Battlefield 1 Gamescom Preview

Nachdem ich hunderte Stunden in BF4 verbracht und das Maximallevel erreicht habe sowie mit Hardline oder Star Wars Battlefront nie so richtig warm geworden bin,ist es für mich höchste Zeit für ein neues, „klassisches“ Battlefield! Umso größer war die Freude, als ich auf der Gamescom erstmals selbst in einen der neuen Panzer von „Battlefield 1“ klettern durfte.

Die Wüste bebt!

Gekämpft wurde im Eroberungsmodus, auf der Karte Sinai Desert. In der weitläufigen Wüstenlandschaft finden sich verschiedene Gebäudeansammlungen, kleine Schluchten und eine sehr weitläufige Wüstenfläche. Während die meisten Eroberungspunkte relativ nahe beieinanderliegen und auf dem Weg zwischen verschiedenen Punkten genug Deckung auch für Infanteristen vorhanden ist, gibt es eine Position (E), die weit ab vom restlichen Geschehen liegt. Mit ca. 500 Metern Distanz, ohne jede Deckung zur nächstgelegenen Flagge, sind Infanteristen hier praktisch fehl am Platz. Wer versucht zu Fuß oder mit einem Pferd die Wüste zu durchqueren, ist für Scharfschützen oder Panzer ein leichtes Ziel. Aber gerade wegen der abgelegenen Lage könnte der Position (E) eine hohe taktische Bedeutung zukommen, da auch Angreifer die große Distanz erst überbrücken müssen.

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Insgesamt liefert die Karte mit ihrer großen Ausdehnung und der Mischung aus offenen und verwinkelten Arealen sowohl für Infanteristen, wie auch Fahrzeuge das jeweils geeignete Terrain.

Der Mark V im Einsatz

Die grandiosen Fahrzeuge waren schon immer das, was Battlefield von vielen anderen Titeln unterschieden hat. Daher war ich besonders glücklich zum Start der Runde mit dem Mark V (Landship) direkt den dicksten Brocken im Fuhrpark erwischt zu haben. Anders als bereits in einigen Pre-Alpha-Videos zu sehen war, verfügte mein Gefährt jedoch nicht nur über drei, sondern gleich fünf Sitzplätze. Hierbei könnte es sich aber auch um eine Modifikation handeln, da wir auch in Battlefield 1 die Ausrüstung unserer Fahrzeuge wieder ein Stück weit selbst bestimmen können.

Im Vergleich zu den Panzern in Battlefield 4 steuert sich der Mark V deutlich behäbiger. Auch steht mir in der Rolle als Fahrer kein schweres Geschütz zur Verfügung. Dieses wird von meinem Sitznachbarn bedient. Deshalb bin ich aber noch lange nicht wehrlos! Das leichte MG des Fahrers verfügt über genug Feuerkraft, um Infanteristen und sogar Flugzeuge auszuschalten. Beim Klick auf die Taste für die Sekundärwaffe finde ich mich an einem rückwärtig ausgerichteten MG wieder, was auch sofort einem sich anschleichenden Angreifer zum Verhängnis wird.

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Trotz des wuchtigen Auftretens kann aber auch der Mark V nicht jedes Hindernis bezwingen. Wiederholt bleibe ich an Mauerresten hängen. Auch gelingt es mir nicht, Gebäude einfach niederzuwalzen. Schade.

Eine Schwachstelle ist der geringe Feuerradius meines Geschützes. Infanteristen, die am Rande meines Sichtfeldes auftauchen sind auch schnell wieder aus diesem verschwunden. Habe ich keine Beifahrer, die sich um den Feind kümmern können, muss ich den gesamten Koloss drehen, um den Feind unter Feuer nehmen zu können. Nicht gerade elegant, aber es zeigt, dass die Bordschützen in „Battlefield 1“ mehr sind als nur eine potenzielle Reperaturcrew.

Der Zug fährt ein!

Obwohl ich mit meinem Panzer, fast bis zum Ende der Runde durchhalte und meinem Team einige Flaggen sichern kann, droht die Niederlage. Dies führt dazu, dass für mein Team der gepanzerte Zug Behemoth (englisch für Gigant, weitere Varianten sind das Schlachtschiff und der Zeppelin) freigeschaltet wird. Er verfügt über sechs Positionen und kann über Schienen nah an verschiede Eroberungspunkte herangefahren werden. Damit verfügt unser eigentlich unterlegenes Team auf einmal über enorme zusätzliche Feuerkraft. Gebäude, in denen sich Verteidiger aufhalten, können mit diesem Mittel schnell in Schutt und Asche gelegt werden.

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Diese neuen Giganten des Schlachtfeldes sind zwar ein interessanter Ansatz, mit dem der Druck auf die stärkere Fraktion erhöht wird, bergen aber auch Probleme. Gerade bei Gefechten auf Augenhöhe, bei denen sich ein knappes Ergebnis ankündigt, führt ein solches Fahrzeug zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse zu Gunsten des eigentlich schlechteren Teams und kann einen eigentlich verdienten Sieg doch noch in eine Niederlage verwandeln. Bleibt also zu hoffen, dass die Behemoth eine Option sind, die nicht auf allen Servern zwangsweise implementiert wird.

Gesamteindruck

„Battlefield 1“ steckt voller neuer Ideen! Wie gut oder schlecht sie in der Praxis wirklich funktionieren ist nach nur einer Runde noch nicht festzustellen. Insbesondere ob die Pferde einen wirklichen Mehrwert mit sich bringen oder ob sie ihre Reiter lediglich zu leichten Zielen machen, muss sich erst noch zeigen. Prinzipiell fügt sich „Battlefield 1“ aber sehr gut in das Spielgefühl der Reihe ein. Die typische Dynamik ist zu spüren und die Vielfalt der Waffen kann durchaus beeindrucken. Am Waffenarsenal wird der Titel also nicht scheitern. Entscheidender für Erfolg oder Enttäuschung wird aus meiner Sicht die Gestaltung der Karten und die damit verbundene Abwechslung sein. Sinai Desert zieht relativ klare Grenzen zwischen den Einsatzgebieten für Fahrzeuge und Infanterie. Nach meiner ersten Runde bin ich gespannt, was die anderen Schlachtfelder für mich bereithalten.

Christian Heldmaier

Geschrieben von: Christian Heldmaier

Gelernter Mediengestalter und Master of Science in der Fachrichtung Publishing. Zertifizierter Social Media Manager mit Erfahrung im Verlagsmarketing und hauptberuflich derzeit im Webmonitoring tätig.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D