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Neueste Kommentare

  • Nicole: Damit kann mein Sohn in der Schule die Zeit überbrücken ohne ermahnt zu werden da geräuschlos im Gegensatz zu vielen anderen Stressspielzeugen :-) Die Farbe ist egal, sind alle toll... Favoriten wären schwarz oder türkis...
  • Janis: Oh ich brauche dringend einen! Allein weil nicht immer ein Kugelschreiber o.ä. greifbar ist, und ich damit viel mehr Variation habe:)) Schwarz oder schwarz/weiß bitte
  • Christopher: Hallo, das hört ich interessant an ! Ich wackel immer mit dem ganzen Bein. Farbe : schwarz/weiß Gruß Chris