Seasons After Fall: Ein Spiel mit den Jahreszeiten

„Seasons After Fall“ ist das neue Spiel von den Entwicklern „Swing Swing Submarine“. In dem Jump’n’Run-Adventure geht es um die Jahreszeiten. Wir haben das dritte größere Projekt der Entwickler für euch getestet.

In der Einführung des Spiels schlüpft man in die Rolle einer Knospe. Ein uns unbekanntes Wesen führt uns in das Spiel ein, erklärt, wie wir uns bewegen und was wir zu tun haben. Dabei nehmen wir direkt zu Beginn von dem Körper eines Fuchses Besitz und steuern ihn so. Mit dem Tier laufen wir durch einen Wald und sollen helfen ein Ritual ausführen, welches das unbekannte Wesen durchführen möchte. Dabei gilt es die vier Jahreszeiten wieder freizuschalten. Diese können dann genutzt werden um unterschiedliche Rätsel zu lösen. Da das Spiel sehr storylastig ist, wird an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten.

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Insgesamt ist das Spiel von seinem Gameplay her sehr einfach gehalten. Wir können mit unserem Fuchs springen, bellen und laufen. Es gibt einige simple Sprungeinlagen und Rätsel in Verbindung mit diesen Fähigkeiten. Die Entwickler haben durch die jederzeit frei wählbaren Jahreszeiten aber noch einige etwas kniffligere Aufgaben in das Spiel eingebaut. Zum Beispiel können wir Seen und Wasserfontänen einfrieren, wodurch wir höher gelegene Ebenen erreichen können. Falls die Fontänen noch nicht hoch genug sind, müssen wir vorher noch vom Herbst in den Frühling wechseln, weil in dieser Jahreszeit die Fontänen höher sind. Falls man dann in den Winter schaltet, frieren sie auch in der richtigen Größe ein. Dieses Element macht das Spiel sehr abwechslungsreich. Zu Anfang muss man erst auf die richtigen Kombinationen kommen, um einige Hindernisse zu überqueren.

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Ab und zu benötigen wir auch Hilfe von anderen Wesen und Pflanzen. Da gibt es zum Beispiel die Schwammtiere, die wir vor uns hertreiben können. Falls sie durch eine Pfütze laufen, saugen sie sich mit Wasser voll. Danach können sie an Wurzeln springen und im Winter zerplatzen sie, wenn wir sie anbellen. Dadurch lassen sich neue Wege freilegen. Pflanzen können Schnee verschießen oder als Sprungschleuder genutzt werden.

Das Spiel verlangt, dass auf die Details geachtet wird. Wenn man ein Blatt sieht, könnte es sein, dass es im Herbst hochgepustet wird. Steine die blau leuchten können auch Geheimnisse verbergen oder Tiere beherbergen, die uns neue Wege freischalten.

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Allerdings kann es auch mal passieren, dass man gewisse Details sehr lange sucht. Das kann sehr frustrierend sein. Nach einiger Zeit wiederholen sich auch viele Rätsel und Sprungpassagen wieder.

Der Spieler bewegt sich nur zwischen einigen wenigen Bereichen Hin und Her, die zwar am Anfang sehr unterschiedlich und abwechslungsreich wirken, aber nach einiger Spielzeit doch sehr repetitiv sind. Zwar ändert sich von der Grafik her die gesamte Szenerie, wenn die Jahreszeit verstellt wird, aber nicht von den Inhalten her.

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Insgesamt sind die Rätsel meist sehr simpel. Ab und zu gibt es aber auch sehr schwere Brocken. Zum Beispiel müssen wir einmal unterschiedliche Symbole mithilfe von Zikaden bilden. Allerdings wird überhaupt nicht erklärt, wie der Spieler diese Aufgabe lösen kann.

