Tour de France 2017 – Der offizielle Radsport-Manager

Am vergangenen Samstag ist die 104. Ausgabe der Tour de France gestartet. Passend dazu ist vor kurzem auch der jährliche Radsport-Manager von Focus Home Interactive erschienen, der es uns unter anderem ermöglicht, ein Profiteam zu leiten. Was die diesjährige Version der Reihe zu bieten hat, zeigen wir euch in unserem Test.

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Im Einzelspieler-Modus stehen uns auch in diesem Jahr verschiedenen Spielvarianten zur Verfügung. Der größte Spielmodus ist wie gehabt der Karriere-Modus, bei dem wir in die Rolle eines Managers schlüpfen, der sich um sämtliche Belange eine Radsport-Teams kümmert. Wem das zu viel Verantwortung ist, der kann sich außerdem für den Pro-Cyclist-Modus entscheiden, bei dem wir in die Rolle eines aufstrebenden Profis schlüpfen. In dieser Spielvariation fällt der Großteil der Managerfunktionen weg, sodass wir uns nur auf die Entwicklung eines einzigen Spielers konzentrieren können. Zusätzlich dürfen wir uns in der aktuellen Ausgabe über ein überarbeitetes Fortschrittssystem in diesem Modus freuen, das es ermöglicht, durch das Erreichen der vorgegebenen Ziele nach und nach hochzuarbeiten. Wer ohne große Bindung in das Spiel hineinschauen möchte, ist beim Spielmodus Einzelrennen gut aufgehoben. Hier können die eigenen Lieblingsrennen oder auch nur einzelne Etappen selbiger absolviert werden, ohne dass die Ergebnisse Auswirkungen auf unsere Karriere haben. Komplettiert wird der Einzelspieler-Modus durch die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bahnrad-Disziplinen zu beweisen, vom Sprint, über Keirin bis hin zum Ausscheidungsrennen. Darüber hinaus verfügt das Spiel über einen Multiplayer-Modus, der es uns ermöglicht, uns mit bis zu 16 Spielern zu messen und unser Können zum Beispiel in Online-Ligen unter Beweis zu stellen.

Wählt euer Team – oder erstellt ein eigenes

Um gerade Neueinsteigern einen Einblick in die Möglichkeiten des Managers zu geben, stellen wir euch den umfangreichsten Modus, den Karriere-Modus, nun etwas näher vor. Hier müssen wir uns zunächst entscheiden, welches Team wir durch die Saison begleiten möchten. Dabei stehen uns Teams aus drei Klassen zur Wahl, angefangen bei der niedrigsten, der Kontinental-Klasse. Hier finden wir weitestgehend unbekanntere, kleine Teams, deren Gesamt-Teamstärke die drei Sterne Wertung auf einer Skala, die bis fünf reicht, nicht übersteigt. Die nächst höhere Team-Klasse hört auf den Namen Kontinental-Pro und beherbergt einige Teams, die man bei den Fernsehübertragungen der Radsport-Events schon einmal gesehen hat, wie zum Beispiel das französische Cofidis-Team oder die CCC-Mannschaft aus Polen. Die größten und bekanntesten Teams, die selbstverständlich auch über die prominentesten Fahrer sowie das größte Budget verfügen, gehören der Cya-World-Tour-Klasse an. Diese Teams sind automatisch für alle Rennen der Saison qualifiziert und können sich aussuchen, an welchen sie teilnehmen möchten. Hier kommen Radsport-Fans voll auf ihre Kosten und können sich unter anderem für populäre Teams wie die britische Sky-Mannschaft, die US-amerikanische Trek-Segafredo-Truppe oder auch für das deutsche Bora-hansgrohe-Team entscheiden.

