Darkest Dungeon

Ein neues Rollenspiel hat das Licht des Himmels, oder eher das dunkle der Nacht erblickt. In „Darkest Dungeon“ übernehmen wir eine Handvoll Abenteurer, die auf der Suche nach Erfolg und Reichtum sind. Wie auch in vielen anderen Rollenspielen durchkämmen wir hier verschiedene Dungeons oder auch Areale, diese sind hierbei der Wald, die Ruinen, die Meereshöhlen, das Labyrinth und der Dunkelste Dungeon. In jedem von den gerade genannten tauchen die unterschiedlichsten Gegner auf, die es zu besiegen gilt. Ein Kampf läuft eigentlich recht simpel ab, zuerst einmal sei gesagt, dass er in Runden aufgeteilt ist, das heißt jeder Charakter sowie Gegner hat pro Runde einen Zug. In diesem Zug kann man entweder eine von vier Fähigkeiten oder zusätzlich noch einen Gegenstand einsetzen.

Bis hierher unterscheidet sich „Darkest Dungeon“ noch nicht wirklich von seinen Genrekollegen, aber was macht das Spiel dann so besonders? Werfen wir einen genaueren Blick auf den Kampf. Viele der Fähigkeiten bewirken eine Statusänderung. Entweder der Charakter bekommt Boni oder der Gegner Mali. Auch das ist noch nicht wirklich etwas Neues, aber jetzt kommt eins der vielen Details, die das Spiel wirklich lohnenswert machen. Jeder Abenteurer besitzt eine Stressanzeige die bei 0 anfängt und bis 200 Punkte gefüllt werden kann. Einige Kreaturen haben es mit ihren Flüchen genau darauf abgesehen, den Stress der Helden zu erhöhen. Erreicht man die 100 Punkte Marke, zeigt sich, ob der Abenteurer dem Stress gewachsen ist und sich und seine Kameraden Mut zusprechen kann, oder aber er verliert die Nerven, verbreitet noch mehr Angst und erhält zusätzlich noch einen negativen Tick, wie zum Beispiel Säufer oder Spieler. Im schlimmsten Fall, also bei 200 Punkten, erleidet der Held einen Herzinfarkt und stirbt. Stress wird nicht nur durch gegnerische Flüche erhöht, sondern auch durch deren kritische Treffer sowie zu wenig Licht im Dungeon, das mit Fackeln im Inventar erhöht werden kann, als auch durch eine nicht entschärfte Falle.

Licht oder Dunkelheit?

Apropos Licht, die Lichtanzeige am oberen Bildschirmrand wird in acht verschiedene Segmente unterteilt, von extrem hell bis extrem dunkel. Je nachdem in welchem Segment der Lichtwert momentan ist, bekommen Spieler und/oder Gegner Boni beziehungsweiße Mali. Ist es ganz hell, können uns keine Gegner überraschen, dafür wir sie. Leider bekommen wir so auch nicht sonderlich gute Beute, denn diese finden wir nur in zunehmender Dunkelheit. Doch hier werden wir häufiger überrascht, dafür treffen unsere Angriffe mit erhöhter Wahrscheinlichkeit kritisch. In unserem Test hat es sich herausgestellt, dass es teilweise ohne Fackeln, also in extremer Dunkelheit, zu weniger Stressbildung kommt als im hellen. Das liegt daran, dass kritische Treffer unsererseits den Stress des angreifenden Charakters und eventuell noch den eines Kameraden senkt. Dadurch, dass wir bei kompletter Dunkelheit also häufiger kritisch treffen, verringern wir den Stress öfter, als dass er durch die Dunkelheit oder Fallen gesteigert wird. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Managen der Angriffsziele gut durchdacht werden sollte, sonst bringt es alles nichts.

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Auch das Heilen sollte nicht vernachlässigt werden, denn fallen die Lebenspunkte eines Helden auf 0, dann beißt er nicht einfach ins Gras, sondern hangelt sich noch an der „Schwelle des Todes“ herum. Jeder Charakter hat unterschiedliche Resistenzwerte, dazu zählen unter anderem Gift, Betäuben, Bluten und die Schwelle des Todes. Ist diese besonders hoch, kann man normalerweise davon ausgehen, dass der nächste Schlag gegen den an der „Schwelle des Todes“ Hängenden ihn nicht tötet. Doch man sollte es nicht riskieren, denn jeder Schlag kann der Letzte sein, hierzu zählt auch Gift oder Blutungen!

Jetzt aber genug vom Kampfsystem, kommen wir zurück zu den Dungeons. Diese sind zufallsgeneriert und besitzen verschiedene Räume, in denen zum Beispiel Gegner mit einer Schatztruhe auf uns warten, oder aber man hat Glück und es ist ein leerer Raum. Zwischen diesen Räumen befinden sich Gänge auf denen man sich vor und zurück bewegen kann. Hat man einen Charakter mit einem hohen Erkunden Wert dabei, so sollte man hoffen, dass dieser die möglichen Gefahren, die vor uns lauern, entdeckt. Falls nicht, kann man die Falle auf dem Weg schon einmal übersehen oder man wird von Monstern überrascht. Es warten auch einige nicht ganz so gefährliche Gefahren auf uns. Sei es der Beichtstuhl, der unserem Helden vielleicht einen positiven oder negativen Tick verleiht, oder ein Rucksack mit Inhalt. Es gibt auf jeden Fall einiges zu entdecken.

