Einleitung

TransOcean2: Rivals von dem Hamburger Entwickler Deck 13 ist ein Reederei-Simulator, mit dem der Spieler die Möglichkeit hat, von einer kleinen lokalen Reederei zu einem weltumspannenden Konzern aufzusteigen. Im folgenden Review klären wir, ob sich das 25 Euro teure Spiel lohnt oder nicht.

Gameplay

In TransOcean2 gibt es verschiedene Spielmodi. Der Singleplayer hat einen Kampagnen-, einen Wettbewerbsmodus und das Endlosspiel. Und man mag es nicht glauben, aber das Spiel besitzt auch einen Multiplayer-Modus, auf den wir in einem späteren Abschnitt detaillierter eingehen werden.
Der Kampagnenmodus besteht aus verschiedenen Kapiteln, in denen verschiedene Aufgaben abgeschlossen werden müssen, um Medaillen zu erhalten. Um die nachfolgenden Kapitel freizuschalten, muss man mindestens eine Bronze-Medaille erlangen. Deck 13 hat um den Kampagnenmodus auch noch eine Story gepackt, damit die einzelnen Kapitel zusammenhängen.

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Im zweiten Modus Wettbewerb hat man die Möglichkeit, gegen die KI anzutreten und durch Erreichen verschiedener Ziele zum Sieger zu werden.
Der dritte Einzelspielermodus ist das fast schon obligatorische Endlosspiel. Auch hier hat der Spieler die Möglichkeit, gegen die KI anzutreten. Allerdings gibt es keine festen Ziele und man hat unbegrenzt Zeit, die Weltherrschaft zu erlangen.

My ship is my castle

Am Anfang einer Runde muss man sich aus den vielen vorhandenen Häfen für einen Heimathafen entscheiden. Der nächste Schritt besteht darin sich ein Schiff zu kaufen. Anfangs reicht das vorhandene Geld, aber nur für einen gebrauchten Seelenverkäufer. Hierbei hat man je nach Spielmodus die Wahl zwischen Tank-, Bulk- oder Containerschiffen.

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Die Schiffstypen unterscheiden sich nicht nur in der Art der Fracht, die sie transportieren können. Beim Tanker erhält der Spieler pro erfülltem Auftrag zwar weniger Regionspunkte, dafür aber mehr Geld. Das Bulk-Schiff hingegen sorgt für mehr Regionspunkte und weniger Geld. Der Container-Frachter ist neutral und bietet keine besonderen Vor- respektive Nachteile.

Aller Anfang ist schwer

Nachdem der Papierkram erledigt ist, kann man als Jungunternehmer seine Reederei-Karriere endlich starten. In jedem Hafen erhält man eine Liste von Aufträgen, die man nach Belieben auswählen kann. Bei unserem Test hat sich gezeigt, dass es meist am sinnvollsten ist, wenn man mehrere Aufträge für verschiedenen Häfen annimmt, die man nach und nach anfahren kann. Wichtig ist hierbei nur die Termine einzuhalten: Pro verspäteten Tag gibt es eine Konventionalstrafe, die ganz schön weh tun kann.
Die zuvor beschriebenen Regionspunkte spielen einen wichtigen Teil beim Wachstum der Reederei. Pro Auftrag erhält der Spieler eine bestimmte Anzahl an sogenannten Regionspunkten. Diese sind notwendig, um Zweigstellen in anderen Häfen eröffnen zu können. Zweigstellen bringen dem Reeder wiederrum ein regelmäßiges wöchentliches Einkommen. Hierdurch hat man dann die finanziellen Möglichkeiten, sich ein weiteres Schiff zu kaufen oder das vorhandene aufzurüsten. Beim Schiffskauf hat man, wie am Anfang des Spiels, die Wahl zwischen den drei Schiffstypen. Zusätzlich kann man sich aber noch zwischen verschiedenen Schiffsklassen entscheiden. Je nach Geldbeutel kann man sich z.B. einen kleinen Tanker für 24 Mio. kaufen oder man geht in die Vollen und kauft einen Supertanker für 100 Mio.

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Um ein Schiff aufzurüsten, muss es in einem Hafen mit einer Werft ankern. Hier hat man dann unter anderem die Möglichkeit, das Schiff zu erweitern, so dass es Spezialgüter aufnehmen kann. Für die grüne Seele kann man seinen Spritschlucker auch modernisieren, so dass er weniger verbraucht.

Selbst ist der Reeder

Hin und wieder kann es zu Streiks beim Hafenpersonal kommen. Das führt dazu, dass es dann keine Schlepper gibt, die einen in den Hafen ziehen können. Entweder man wartet den Streik ab oder zeigt es den faulen Hunden und erledigt es einfach selbst. In diesem Fall wechselt das Spiel in eine 3D-Ansicht und man kann das Schiff durch den kompletten Hafen in das richtige Becken steuern. Das ist eine nette Abwechslung, ist aber nach einiger Zeit leider zu eintönig.

Ich weiss, dass ich nix weiss

Ein nettes Gimmik im Spiel ist das Glossar. Hier kann man nachschlagen, falls einem manche Schifffahrtsbegriffe nicht geläufig sind.

