Trulon: The Shadow Engine – Von iOS zu PC zu Xbox One

Bereits am 30. April 2015 wurde Trulon: The Shadow Engine für iOS veröffentlicht. Die erste Portierung kam dann am 01. März 2016 für Steam. Und am 24. Februar 2017 war es dann soweit: Xbox Spieler kamen nun auch in den Genuss von Trulon. In unserem Test finden wir heraus, ob sich der Kauf der Portierung lohnt und ob sich nicht irgendwelche unschönen Fehler dabei eingeschlichen haben.

Im Adventure-RPG Trulon: The Shadow Engine übernehmen wir die Kontrolle über das junge Mädel Gladia. Sie ist die Tochter eines Monsterjägers, der leider beim letzten Einsatz einen Unfall hatte. Sobald wir die Steuerung übernehmen dürfen, ruft er uns zu sich, denn er hat eine Nachricht vom Bürgermeister des Dorfes Wiesenhügel erhalten. In der Nähe vom Dorf werden in letzter Zeit immer mehr Monster gesichtet. Wir sollen uns dem Ganzen doch einmal annehmen und uns umsehen. Auf dem Weg dorthin lernen wir auch noch ganz geschwind das Kampfsystem.

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Das Kampfsystem ist nicht wie in anderen Rollenspielen aufgebaut. Man wählt also nicht jede Runde aus den gleichen Angriffen und Zaubern aus, sondern man spielt mit Karten. Diese erhält man zum Beispiel durch das Öffnen von Truhen, durch bestimmte Personen oder aber durch das Besiegen von Monstern oder Feinden. Diese Karten stehen für bestimmte Angriffe. Manche benötigen Gaudium, am besten vergleichbar mit Mana, manche nicht. Am Anfang jedes Kampfes ziehen wir ein paar Karten aus unserem Deck. Wir können frei wählen welche Karten darin enthalten sein sollen und welche nicht. Falls wir keine Karten mehr im Deck haben, ist es weiterhin möglich, den Standardangriff auszuführen oder einen Joker zu benutzen. Der Joker repräsentiert eine zufällige Karte aus dem Deck und wird nach dem Benutzen jede Runde erneuert. Ansonsten sind die Angriffe relativ ähnlich wie die, von anderen RPG’s. Wir können einzelne Gegner angreifen, manche Attacken erwischen mehrere auf einmal. Wir können uns heilen und uns verteidigen.

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Eine Besonderheit unserer Karten ist, dass viele eine Statusänderung bei uns bewirken. So bringt uns der Kühne Schlag, den wir direkt zu Beginn des Spiels erhalten, einen Bonus auf Angriff von +50% und einen Malus von -50% auf Verteidigung bis zur nächsten Runde. Andere Karten haben beispielsweise auch den Effekt, dass wir uns heilen können und danach noch eine weitere ausspielen dürfen, oder uns gleich erlauben, zwei weitere zu benutzen. Manche Karten sind charakterspezifisch, können also nur von einem bestimmten Teammitglied eingesetzt werden. Das wird durch das jeweilige Charaktersymbol angezeigt. Hier sei noch kurz erwähnt, dass jeder Charakter sein eigenes Deck besitzt. Dadurch lässt sich Trulon sehr taktisch spielen, und jeder Spieler wird vermutlich ein, auf sich spezialisiertes, individuelles Deck gestalten.

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Das Kampfsystem wirkt gut durchdacht und lässt viel Spielraum für den eigenen Spielstil. Irgendwann hat man seine Lieblingskarten gefunden, und wird hauptsächlich nur noch mit diesen spielen. Ein bisschen Glück gehört im Kampf auch dazu, da man ja immer die richtige Karte ziehen muss. Dieses Quäntchen Glück kann man aber beeinflussen, indem man nicht so viele Karten in sein Deck packt. Je nachdem auf welche Taktik man sich eingespielt hat, können wenige Karten vielleicht auch besser sein, als zu viele. Leider gibt es allerdings nicht allzu viele verschiedenen Karten, was am Ende dann das Kämpfen relativ eintönig werden lässt.

