Dungeons 3 – Das grausame Böse expandiert in unbekanntes Land

Das furchtlose Böse ist zurück, und das schon zum dritten Mal in Dungeons 3! Zusammen werden wir in diesem Test der Xbox One Version herausfinden, ob das nichtsprechende Böse von Kalypso Media und Realmforge Studios auch diesmal wieder Angst und Schrecken in die Oberwelt bringt und die Schnodderlinge zur Arbeit verdonnern kann.

Natürlich steigt Teil drei nach Teil zwei ein. Das sich im Siegeswahn befindende Böse hat die gesamte Oberwelt erobert und alles Gute besiegt. Seither feiert sich das absolute Böse im Untergrund in seinen Dungeons und geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Das Verkloppen und Schikanieren seiner Untertanen. Da die gesamte Oberwelt erobert war, hatte das Böse einfach nichts mehr zu tun und hat sich kurzerhand für Monate und Jahre zurückgezogen, um einen neuen Plan zu schmieden. Eines Tages hatte das Böse ein neues Ziel entdeckt: Ein neuer Kontinent, der lediglich durch ein riesiges Meer entfernt war.

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Dummerweise konnten unsere Untertanen mit ihren jeweils zwei linken Händen keine vernünftige Schiffsflotte bauen, sodass jeder Versuch das Meer zu überwinden, kläglich unterging. Aus diesem Grund sendet das unsagbar Böse einen Schatten aus, der über das Meer in die östlichen Königreiche fliegt, um dort einen neuen Wirt zu finden. Dieser Wirt wird die Dunkelelfe Thalya, die Ziehtochter des großen Paladins Tanos. Tanos versucht Thalya zum Guten zu konvertieren, da Dunkelelfen von Geburt an eher böse sind. Also genau der richtige Wirt für unseren Schatten. Hier beginnt unser Abenteuer, Thalya zu übernehmen und die gesamten östlichen Königreiche und alle die uns im Wege stehen zu erobern und zu beseitigen.

Um das zu schaffen, bauen wir uns in den meisten Fällen erst mal einen Dungeon auf. Rund um unser Dungeonherz, dass es vor Eindringlingen zu beschützen gilt, da sonst das Spiel verloren ist, graben wir mithilfe unserer Schnodderlinge, also den Arbeitersklaven, Räume und Wege aus. Zwischen dem ganzen Geröll und Dreck finden wir hin und wieder Gold und auch Goldadern. Letztere lassen sich eine längere Zeit abbauen, um so unseren Geldspeicher zum überlaufen zu bringen. Allerdings müssten unsere Schnodderlinge bis zum Dungeonherz laufen, um das Gold dort abzulegen. Deswegen lohnt es sich, eine Goldkammer rund um die Ader zu bauen.

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Neben der Goldkammer gibt es noch etliche weitere Räume, die wir bauen können. Sei es das Versteck, in dem sich unsere Kreaturen ausruhen können, die Guru-Guru-Farm, die Guru-Gurus für unsere Kreaturen zum Essen züchtet, die Brauerei, der Vortex für unsere Dämonen, oder aber der Kerker. Es gibt noch viele weitere Räume, die wir erforschen und bauen können. Jedes hat einen Sinn und Zweck, egal ob es unsere Kreaturen, unsere Dämonen oder Untoten stärkt, oder Materialien zum Fallenbau herstellt. Mit Letzteren sichern wir unseren Dungeon vor eindringenden Helden.

Je größer wir einen Raum bauen, desto mehr Inhalt, also Materialen, Arbeitsmaschinen oder Kreaturen passen hinein. Man sollte hierbei nur darauf achten nicht mehr als einen Eingang in den Raum zu bauen, denn mit jedem Eingang sinkt die Effizienz des Raums um zehn Prozent nach unten. Auch mit jedem freien Feld sinkt die Effizienz nach unten, deswegen lohnt es sich rechteckig oder quadratisch zu bauen.