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Leider beinhaltet der Standard-Datensatz des Managers erneut nicht alle originalen Spielernamen, sodass wir uns auf einige mehr oder weniger fantasievolle Abwandlungen prominenter Fahrer einstellen müssen. So heißt der Tour-de-France-Sieger Chris Froome beispielsweise Kris Run, wohingegen der erfolgreiche Sprinter Mark Cavendish als Mirko Civendash geführt wird. Insgesamt sind es aber gefühlt mehr Fahrer, die mit ihren richtigen Namen ausgestattet sind, als es in der Vergangenheit der Fall war, wodurch zum Beispiel der deutsche Top-Zeitfahrer Tony Martin oder der dänische Hoffnungsträger Jakob Fuglsang mittlerweile korrekt implementiert wurden. Beide Fahrer waren in früheren Ausgaben markante Beispiele für abenteuerliche Fantasienamen. Es bleibt zu hoffen, dass es den Verantwortlichen des Managers in Zukunft gelingt, sich die Lizenzen für weitere prominente Fahrer zu sichern, sodass das Fahrerfeld nach und nach von den zugegebenermaßen recht kreativen Abwandlungen befreit wird. Dank des Steam-Workshops ist es aber möglich, weitere benutzergenerierte Datensätze in das Spiel zu integrieren.

Darüber hinaus können wir aber auch ein eigenes Radsport-Team erstellen und dieses durch die Saison zu führen. Die selbst erstellten Teams gehören automatisch zur Kontinental-Klasse, was bedeutet, dass wir uns unsere Startberechtigung für die großen Turniere erst mit entsprechenden Ergebnissen in den kleineren Rennen verdienen müssen. Um dies gewährleisten zu können, steht unserem individuellen Team ein Budget von 800.000 Euro zur Verfügung, mit dem wir zwischen 10 und 18 Fahrern verpflichten können. Den Namen und das Kürzel unseres Rennstalls dürfen wir uns selbst überlegen, zudem stehen uns weit über 100 Trikotvorlagen zur Auswahl, die wir für unser Team nutzen können. Mit dabei sind auch diverse Outfits, bei denen sich Radsport-Nostalgiker in frühere Jahrzehnte zurückversetzt fühlen dürften, wie beispielsweise das Fonek-Trikot, das an das der Phonac-Mannschaft angelehnt ist, oder auch das S-Mobile-Trikot, das an den Look des früheren T-Mobile-Teams beziehungsweise des Teams Deutsche Telekom erinnert, mit dem unter anderem Jan Ullrich in den späten Neunzigern große Erfolge feiern konnte.

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Es gibt viel zu tun

Sobald der Karriere-Modus gestartet ist, gibt es einiges für uns zu erledigen, wobei das leicht überarbeitete Dashboard definitiv behilflich ist. Hier sehen wir auf einen Blick alle relevanten Meldungen sowie Nachrichten und haben außerdem direkten Zugriff auf unseren Kalender wie auch auf alle relevanten Managerfunktionen. So ist es beispielsweise unsere Aufgabe, unser Team für alle relevanten Rennen im nächsten Quartal anzumelden, beziehungsweise automatisch generierte Anmeldungen zurückzuziehen, um unsere Mannschaft zunächst zu schonen. Dies ist aber nur dann empfehlenswert, wenn wir ein World-Tour-Team steuern, denn die kleineren Teams sollten so viele Rennen wie möglich bestreiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Was hier wirklich sehr gut gelungen ist, ist das Menü zum Vorbereiten der Saison. Hier haben wir die Chance, nacheinander die anstehenden Rennen anzuwählen und bereits im Vorfeld die gewünschten Fahrer dafür anzumelden. Anhand der angezeigten Fitnessprognose lässt sich sehr genau erkennen, ob die betreffenden Spieler beim jeweiligen Rennen auch in guter körperlicher Verfassung sein werden.