Multiplayermodus

Im Gegensatz zum aktuellen Trend des Matchmakings gibt es hier erfreulicherweise einen Servermanager. Man kann entweder einem vorhandenen Spiel beitreten oder selbst ein Spiel hosten. Hierbei gibt es verschiedene Einstellungsmöglichkeiten wie privates oder öffentliches Spiel, die Rundenlänge oder auch die Spieleranzahl.

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Der Multiplayer bietet verschiedene Ziele, die man erreichen muss, um Siegpunkte zu sammeln. Je länger die Multiplayer-Session geht, desto mehr unterschiedliche Quests gibt es. Derjenige, der am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, hat logischerweise gewonnen. Neben dem herkömmlichen Konkurrenzkampf hat der Spieler die Möglichkeit, seinen Kontrahenten zu sabotieren. Angefangen mit dem relativ harmlosen Abzweigen von regelmäßigen Zahlungen bis hin zu Sperrungen des Bankkontos. Das kann böse enden, wenn man Terminfracht geladen hat und dringend tanken muss. Jede Sabotage kostet eine stolze Summe, die im späteren Spiel allerdings keine Rolle mehr spielt, da man dann genug auf der hohen Kante hat.
Das Balancing fanden wir nicht ideal. Der Spieler, der ein Bulk-Schiff auswählt, hat durch das schnellere Sammeln von Regionspunkten eindeutig einen Vorteil. Er erreicht schneller den Punkt, an dem er Zweigstellen kaufen kann. Dies wiederrum führt zu regelmäßigen Zahlungen auf das Reederei-Konto und man kommt schneller an weitere Schiffe.

Grafik

Die Grafik in den Häfen ist stimmig. Die einzelnen Hafenanlagen unterscheiden sich optisch voneinander. Der Luftraum wird von Flugzeugen und Vögeln bevölkert, hin und wieder fährt ein Schiff durch den Hafen, an Land sind Autos und Hafenkräne unterwegs. Und am Ufer gibt es einen idyllischen Leuchtturm.
So viele Kleinigkeiten man in den Häfen findet, so wenige Details finden sich auf der Weltkarte. An dynamischen Elementen gibt es Wolken, die sich immer gleich bewegen und das Schiff, das detailarm von Hafen zu Hafen schippert. Der Rest ist statisch. Hier hätten wir uns schön animierte Wellen, Walherden oder ähnliches gewünscht. Hier hat Deck13 Potential verschenkt.

Sound

Der Sound ist einer der Schwachpunkte des Spiels. Soundeffekte sind rar gesät und die Musik, die anfangs noch ganz nett ist, wird im Laufe des Spiels zu eintönig und langweilig.

Fazit

Das Spiel deckt eine Nische ab, in der es nicht viele Alternativen gibt. Allerdings wurde auch einiges an Potential verschenkt. Taktische Komponenten wie z.B. sich ändernde politische Gegebenheiten hätten dem Spiel gutgetan.
Fordert einen das Spiel am Anfang noch relativ wenig, nimmt es im späteren Verlauf an Fahrt auf. Sobald die Flotte größer wird, gibt es relativ viel Mikromanagement für Aufgaben wie Tanken, Reparieren, Aufträge auswählen usw.
Für den Multiplayer sollte Deck13 einen Patch bringen, der das Spiel besser ausbalanciert.
Wir können TransOcean 2 allen Spielern empfehlen, die sich für die Schifffahrt interessieren und schon immer mal eine Reederei aufbauen wollten. Als nettes Beiwerk kann man sich unter dem folgenden Link eine Weltkarte mit allen Häfen herunterladen: Weltkarte

Positiv

  • Unverbrauchtes Genre
  • Hafenflair ist stimmig
  • Interessanter Multiplayermodus

Negativ

  • Multiplayermodus ist schlecht ausbalanciert
  • 3D-Teil ist nach einiger Zeit eintönig
  • Schwache Soundeffekte, Musik zu eintönig
71
Marc Sczepansky

Geschrieben von: Marc Sczepansky

Ist seit über 25 Jahren Gamer und mit der Hardware per Du. Fan von technischen Spielereien und Legotechnik.

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Neueste Kommentare

  • Christian: Lässt noch nicht viele Schlüsse zu, aber eine leere, etwas heruntergekommene Stadt mit deutlichen Zeichen der Verwüstung... Das spricht vielleicht für ein Zombie-Setting oder ähnliches. Kann ich mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, da das Thema mit Metro, H1Z1 Just Survive, The Division & Co. schon ziemlich ausgelutscht ist. Denkbar wäre auch ein Post-Apokalyptisches-Szenario wie in der Fallout-Reihe. Das wären allerdings ziemlich große Fußstapfen. Aber vielleicht überrascht Bandai auch mit einer ganz neuen Idee? Verlassene Städte haben ja erstmal immer einen gewissen Reiz und bieten viel Raum für Geschichten und laden zum erkunden ein. Ich bin gespannt.
  • BASSTRO: Hallo Was bedeutet transparenter Held automatischer klicke?
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