The Surge – Knallharte Kämpfe im Sci-Fi-Setting

Focus Home Entertainment und Deck 13 Interactive haben heute ein neues Spiel für alle Hardcore-RPG-Fans veröffentlicht: The Surge. Am besten vergleichen lässt sich The Surge mit dem Genre-Kollegen Dark Souls. Im Gegensatz dazu setzt The Surge auf eine Science-Fiction Umsetzung. Ob diese gelungen ist und sich das Spiel neben Dark Souls durchsetzen kann, werden wir in diesem Test herausfinden.

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Alles startet mit einem Werbevideo der Firma CREO. Sie hat eine Vision und eine Mission: reSOLVE. Das Ziel von reSOLVE ist die Deportierung aller Menschen auf einen neuen Planeten, um so unsere durch Klimakatastrophen geschädigte und zerstörte Welt zu heilen, damit unsere Kinder in einer grünen Welt in Frieden leben können. Das ist aber nicht alles, mit dem CREO wirbt. Wer sich der CREO-Familie anschließt, erhält gratis ein Exoskelett verpasst, um so, dank der Maschinen, mehr Kraft und Ausdauer zu haben. Nach der Werbung erscheint ein „Join us now“-Button und unser Hauptcharakter drückt drauf. Danach finden wir uns in einer Bahn wieder, in der wir ein Willkommensvideo ansehen und zum ersten Mal unseren Protagonisten sehen dürfen. Hier wird nebenbei auch noch die grundlegende Kamera- und Bewegungssteuerung erklärt.

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Ist das Video vorbei, sind wir an der Station angekommen und laufen aus dem Zug heraus. Moment, haben wir laufen gesagt? Wir meinen natürlich rollen! Unser Held sitzt im Rollstuhl, doch das macht nichts! CREO erklärte uns, dass sie nicht zwischen den Leuten unterscheiden, denn jeder ist gleich und kann zum Ziel beitragen. Eine Lautsprecherdurchsage sagt uns, dass wir uns zur Jobregistrierung begeben sollen. Gesagt, getan. Dort angekommen dürfen wir uns zwischen zwei Jobs entscheiden. Als Machinist können wir Berge versetzen. Wir sind unglaublich stark und nichts kann uns aufhalten. Als Servicetechniker sind wir flink und agil, also das genaue Gegenteil des Machinisten.

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Haben wir uns entschieden, legen wir uns auf den Tisch für die Implantation des Exo-Rigs. Komplett verkabelt, an den Händen und Füßen festgebunden, geht es los. Etwas naiv und nichts ahnend sind wir hier ganz locker, aber nur bis der Computer ein nettes kleines Wort namens „sediert“ benutzt. Danach folgt eine Videosequenz, die man sich anschauen sollte. Als wir wieder zu uns kommen, befinden wir uns auf einer Art Schrottplatz. Um uns herum liegen überall Leichen und ein Roboter zieht gerade an unserem Fuß. Wir stehen auf, nehmen ein Rohr vom Boden und schlagen auf den kleinen mechanischen Mistkerl ein, bis uns auffällt, dass wir wieder gehen können! Hier beginnt unser Abenteuer durch die Anlage von CREO, auf dem Weg herauszufinden, was hier passiert ist und warum wir hier gelandet sind.

Auf unserem Abenteuer durch das CREO-Gelände begegnen uns etliche verschiedene Roboter und auch lebende Feinde, die es entweder zu besiegen gilt oder wir laufen einfach davon. Man sollte aber auf jeden Fall den Kampf bevorzugen, da hier alles Wichtige für unseren Helden erlangt werden kann. Schauen wir uns das Ganze aber einmal Schritt für Schritt an.

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Unser Rohr, das wir direkt zu Beginn erhalten haben, ist eine Einhandwaffe. Neben diesen gibt es noch Zweihand-, einseitig und beidseitig montierte Waffen, sowie Stäbe. Je mehr wir mit einer Waffe des ausgewählten Typs kämpfen, desto mehr steigt unsere Fertigkeit bei diesem Typ. Im Kampf können wir unseren Gegner mit vertikalen und horizontalen Angriffen attackieren. Es lassen sich auch bestimmte Körperteile unseres Gegenübers anvisieren, um dort mehr Schaden anzurichten. Auf einen gepanzerten Arm lohnen sich beispielsweise die vertikalen Angriffe, auf ein gepanzertes Bein die horizontalen. So gut wie jeder Gegner hat eine oder mehrere Schwachstellen, die beim Anvisieren Blau markiert werden. Dort richten wir viel mehr Schaden an, als eben an den gepanzerten.

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Wie auch in anderen Spielen üblich, können wir den gegnerischen Angriffen ausweichen, können sie blocken und parieren. Haben wir die Schlacht erfolgreich gemeistert, wartet etwas Altmetall auf uns, die Währung von The Surge. Altmetall ist schön und gut, wer aber wirklich stark werden möchte, sollte sich auf das abtrennen der Körperteile fokussieren. Haben wir einem solchen genug Schaden zugefügt, kann es passieren, dass es abfällt und wir es einsammeln können. Je stärker gepanzert, desto hochwertiger ist unsere Beute. Sammeln wir beispielsweise den Armschutz eines Feindes ein, bekommen wir den Bauplan hierzu. Beim nächsten Mal erhalten wir nur noch den Armschutz, der später zerlegt werden kann.