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Nachdem wir das Kampfsystem gelernt und verstanden haben, begeben wir uns endlich auf den Weg nach Wiesenhügel. Dort angekommen suchen wir den Bürgermeister auf, der uns ziemlich genau das Gleiche erzählt, wie unser Vater auch. Wir untersuchen also den Lebensbeerenwald und erledigen alle Monster, die wir finden können. Zurück beim Bürgermeister lernen wir seinen Sohn Ferra kennen. Dieser möchte mit uns in den Hain des Reisenden reisen, um dort die Quelle der Krankheit zu finden, an denen die Dorfbewohner in der letzten Zeit erkranken. Er ist sich sicher, dass alles etwas mit dem Erscheinen der vielen Monster zu tun hat. Im Hain des Reisenden finden wir eine mit Dolorum durchtränkte Kreatur, die etwas zu bewachen scheint. Dolorum und Gaudium sind die Zwillingsenergien, die im Spiel vorhanden sind. Sie sind die Quelle der Magie und können laut den Einwohner des Landes nie zusammen benutzt werden. Einen Kampf später können wir dieses auch schon untersuchen. Wir vermuten, dass diese Gerätschaft aus unserem verfeindeten Nachbarland Maelon stammt. Was es mit dieser Gerätschaft auf sich hat und was alles nach dem Auftauchen von diesem Ding passiert, müssen wir jetzt herausfinden.

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Die Geschichte von Trulon: The Shadow Engine basiert auf dem Roman Shadow Gears vom preisgekrönten US-Autor Jak Koke, der unter anderem durch die Shadowrun-Trilogie The Dragon Heart Saga bekannt ist. Die Story ist an sich ganz interessant, so begegnet man vielen verschiedenen Personen, die alle ihr eigene Geschichte auf den Schultern tragen. Wir helfen sogar einmal bei einem Einbruch und unterstützen einen zwielichtigen Typen dabei, seine verlorenen Waren wieder aufzufinden, nur damit er uns einen Gefallen tut.

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Wir hatten ja vorhin von den Kämpfen gesprochen und gehen jetzt noch einmal kurz zu dem Thema zurück. Es gibt in Trulon: The Shadow Engine keine Zufallskämpfe, alle Gegner sind fest in die Spielwelt verbaut. Damit können sie mit ein wenig Geschick auch umgangen werden. Kommen wir in eine bestimmte Nähe von diesen, startet auch schon der Kampf. Dieser ist rundenbasiert und am Anfang vielleicht etwas fordernd. Mit der Zeit und mit mehr Karten werden Gefechte aber einfacher. Sollten wir doch einmal sterben, beginnen wir einfach direkt vor dem Kampf wieder. Somit muss man auch nicht selbstständig speichern, da das Spiel dies für uns übernimmt. Man kann auch lediglich nur beim Beenden von Trulon speichern.

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Auf der Weltkarte können wir uns frei bewegen. Alle Orte, die wir besuchen dürfen, werden jeweils mit einem großen Ring markiert. Auf dem Weg von einem Ort zum nächsten kann es schon einmal passieren, dass wir in ein Zufallsevent rennen. Dieses ist entweder ein Kampf, den wir aber nicht führen müssen, oder eine Kiste. In der Spielwelt gibt es darüber hinaus Objekte, die wir aufheben können. Meist sind diese für Quests notwendig und lassen sich durch ein Glitzern erkennen. Es gibt aber auch Gaudium Kugeln, die uns, wie der Name schon sagt, als Kugeln gleich ins Auge fallen. Das Einsammeln bringt uns Erfahrungspunkte, genauso wie das erfolgreiche Besiegen von Feinden. Damit steigen wir im Level auf und verbessern automatisch unsere Attribute.

