Yooka-Laylee – Farbenprächtiger und nostalgischer Adventurespaß

Mithilfe der Community von Kickstarter haben einige ehemalige Entwickler von den Spielen „Banjo-Kazooie“ und „Banjo-Tooie“ erfolgreich das Projekt „Yooka-Laylee“ umsetzen können. Mit diesem Spiel soll an den Erfolg der Banjo-Reihe angeschlossen werden. Ob Yooka-Laylee genau so viel Spaß macht, wie die Banjo-Reihe auf dem Nintendo 64, werden wir in diesem Test herausfinden.

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Wir starten in den Hivory Towers, dem Firmensitz unseres Erzfeindes Capital B., als er gerade mit Dr. Quack in die Haupthalle schreitet und sich dort seine neuste Errungenschaft ansieht: eine riesige goldene Statue seiner selbst. Das ist aber noch nicht alles, denn die beiden führen etwas im Schilde. Sie wollen den Novellisator 64 in Betrieb nehmen. Dieser saugt alle verstaubten alten Bücher der Welt ein, damit Capital B. alleiniger Besitzer aller Bücher ist und diese teuer verkaufen kann. Das passt unseren beiden Helden Yooka und Laylee aber gar nicht. Sie haben nämlich in einem alten Schiffswrack, was nun ihr Zuhause ist, ein altes Buch gefunden. Laylee hat es bisher als Getränkeuntersetzer verwendet und möchte diesen Piratenschatz irgendwann verkaufen. Als das Buch dann aber einfach davonfliegt, bemerken die beiden, dass die Seiten aus Gold sind und sie in alle Richtungen davonfliegen. Ab hier beginnt unser Abenteuer, die einzelnen Buchseiten wiederzubeschaffen.

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Nach dieser kleinen Zusammenfassung der Story sollte kurz mal das Wichtigste erläutert werden. Wir spielen in einer Welt, die voller sprechender Tiere und Objekte ist. Unser Heldenpaar besteht aus Yooka, einer männlichen grünen Eidechse, und der weiblichen Laylee, einer lila Fledermaus. Immer zusammen, nie alleine laufen wir so durch die dreidimensionale Welt und suchen, wie gerade schon erwähnt, die Buchseiten. Auf unserem Weg durch die Spielwelt gilt es einiges zu erkunden, zu lernen und einzusammeln.

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Grundsätzlich ist die Spielwelt ein großes Areal, dass sich natürlich mehrfach in Optik, Sound und Gegneraufkommen abwechselt. Neben dieser Oberwelt sind auch insgesamt fünf Unterwelten verfügbar. Diese werden im Spiel durch große Bücher, die sogenannten Großwälzer, repräsentiert. Jeden der Großwälzer müssen wir freischalten, indem wir eine bestimmte Menge an „Pagies“, die eingesammelten Buchseiten, als Tribut darlegen. Danach öffnet sich der Wälzer und unser farbiges Paar kann hineinspringen. Jeder Wälzer hat sein eigenes Thema, wie beispielsweise eine Sumpf- oder Schneelandschaft.

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Sammelfreunde werden sich jetzt freuen, denn in jeder dieser fünf Großwälzer gibt es sehr viel zu entdecken. So lassen sich pro Unterwelt insgesamt 200 Federn, 25 Pagies, ein Lebens- und ein Ausdauerupgrade, eine Spielmünze, ein „Mollekühl“ und fünf „Ghostwriter“ finden. Das ist wirklich eine Menge, und wer alles sammeln will, ist hier auch weit mehr als 15 Stunden beschäftigt! Auch in der Oberwelt lassen sich einige Pagies und Upgrades finden. Insgesamt kommt man somit auf 145 Pagies und 1010 Federn. Gehen wir doch jetzt mal auf die einzelnen Sammelobjekte näher ein.

