Freitag, der 13. – Das Spiel: Ein blutiger Ausflug ins Feriencamp

Seit Kurzem ist das Multiplayer-Horrorgame Freitag, der 13. erhältlich, das sich an der grundlegenden Handlung der berühmten Filmreihe orientiert. Wie sich das Gemetzel um Serienkiller Jason Vorhees in der Praxis schlägt, zeigen wir euch in unserem Test.

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Es gibt zwei Möglichkeiten, Freitag, der 13. zu spielen. Schlüpfen wir in die Rolle des Killers Jason Vorhees, müssen wir versuchen, möglichst viele der Jugendlichen im Camp zu töten. Spielen wir hingegen einen der ihren, gilt es, den Ausflug nach Packanack zu überleben. Welche Seite wir spielen, erfahren wir erst, wenn das Spiel geladen ist. Um den Jugendlichen einen kleinen Zeitvorsprung zu geben, sind die Spawn-Punkte von Jason und den Camp-Besuchern relativ weit voneinander entfernt. Dadurch haben die potenziellen Opfer die Möglichkeit, einen ersten Unterschlupf zu finden oder sich selbst mit einer Waffe auszurüsten.

Die Camp-Bewohner

Die Jugendlichen, die es mit dem brutalen Killer aufnehmen müssen, können mehrere Taktiken anwenden, um siegreich aus dem Spiel hervor zu gehen. Die vielleicht einfachste Möglichkeit ist es, sich einen sicheren Ort zu suchen und dort die Zeit abzusitzen, bis das Spiel endet. Dies dürfte auf Dauer aber doch etwas langweilig werden, wodurch die meisten Spieler wohl eher auf andere Varianten zurückgreifen werden. Hierzu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, eins der geparkten Fahrzeuge auf dem Gelände zu betanken und zu reparieren. Hierfür werden neben Treibstoff für den Tank auch ein Werkzeugkoffer sowie die Fahrzeugschlüssel benötigt. Gelingt es den Spielern, ein Auto oder Boot zum Laufen zu bringen, müssen sie versuchen, einen der markierten Ausgänge zu erreichen, die sie vom Camp weg und in Sicherheit bringen. Allerdings sollte man sich auch dann, wenn das Fortbewegungsmittel repariert ist, nicht allzu sicher sein, da Jason jederzeit wie aus dem Nichts auftauchen und den Fluchtplan vereiteln kann. Ein weiterer Weg zum Sieg ist das Alarmieren der Polizei, was über spezielle Funkgeräte möglich ist. Ist dies geschafft, beginnt ein Countdown, der die Zeit bis zum Eintreffen der Polizisten anzeigt. Gelingt es den Spielern, bis dorthin durchzuhalten und sich zu einem der Ausgänge durchzukämpfen, sind sie ebenfalls in Sicherheit und haben von Jason nichts mehr zu befürchten. Die sicherlich schwierigste Variante ist die direkte Konfrontation mit dem Killer. Da dieser allerdings nicht nur sehr stark, sondern auch äußerst widerstandsfähig ist, dürfte der Versuch, Jason zu erledigen, sehr oft mit dem eigenen Tod enden.

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Um in der Spielwelt zu bestehen, können in den zahlreichen Häusern Waffen und nützliche Items wie Medipacks entdeckt werden. Dabei reicht die Auswahl von Schlagwaffen wie Baseballschlägern oder verschiedenen Werkzeugen bis hin zu Messern oder Schusswaffen jeder Art. Letztere eignen sich hervorragend, um den Killer für eine gewisse Zeit zu betäuben und dadurch dem sicheren Tod noch einmal zu entgehen. Für den Nahkampf sind hingegen die zuerst genannten die richtige Wahl. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass sämtliche Waffen nur eine begrenzte Haltbarkeit haben, die im direkten Gefecht mit Jason sehr schnell ausgeschöpft ist.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Jugendlichen im Camp ist der Angstpegel. Dieser erhöht sich zum Beispiel, wenn wir uns im Dunkeln aufhalten, eine Leiche unserer Mitstreiter entdecken oder eine angsteinflößende Begegnung mit Jason hatten. Je höher der Pegel, desto leichter kann uns der Killer aufspüren. Um den Angstlevel zu senken, ist es dringend erforderlich, dass wir uns in beleuchtete Räume begeben oder uns an sichereren Orten verstecken, wie beispielsweise im Schrank oder unter dem Bett. Zusätzlich hierzu können die Jugendlichen die Eingänge zu den Häusern verbarrikadieren, um Jason für längere Zeit zu beschäftigen. Zusätzlich zum Angstpegel sollten wir auch unsere Ausdauer im Blick behalten. Ist sie aufgebraucht, bewegt sich unser Charakter nur noch sehr langsam, was bei einem Aufeinandertreffen mit Jason im Normalfall den Tod bedeutet.