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Wurde der Dungeon erfolgreich abgeschlossen, also das Questziel erreicht, können die Helden ins Dorf zurückkehren. Für jeden erfolgreichen Durchlauf eines Dungeons bekommt dieser eine Art Erfahrungspunkte hinzu und levelt auf. Je höher der Level, desto länger und schwerer werden die Missionen. Die Questziele variieren vom Erkunden der Räume, über „Töte alle Monster“ bis hin zu dem Besiegen eines Endbosses. Nicht nur der Dungeon sondern auch die Helden bekommen Erfahrungspunkte, mit denen sie im Level aufsteigen. Je höher das Level, desto mehr Aufwertungsmöglichkeiten stehen uns für sie im Dorf bereit.

Im Dorf stehen uns an die zehn Gebäude zur Verfügung. Im Kloster können unsere Helden unter anderem beten, um ihren Stress zu lindern, oder aber sich in der Taverne unter den Tisch trinken. Es gibt auch noch Gebäude, in denen man die Ticks und Krankheiten der Abenteurer behandeln lassen, neue Abenteurer in sein Team holen oder auch die Waffen und Fähigkeiten von diesen verbessern kann. Mit Familienerbstücken können die Gebäude aufgewertet werden. Diese lassen sich, nach dem Kampf oder als Questbelohnung in Truhen finden.

Verzweiflung macht sich breit

Der Schwierigkeitsgrad von „Darkest Dungeon“ ist sehr hoch. Man wird auch direkt bei Spielbeginn darauf hingewiesen, dass man an der Härte irgendwann verzweifelt, denn es werden Abenteurer sterben – meistens die am besten ausgerüsteten. Es werden Missionen schiefgehen und vielleicht sogar die ganze Truppe sterben. Davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, das Spiel zu spielen. Teilweise macht es am Anfang wirklich keinen Spaß, wenn zum vierzigsten mal der Lieblingsheld stirbt, man dadurch die Quest abbrechen muss und fast kein Geld mehr hat. Mit dem Geld kann man nämlich für jedes Abenteuer neue Gegenstände kaufen, zum Beispiel Gegengifte, Weihwasser oder auch Fackeln. Davon sollte man sich aber nicht unterkriegen lassen, denn aus Fehlern lernt man am besten.

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Die komplette Soundausgabe ist auf Englisch, die Texte sowie Untertitel können aber auf Deutsch eingestellt werden. Die Stimme vom Erzähler passt sehr gut zum düsteren Thema und verleiht „Darkest Dungeon“ ein gewisses Etwas. Hin und wieder hauen auch die Abenteurer einen interessanten Satz raus, so bitten manche darum zur nächsten Quest antreten zu dürfen, andere flehen darum, nicht mitgenommen zu werden. Es warten aber noch viele andere auf uns, die entdeckt werden möchten. Begleitet wird das Spiel außerdem von guten Soundeffekten sowie einem düsteren Soundtrack. In Kämpfen hört man allerdings immer und immer wieder die gleiche Musik. Hier hätte man auf jeden Fall noch etwas Abwechslung schaffen können.

Grafisch ist „Darkest Dungeon“ im 2D Segment angesiedelt. Die Hintergründe tragen sehr gut zur düsteren Atmosphäre bei, so auch die gut gestalteten Gegner und Charaktere. Die Kampfanimationen haben auch ihren eigenen Charme, denn es wird der ausführende Charakter und der betreffende beziehungsweise die betreffenden Charaktere näher an den Spieler herangezogen und alles andere wird leicht unscharf dargestellt. Das kann man am besten in den angefügten Screenshots erkennen.

Fazit:

Mir hat „Darkest Dungeon“ sehr gut gefallen, obwohl ich nach ungefähr 2 Stunden Spielzeit keine Lust mehr darauf hatte. Bei mir sind dann nämlich alle meine guten Abenteurer gestorben und es war nichts mehr zu machen – das dachte ich zumindest. Ich hab mich aber nochmal aufraffen können und bin dann sehr erfolgreich durch die Dungeons gezogen. Ich gehe mal stark davon aus, dass das vielen anderen genau so gehen wird. Lasst euch nicht unterkriegen, das Spiel ist zwar schwer, aber nicht unschaffbar! Und je länger man es spielt, desto lustiger wird es.

Positiv

  • Sehr lange Spielzeit
  • Zufallsgenerierte Level
  • Frische Ideen für ein Rollenspiel (z.B. Stress)

Negativ

  • Sehr hoher Schwierigkeitsgrad am Anfang
  • Verzweiflung macht sich in den ersten Spielstunden breit
78
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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