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Die jeweils fünf Ghostwriter, welche wie der Name schon verraten lässt, Geister sind, haben keinen signifikanten Nutzen. Anders sieht es schon bei der Spielmünze aus, die wir bei dem Retro-Dino namens Rextro einlösen können. Dieser betreibt verschiedenste Automatenspiele und ist ganz traurig darüber, dass niemand mehr diese spielen möchte. Alle seine Freunde sind nämlich weg, weil sie nur noch online spielen wollen. Deswegen hat er genau auf uns gewartet. Haben wir die Münze gefunden, können wir eines seiner Spiele spielen und sollten wir gewinnen, erhalten wir von ihm ein Pagie. Schlagen wir in einem weiteren Spiel seinen Highscore, erhalten wir einen weiteren Pagie von ihm. Alle seine Spiele sind nur für einen Spieler gemacht, doch im Hauptmenü kann man auch mit bis zu vier Spielern gleichzeitig spielen.

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Zu Beginn des Spiels besitzt unser ungleiches Pärchen genau sechs Schmetterlingsenergiecontainer. Pro eingesammeltes Lebensenergieupgrade erhöht sich die Containerzahl um eins. Durch die Ausdauerupgrades wird unsere Ausdauerleiste ein wenig verlängert. Diese benötigen wir beispielsweise zum Rollen oder wenn wir mit dem Sonar schießen. Kommen wir nun zu dem sammelbaren „Mollekühl“. Wie der Name schon verrät, ist „Mollekühl“ ein Molekül, dass Frau Dr. Puzz, die führende Wissenschaftlerin von Hivory Towers bis Dr. Quack ihren Platz eingenommen hat, benötigt. Haben wir „Mollekühl“ gefunden, kann uns Dr. Puzz mithilfe ihres D-N-Ators in etwas sehr Spezielles verwandeln. Mit dieser Verwandlung kommen wir entweder an neue Orte oder können anders mit unserer Umgebung interagieren.

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Die jeweils 200 Federn sind in der Spielwelt verteilt und geben durch ihre Platzierung auch Hinweise darauf, wohin man gehen kann. Sie werden gebraucht, um neue Tricks bei unserer viel beschäftigten Verkäuferschlange Trowzer zu kaufen. Dieser hat in der Oberwelt meist kostenlose Tricks für uns auf Lager, in den Großwälzern müssen wir allerdings dafür bezahlen. Doch es lohnt sich! So lernen wir zum Beispiel das Rollen, mit dem wir glatte Abhänge hinaufkommen, Laylee lernt ihr Sonar gegen Feinde einzusetzen und Yooka kann seine lange Zunge nutzen, um verschiedene Eigenschaften von Objekten für eine kurze Zeit zu absorbieren. Es gibt eine Vielzahl an Tricks, die, je weiter man im Spiel fortschreitet, immer teurer werden.

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Und zu guter Letzt gibt es da ja noch die Pagies, die in jeder Welt versteckt sind. Im Normallfall sind diese nicht einfach so zugänglich, sondern man muss bestimmte Aufgaben oder Herausforderungen lösen. Ein Pagie ist beispielsweise in mehrere Teile zerrissen worden und es liegt an uns, die restlichen zu finden. Einen weiteren Pagie erhalten wir bei „Kartos„, dem alten Bergwergkarren, wenn wir mit ihm eine aufregende und spannende Fahrt über seine in die Jahre gekommenen Gleisen machen. Dabei sammeln wir Kristalle ein und weichen Gegnern aus, um auf die vorgegebene Mindestpunktzahl zu kommen. Für andere müssen wir in einer bestimmten Zeit durch auftauchende Ringe hindurchgleiten oder rollen. Es würde hier zu lange dauern, auf jeden einzelnen Fall einzugehen, doch sei hier erwähnt, dass es an Abwechslung nicht mangelt.

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Wie schon weiter oben gesagt, gibt es insgesamt fünf Großwälzer, die sich freischalten lassen. Wir sind theoretisch auch nicht an die Reihenfolge gebunden, praktisch wird es allerdings dann schwierig, wenn uns ein bestimmter Trick zum Weiterkommen fehlt. Die einzelnen Welten sind in sich geschlossen und relativ groß. Hier kann man etliche Stunden damit verbringen, alle Sammelobjekte zu suchen und jeden einzelnen Winkel unter die Lupe zu nehmen. Betritt man einen Großwälzer zum ersten Mal direkt nach dem Freischalten, wird man irgendwann feststellen, dass das Level irgendwie nicht vollständig oder klein wirkt. Das liegt daran, dass man die Wälzer noch erweitern kann, was allerdings noch mal Pagies kostet. Meist kostet das Erweitern etwas mehr als das freischalten. Zahlen wir zum Beispiel sieben Pagies für den Großwälzer, können wir ihn mit acht erweitern. Es lohnt sich also viele Pagies zu sammeln. Als kleiner Tipp von unserer Seite: sammle in jeder Welt ungefähr 15 Pagies.

