Yomawari: Midnight Shadows – Eine niedliche Reise durchs Alptraum-Land

In Yomawari: Midnight Shadows nehmen es zwei kleine Mädchen mit zahlreichen schrecklichen Monstern auf. Wie sich der Horrortitel mit der niedlichen Optik und passenden Thematik kurz vor Halloween geschlagen hat, zeigen wir euch in unserem Test.

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Nach einem grotesken Intro, in dem die junge Yui ihren verstorbenen Hund beerdigt, beginnt die eigentliche Handlung beim Haus von Yuis Familie. Ihre Freundin Haru bittet sie, mit ihr zusammen auf den nahegelegenen Berg zu gehen, um dort das sommerliche Feuerwerk zu beobachten. Dort angekommen halten sich die beiden Mädchen an der Hand und verfolgen das Spektakel, auf das sie von ihrem Standort aus eine hervorragende Sicht haben.

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Als das Feuerwerk zu Ende ist, treten die Freundinnen den Heimweg an, der sie durch einen gruseligen Wald und über diverse kleine Brücken führt. Plötzlich hören die beiden ein Geräusch und kurz darauf trennen sich die Wege der Mädchen, da nur eine von beiden Freundinnen der Ursache auf den Grund geht, während sich die andere im Gebüsch versteckt. Wie zu erwarten war, war dies keine sehr gute Idee, da wir uns kurz darauf einem Monster gegenübersehen, ehe der Bildschirm schwarz wird.

Im weiteren Verlauf der Geschichte schlüpfen wir immer wieder in die Rollen von Yui und Haru, die nicht nur versuchen, einander wiederzufinden, sondern auch nach und nach den Grund für das Erscheinen der Monster aufdecken.

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Überall lauert Gefahr

Da es sich bei den Protagonisten wie schon erwähnt um kleine Kinder handelt, werden wir uns selbstverständlich auch nicht in einen offenen Schlagabtausch mit den Kreaturen begeben. Stattdessen versuchen wir, im schwachen Schein der Taschenlampe die Monster auszumachen, um Ihnen aus dem Weg zu gehen, denn wenn sie uns berühren, ist das Spiel in der Regel zu Ende. Um unser Überleben sicherzustellen, müssen wir auf den Herzschlag der Mädchen achten, der immer schneller und lauter wird, je näher ein Monster ist. Wenn uns eines entdeckt hat, haben wir verschiedene Möglichkeiten. So können wir versuchen, wegzurennen und uns hinter einem Straßenschild oder im Gebüsch verstecken oder wir nutzen die eingesammelten Steine in unserem Inventar, um die Biester auf eine falsche Fährte zu locken. Darüber hinaus können wir Charms einsetzen, die uns diverse Vorteile verleihen.

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Beten nicht vergessen

Das Spiel verfügt nicht über eine Autosave-Funktion. Stattdessen können wir an verschiedenen Stellen Statuen entdecken, an denen wir ein Gebet sprechen dürfen. Damit dies gelingt, benötigen wir allerdings Geldmünzen, die wir in unterschiedlichen Ecken in der Spielwelt aufsammeln können. Um Frustmomenten vorzubeugen, ist es daher unbedingt erforderlich, ständig Ausschau nach den Münzen zu halten, um nicht in alter Resident-Evil-Manier vor einer Schreibmaschine zu stehen, ohne ein Farbband zum Speichern zu haben.

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Niedlichkeit trifft Grusel

Besonders interessant an Yomawari ist die Tatsache, dass der Horrortitel seine schwere Thematik mit einer extrem niedlichen Optik verbindet. So blicken wir von schräg oben auf die beiden Mädchen und steuern sie durch die gruseligen Regionen der Welt, wo sie auf Geister, Fledermäuse, blutige Leichenteile oder Alptraum-Monster treffen. Der Grafikstil lässt sich in wenigen Worten so beschreiben: Es wirkt, als würden wir unseren Pokémon-Trainer durch ein groteskes Traumland steuern. Auch auf den einen oder anderen Erschrecker müssen wir nicht verzichten, selbst wenn wir insgesamt eher selten mit Angstschweiß zu kämpfen hatten.

Etwas schade ist, dass der Titel fast ohne Musik auskommt, wodurch ein wichtiges Bauteil in Sachen Atmosphäre weitestgehend fehlt. Die Soundeffekte sind hingegen gelungen und sorgen nicht nur für eine authentische Darstellung der Umgebung, zum Beispiel mit Vogelstimmen und hörbaren Schritten, sondern verleihen auch den Monstern eine passende, wortlose Stimme.

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Abwechslungsreiche Orte

Das Horrorspiel muss sich definitiv nicht vorwerfen lassen, dass es in Sachen Schauplätze keine Abwechslung zu bieten hat. Hier besuchen wir viele verschiedene Orte, sowohl im Inneren von Häusern als auch im Freien, und stellen uns dort den tödlichen Kreaturen. Neben einer Bibliothek, einem Wald oder einem Friedhof warten auch die einsamen Straßen der Stadt, ein verlassener Kinderspielplatz oder ein Supermarkt auf uns, die nicht nur zahlreiche Monster, sondern auch kleinere Rätsel bereithalten. Daher sollten wir unsere Umgebung stets genau absuchen, nicht nur, um nützliche Items wie Münzen oder Steine zu finden, sondern auch, um Gegenstände aufzuspüren, die wir später beispielsweise für das Öffnen einer Tür benötigen.

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Fazit:

Eins vorweg: Yomawari: Midnight Shadows ist kein schlechtes Spiel. Die Kombination aus niedlicher Optik und gruseliger Umgebung weiß definitiv zu gefallen und auch die abwechslungsreichen Orte, die wir auf unserer Reise besuchen, wurden wirklich sehr gut umgesetzt. Trotzdem sprang beim Testen der Funke nicht so richtig über, was vielleicht an den oftmals etwas langatmigen Sequenzen lag, bei denen wir eine gefühlte Ewigkeit warten mussten, bis eines der Mädchen den Kopf zweimal gedreht hatte und es endlich im Spiel weitergehen konnte. Auch das etwas eintönige Ablaufen der Schauplätze sowie das Verstecken vor den Monstern oder das Ausweichen, um selbigen zu entgehen, war auf Dauer einfach etwas abwechslungsarm. Ein Vergleich mit Little Nightmares ist vielleicht nicht so weit hergeholt, und hier schneidet der Plattformer von Bandai Namco einfach insgesamt besser ab, sowohl in Sachen Abwechslung als auch beim Kreieren der Atmosphäre. Nichtsdestoweniger ist Yomawari ein interessanter Titel, der einfach etwas anders aussieht und für Zwischendurch sicherlich keine schlechte Wahl ist.

Positiv

  • Interessanter Mix aus Niedlichkeit und Horror
  • Stimmige Atmosphäre
  • Viele verschiedene Orte - drinnen und draußen

Negativ

  • Musik wenig präsent
  • Kleine Sequenzen stören Spielfluss
  • Insgesamt etwas abwechslungsarm
69
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.
  • Daniel Walter Daniel: Ich war immer ein Fan der alten Herangehensweise und vermisse es daher im neuen Teil ein wenig. Trotzdem ist Origins wirklich gut, auch wenn es nicht an meine Favoriten AC 2 und AC Black Flag heranreicht.
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Die Neuausrichtung gefällt mir sehr gut. Die Architektur ist wunderschön und die Story gut gemacht. Auch die vielen Nebenquests und jetzt mit Level 40 die Community Events sind super. Das ewige geklettere und Dauerblocken aus den Vorgängern war einfach idiotisch, finde das jetzt überzeugender.