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Wave Break – Test des Boatboarding mit 80s-Charme

Von Christian Heldmaier am 15. September 2020 in Review

Man nehme das grundlegende Spielprinzip aus Tony Hawk Pro Skater, mische ein wenig Wildheit aus SSX Tricky hinzu, rühre etwas Flair aus GTA Vice City unter und werfe das Ganze einfach ins Wasser. Als Resultat erhält man ein „Boatboarding“-Spiel wie Wave Break von Entwickler und Publisher Funktronic Labs. Ob das beschriebene Rezept aber auch wirklich schwimmt oder nicht vielleicht doch wie ein Stein untergeht? Wir haben es für euch getestet.

Cooles 80er Jahre Setting

Wave Break begrüßt seine Spieler mit einem coolen 80er Jahre Setting, in Neonfarben und den passenden Outfits, die wir über einen Shop noch weiter individualisieren können. Die im Spiel enthaltenen Storymissionen erinnern etwas an die Welt von Scar Face und GTA Vice City und der stimmige Soundtrack rundet das Gesamtbild ab. Wave Break bietet die 80er wie man sie sich wünscht.

Wave Break Shop

Klassisches Gameplay mit ungewöhnlichen Akzenten

Jeder, der schon einmal ein Spiel der Tony Hawk Pro Skater-Reihe oder einen ähnlichen Titel in Händen hielt, kennt das grundlegende Ziel solcher Spiele: Mache möglichst viele, möglichst spektakuläre Tricks und das am besten in einer lang anhaltenden Kombination. Genau diesem Prinzip folgt auch Wave Break, wenn auch mit etwas weniger komplexen Trickmechaniken.

Wave Break grind

Was Wave Break von Klassikern der Skate- und Boarding-Simulationen außerdem unterscheidet ist, neben den knuffigen Charakteren, vor allem die Verlegung des Spielgeschehens aufs Wasser und der aktive Einsatz von Schusswaffen. Letztere kommen vor allem in Zusammenhang mit kleineren Storymissionen, im Spielmodus Deathmatch oder im Multiplayer zum Einsatz.

wave break charaktere

Die Schlüssel zu den besten Tricks sind, wie eigentlich immer: hohe Geschwindigkeit, hohe Sprünge, gutes Timing, beste Balance und viel Fingerspitzengefühl beim Grinden. Dies erreichen wir unter anderem, indem wir unseren Charakter im Sportstudio aufwerten. Das dazu nötige Kleingeld erhalten wir als Belohnung für hohe Punkte in den verschiedenen Spielmodi oder für abgeschlossene Kampagnen-Missionen.

wave break sportstudio

Die Gestaltung der vier zur Verfügung stehenden Levels ist sehr abwechslungsreich und fantasievoll. Auch nach mehreren Durchgängen gibt es immer wieder neue Details und Geheimnisse zu entdecken. Durch mehrere Ebenen, die teilweise nur mit höherem Skill-Level zu erreichen sind, gibt es zahlreiche Herausforderungen, die nur nach und nach gemeistert werden können.

Minuspunkte sammelt das Spiel vor allem durch zu kleine Schriftgrößen in den Shops, immer wieder auftretende Glitches und andere kleinere Unzulänglichkeiten. Kann man über diese Schwächen noch recht einfach hinwegsehen, gibt es jedoch ein aus unserer Sicht größeres Problem, dass den Spielspaß vor allem für Neulinge erheblich trüben könnte:

Fehlendes Tutorial

Wave Break wirft uns, im wahrsten Sinne des Wortes, ins kalte Wasser. Das Spiel bietet kein Tutorial, in dem uns die Steuerung nähergebracht wird. Wir sind also auf die eigene Intuition, Informationen aus dem Optionsmenü und die Tipps aus den Ladebildschirmen angewiesen. Gerade am Anfang sorgt das für viel Frust, wenn wir auf gut Glück versuchen, uns die verschiedenen Tricks autodidaktisch zu erschließen. Das ausführen und entdecken neuer Sprünge und Grinds verlangt Spielern viel Geduld und Experimentierfreude ab. Doch selbst nach mehreren Stunden Spielzeit stellte sich bei uns nie das Gefühl ein, alle möglichen Tricks entdeckt zu haben. Hier verbirgt sich also ein nicht zu unterschätzendes Frustpotenzial.

