CatQuest – eine schnurrtastische Reise durch das Königreich Felingard

Im neusten Action-Rollenspiel des kleinen Entwicklerstudios The Gentlebros sind, wie der Titel schon vermuten lässt, Katzen die Hauptfiguren. Nachdem sich die Samtpfoten unter anderem bereits auf der Nintendo Switch und dem PC getummelt haben, haben sie nun zu einem Preis von ungefähr 20 Euro auch den Sprung auf die PS4 gewagt. Unser Test zeigt euch, ob dabei alles für die Katz ist oder ob die kämpferischen Stubentiger in lässiger Katzen-Manier punkten können.

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Zu Beginn des Spiels werden wir Zeuge wie unser Held durch einen Angriff Schiffbruch erleidet und dann auch noch seine Schwester entführt wird. Kaum dass seine Pfoten wieder das Land des Katzen-Königreichs Felingard berühren, setzt unser Held sofort überaus empört alles daran, um seine Schwester aus den Klauen des schurkigen Drakoths zu befreien. Unterstützung erhält er dabei von dem knuffigen, blauen Katzenschutzgeist Spirry, der ihn fortan auf Schritt und Tritt begleitet.

Drakoth macht es unserem Helden aber natürlich alles andere als einfach, denn er schickt hämisch gleich mehrere übermächtige Drachen für sich in den Ring. Auf seiner Rettungsmission muss unser Held nun dummerweise zuerst an diesen vorbei, wenn er schließlich Drakoth bezwingen und damit seine Schwester retten will. Glücklicherweise ist er aber als ein längst verschollen geglaubtes, legendäres Drachenblut überhaupt grundsätzlich in der Lage dazu, denn tatsächlich können Drachen nur von einem Drachenblut besiegt werden. Doch bevor er sich ihnen stellen kann, muss er ganz rollenspieltypisch zunächst seine Kampfeskunst aufbessern und auch verschiedene Zauber sowie neue Fähigkeiten erlernen. Zahlreich zu findende Ausrüstungsgegenstände tun hierzu ihr Weiteres, da sie je nach Art die Fähigkeitswerte unseres Helden auf unterschiedliche Weise steigern. Praktisch: Hat man einen Ausrüstungsgegenstand bereits im Besitz und erhält ihn dann erneut, levelt dieser flugs auf.

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Die Reise unseres Helden ist in einem niedlichen Zeichentrick-Look dargestellt und wird fortwährend von einem stimmigen und überaus charmanten Soundtrack untermalt. Den Überblick über den aktuellen Standort behält man währenddessen mithilfe einer Umgebungskarte, die man jederzeit aufrufen kann. Ansonsten begleitet man unseren Helden durch die wunderschön und liebevoll gestaltete, große Welt von Felingard mittels Vogelperspektive. Auch die Kämpfe werden aus eben dieser Perspektive in Echtzeit ausgetragen: Entweder im freien Feld oder in einem der überall im Land verstreuten, stets überschaubaren Dungeons.

Technische sowie magische Angriffe der Gegner werden in deren Aufladungsphase durch rote Markierungen auf dem Boden angezeigt. In dieser Zeit sollte unser Held schleunigst aus dem Gefahrenbereich rollen, damit er nicht getroffen wird. Anschließend besteht die Chance dann selbst zu kontern. Hierzu kann ebenfalls ein technischer Angriff oder einer der Zauber genutzt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass von den sieben möglichen nur maximal vier Zauber zeitgleich ausgerüstet werden können. Die Kämpfe an sich laufen dessen ungeachtet immer nach diesem simpel gehaltenen Grundprinzip ab, werden aber aufgrund unterschiedlicher Gegnertypen und -stärken dennoch nicht langweilig. Auch der rasche Fähigkeitsanstieg unseres Helden motiviert ungemein. Zusätzlich kann das nebenbei verdiente Geld noch geschwind in das Aufleveln der Zauber oder in den Kauf von weiteren Ausrüstungsgegenständen investiert werden.