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Die Rolle des Jason

Jason verfügt über diverse Fähigkeiten, die ihm die Suche nach den Störenfrieden leichter machen. Während einige der Fertigkeiten von Beginn an genutzt werden können, sind andere erst nach einer gewissen Zeit verfügbar. Ein Hilfsmittel, mit dem Jason schnell von einem Ort zum anderen gelangt, ist eine Art der Teleportation. Mithilfe einer Karte der Umgebung können wir genau entscheiden, wo wir erscheinen möchten. Wichtige Orte, wie Häuser oder Standorte von Fahrzeugen, werden uns hier ebenfalls angezeigt. Ebenfalls sehr nützlich ist Jasons besonderer Wärmeblick, der uns beim Aufspüren der anderen Spieler behilflich ist. Je größer deren Angstpegel ist, desto besser lassen sie sich lokalisieren. Im späteren Spielverlauf können wir außerdem auf eine Fähigkeit zurückgreifen, die als „Shift“ bezeichnet wird. Diese erlaubt es dem Killer, sich für kurze Zeit sehr viel schneller zu bewegen und dabei gleichzeitig unsichtbar zu werden. Auf diese Weise lassen sich fliehende Gegner sehr leicht einfangen und überrumpeln. Sämtliche Fähigkeiten müssen sich nach der Benutzung erst wieder aufladen, was den Jugendlichen etwas Zeit zum Durchatmen verschafft.

Jason hat aber noch andere Möglichkeiten, wie er den Camp-Bewohnern das Leben schwer machen kann. So kann er seine geballte Kraft nutzen, um Türen von Häusern ein für alle mal zu zerstören oder um Versteckmöglichkeiten wie Schränke zu vernichten. Aber auch Störsender wie Radios oder lichtspendende Stromgeneratoren können von dem Killer aus dem Verkehr gezogen werden. Mithilfe der gesammelten Erfahrungspunkte, lassen sich nach und nach neue Kill-Varianten freischalten, bei denen Jason beispielsweise die Gegenstände in seiner Umgebung nutzen kann. Zudem können mit steigendem Level auch weitere optische Varianten des Serienmörders verwendet werden, sodass jeder seinen Lieblings-Jason spielen kann. Aufseiten der Camp-Bewohner ist es möglich, durch das Erreichen eines höheren Levels weitere spielbare Charaktere freizuschalten.

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Atmosphärisches Setting und gruselige Soundeffekte

In Sachen Setting weiß das Spiel von Beginn an zu überzeugen. Die Spielwelt, die für uns neben dichten Wäldern auch den bekannten See, diverse dunkle Pfade sowie zahlreiche Gebäude bereithält, vom großen Wohnhaus bis hin zum Schuppen, ist nicht nur sehr groß, sondern auch äußerst atmosphärisch. Dies wird nicht nur durch die gelungenen Licht- und Schatteneffekte erreicht, sondern vor allem auch durch die passenden Soundeffekte. Hier sorgen der hörbare eigene Atmen, näher kommende Schritte oder auch das Rascheln der Blätter im Wald immer wieder für Gänsehaut, da wir nur darauf warten, dass Jason vor uns erscheint und uns den Gar ausmacht. Dieser Effekt wird durch die bedrückende orchestrale Hintergrundmusik sowie durch immer wiederkehrende Lautstärkeschwankungen noch zusätzlich unterstrichen. Natürlich müssen wir auch auf das bekannte Jason-Thema nicht verzichten, das Fans der Filme beim ersten Hören erkennen werden.

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Fazit:

Freitag, der 13. ist für Horrorfans ein absolutes Muss. Die Möglichkeit, zwei komplett entgegengesetzte Fraktionen zu spielen, bietet uns ein Spielerlebnis der ganz besonderen Art. Hinzu kommt ein authentisches Setting, das uns direkt in den Horrorfilm-Klassiker hineinversetzt und für zahlreiche Gänsehautmomente sorgt. Die zahlreichen taktischen Möglichkeiten auf beiden Seiten tun ihr Übriges und runden das Multiplayer-Gemetzel zu einem wirklich sehenswerten Titel ab. Von den Serverproblemen, die nach dem Launch in aller Munde waren, war bei unserem Test im Übrigen nichts zu spüren.

Positiv

  • Zwei spielbare Fraktionen mit individuellen taktischen Möglichkeiten
  • Packende Atmosphäre mit garantierten Erschreckmomenten
  • Gruselige Soundeffekte und stimmige Hintergrundmusik

Negativ

  • Charaktere können nicht individuell gestaltet werden
  • Gesichter wirken teilweise etwas leblos
  • Manche Spiele ziehen sich ein wenig
82
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D