Kampagne und Spielmodi

Ziel der Kampagne ist es, verschiedene Aufgaben und kleinere Story-Missionen zu erfüllen. So müssen wir Beispielsweise eine Bombe auf einem Schiff platzieren, indem wir über eine integrierte Rampe fahren. Im Ansschluss muss diese über eine Fernzündung zur Detonation gebracht werden. Die Fernsteuerung befindet sich jedoch an der Spitze eines Leuchtturmes, welche wir nur mit einem extrem hohen Sprung oder schwierigen Grind erreichen können. Durch das Erfüllen solcher Missionen verdienen wir nicht nur Geld, mit dem wir die Fähigkeiten unseres Charakters verbessern können, sondern schalten nach dem Erfüllen einer ausreichenden Zahl an Zielen auch das nächste (Kampagnen-)Level frei.

wave break mission

Während einige der Ziele relativ leicht zu meistern sind, ist es für andere unter Umständen erforderlich, einzelne Fertigkeiten des Charakters zunächst aufzuwerten. Denn nicht selten befinden sich Missionsziele an hohen, schwer zugänglichen Orten, die beispielsweise nur mit einer sehr guten Grind-Fertigkeit zu erreichen sind.

Wave Break Missionsziele

Insgesamt stehen vier verschiedene Level zur Verfügung, die aber auch ohne vorherige Freischaltung innerhalb der Kampagne, in den anderen Modi erkundet werden können. Neben einem freien Spiel (Freeplay) stehen auch ein Zeitrennen und ein Deathmatch zur Auswahl. Über ein Matchmaking-System sind auch Multiplayerspiele mit bis zu drei anderen Spielern möglich.

Weave Break deathmatch

Wie gut funktioniert Wave Break auf Google Stadia?

In unserem Test haben wir Wave Break über den Google Chrome Cast auf einem 4K fähigen Fernseher und einem direkt mit dem Router verbundenen PC gespielt. Dabei verwendeten wir Stadia Base und eine Internetleistung von bis zu 50 Mbit/s im Download und 5 Mbit/s im Upload.

Geräteunabhängig war keine störende Latenz zu bemerken, allerding kam es immer wieder zu deutlichen Einbrüchen der Auflösung. Trotz der potenziell besseren Internetverbindung waren diese vor allem am PC sehr häufig zu beobachten. Am Fernseher fallen die Einbrüche, dank der größeren Entfernung zum Bildschirm, oft nicht so stark ins Auge.

Von einem weiteren (bislang) typischen Problem von Stadia ist leider auch Wave Break betroffen, nämlich chronisch leere Mehrspielerlobbys. Wer auf gut Glück nach einer Mehrspielerpartie sucht, wird nicht selten eine Enttäuschung erleben.

Fazit

Schwimmt Wave Break nun, oder geht es unter? Nun, zumindest hat es das eine oder andere Leck, das man dringend stopfen sollte.

Das fehlende Tutorial hat großes Frustpotenzial, da es die Lernkurve unnötig steil gestaltet und der finale Punktestand gerade zu Anfang auch ein Stück auf Zufall und Glück basiert. Gleichzeitig wird ein Fortschritt unserer spielerischen Fähigkeiten nur mäßig belohnt. Zwar können wir mit höheren Punktzahlen mehr Geld verdienen, mit dem wir kosmetische Verbesserungen erwerben oder die Fähigkeiten unseres Charakters verbessern können, aber die größte aller Belohnungen, ein neues Level? Diese müssen in der Kampagne zwar freigespielt werden, sind aber in anderen Spielmodi von vorn herein verfügbar. Damit entfällt ein wesentlicher Anreiz, die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln, was die Langzeitmotivation schnell untergräbt.

Wave Break wirkt an vielen Stellen nicht ganz zu Ende gedacht und zeigt auch den einen oder anderen kleineren technischen Mangel. Doch trotz der vielen kleinen Lecks geht Wave Break noch lange nicht unter. Denn auch wenn es den Spielern den Einstieg unnötig erschwert, im Kern funktioniert das Boatbording fast genau so gut wie seine großen Vorbilder und kann bei Spielspaß und Dynamik des Spielgeschehens durchaus Punkten. Zudem versprüht das fantasievolle 80er-Jahre-Setting und die teils kuriosen Levels einen besonderen Charme.

Kurz gesagt: Wave Break bringt frischen Wind in die Boarding-Landschaft, auch wenn er manchmal aus der falschen Richtung weht.

Positiv

  • Cooles 80er-Jahre-Flair
  • Gutes Leveldesign
  • Toller Soundtrack

Negativ

  • Schwerer Spieleinstieg
  • Vermehrte Glitches
  • Nur 4 Levels
61
Christian Heldmaier

Geschrieben von: Christian Heldmaier

Gelernter Mediengestalter und Master of Science in der Fachrichtung Publishing. Zertifizierter Social Media Manager mit Erfahrung im Verlagsmarketing und hauptberuflich derzeit im Webmonitoring tätig.

Wave Break

Publisher:Funktronic Labs
Entwickler:Funktronic Labs
Release Datum:23. Juni 2020
Kurzbeschreibung:Boatboarding mit 80er Jahre Charme

Verfügbar für

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Genre

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USK Alterseinstufung

Alterseinstufung ausstehend.

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