The Elder Scrolls V: Skyrim – Special Edition: Wir kehren nach Himmelsrand zurück

Mit der Special Edition ist der erfolgreiche fünfte Teil der Elder Scrolls Reihe nun auch für die aktuelle Konsolengeneration erschienen. Wie sich das Rollenspiel mit schier endloser Spielzeit auf der PS4 präsentiert, zeigen wir euch im folgenden Test.

Die Story beginnt mit einer Kutschenfahrt durch die Spielwelt, in der wir zum einen den Dialogen unserer Mitreisenden lauschen, zum anderen aber auch die wunderschöne Landschaft beobachten können.

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Wir wurden beim Überqueren der Grenze von den kaiserlichen Soldaten gefangen genommen und befinden uns nun in Gefangenschaft, zusammen mit drei weiteren Männern. Dabei handelt es sich um keinen Geringeren als Ulfric Sturmmantel, den Anführer der Rebellion, sowie um einen seiner Gefolgsleute und einen Dieb. Die Kutsche bringt uns schließlich zu einem nahegelegenen Ort, an dem wir und unsere Begleiter hingerichtet werden sollen. Dort erwarten uns die Kaiserlichen bereits, die einen nach dem anderen vortreten lassen, um die Personalien jedes Einzelnen zu klären. Der Dieb versucht zu fliehen, um seiner Strafe zu entgehen, allerdings wird er bereits wenige Meter später von einem der kaiserlichen Bogenschützen getötet. Kurz darauf sind wir an der Reihe und steuern zielstrebig auf den wortführenden Soldaten zu. Dort angekommen, fragt er uns nach unserem Namen, woraufhin sich der Charakterdesigner des Spiels öffnet und wir Rasse, Aussehen und Namen unserer Figur festlegen können.

Wir haben zunächst die Wahl zwischen zehn verschiedenen Klassen, die jeweils über andere Fähigkeiten und Attribute verfügen. So sind die reptilienartigen Argonier beispielsweise sehr unempfindlich gegenüber Krankheiten, wohingegen sich die Dunkelelfen aufgrund ihrer Schleichfähigkeiten sehr unauffällig durch die Spielwelt bewegen können. Gleiches gilt für die katzenartigen Khajiit, die darüber hinaus auch sehr gut im Dunkeln sehen können. Menschliche Rassen wie die Nord oder die Rothwardonen sind wiederum sehr starke Krieger, ebenso wie die Orks, die zudem über ein besonderes Talent beim Schmieden von Waffen verfügen. Magiefreunde sollten sich dagegen für die Bretonen aus Hochfels oder für die Hochelfen entscheiden, die die arkanen Kräfte wie keine andere Rasse beherrschen. Komplettiert wird die Auswahl durch die Waldelfen, die in erster Linie als treffsichere Schützen überzeugen, sowie durch die Kaiserlichen, deren besondere Begabung im Aufspüren von Gold liegt.

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Sobald wir uns für eine der Rassen entschieden haben, können wir Aussehen, Geschlecht sowie Hautfarbe wie auch Gewicht unseres Charakters festlegen und ihn dadurch nach Belieben verändern. Gerade im Bereich des Gesichtes sind die Einstellungsmöglichkeiten sehr vielfältig, was ein individuelles Aussehen entsprechend unserer Vorstellungen möglich macht.

Nach Abschluss des Charakterdesigns sowie der Namensgebung unseres Alter-Egos wird die Geschichte mit der Durchführung der Hinrichtungen fortgesetzt. Wir beobachten, wie der Henker den ersten Gefangenen enthauptet, woraufhin wir selbst zum Schafott befehligt werden. Gerade in dem Moment, als wir uns auf dem Boden niederknien und uns mit unserem Ende abgefunden haben, unterbricht ein lautes Geräusch die Hinrichtung. Wie wir wenig später herausfinden, stammt der ohrenbetäubende Lärm von einem riesigen Drachen, der das Dorf aus der Luft angreift sowie alle Anwesenden in Angst und Schrecken versetzt. Wir nutzen die Gunst der Stunde und folgen unseren ehemaligen Mitgefangen durch das Chaos, das innerhalb kürzester Zeit in unserer Umgebung ausgebrochen ist.

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Wir kämpfen uns bis zur Festung auf der anderen Seite des Dorfes durch, wo wir schließlich in den Kellergewölben darunter nach einem geeigneten Fluchtweg suchen. Nachdem wir die weitläufigen Höhlen unterhalb der Festung hinter uns gelassen sowie die dort befindlichen menschlichen und tierischen Gegner besiegt haben, finden wir uns am Ende auf einer Straße im Grünen wieder, wo mit dem Drachen, der uns kurz davor vor dem sicheren Tod bewahrt hat, direkt die nächste Überraschung auf uns wartet. Da er uns aber nicht entdeckt und sich daher schnell wieder aus dem Staub macht, können wir unsere Reise fortsetzen. Unsere Mission führt uns letztlich ins beschauliche Dorf Flusswald, wo unser eigentliches Abenteuer beginnt. Im Laufe der Geschichte erfahren wir nicht nur, warum die lange verschollenen Drachen plötzlich wieder aufgetaucht sind. Wir lernen zudem einige interessante Details über unseren Charakter, der über ganz besondere Fähigkeiten verfügt, die in direktem Zusammenhang mit dem Erscheinen der riesigen Flugwesen stehen.

