theHunter: Call of the Wild – Kann die Jagdsimulation mit dem Klassiker mithalten?

Bereits im Jahre 2014 konnten die Avalanche Studios seinen Fans mit dem Titel theHunter einen Genreklassiker präsentieren. Heute, nur drei Jahre später, hoffen sie an diesen Erfolg anknüpfen zu können. Ihr neustes Spiel theHunter: Call of the Wild, ebenfalls von Expensive Worlds entwickelt,  soll dabei jedoch eine deutliche Verbesserung des Klassikers sein.

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Leicht zu spielen, schwer zu meistern

Das Grundprinzip ist denkbar simpel – Wie in seinem Vorgänger auch, geht es darum Tiere aufzuspüren, um sie dann mit einem gekonnten Schuss mit Hilfe seines Gewehres zu erlegen. Eine vorgeschriebene Geschichte als solche gibt es nicht, da das Spiel als Open-World Titel gestaltet ist. Jedoch gibt es zahlreiche Missionen, die das Spielerlebnis interessanter gestalten und einen groben Leitfaden darstellen.

Zu Beginn hat man eine sehr kurze Charaktererstellung, die sich im Wesentlichen auf die Auswahl des Geschlechts und des Hautfarbentyps beschränkt. Hinzu kommt noch die Auswahl des Startgebiets. Ihr habt die Wahl zwischen dem Jagdrevier Hirschfelden und dem Layton Lake District. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrer Umgebung und den dort vorzufindenden Tieren. Für den Verlauf des Spiels ist es jedoch irrelevant, für welches Startgebiet ihr euch entscheidet.

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Das Jagen in der unberührten Natur

Das Jagdprinzip ist sinnvoll und nachvollziehbar umgesetzt worden. Für seine erlegte Beute erhält man Erfahrungspunkte und Geld. Hierbei ist vor allem die Art und Weise des abgegebenen Schusses wichtig. Ein gezielter Schuss in den Herzmuskel zum Beispiel, gibt eine bessere Wertung als vier Streifschüsse. Von dem Erworbenen Geld kann man sich in den freischaltbaren Lagern bessere Ausrüstung und mehr Munition kaufen. Hierbei ist zunächst die Stufe des Charakters wichtig, um bestimmte Ausrüstung überhaupt kaufen zu können.

Mit jeder freigeschalteten Stufe bekommt man entweder Fertigkeits,- oder Vorteilspunkte. Diese lassen sich nun sinnvoll in die Entwicklung des Charakters investieren. Es lassen sich beispielsweise die Fähigkeit des Spurenlesens verbessern, oder Vorteile im späteren Spielverlauf freischalten, um etwa ein Tier mit Hilfe eines selbst erzeugten Geräusches zum Stehenbleiben zu bringen.

Um Tiere besser aufspüren zu können, hilft einem das Fährtenlesen enorm. Tiere hinterlassen Abdrücke im Matsch oder an Ruheorten, an denen das Gras platt gedrückt wurde. All diese Informationen geben dem Spieler Anhaltspunkte, um das Tier aufzuspüren und zu erlegen. Hilfsmittel wie ein Fernglas, um die Umgebung zu erkunden und abzusuchen, oder Tröten, um Tiergeräusche zu imitieren, sind ebenfalls vorhanden und machen das Spielerlebnis abwechslungsreicher, indem sie dem Spieler neue Möglichkeiten verschaffen.

Das Menü ist gut strukturiert und nicht überfüllt. Egal ob eine Karte der kompletten Region, ein gut gestaltetes Inventar, eine Aufgabenliste, eine Übersicht der Vorteils,- und Fertigkeitspunkte, oder ein Kodex mit hilfreichen Artikeln zu allen Funktionen im Spiel – man behält gut den Überblick und ist nie überfordert durch eine Informationsflut. Zur Hilfe kann man ebenfalls ein Smartphone verwenden, das die klassische Karte in der unteren Bildecke ersetzt.

Zu entdeckende Aussichtspunkte und Lager dienen als Anreiz zur Erkundung des Arials. Die Aussichtspunkte können gut genutzt werden, um neue Jagdplätze ausfindig zu machen. Lager hingegen dienen als eine Art Basis, um seine Munition nachzufüllen oder die Tageszeit zu ändern.

Das Spiel als solches schafft eine gute Grundbasis des Spielprinzips, leider ist der Feinschliff nicht optimal gelungen. Oftmals muss man sich mit mal kleineren und mal größeren Fehlern in der Programmierung arrangieren. Beim Hinlegen kommt es, wenn auch nur selten, zum Schauen unter die Karte. Tiere laufen oftmals auf der Stelle und bei kleineren Tieren, wie zum Beispiel Eichhörnchen oder Hasen, fehlt gleich jegliche Interaktion. Fallschaden wurde ebenfalls nicht berücksichtigt. Selbst ein Sturz von einem der mindestens zehn Meter hohen Aussichtspunkte richtet nicht annähernd Schaden an unserem Charakter an. Solche Fehler nagen an dem Spiel und reißen einen oftmals aus der so idyllischen Atmosphäre heraus. Ganz abgesehen von der Beute und die damit verbundene Spielzeit, die einem damit verloren geht. Eine Veröffentlichung im Early-Access Programm von Steam hätte dem Spiel eventuell mehr Zeit in der Entwicklung gegeben, um solche Fehler zu beheben.

