„Transport Fever“ gibt uns die Möglichkeit, ein Transportimperium aufzubauen und beispielsweise verschiedene Städte miteinander zu vernetzen. Es ist aber auch unsere Aufgabe, eine Verbindung zwischen den ausgelagerten Betrieben und der Innenstadt herzustellen, um so einen reibungslosen Ablauf der Produktion sowie des Verkaufs zu gewährleisten. Je besser die Transportstruktur funktioniert, desto schneller wird sich die Stadt weiterentwickeln und vergrößern.

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Während wir im freien Spiel völlige Entscheidungsfreiheit haben, hält das Spiel darüber hinaus zwei Kampagnen für uns bereit, die über einen gewissen Storyrahmen verfügen. So müssen wir uns in einer Kampagne um die Erschließung einer Eisenbahnlinie im Wilden Westen kümmern, wohingegen in der anderen der Bau des berühmten Gotthardtunnels in der Schweiz auf dem Programm steht. Beide Kampagnen-Teile halten unterschiedliche Schwierigkeiten parat, die uns bei der Realisierung unserer Bauvorhaben in die Quere kommen. Während wir es in den USA beispielsweise mit störrischen Eingeborenen zu tun bekommen, die ihre Zelte genau dort aufgeschlagen haben, wo wir unsere Bahnlinie geplant haben, sind es in der Europa-Kampagne in den Schweizer Alpen in erster Linie bauliche Herausforderungen. Diese hängen vor allem mit dem schwer zu zähmenden Gelände zusammen, das einen komfortablen Bau von Gleisen, die selbstverständlich einen geraden Untergrund benötigen, oftmals nahezu unmöglich macht.

Die Areale Europa und USA stehen uns auch im freien Spiel als Karten zur Verfügung, ebenso wie eine Custom-Variante. Hier können wir im Vorfeld wählen, ob wir auf einer kleinen, mittleren oder großen Karte spielen möchten. Auch stehen verschiedene Landschaften zur Wahl, vom Flachland, über Hügel bis hin zum Gebirge, sowie drei Schwierigkeitsstufen von einfach bis schwierig. Dadurch findet jeder schnell die Konfiguration, die den eigenen Vorlieben und Fähigkeiten am ehesten entspricht.

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Damit uns die viele verschiedenen Möglichkeiten der Einflussnahme zu Beginn nicht überfordern, hält der Titel ein umfangreiches Tutorial für uns bereit, das uns in die grundlegende Steuerung und Funktionsweise einführt. Hier erfahren wir, dass wir uns über „WASD“ oder die Maus mit der Kamera durch die Spielwelt bewegen können. Die Perspektive lässt sich hingegen über die Tasten „Q“ und „E“ nach links und rechts sowie über „R“ und „F“ nach oben oder unten verschieben. Ein Zoom steht uns auf dem Mausrad oder auf „X“ und „Y“ zur Verfügung. Die Hauptfunktionen des Spiels, die sich mit dem Bauen von Gebäuden oder Gleisen befassen, sind am unteren Bildschirmrand im Baumenü untergebracht. Das Drehen eines Gebäudes ist vor dem endgültigen Platzieren über die Tasten „M“ und „N“ möglich. Links neben dem Baumenü lassen sich über das Linienmenü Transportwege festlegen, die später einem vorhandenen Fahrzeug zugewiesen werden können.

Im Laufe des Spiels stehen uns verschiedene Transportmöglichkeiten zur Wahl. So ist es möglich, LKWs über die Straßen zu jagen oder aber Güter- und Personentransporte auf den Schienen zu realisieren. Später können wir außerdem auf Schiffe und Flugzeuge zurückgreifen, um Punkte anzusteuern, die etwas weiter entfernt liegen. In den Kampagnen benötigen wir zunächst nur Straßen und Gleise, die sich über das entsprechende Symbol im Baumenü anlegen lassen. Bei Gleisen ist allerdings darauf zu achten, dass die Krümmung bei Kurven nicht zu stark wird, da sonst kein Zug mehr in der Lage ist, die Strecke zu benutzen. Beim Zusammenführen von mehreren Gleisen erstellt das Spiel automatisch Weichen, vorausgesetzt wir haben einen passenden Winkel gewählt. Hier ist es mitunter erforderlich, etwas näher an die Gleise heran zu zoomen, um zu sehen, ob die Weichen auch tatsächlich gebaut wurden, oder, ob sich die beiden Gleise einfach nur kreuzen, was einen Spurwechsel unmöglich machen würde.

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Ziehen wir eine Straße über ein Gleis, wird hier außerdem automatisch ein Bahnübergang angelegt. Gleiches gilt für das Überqueren von Gewässern oder das Überwinden von Bergen oder Hügeln. In diesen Fällen erzeugt das Spiel ohne unser Zutun Brücken oder Tunnel, die allerdings enorm ins Geld gehen und daher nur sehr sparsam gebaut werden sollten. Das verfügbare Budget hängt von der gewählten Kampagne sowie vom Schwierigkeitsgrad des freien Spiels ab. Ist es eher knapp bemessen, sollten wir bei der Planung unserer Strecken Vorsicht walten lassen und die Verbindungen so direkt wie möglich anlegen.

Sind die gewünschten Strecken angelegt, benötigen wir natürlich noch Bahnhöfe oder Haltestellen, damit Güter auf- und abgeladen oder Personen befördert werden können. Diese lassen sich mit einem Klick auf das entsprechende Fahrzeug-Symbol bauen. Hierbei müssen wir darauf achten, dass für Transportgüter und Passagiere unterschiedliche Bahnhöfe zur Verfügung stehen, die auch im Spielbildschirm mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet werden, um sie nicht zu verwechseln.