Um dies zu gewährleisten, ist es die Hauptaufgabe als Teamleiter, sich detailliert mit den Fahrern zu befassen. So müssen wir uns zum Beispiel um ihr Training kümmern, um sicherzustellen, dass sie zum gewünschten Zeitpunkt in der Saison auf Ihrem Leistungszenit sind. Daher sollte ein Fahrer, der beispielsweise die Vuelta im Herbst als Saisonhighlight sieht, nicht schon bei den Frühjahrsklassikern auf Top-Niveau sein, weil er die Form nicht so lange aufrechterhalten kann. Mit einem breit aufgestellten Team und einem guten Gespür ist es dank des detailliert einstellbaren Trainings aber sehr gut möglich, das gesamte Jahr über mit verschiedenen Fahrern um den Sieg mitzufahren. Über das Ziele-Menü lassen sich zudem individuelle Saisonziele und -highlights für die einzelnen Fahrer sowie deren Rolle im betreffenden Rennen festlegen. Ob sie mit der Rollenverteilung und der Zielsetzung einverstanden sind, können wir im Übrigen sofort an ihrer Zufriedenheitsanzeige ablesen. Um einzelne Fahrer gezielt zu fördern, ist es außerdem möglich, Trainingslager in unterschiedlichen Regionen der Welt zu buchen.

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Als Manager ist es darüber hinaus unser Job, dafür zu sorgen, dass das Team einen Hauptsponsor hat, der ausreichende finanzielle Mittel bereitstellt. Um diesen auch längerfristig zufriedenzustellen sowie die finanzielle Grundlage unseres Teams zu sichern, sollten wir uns genau anschauen, auf welche Veranstaltungen der Sponsor großen Wert legt und was er dort von uns erwartet. Die vom Sponsor festgelegten Ziele lassen sich im Vorfeld der Saison auch noch verhandeln, hier müssen wir allerdings stets im Hinterkopf behalten, das leichter zu erreichende Ziele in der Regel auch weniger Geld bedeuten. Weitere Aufgabengebiete sind das Managen des Kaders, das Vertragsverlängerungen, Neuverpflichtungen oder eine detaillierte Nachwuchsarbeit beinhaltet, sowie das Finden des passenden Personals, vom Trainer bis hin zum Teamarzt. Zusätzlich zu unserem Profi-Team können wir im Verlauf unserer Karriere außerdem ein Nationalteam betreuen und damit an internationalen Wettkämpfen wie der Weltmeisterschaft teilnehmen.

Realistische Präsentation mit kleinen Schwächen

Bei der Umsetzung der 3D-Rennen kommen altbekannte Features zum Einsatz. So können wir selbst entscheiden, wie die Taktik unseres Teams aussehen soll. Mithilfe entsprechender Befehle ist es zum Beispiel möglich, dass unser Team die Führungsarbeit im Fahrerfeld übernimmt, entweder, um das Tempo hochzuhalten und dadurch Attacken gegnerischer Fahrer zu verhindern oder, um eine entflohene Ausreißergruppe wieder einzuholen. Hier steht uns mit der geschlossenen Kolonne ein neues Spielelement zur Verfügung, das es uns ermöglicht, unsere führenden Fahrer im Rennverlauf besser zu schützen, wodurch sie ihre Kräfte für die wichtigen Rennmomente aufsparen können. Darüber hinaus haben wir natürlich auch die Chance, das Renngeschehen zu beobachten und mit einem unserer Fahrer einen Angriff zu starten, egal, ob es dabei um den Etappensieg oder um Punkte für die Sprint- oder Bergwertung geht. Damit ein solcher Vorstoß erfolgreich ist, ist es wichtig die Fahrer gut zu kennen und sich mit Ihren Starken wie auch ihren Schwächen befasst zu haben, die in ihrem Fahrerprofil angezeigt werden. Da ein Sprinter auf flache Strecken spezialisiert ist, macht es zum Beispiel wenig Sinn, ihn im Hochgebirge attackieren zu lassen und umgekehrt.