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Der Mehrspielermodus

theHunter ermöglicht einem ebenfalls das Jagen in einer Gruppe von bis zu vier Spielern. Einen neuen Spielmodus gibt es hier jedoch nicht. Man verbündet sich mich anderen Spielern, um schwerere Beute zu erlegen und gemeinsam das Territorium zu erkunden. Gegeneinander spielen ist hier jedoch nicht möglich und natürlich auch nicht Sinn und Zweck des Spielprinzips. Leider war hier die Verbindung zu den Servern oftmals alles andere als optimal. Beim Betreten einer Gruppenpartie, stürzt das Spiel ab, und man muss es demnach komplett neustarten. Solche Verbindungsprobleme, nehmen  dem Spieler leider die Lust, wie auch Spaß, an einem Mehrspielermodus.

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Die Steuerung

Die Bedienung des Spiels mit Maus und Tastatur gibt dem Spieler von Beginn an ein Gefühl der Sicherheit und einer vertrauten Umgebung. Zocker, die mit der klassischen Shootersteuerung zurechtkommen, werden auch in theHunter keine Probleme haben und direkt loslegen können.

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Die Optik

Optisch gesehen ist das Spiel auf dem allerneusten Stand. Die Grafik ist atemberaubend und sicherlich für den ein oder anderen allein schon ein Kaufgrund. Mit Hilfe der Apex Engine ist es den Entwicklern gelungen, eine Welt zu erschaffen, die Lust auf mehr macht. Das Erkunden der Landschaften macht einfach Spaß, Animationen sind gut umgesetzt worden und wirken sehr realistisch. Die Tiere sind detailliert dargestellt und schön animiert. Besonders das Wetter sorgt für eine angenehme und glaubwürdige Atmosphäre. Sowohl ein leichtes Windrauschen durch die Bäume, als auch ein starker Sturm mit Regen sind beeindruckend anzusehen. Die Grafik macht aus dem Spiel eine realistische Darstellung der Simulation.

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Die Geräusche des Waldes

Der Sound ist ein wichtiger Aspekt in jedem guten Spiel, und sollte immer zur Situation passen und eine geeignete Atmosphäre erzeugen. In theHunter gibt es keinen spielinternen Soundtrack oder Musik, sondern lediglich die Geräusche des Waldes, die sehr realistisch umgesetzt sind. Jeder weiß, dass man bei der Jagd vorsichtig und ruhig sein muss, deswegen wäre Musik im Hintergrund eher ablenkend und unangebracht. Man hört die Laufgeräusche sowie die Laute der Tiere und das Rascheln der Blätter im Wind. Der Sound unterstreicht somit die Jagdatmosphäre und passt sehr gut zum Spiel wie auch zur Umgebung. Unter anderem ist er auch ein wichtiger Aspekt für die Jagd an sich, da man natürlich auch Tiere durch ihre Geräusche besser aufspüren kann. Andersherum werden Tiere jedoch auch verschreckt, indem man selbst unaufmerksam ist und laute Geräusche erzeugt. Ein Beispiel dafür wäre das Rascheln bei Bewegungen im hohen Gras.

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Fazit

Wie bereits oben beschrieben, sind sowohl der Sound als auch die Grafik sehr gut und schaffen eine idyllische Jagdatmosphäre. Ich persönlich empfand das Spiel als etwas monoton. Man muss viel umherlaufen, dies kann oft das sehr ermüdend sein. Das ist aber auch vollkommen normal, sowie realistisch. Schließlich handelt es sich hier um ein Simulationsspiel und nicht um einen Shooter. Des Weiteren ist das Aufspüren von Tieren ein genauso großer Bestandteil des Jagens, wie das Erschießen der Tiere, wenn nicht sogar ein noch Größerer. Wer ein Sympathisant von Simulationen oder der theHunter-Reihe im Allgemeinen ist, wird mit dem neuen Teil sicherlich viel Spaß haben. Spieler die sich jedoch mit solch einem Genre nicht identifizieren können, werden dies mit diesem Teil wohl auch nicht tun.

Positiv

  • Realistische Simulation
  • Atmosphärische Umgebung
  • Motivierendes Fertigkeitensystem

Negativ

  • Monotones Gameplay
  • Zu simpel gestalteter Multiplayer
  • Belanglose Story
  • Wenig Spieltiefe
64
Gabor Röser

Geschrieben von: Gabor Röser

Schüler am Berufskolleg für Architektur und Bautechnik. Besonderes Interesse an Survival-Games und der Moba-Szene. Auf Twitch.tv auch im Livestream zu sehen.

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Neueste Kommentare

  • Thxice: Stimmt gar nicht, im Moment nur Fehler und bugs. Vom Träger überhaupt keine spur
  • Stephanie Walter Stephanie Walter: Ich glaube, es kommt einfach darauf an, was man gerne spielt. Klar lassen sich Taktik und Teamplay nicht mit einem Titel wie Battlefield vergleichen aber ich denke, dass trotzdem viele Spaß an Battlefront II haben werden. Gerade auch Gelegenheitsspieler, die schnell mal ne Runde zocken wollen. Ihr hab natürlich Recht, die Grafik und das Feeling stimmen und vielleicht tut sich in Sachen Teamplay noch ein bisschen was vorm Release, gerade bei den Gruppenpunkten wäre das wünschenswert. Ich freue mich auf jeden Fall richtig auf die Kampagne.
  • Daniel Walter Daniel: Ist das erste Mal, dass ich es am PC spiele, früher stundenlang an der PS2 :-)