Hier auch eins der großen Probleme von „Seasons After Fall“. Einige Aufgaben sind überhaupt nicht ersichtlich. Es wird zwar von einem der Erzähler erklärt, wofür etwas getan werden muss, aber nicht so richtig wie und wo. So sucht man ab und zu nach dem Beginn der Aufgabe. Dabei muss man teilweise alle Bereiche einmal ablaufen, um sie zu finden. Das ist sehr frustrierend und stört die schöne Atmosphäre. Hier hätte man die Ziele klarer formulieren oder eine Karte einbringen können, die einem anzeigt wohin man muss. Gerade wenn man eine Pause beim Spielen einlegt, bekommt man keinerlei Hinweise mehr, was zu tun ist.

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Grafisch ist das Spiel sehr schön getroffen. Effekte und Farbgestaltung passen hervorragend zu den Spielelementen. Jede Jahreszeit hat seine eigenen Farben und Vorder- beziehungsweise Hintergründe. Überall sind kleine liebevolle Details zu entdecken. Die Bewegungen der Charaktere sind zwar simpel, aber wirken flüssig und passend.

Der Sound des Spiels ist genauso gelungen wie die Grafik. Jede Jahreszeit hat sein eigenes Musikthema, wobei Musik eher gezielt und an den richtigen Stellen genutzt wird.  Die Laufgeräusche des Fuchses ändern sich je nach Untergrund. Die Vertonung ist hervorragend gelungen und die Geschichte wird in einem passenden ruhigen Ton erzählt.

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Insgesamt läuft das Spiel sehr flüssig und es konnten keine Fehler festgestellt werden.

Allerdings wurden einige Events erst mit einiger Verzögerung ausgelöst und auch nur, wenn man eine bestimmte Aktion ausgeführt hat. So musste ein bestimmtes Portal durchschritten werden, bis das Rätsel dann gelöst war. Das war sehr irritierend, weil schon alle Schritte abgeschlossen waren.

Die Steuerung ist sehr simpel und schnell verinnerlicht. Der Übergang von Controller auf Tastatur geschieht auch ohne Probleme.

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Fazit:

Insgesamt ist das Projekt gelungen. Die Entwickler haben ein ruhiges und entspanntes Spiel geschaffen, das mit toller Grafik und dem schönen Sound eine tolle Atmosphäre schafft. Die Story ist schön erzählt und auch interessant.

Das Spiel wirkt aber eher wie ein Spiel für Kinder. Die Rätsel sind teilweise sehr simpel. Einzig zwei oder drei sind wirklich kniffelig. Auch die Geschichte, und wie sie erzählt wird, wirkt sehr kindgerecht. Dafür gibt es allerdings die beschriebenen Schwierigkeiten und gerade Kindern kann es schwerfallen zu erkennen, was zu tun ist. Hier ist es nicht so gut gelungen, eine Zielgruppe zu treffen.

Dafür ist die Idee mit den wechselnden Jahreszeiten toll umgesetzt. Es macht alles sehr abwechslungsreich. Mit fünf bis sieben Spielstunden ist „Seasons after Fall“ aber recht kurz. Und es hat kaum Wiederspielwert, da man die Rätsel und die Geschichte schon kennt.

Ich hatte das Gefühl, dass die Entwickler sehr viel Liebe für das Detail hatten, aber dabei ein wenig aus den Augen verloren haben, ihr Spielerlebnis ganz fertigzustellen und für den Spieler zu optimieren. Dadurch geht dann ein wenig der Atmosphäre verloren und lässt den Spieler nicht an der Schwierigkeit des Spiels verzweifeln, sondern eher an den kleinen Macken.

Wer gerne ein ruhiges und seichtes Spiel spielen möchte, dass mit Atmosphäre und einer schönen Geschichte bestückt ist, ist hier aber an der richtigen Adresse.

 

 

Positiv

  • Dichte Atmosphäre
  • Tolle Grafik
  • Passender Sound
  • Schönes Spiel mit den Jahreszeiten
  • Süße Geschichte
  • Gute, präzise Steuerung
  • Liebevolle Details

Negativ

  • Sehr simpel
  • Keine klare Aufgabenstellung
  • Keine Karte oder andere Hinweise, was zu tun ist
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Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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