We Happy Few Preview

Drogen, Gewalt, Verrückte; das neue Spiel von „Compulsion Games“ beinhaltet genau das. Inwieweit kann die Early-Access-Version des Spiels „We Happy Few“ überzeugen? Wir haben uns das First-Person-Survival-Abenteuer für euch angeschaut.

Es ist alles schön und lustig, solange wir unsere „Joy“-Pille nehmen. Falls nicht, ist auf einmal alles dreckig, krank und verstörend. Der Beginn des Spiels führt den Spieler direkt in die seltsame Welt dieses Werkes ein. Im Intro schlüpfen wir in die Rolle von Arthus. Dieser arbeitet in einem Verlag. Direkt am Anfang fragt uns das Spiel, ob wir eine Pille nehmen wollen. Nehmen wir diese nicht, beginnt das Abenteuer. Eine Kollegin betritt unser Büro und lädt uns zu einer Geburtstagparty ein. Daraufhin verlässt sie das Zimmer. Aber nicht ohne darauf hinzuweisen, dass wir unsere Pille auch ja nehmen sollen. Als wir unser Büro verlassen und auf die Party kommen, lässt die Wirkung der sonst immer eingenommenen Droge nach. Nun schlägt die Realität zu. Die Partygäste schlagen zuerst noch auf eine Pinata ein. Im nächsten Moment verwandelt sich diese für uns in eine tote Ratte. Alle anderen denken, dass Süßigkeiten aus ihr fliegen. In Wirklichkeit sind es die Innereien des Tieres. Als die eine Frau entdeckt, dass wir keinen Spaß haben und uns bezichtigt, ein „Downer“ zu sein. Müssen wir fliehen.

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Nach seiner Flucht erwacht der Held in einem Schutzbunker. Hier beginnt „We Happy Few“. Die Aufgabe ist es, zu entkommen. Dabei wird noch nicht ersichtlich, wo man sich befindet oder was mit einem passiert ist. Der erste Schritt ist es, den Bunker zu verlassen und die Welt zu erkunden.

Die Entwickler werfen den Spieler etwas ins kalte Wasser. Storytechnisch ist das Spiel noch nicht wirklich ausgereift. Allerdings wollen die Entwickler auch nichts von der Geschichte verraten. Die Early-Access-Version soll nur erste Einblicke in die Mechaniken und die Spielart geben.

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Der Spieler muss sich in erster Linie darum kümmern, dass er am Leben bleibt. Dazu muss er genug essen, trinken und regelmäßig schlafen. Ansonsten stirbt er in den Straßen von Wellington Wells, der Stadt, in der „We Happy Few“ angesiedelt ist. Trinken findet man an Brunnen, an denen man sich auch Flaschen für unterwegs abfüllen kann. Essbares ist überall in den Straßen und auf den Wiesen zu finden. Wenn man etwas verrottetet isst, wird einem übel. Dagegen kann man Pillen nehmen oder es einfach aussitzen, bis die Vergiftung nachlässt.

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Beim Erkunden der Welt kann man viele unterschiedliche Materialien, Orte und Menschen entdecken. Die Materialien sind für das schon sehr interessante und ausgereifte Craftingsystem gedacht. Wir können uns Waffen, Anziehsachen, Medizin und nützliche Gegenstände wie zum Beispiel Brecheisen und Dietriche bauen. Die Rezepte dafür schalten sich zum Teil selber frei, indem wir die benötigten Ressourcen dafür einsammeln oder sind als Rezepte in der Welt zu finden. Wenn wir alles Benötigte haben, können wir es einfach im Inventar zusammensetzen. Im späteren Verlauf gibt es auch noch Werktische und Arzneitische, an denen wir bessere Sachen produzieren können.

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Die Orte, die zu entdecken sind, geben oft hinweise auf die Spielwelt. Wir erfahren Hintergründe zur Geschichte oder lesen die Regeln, die in dieser Stadt herrschen. Außerdem bekommt man bei ihnen oft abgedrehte und lustige Aufträge. Zum Beispiel müssen wir für einen verrückten Mann eine Puppe finden, damit sein Detektivbüro wieder voll Einsatz bereit ist. Denn ohne seine Gehilfen – den Puppen- kann er nicht arbeiten.

Eine der größeren Gefahren der Spielwelt sind die anderen Menschen. Einige sind sehr aggressiv, andere wandeln einfach durch die Straßen und betteln um Essen oder Medikamente.