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Die grafische Präsentation der 3D-Rennen ist auf einem gewohnt hohen Niveau. Die einzelnen Rennstrecken wurden sehr detailliert gestaltet und vermitteln uns ein realistisches Gefühl davon, in welcher Region wir gerade unterwegs sind. Der Wechsel von bewaldeten Gebieten zu flachen Feldern oder kleinen Städten, bis hin zum Hochgebirge ist gut gelungen und garantiert ein abwechslungsreiches Renngeschehen. Zwar ist schon deutlich erkennbar, dass sich die Gebäude, sowie die Texturen oder Modelle der Umgebung häufig wiederholen, dies stört aber im Rennverlauf nur wenig, da der Fokus ja eindeutig auf dem sportlichen Aspekt liegt. Die Darstellung der Zuschauer am Streckenrand weist ebenfalls deutliche Schwächen auf. Diese wurden zwar recht vielfältig gestaltet, sodass wir nicht nur gewöhnliche Beobachter, sondern zum Beispiel auch zeitgemäße Selfie-Fotografen erkennen können, dennoch bewegen sich die Figuren so gut wie gar nicht, wodurch sie leider sehr leblos wirken.

Was die Präsentation hingegen sehr realistisch erscheinen lässt, sind die verschiedenen Kameraperspektiven, die gewählt werden können. Diese reichen von der klassischen Ansicht, die von oben auf die Fahrer blickt, bis hin zu einer Helikopterperspektive, die einen perfekten Überblick über Abstände zwischen den einzelnen Gruppen ermöglicht. Besonders hervorheben lässt sich hier aber die wechselnde Kameraansicht, die je nach Spielgeschehen die Perspektive ändert und zum Beispiel zwischen verschiedenen Motorrad-Kameras hin und her wechselt. Dies kommt dem Blickwinkel, den wir aus den TV-Übertragungen der Radrennen kennen, sehr nahe und sorgt daher für ein sehr reales Erscheinungsbild.

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Fazit

Tour de France 2017 – Der offizielle Radsport-Manager wartet auch in diesem Jahr mit vielfältigen Managerfunktionen auf, die uns die Chance bieten, als Manager in den Profi-Radsport einzusteigen. Die zahlreichen Möglichkeiten der Einflussnahme sollten Radsportfreunde für längere Zeit beschäftigen und wirklich rundum zufrieden stellen. Das überarbeitete Dashboard der diesjährigen Ausgabe des Managers sowie die erneut starke optische Präsentation der 3D-Rennen, die ein hohes Maß an Realismus garantieren, runden das Spiel ab und machen es erneut zu einem Must-have für Radsport-Fans. Daran ändern auch die steifen Zuschauer oder die Tatsache, dass erneut einige Fahrer mit Fantasienamen unterwegs sind, definitiv nichts.

Positiv

  • Realistische Präsentation
  • Umfangreiche Managerfunktionen
  • Individuelles Team möglich
  • Unterschiedliche Spielmodi inklusive Bahnradsport
  • Verbesserte Menüführung
  • Überarbeitetes Fortschrittssystem im Pro-Cyclist-Modus

Negativ

  • Erneut nicht alle Original-Namen
  • Steife Zuschauer
  • Merklich wiederkehrende Gebäude und Texturen
  • In erster Linie nur für Radsport-Begeisterte
90
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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  • Martin: Hey! Auch von mir vielen lieben Dank für den Guide :D Ist der "Hauptguide" nach dem ich mich richte bzw. mittlerweile der einzige, den ich nutze^^ Ich hätte aber noch eine Frage zu diesem Part: Held Vorheriger Held Soforttötung bis … Stufe Siyalatas/Fragsworth The Masked Samurai 30 – 50 Atlas Samurai Stufe 2500 150 – 175 Terra Atlas Stufe 1500 350 – 450 Phthalo Terra Stufe 1500 700 – 900 Orntcha Gladeye Phthalo Stufe 1500 1300 – 1700 … Orntcha Gladeye Stufe 1500 2500 – 3000 Kannst du das genauer erklären? Was sind z.B. Altas, Terra usw. und das mit den Stufen
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