Townsmen – Ist die PC Portierung gelungen?

Townsmen ist eigentlich ein erfolgreiches Strategiespiel für euer Handy, hat aber jetzt auch noch eine Portierung für den PC bekommen. Ist diese Portierung gelungen oder leidet der Spielspaß unter der Umstellung? Wir haben es für euch getestet.

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Story

Die Story von Townsmen ist schnell erzählt: Der Spieler schlüpft in die Rolle des Königs einer mittelalterlichen Stadt und baut sie von einem kleinen Dorf zu einer großen Handelsmetropole aus.

Nach dem simplen und gut erklärten Turtorial, kann es losgehen.

Es gibt unterschiedlichste Szenarien und Karten, in denen Aufgaben gestellt werden, die es zu lösen gilt. Oft wird dadurch eine kleine Geschichte erzählt, die allerdings schnell zur Nebensache wird.

Denn oft entwickeln sich eigene kleine Geschichten. Zum Beispiel der Winter, in dem es fast kein Essen gab, die Pest ausbrach und zusätzlich noch eine Banditenkolonie direkt neben der Stadt entstand. Genau diese kleinen Geschichten machen Townsmen so interessant und fesselnd.

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Gameplay

Zu Anfang entscheidet sich der Spieler, ob er ein vorgegebenes Szenario spielen oder frei bauen möchte.

Das Spiel fühlt sich wie ein kleiner Bruder von den Siedler– und Anno-Reihen an. Hauptsächlich geht es darum, eine Stadt aufzubauen und die Bedürfnisse ihre Einwohner zu erfüllen. Dazu braucht es meist unterschiedliche Produktionsketten.

Als Beispiel dafür nehmen wir die Herstellung von Brot. Zuerst braucht es Weizen, der auf einer Farm angebaut und geerntet wird. Dieses wird dann in der Mühle zu Mehl verarbeitet und landet beim Bäcker. Hier wird das Mehl mit Wasser gemischt und kommt in den Ofen. Nun ist das Brot fertig.

Der Spieler muss also oft mehrere Gebäude bauen, um das Endprodukt zu bekommen. Das nimmt Zeit und Materialien in Anspruch.

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Außerdem muss immer ein freier Townie zur Verfügung stehen, der das Gebäude errichten kann. Dieser bringt dann die benötigten Rohstoffe zur Baustelle und baut es dann auf. Für jedes Gebäude braucht man Gold und andere Materialien. Gold lässt sich entweder durch Steuergelder einnehmen oder am Markt erwirtschaften.

Anhand der Steuern kann man ganz klar erkennen, dass Townsmen eigentlich ein Spiel für das Handy ist. Man muss jedes Wohnhaus einzeln anklicken, wenn dort eine Geldmünze darüber schwebt. Das ist am Anfang sehr nervig, geht aber irgendwann in den Spielfluss mit über, sodass es nicht mehr stört.

Durch Handel lässt sich meist mehr Geld verdienen. Man verkauft überschüssige Güter an einen Händler, der einem gleichzeitig auch alle Materialien anbietet, die es im Spiel gibt. So lässt sich ein karger Winter mit wenig Nahrung vielleicht doch noch retten.

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Gerade in dieser Jahreszeit erkennt man die feinen Mechanismen im Spiel. Die Felder werden nicht mehr bewirtschaftet und somit können ganze Produktionsketten zusammenbrechen. Wir können kein Getreide mehr herstellen, was für Brot und Vieh wichtig ist. Auch Bier, Traubensaft und Heilkräuter fallen weg. Also gilt es immer gut vorzusorgen.

Ein weiterer spannender Mechanismus ist das Mikromanagement. Wenn ein Produkt Mangelware ist, wie zum Beispiel Eisenerz, wirkt sich das gleich auf mehrere Bereiche aus. Wir können keine Waffen und keine Werkzeuge mehr herstellen. Dadurch können wir weniger bauen und unsere Soldaten werden nicht mehr versorgt. Hier gilt es, auf kleinste Details zu achten und immer alle Güter im Auge zu behalten.

Vor solche Probleme stellt uns das Spiel sehr häufig und deswegen gibt es auch immer etwas zu tun.

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Zusätzlich kommen noch andere Schwierigkeiten auf den Spieler zu. Banditen wollen die Stadt plündern und müssen abgewehrt werden, damit sie nicht unsere wertvollen Materialien stehlen. Für Neulinge oder Spieler, die ungestört bauen wollen, lassen sich diese aber ausstellen.

Es kann passieren, dass ein Feuer ausbricht und dann sollten genügend Feuerlöschtürme bereitstehen, damit unsere Gebäude nicht zerstört werden.

Zu guter Letzt kann sogar noch die Pest ausbrechen und unsere Townies werden krank. Dann arbeiten sie schlechter und unsere Produktion wird verlangsamt.