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Hin und wieder graben wir schon bestehende Räume aus, die entweder leer sind oder aber Gegner beherbergen. Unsere Schnodderlinge sind relativ kampfunerfahren und eignen sich eher weniger die Gegner zu besiegen. Hierfür müssen wir Kreaturen anheuern, die für uns Arbeiten. Seien es Goblins, Orks, Nagas oder Dämonen. Mit insgesamt 12 verschiedenen Einheiten steht uns eine Vielzahl an Möglichkeiten bereit, unser Team zu gestalten. Zu Beginn können wir maximal fünf Kreaturen ordern, danach müssen wir dieses Maximum für Gold und später auch für Bösartigkeit erhöhen bis wir ein Höchstlimit an 20 Einheiten befehligen dürfen.

Bösartigkeit sammeln wir, indem unsere Einheiten auf der Oberwelt Orte des Guten einnehmen. Diese lassen die Bösartigkeit kontinuierlich sprudeln, die dann automatisch in unseren Dungeon teleportiert wird. Neben Gold und Bösartigkeit gibt es noch eine weitere wichtige Ressource: das Mana. Dieses brauchen wir hauptsächlich, um Zauber zu wirken und wird von unseren Dämonen im Arcanium abgebaut.

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Neben dem Einheitenkauf und Raumbau haben wir noch ein weiteres Menü, nämlich den Forschungsbaum. Dort können wir für Gold und Bösartigkeit Upgrades für unsere Räume und Kreaturen erwerben. Beispielsweise erhöhen wir dort die Anzahl der Schnodderlinge, sowie der Kreaturen, aber wir können auch neue Einheiten freischalten, diese Upgraden und stärkere Zauber und Fallen kaufen.

Damit wir nicht die ganze Zeit nur im Dungeon hocken, gibt es auch meist mindestens einen Ausgang in die Oberwelt. Wir nehmen also im Dungeon einige oder alle Einheiten, wechseln die Ansicht in die Oberwelt, und bewegen die Kreaturen an unseren Ort der Wahl. Danach bewegen sich die Einheiten aus dem nächsten Ausgang zu unserem Wegpunkt. Auf der Oberwelt gilt es, so viele Orte des Guten einzunehmen, um so unseren Dungeonbau voranzubringen. Neben den Orten des Guten wandern dort auch viele gegnerische Truppen umher, die uns natürlich nur im Weg rumstehen und erledigt werden wollen. Dafür bekämpfen unsere Diener alle automatisch den Feind. Mithilfe von Angriffszauber können wir sie dabei unterstützen.

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Es gibt auch viele Heldenlager, aus denen kontinuierlich Helden in Richtung Dungeon ausgesandt werden. Diese gilt es zu erledigen, um Herr der Lage zu werden. In vielen Missionen besteht das Ziel aus der Zerstörung von bestimmten Dingen oder Personen. Die bereits erwähnten Heldenlager befinden sich meist in kleinen Siedlungen und Dörfern, oder aber in größeren Städten. Letztere werden durch Mauern, Türen und auch bewaffnete Wachtürme gesichert. Aber für das sagenumwobene Böse stellt das alles keine Herausforderung dar. Je mehr Einheiten wir erledigen, desto mehr Erfahrungspunkte sammeln die Kreaturen des Bösen und steigen somit im Level auf.

Wie weiter oben schon erwähnt, gibt es verschiedene Missionstypen. Manchmal müssen wir einfach eine längere Zeit überleben, oder es müssen Karawanen aufgehalten werden. Es gibt auch Spezialmissionen, die ohne Dungeon stattfinden, und in der wir mit einer begrenzten Anzahl Einheiten überleben müssen. Alles in allem ein wirklich schöner Mix aus verschiedenen Missionstypen und -zielen. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es diesmal mehr Missionen, die wir absolvieren können. Leider mussten wir feststellen, dass das Spiel nicht mehr flüssig läuft, wenn wir uns auf das Ende hinbewegen. Alles ruckelt dann nur noch vor sich her und unsere Eingaben müssen wir dann mehrmals tätigen. Es sei aber gesagt, dass es sich trotzdem noch spielen lässt. Ob es in der PC Version genauso ist, vermuten wir aber nicht, da ein Computer einfach mehr Rechenpower besitzt.