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Natürlich müssen wir uns den Angriffen widersetzen und tun dies, indem wir mit unterschiedlichen Waffen auf die Gegner einschlagen. Dazu stehen Knüppel aus Holz oder Stein, Stöcke und Steine bereit. Nach Besiegen der Feinde, können wir diese untersuchen und finden weitere Waffen sowie Gegenstände.

Die Grafik des Spiels passt hervorragend zu der Atmosphäre. Alles ist ein wenig düster, aber immer wieder entdecken wir Orte, die so bizarr in ihren Farben und Gestaltungen sind, dass alles surreal und verzehrt wirkt. Insbesondere wenn der Prolog mit dem bisherigen Hauptspiel verglichen wird. Wir kommen aus einer tollen und friedlichen Welt in eine dreckige, kaputte. Überall ist Schutt zu finden. Dazwischen sind immer wieder einige Häuser belebt und mit Licht erhellt, wodurch der Kontrast hervorragend dargestellt ist.

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Allerdings sind noch einige Grafikfehler im Spiel. Einmal schwebte ein Schild einfach über der Straße, ohne irgendwo eine Verbindung zu einem festen Gegenstand zu haben. Auch wirken einige Häuser noch sehr gleich. Dadurch verliert man ab und zu auch mal die Orientierung. Die Karte hilft hier aber aus. Einige Texturen sind bei genauerem Betrachten noch matschig und man hat das Gefühl, es fehlt noch der letzte Feinschliff.

Der Sound hingegen ist sehr gut gelungen. Überall hört man Menschen weinen. Wir werden angebrüllt, angefleht oder einfach nur ignoriert. Auch sitzen manche Einwohner einfach nur herum und singen Kinderlieder. Die Hintergrundmusik begleitet die bizarre Welt sehr schön und sorgt für gute Atmosphäre. Ab und zu fehlt zwar mal ein Ton, wie zum Beispiel, wenn wir schnell hintereinander schlagen, aber das stört nicht weiter.

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Der Schwierigkeitsgrad lässt sich im Spiel momentan noch nicht anpassen, allerdings ist es möglich, unterschiedliche Einstellungen in Bezug des Todes einzustellen. Wir können uns entscheiden, ob der Permadeath aktiviert ist, wir noch eine zweite Chance bekommen, bevor der Spielstand gelöscht wird oder ob es Speicherpunkte gibt. Das ermöglicht es dem Spieler selbst festzulegen, wie hart ein Tod bestraft wird.

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Fazit:

„We Happy Few“ ist in erster Linie ein gutes und packendes Survivalspiel, das den Spieler schnell in seine Welt hineinzieht. Zwar fehlt noch die Story, allerdings macht es auch einfach Spaß durch die Straßen zu laufen und sich alles anzuschauen. Nach einiger Zeit kann aber auch das langweilig werden. Aber für ein Early-Access-Spiel reicht es vorerst aus. Auch die Grafikfehler sind dem noch andauernden Entwicklungsprozess zuzuschreiben. Hier ist noch Potenzial nach oben, auch wenn der Grafikstil schon sehr interessant und stimmungsvoll wirkt.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass den Entwicklern bisher ein gutes Spiel gelungen ist, dass noch sehr viel Potenzial bietet, aber auch noch einiges an Arbeit bedarf. Falls weiterhin so viel Mühe in das Projekt gesteckt wird, könnte uns hier ein sehr spannendes und tolles Spiel erwarten.

Positiv

  • Gutes Craftingsystem
  • Interessante Welt
  • Tolle Atmosphäre gerade durch Kontraste
  • Viel zu entdecken

Negativ

  • Kaum Story
  • Kann nach einiger Zeit nicht mehr unterhalten
  • Kleinere Grafikfehler
Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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Neueste Kommentare

  • Nicole: Damit kann mein Sohn in der Schule die Zeit überbrücken ohne ermahnt zu werden da geräuschlos im Gegensatz zu vielen anderen Stressspielzeugen :-) Die Farbe ist egal, sind alle toll... Favoriten wären schwarz oder türkis...
  • Janis: Oh ich brauche dringend einen! Allein weil nicht immer ein Kugelschreiber o.ä. greifbar ist, und ich damit viel mehr Variation habe:)) Schwarz oder schwarz/weiß bitte
  • Christopher: Hallo, das hört ich interessant an ! Ich wackel immer mit dem ganzen Bein. Farbe : schwarz/weiß Gruß Chris