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Leider gibt es an Trulon: The Shadow Engine eine Sache auszusetzen: Unsere Hauptheldin Gladia bewegt sich so entspannt und langsam durch die Spielwelt, dass man meinen könnte, sie wäre auf einem Sonntagsausflug unterwegs und hätte nichts zu tun. Damit benötigt man auch gefühlt Jahre um von einem Ort an den nächsten zu kommen. Wir hatten gehofft im Laufe des Spiels vielleicht noch eine Art Turbotreter, wie in Pokémon, zu finden, aber leider wurde unser Wunsch nicht erfüllt. Es gibt auch einige Bugs über die wir gestolpert sind. Manche stören weniger, andere lassen einen aber auch in bestimmten Quests nicht vorankommen. In Maelon-City beispielsweise ist ein Haus, das man zwar betreten kann, aber dann in einem schwarzen Bildschirm stecken bleibt. In Unterstadt ist ein Monster, das man besiegen soll, doch leider startet der Kampf nicht richtig und man steckt fest. Allgemein flackert es des Öfteren in Ladebildschirmen, was aber nicht weiter schlimm ist.

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Optisch sieht Trulon sehr hübsch aus. Die Spielwelt ist stimmig und schön gestaltet, die Charaktere und Feinde sind besonders detailliert dargestellt. Lobenswert ist beispielsweise der Lichteinfall im Wald, der sich real anfühlt und die doch etwas düstere Atmosphäre aufhellt. Allgemein sind die Lichteffekte wohl durchdacht eingesetzt worden. Bei Gesprächen werden die Charaktere auch noch einmal groß neben ihren Textboxen angezeigt. Leider ändern sich diese Bilder nicht und sind immer gleich. Hier hätte man doch etwas mehr Variation einbauen können, wie beispielsweise ein bisschen andere Mimik im Zusammenhang zu dem, was gesagt wurde.

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Musikalisch haben die Entwickler von Trulon: The Shadow Engine aber alles richtig gemacht. So gut wie jederzeit wird das Spiel von einem sehr schönen Soundtrack begleitet. In den Kämpfen wird etwas flottere und härtere Musik eingesetzt, um das Kampfgeschehen zu unterstreichen. Die Soundeffekte klingen so, wie man es sich vorstellt. Sprachausgabe gibt es allerdings keine und der Text, der angezeigt wird, besitzt ab und zu mal einen kleinen Schreibfehler. Diese sind aber nicht weiter schlimm und lassen den Spieler doch einmal schmunzeln, als etwa der Bürgermeister einmal Bürgermeisterin genannt wurde.

Fazit

Das Karten-Kampfsystem von Trulon: The Shadow Engine lässt dem Spieler viel Freiraum, zu tun und zu lassen, was man möchte. Vergleichen könnte man es mit dem Kampfsystem von Paper Mario: Sticker Star auf dem Nintendo 3DS. Von der Story her hat mir das Spiel auch gefallen und musikalisch konnte es mich völlig überzeugen. Trulon hat aber auch seine negativen Seiten, wie die Bugs, durch die man eben Gegner nicht töten konnte oder nach dem Betreten eines Hauses das Weiterspielen nicht möglich war. Am meisten gestört hat mich allerdings das Schritttempo von Gladia. Sie läuft wirklich durch die Spielwelt als wäre alles egal und man verbringt gefühlt Stunden damit, von einem Ort zum nächsten zu laufen. Irgendwann muss man auch mal Backtracking betreiben und den Rest könnt ihr euch ja vorstellen.

 

Positiv

  • Wunderbare Musik
  • Hübsche Umgebungen
  • Kampfsystem ist interessant

Negativ

  • Gladia läuft zu langsam
  • Es gibt einige Bugs, die das Spiel behindern
  • Leider nicht so viele verschiedene Karten
71
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Fabian Gams: Spiel es auf der ps4 ujd wollte wissen was der Unterschied zwischen ernten und fortschritt modus
  • Dominik Probst Dominik Probst: Die Länge lässt sich schwer beantworten. Aber wie man es halt aus anderen Spielen gewohnt ist ;). Und sie sind cine(fant)astisch ^^
  • Tim: Wie lang sind denn sie Zwischensequenzen? Ist es richtig cineastisch oder eher kurze Clips ?