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Neben der Kampagne, steht auch ein Gefechtsmodus bereit, in dem wir uns eine Karte nach unserer Wahl zusammenstellen können und das Gute besiegen dürfen. Wer lieber auf einen Kampf gegen andere Spieler steht, der darf sich im Mehrspielermodus gegen andere beweisen.

Die Entwickler sind auch hier dem Grafikstil des Vorgängers treu geblieben. Allerdings wirken alle Elemente im Spiel um einiges schärfer, und auch das Interface wirkt aufgeräumter und lässt so mehr Blick auf das Spielfeld. Was an Dungeons 3 besonders schön anzusehen ist, ist die Umgestaltung der Orte des Guten, wenn wir diese eingenommen haben. Wenn es davor beispielsweise eine Kathedrale war, dann ist es eventuell danach ein Haus der Untoten oder ein Drache auf einem Felsen. Das ist aber alles nur optisch und hat sonst keine weitere Bedeutung. Haben wir ein Heldenlager zerstört, so beginnt sich langsam die Umwelt von niedlich und friedlich in eine höllenähnliche Gegend zu verändern.

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Auch beim Audio gibt es nichts auszusetzen. Vor allem der Erzähler überzeugt durch seine hervorragende Arbeit. Während seiner, nennen wir es Monologe, zieht er gerne über die Entwickler, andere Marken und natürlich Charaktere im Spiel her. Diese Selbstironie macht den Erzähler und natürlich das Spiel, zu einer wirklichen Perle. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die anderen Sprecher, die die dazugehörigen Charaktere sehr gut interpretieren. Wir werden auch in Dungeons 3 von einer Hintergrundmelodie beschallt, die gut zum Setting passt.

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Fazit

Auch mit Dungeons 3 haben Kalypso Media und Realmforge Studios einen sehr guten Titel abgeliefert. Mit mehr Umfang, mehr Einheiten und einer besseren Grafik kann das Spiel wirklich überzeugen. Was mir auch gut gefällt, ist, dass ein Gefechts- und ein Mehrspielermodus mit an Bord sind. Dadurch erhöht sich der Wiederspielwert ungemein. Einen wirklich hervorragenden Job macht Wiedermals der Erzähler, der auch die Rolle von Rufus in der Deponia-Reihe von Daedalic übernommen hat. Durch seine selbstironische Art und wie er die Entwickler, das Spiel und alle Charaktere veralbert, gibt er dem Spiel einiges an Humor. Es gab nicht viel, was mir an Dungeons 3 nicht gefallen hat. Allerdings war der Lag zum Ende des Spiels hin sehr nervig und störte den Spielfluss. Trotzdem war es noch einigermaßen spielbar und ist glücklicherweise niemals abgestürzt.

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Positiv

  • Erzähler gibt dem Spiel viel Humor
  • Gefechts- und Mehrspielermodus
  • Mehr Umfang als im Vorgänger
  • Bessere Grafik als im Vorgänger

Negativ

  • Lag am Ende des Spiels
85
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.
  • Daniel Walter Daniel: Ich war immer ein Fan der alten Herangehensweise und vermisse es daher im neuen Teil ein wenig. Trotzdem ist Origins wirklich gut, auch wenn es nicht an meine Favoriten AC 2 und AC Black Flag heranreicht.
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Die Neuausrichtung gefällt mir sehr gut. Die Architektur ist wunderschön und die Story gut gemacht. Auch die vielen Nebenquests und jetzt mit Level 40 die Community Events sind super. Das ewige geklettere und Dauerblocken aus den Vorgängern war einfach idiotisch, finde das jetzt überzeugender.