Um solche Dinge schneller hinter sich zu bringen, kann man die Zeit im Spiel beschleunigen, um so Wartezeiten zu überbrücken. Gerade bei der Pest dauert es sehr lange, bis alle geheilt sind.

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Um den Spieler noch mehr zu motivieren, gibt es ab und zu Aufgaben. Diese belohnen uns entweder mit Materialien oder mit Prestigepunkten. Letztere ermöglichen es den Bau von Gebäuden zu verkürzen oder sofort zu bauen.

Bei der kostenlosen Mobilversion konnten man sich die Punkte für echtes Geld kaufen und so das Spiel beschleunigen bzw. vereinfachen. Dies tun sie bei der PC-Version auch, aber man kann sie nicht mehr kaufen, sondern nur im Spiel erlangen.

Zusätzlich gibt es für den Bau von Gebäuden und das Erfüllen von Quests Erfahrungspunkte. Diese ermöglichen es dem Spieler, Boni und Erweiterungen für Gebäude freizuschalten. Allerdings müssen diese Boni durch Materialien bezahlt werden und sind teilweise sehr teuer. Aber schnellere „Townies“, die mehr tragen können, sind dafür sehr nützlich.

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Bedienung

Die Bedienung des Spiels ist sehr einfach und geht gut von der Hand. Mit der Maus lässt sich alles anklicken und bedienen. Mit Hilfe der Pfeiltasten kann man in alter Strategiespielmanier noch seine Position etwas handlicher verändern. Mit dem Mausrad kann man heran- und wieder herauszoomen. Wenn man sehr eng gebaut hat, wird es ab und zu etwas schwierig, das richtige Gebäude anzuklicken, allerdings ist das selten der Fall.

Technik

Die Grafik erinnert an „Siedler 3“, welche aber für eine Handyportierung sehr gelungen ist. Die kleinen Townies wuseln über die bunten und lebendigen Karten, die sehr atmosphärisch und detailliert sind. Überall laufen kleine Tiere umher und es gibt einige Orte zu entdecken.

Jeder Arbeiter hat eine eigene Animation. Zwar ist diese immer gleich, aber dennoch macht es Spaß sich sein Städtchen einmal in Ruhe anzuschauen und seine kleinen Untertanen zu beobachten.

Das Spiel hat beim Testen keinen Absturz gehabt und die Ladezeiten waren sehr schnell.

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Etwas problematisch war die Wegfindung unserer Soldaten, die manchmal einen großen Umweg nahmen oder in die falsche Richtung gelaufen sind.

Außerdem sind die Banditen sehr oft aus dem nichts erschienen oder es wurden sehr schnell neue Banditenlager auf der Karte erstellt. Dadurch musste teilweise nur noch dafür gesorgt werden, dass man nicht pausenlos angegriffen wurde. Das wurde mit der Zeit nervig.

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Sound

Die Musik haben die Entwickler sehr passend gewählt. Wenn alles gut läuft und keine Gefahr droht, läuft ein fröhlicher Soundtrack, der auch nach mehreren Stunden nicht nervt. Wenn man angegriffen wird oder eine andere Problematik auftritt, schwenkt die Musik ins kriegerische und dunklere um. Auch die Sounds der einzelnen Gebäude sind passend gewählt. Dadurch wird eine Menge Atmosphäre aufgebaut. Ein sehr schönes Detail: Die „Townies“ pfeifen ab und zu die Titelmelodie, wenn sie glücklich sind.

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Fazit

Townsmen merkt man zwar an, dass es eine Portierung vom Handy ist, aber hier wird gezeigt, dass auch so etwas gut gelingen kann. Die Entwickler haben es geschafft, ein stimmungsvolles und motivierendes Spiel umzusetzen, dass nicht nur kurzfristig richtig Spaß machen kann. Durch die vielen kleinen Geschichten und Abenteuer die man meistert, wird jedes Szenario und sogar das freie Spiel zu einem lustigen und tollen Erlebnis.

Die feinen Mechanismen machen das Spiel auch nochmal intensiver und fesselnder, da der optimale Produktionsweg erreicht werden will. So verbringt man Stunde um Stunde damit seine Wirtschaft zu verbessern und anzupassen.

Unterstützt durch solide Grafik und tollen Sound, ist das Spiel für jeden Strategiefan ein kleiner Hingucker, wenn er kein Problem mit den kleinen Macken einer Handyportierung hat.

Positiv

  • Tolle Atmosphäre
  • Komplexes Wirtschaftssystem
  • Solide Grafik
  • Passender Sound
  • Viele kleine Geschichten
  • Vorspultaste zum Überbrücken von Wartezeiten

Negativ

  • Steuergelder müssen manuell eingetrieben werden
  • Teilweise Störungen bei der Wegfindung
  • Banditen sind zeitweise zu präsent
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Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D