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Sowohl diverse Monstertypen als auch andere nicht gerade freundlich gesinnte Katzen wie Banditen kreuzen immer wieder hartnäckig den Weg unseres Helden. Außerdem stößt er in den Ortschaften auf Nachrichten von Katzen, die dringend Hilfe in verschiedenster, rollenspieltypischer Form brauchen. So steht beispielsweise einmal die nahezu unmögliche Besorgung eines bestimmten, unentbehrlichen Gegenstands an oder es müssen  gefährliche Monster in einem der Dungeons eliminiert werden. Es versteht sich natürlich von selbst, dass unser Held die Nebenquests einfach als Zusatztraining betrachtet und den Katzen in Not kurzerhand, aber ohne jeglichen Zwang, zur Seite steht. Schön: Es tauchen dabei sowohl Verknüpfungen zwischen den einzelnen Nebenquests als auch Hinweise auf ein anders Volk jenseits der Landesgrenze Felingards auf.

Aber auch ein Held braucht bei diesem ganzen Arbeitspensum mal eine kleine Ruhepause. Gleich zu Beginn der Reise bekommt er daher den katzentypisch überaus bedeutsamen Rat eingeschärft, dass er doch oft und lange schlafen solle – Kräfteregenerierung und Sicherung des Reisefortschritts inklusive.

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In der Fülle der zu bewältigenden Aufgaben hilft stets der treue Verbündete Spirry tatkräftig mit, indem er anstelle unseres recht schweigsamen Helden durchgängig wirklich sehr erheiternd das Wort führt. Eine Sprachausgabe gibt es dabei jedoch nicht. Lediglich ein passend eingestreutes Maunzen oder Fauchen lässt sich hin und wieder untermalend dazu vernehmen.

Sehr belustigend sind neben Spirrys Kommentaren aber auch die diversen Katzen-Wortspiele, die sich quer durch ganz Felingard ziehen. Beispielsweise lassen sich hier die Ortsnamen „Maunzstadt“ oder die Hauptstadt  „Das Katzpitol“ nennen. Aber auch an vielen anderen Stellen sind solche humorvollen Wortspiele sofort wiederzufinden, beispielsweise im alltäglichen Sprachgebrauch der Katzen. So ist etwas absolut tolles einfach „schnurrtastisch“ oder bei einer Nachfrage wird auch öfter mal mit „wollklich“ nachgebohrt. Zusätzlich zaubern diverse übergreifende Anspielungen auf Film, Fernsehen und andere Spiele einem auch das eine oder andere amüsierte Schmunzeln ins Gesicht.

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Während seiner Reise durch Felingard stößt unser Held auch auf diverse Steinsäulen mit Inschriften, die ihm als Erben die Legenden des historischen Kampfes zwischen Drachenblütern und Drachen näher bringen. Die Geschichte der Hauptquest an sich bleibt aber dennoch und trotz einer überraschenden Wendung leider recht simpel und kurz. Alles in allem beläuft sich die Spieldauer auf circa 12 bis 15 Stunden, sofern man alle Nebenquests absolviert. Diese müssen jedoch nicht alle sofort gemeistert werden, denn nach Abschluss der Hauptquest besteht durchaus noch die Möglichkeit, verpasste Nebenquests nachträglich abzuschließen.

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Fazit:

CatQuest ist ein preisgünstiges Spiel, das aber nicht mit einer umfangreichen, tief gehenden Geschichte glänzt. Doch darauf ist der Fokus auch nicht ausgelegt, denn vielmehr kommt die Motivation von der charmanten Darstellung, dem motivierenden Kampfsystem und dem sich selbst nicht zu ernst nehmenden Humor inklusive unterhaltsamer Katzen-Wortspiele. Schnell wird man dazu verleitet, den Controller gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Insbesondere für Katzenliebhaber ist CatQuest also ein wollklich schnurrtastisches Spiel!

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Positiv

  • Charmante, wunderschön gestaltete Spielwelt
  • Stimmungsvoller Soundtrack
  • Motivierendes, simples Kampfsystem
  • Großartiger Humor

Negativ

  • Keine umfangreiche Geschichte
92

Geschrieben von: Simone Jung

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