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Als kleine Belohnung für das Sammeln der ganzen Objekte gibt es die Toniken. Diese können wir uns bei Vendi abholen. Um eines der vielen Toniken freizuschalten, müssen wir zum Beispiel insgesamt 10 Ghostwriter einsammeln, oder einige Gegner verkloppen, oder diese betäuben. Von unseren freigeschalteten Toniken dürfen wir allerdings nur eines aktiviert haben. Wollen wir dieses Tonikum wechseln, wird das bisher aktivierte einfach deaktiviert. Haben wir eins angelegt, erhalten wir sofort dessen Bonus, der zum Beispiel mehr Lebensenergie sein kann, kein Schaden beim Fallen oder aber vieles mehr.

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Der Vollständigkeitshalber gehen wir noch ganz kurz auf den Kampf ein. Zu diesem gibt es nicht viel zu sagen, außer dass wir die Gegner einfach weghauen können. Uns stehen ja verschiedene Tricks von Trowzer zu Verfügung und hier kann man seiner Aggressionslust freien Lauf lassen. Sollten wir Schaden nehmen, finden wir in der Spielwelt öfters Schmetterlinge. Diese heilen entweder unsere Energie, wenn wir sie mit Yookas Zunge einsaugen, oder unsere Ausdauer, wenn wir einfach durch sie hindurchrennen.

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Grafisch sieht Yooka-Laylee wirklich hübsch aus. Das Farbspektrum der kompletten Spielwelt reicht von eher düsterem grau bis hin zu farbenfrohen Arealen. Die Charaktere sehen alle gut aus und die Texturen wirken scharf. Laut den Ladebildschirmen hat auch das Animieren der Sammelobjekte ewig gedauert, dafür „tanzen“ diese auf der Stelle herum und wirken so richtig lebensfroh. Allgemein ist das zu vermittelnde Gefühl eher positiv und gut gelaunt. Beim Sound scheiden sich aber die Geister, denn wer früher die Banjo-Reihe gespielt hat, weiß, dass es keine richtige Sprachausgabe, sondern nur diese typischen Laute (Grah-grah-graaah-grah-grah..) geben hat. Genau daran hat man sich auch bei Yooka-Laylee gehalten. Für manche Spieler könnte das relativ nervig sein, für andere ist es einfach nur Nostalgie pur. Ansonsten hat man auch wieder die ohrwurmverdächtigen Musikstücke im Hintergrund, die die Atmosphäre perfekt spiegeln und Spieltiefe geben.

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Fazit

Ich bin wirklich ein Fan von Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie. Deswegen habe ich mich unheimlich auf Yooka-Laylee gefreut, denn ich wollte den Vergleich zwischen beiden Reihen ziehen. Und ich bin sehr positiv überrascht. Vergleicht man beide Reihen, so ist Yooka-Laylee dem altbekannten treu geblieben, hat alles grafisch extrem aufgewertet und hat Spielern wie mir, genau das gegeben, was man früher geliebt hat. Die Story ist auch ganz interessant und man muss auch nicht auf den altbekannten Humor verzichten. Mir persönlich gefällt auch diese Sprachausgabe mit den Lauten. Ich finde das verleiht dem Spiel das nötige nostalgische Flair. Alles in allem ist Yooka-Laylee das, was ich als einen würdigen Nachfolger der beiden ersten Banjo-Teile bezeichnen würde. Ich schließe extra Banjo-Kazooie: Schraube Locker aus, da mir dieser Teil persönlich nicht so gefallen hat.

Positiv

  • Openworld
  • Altbewährtes in neuem Gewand
  • Ohrwurmverdächtige Hintergrundmusik
  • Viele Sammelobjekte
  • Etliche Stunden Spielzeit

Negativ

  • "Sprachausgabe" könnte etliche Spieler stören
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Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D