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Beim Kampf sollte man besonders Acht auf seine Ausdauer geben, denn jeder Schlag verbraucht etwas hiervon, genauso wie das Ausweichen. Es gilt also die richtige Kombination von Schläge, egal in welche Richtung, zu finden und auf die Waffe abzustimmen. Denn jede einzelne Waffe besitzt neben einem anderen Schadenswert auch ein anderes Angriffstempo. Auch skaliert jede anders mit der Waffenfertigkeit und fügt eine unterschiedliche Menge Extra-Energie hinzu. Mit der Energie lassen sich Finisher-Moves ausführen. Hier sollte jeder Spieler seine eigene Taktik mit seiner Lieblingswaffe herausfinden. Es ist aber von Vorteil, sich mit mehreren Waffen, schnellen und langsamen, anzufreunden und auseinanderzusetzen. Denn manchmal muss man vielleicht etwas agiler sein, als an anderen Stellen.

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In jedem Bereich der CREO-Anlage finden wir eine MediBay, an der wir unsere Injektionen und Lebensenergie wieder auffüllen können. Unser Exo-Rig hat von Anfang an genau vier freie Steckplätze für Implantate. Diese können wir in der Spielwelt finden und mitnehmen. Es lassen sich neben den Implantaten aber natürlich auch Materialien in der Spielwelt aufspüren. Es gibt Steckimplantate, die wir einfach jederzeit ein- und ausbauen können, auf der anderen Seite gibt es aber die Festimplantate, die nur an der MediBay gewechselt werden können. So etwas wie die Vitalinjektion, die uns eine bestimmte Menge Lebensenergie zurück bringt, muss an der MediBay eingebaut werden, der medizinische Motor, der uns die Gesundheit der Gegner anzeigt, kann jederzeit verbaut werden.

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Manche der Implantate benötigen etwas unserer Kernleistung, die wir mithilfe des Altmetalls an der MediBay aufrüsten können. Nicht benötigtes Altmetall können wir dort auch lagern. Im Falle unseres Todes verlieren wir nämlich alles und müssen es uns in alter Dark Souls Manier wiederholen. Als kleine Challenge wurde hier ein Timer eingebaut, der bei Ablauf unser Altmetall einfach endgültig löscht. Es gilt also so schnell wie möglich zum Ort des Ablebens zu gelangen. Alle auf dem Weg dorthin erledigten Feinde geben aber glücklicherweise einen kleinen Zeitbonus obendrauf.

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Neben der MediBay gibt es noch die Werkbank, an der wir Ausrüstung herstellen oder diese verbessern können. Zur Herstellung benötigen wir die Baupläne, die wir eben durch das Abtrennen der Körperteile unserer Gegner erlangen. Mit den benötigten Materialien lassen sich diese dann eben bauen und im Inventar anlegen. Insgesamt haben wir sechs freie Plätze: beide Arme, beide Beine, den Kopf und den Torso. Auch bei den verschiedenen Ausrüstungsgegenständen gibt es einige Unterschiede. Die leichte Panzerung lässt uns etwas mehr Spielraum bei der Bewegung als die schwere, dafür können wir aber nicht so viel einstecken.

Jeder Gegenstand besitzt eine Stufe, die von der kleinsten Mk. I, bis zur größten Mk. IV reicht. Je höher, desto mehr Verteidigung respektive Angriff besitzen sie. Es sind auch etliche Baupläne im Spiel auffindbar, was Sammelfreunde freuen dürfte.

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The Surge ist wie schon gesagt ein Hardcore-RPG, das seinem Genre auch komplett entspricht. Am Anfang mag es vielleicht noch etwas leicht erscheinen, doch der Schwierigkeitsgrad zieht mit Laufe des Spiels gut an. Eigentlich ist alles machbar, sofern man die richtige Technik herausgefunden hat. Ansonsten können manche Kämpfe schon etwas frustrierend werden, davon geht man beim Kauf eines Hardcore-RPGs aber eigentlich aus.

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Das Sci-Fi-Setting von The Surge überzeugt von Anfang bis zum Ende. Seien es die abgestürzten Raketen von CREO, oder aber die Fertigungsanlage der Roboter oder die ganzen Feinde, die von kleinen Drohnen bis hin zu riesigen Schmelzrobotern reichen. Der Exo-Rig unseres Helden ist sehr detailliert, die optischen Effekte, wie beispielsweise das Leuchten und der Funkenflug unserer Elektrowaffe, sehen wirklich super aus. Auch beim Aufprall auf dem Gegner wirkt das sehr realistisch. In vielen Teilen der Anlage findet man irgendwelche Partikel herumfliegen, sei es Staub oder Rauch. Auch das Feuer, in dem unsere „Kollegen“ in den Exo-Rigs aufgehen, ist schön anzusehen. Musikalisch wird The Surge eigentlich nur dann begleitet, wenn wir uns in einer brenzlichen Situation befinden, sei es ein übermächtiger Gegner oder eben ein Bosskampf. In der MediBay dudelt 24/7 der gleiche Song, der zwar an sich schön ist, aber vielleicht hätte man hier eine kleine Auswahl einfügen können.

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Fazit

Ganz klar kann man sagen, dass alle Dark Souls Fans, die gerne mal ein anderes Setting ausprobieren möchten, mit The Surge nichts falsch machen. Es ist ein wirklich schönes Spiel, das mich einige Nerven gekostet hat und doch so viele Stunden Spaß bereiten konnte. Am meisten haben mich die Vielzahl an verschiedenen Ausrüstungsgegenständen und die daraus resultierenden Möglichkeiten begeistert. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar teilweise etwas hoch, aber mit der richtigen Technik sollte eigentlich alles irgendwann klappen.

Positiv

  • Viele Ausrüstungsgegenstände
  • Cooles Setting
  • Kurzes und gutes Tutorial
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
  • Tolle optische Umsetzung

Negativ

  • Song in der MediBay immer gleich
90
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D
  • Revilo-Mit: Entgegen der Facebook antwort... Mir reicht wohl eher die Standard- Edition mit Season-Pass. Mit dem Rest kann man keine Rennen fahren, steht nur rum und McLaren mag ich nicht ^^