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Ist auch dies geschafft, fehlen uns nur noch die passenden Fahrzeuge, um mit dem eigentlichen Transport zu beginnen. Hierfür benötigen wir sogenannte Fahrzeugdepots, die in die jeweilige Strecke integriert werden müssen. Dort können wir zwischen verschiedenen LKWs, Zügen oder auch Schiffen wählen, die sich je nach Einsatzgebiet unterscheiden. Um die passende Variante herauszusuchen, sollten wir einen Blick in die Beschreibung der Modelle werfen. So erkennen wir schnell, welche für Personenbeförderung und welche für Gütertransporte geeignet sind. Gerade bei den Gütern muss aber nochmals genauer hingeschaut werden, da beispielsweise nicht alle Güterwaggons Rohstoffe, Werkzeuge und Tiere transportieren können.

Um nun endlich mit dem Transport beginnen zu können, müssen wir über das Linienmenü eine neue Linie anlegen. Hierfür ist es erforderlich, mindestens zwei Haltestellen hinzuzufügen, indem wir zum Beispiel nacheinander zwei Bahnhöfe anklicken, die an der besagten Strecke liegen. Sobald die Linie farblich hervorgehoben wird, ist es möglich, sie einem beliebigen Fahrzeug zuzuweisen. Dieses fährt nun so lange von einem Haltepunkt zum anderen, bis wir ihm einen neuen Auftrag erteilen. Um auch bei zwanzig Linien und mehr den Überblick zu behalten, lassen sich die erstellen Strecken individuell benennen oder einfärben.

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Grafik

Bei der Darstellung der zahlreichen Fahrzeuge legt das Spiel großen Wert auf einen hohen Realismus. Daher finden geschichtlich Interessierte hier unter anderem detailliert herausgearbeitete historische Zugmodelle wie die „Baldwin’s Six Wheels“ oder die „Borsig“ Dampflokomotiven aus dem 19. Jahrhundert oder auch den berühmten „Flying Scotsman“.

Darüber hinaus überzeugt „Transport Fever“ mit einer gut in Szene gesetzten, realistischen Umgebung, die dank gelungener Rauch- und Wassereffekte, stimmungsvoller Städte oder auch abwechslungsreich gestalteter Waldabschnitte sehr lebendig wirkt. Gerade bei den beiden Kampagnen, die sich vom Setting her stark unterscheiden, gelingt der Spagat zwischen amerikanischem Wild West Feeling und europäischen Gebirgsregionen hervorragend.

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Sound

Das einzige wirkliche Problem des Spiels ist die Hintergrundmusik, die bereits nach wenigen Spielminuten so stark nervt, dass es nicht lange dauert, bis man den vorhandenen Mute-Button dann auch tatsächlich nutzt. Die Mischung aus instrumentaler Country- und Bluesmusik ist auf Dauer so eintönig und abwechslungsarm, dass sich bereits beim Öffnen des Hauptmenüs die Haare zu Berge stellen.

Hätte man hier auf einen unaufdringlichen, rhythmischen Klangteppich oder auch auf dezente Elektrosounds gesetzt, wäre das wahrscheinlich die deutlich bessere Wahl gewesen.

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Fazit

Bei „Transport Fever“ kommen all diejenigen, die sich bei Titeln wie Sim City schon immer in erster Linie für das Anlegen des Straßennetzes interessiert haben, voll auf ihre Kosten. Die beiden gelungenen Kampagnen geben uns Einblick in zwei historische Meilensteine des Transportwesens und überzeugen darüber hinaus mit einer atmosphärischen Umgebungsgestaltung. Im freien Spiel können wir uns hingegen fernab von vorgegebenen Missionen bewegen und frei nach unserem Ermessen befördern, vernetzen und transportieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Transport Fever“ eine rundum gelungene Simulation ist, die sich dank der verfügbaren Mods des Steam Workshops auch noch erweitern lässt. Für ein stressfreies Spielerlebnis empfehlen wir allerdings, möglichst früh den Knopf zum Stummschalten der Hintergrundmusik zu betätigen.

Positiv

  • Schöne Landschaften
  • Gut inszenierte Kampagnen
  • Detailgetreue historische Fahrzeuge
  • Leicht verständliches Spielprinzip
  • Schier endlose Spielzeit im freien Spiel

Negativ

  • Steuerung beim Erstellen der Strecken manchmal etwas ruckelig
  • Nervige Hintergrundmusik
80
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • BASSTRO: Passiert zufällig und ist nicht zu verhindern außer du belebst ihn wieder
  • Christian: Lässt noch nicht viele Schlüsse zu, aber eine leere, etwas heruntergekommene Stadt mit deutlichen Zeichen der Verwüstung... Das spricht vielleicht für ein Zombie-Setting oder ähnliches. Kann ich mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, da das Thema mit Metro, H1Z1 Just Survive, The Division & Co. schon ziemlich ausgelutscht ist. Denkbar wäre auch ein Post-Apokalyptisches-Szenario wie in der Fallout-Reihe. Das wären allerdings ziemlich große Fußstapfen. Aber vielleicht überrascht Bandai auch mit einer ganz neuen Idee? Verlassene Städte haben ja erstmal immer einen gewissen Reiz und bieten viel Raum für Geschichten und laden zum erkunden ein. Ich bin gespannt.
  • BASSTRO: Hallo Was bedeutet transparenter Held automatischer klicke?