Gameplay

Das bekannte Kampfsystem ist auch auf der PS4 sehr gut umgesetzt. Dabei können wir unseren Hauptangriff über die R2-Taste auslösen, wohingegen das Blocken von gegnerischen Angriffen über L2 möglich ist. Da für die Block-Bewegung beide Hände benötigt werden, kann sie aber nur dann ausgeführt werden, wenn unsere linke Hand frei ist. Dies ist beispielsweise nicht der Fall, wenn wir der freien Hand einen Zauberspruch zugewiesen haben, der sich in diesem Fall über L2 nutzen lässt. Da Zuweisen eines Zaubers ist über das Magie-Menü möglich, das wir über die Kreistaste erreichen.

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Über den Kreis gelangen wir außerdem zu unserem Objektmenü, wo wir unsere Ausrüstung aus allen Rüstungsteilen, die sich in unserem Besitz befinden, zusammenstellen sowie unsere Waffe wählen können. Hier wird uns außerdem die aktuelle Traglast angezeigt, sodass wir jederzeit sehen, ob wir noch Objekte tragen können oder nicht. Wird der angezeigte Maximalwert überschritten, bewegt sich unsere Figur fortan nur noch im Zeitlupentempo, bis wir genügend Gegenstände fallen gelassen oder verkauft haben.

Ebenfalls über den Kreis lässt sich die Weltkarte aufrufen, die uns unter anderem die Möglichkeit bietet, Wegpunkte innerhalb der Spielwelt zu setzen, die uns anschließend als Orientierungshilfe in der Leiste am oberen Bildschirmrand angezeigt werden. Dort sehen wir übrigens auch unser aktuelles Missionsziel, das als weißes Pfeilsymbol dargestellt wird, sowie die Symbole sämtlicher Städte, die sich in unserer näheren Umgebung befinden. Sobald wir einen Ort zum ersten Mal besucht haben, färbt sich das entsprechende Städtesymbol auf der Karte sowie in der Leiste weiß, wodurch wir immer erkennen können, wo wir noch nicht vorbeigeschaut haben. Besuchte Orte können über die Karte anschließend per Schnellreise angesteuert werden.

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Bei einem Levelaufstieg erhalten wir Erfahrungspunkte, die wir im Fähigkeitenbaum einlösen können, um neue Fertigkeiten freizuschalten. Auch diesen erreichen wir durch Drücken der Kreistaste. Dort angekommen stehen uns verschiedenen Bereiche zur Wahl, die wir nach Belieben aufwerten können, vom Schleichen oder Schlossknacken, über diverse Kampffertigkeiten und Rüstungsoptionen bis hin zu verschiedenen magischen Kräften, die unsere Heilung oder unsere Schutz- und Lähmzauber verbessern.

In der Spielwelt erwarten uns unzählige Gegner, die von kaiserlichen Wachen oder Banditen, über furchteinflößende Spinnen, Wölfe oder Bären, bis hin zu riesigen Drachen reichen, die zu den größten Herausforderungen des Spiels zählen. Während einige Feinde schon aus der Distanz angreifen, verfügen andere Widersacher über starke Nahkampfangriffe, die uns sehr großen Schaden zufügen. Daher müssen wir unsere Taktik bei jedem einzelnen Gegnertyp überdenken und unter Umständen an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen.

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Die Umgebung hält aber nicht nur gefährliche Feinde für uns bereit. Überall in der Spielwelt finden wir zudem andere Charaktere, für die wir zusätzliche Aufgaben erledigen können, sowie unzählige Schatztruhen, die immer wieder nützliche Items oder lebensrettende Tränke beinhalten. Letztere helfen uns unter anderem dann, wenn unsere Lebenspunkte, unsere Magicka oder unsere Ausdauerpunkte zur Neige gehen, was gerade im Kampf schnell tödlich enden kann. Während Erstere unser Überleben sicherstellen, werden die Magiepunkte bei unseren Zauberfähigkeiten sowie die Ausdauerpunkte bei Angriffen und Sprints benötigt. Wenn wir die Tränke einsetzen möchten, finden wir Sie im Objektmenü unseres Alter-Egos.

Das Sprinten ist über die L1-Taste möglich, durch Drücken des linken Controlsticks lässt sich hingegen der Schleichmodus aktivieren, bei beispielsweise bei diebischen Vorhaben von Nutzen ist. Die Interaktion mit anderen Charakteren sowie das Plündern von besiegten Gegnern oder das Öffnen von Kisten erfolgt über die X-Taste. Per Klick auf den rechten Controlstick kann zudem zu jeder Zeit zwischen der Ego-Perspektive und der Third-Person-Ansicht gewechselt werden, sodass wir das Spiel entsprechend unserer persönlichen Vorlieben erleben können. Die aktuellen Missionsziele und angenommenen Quests lassen sich über die Options-Taste des Controllers einblenden. Hier stehen zudem diverse Statistiken für uns bereit, die uns Einblick in unser Verhalten im Spiel bieten.

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Die Spielwelt lässt sich vollkommen frei bereisen und erkunden. Zudem dürfen wir zu jeder Zeit selbst entscheiden, über welche Route wir einen Ort ansteuern. Dank der vielen Nebenquests, die überall auf uns warten, ist es auch nicht zwingend erforderlich, die höchste Priorität auf die Hauptmission zu legen, sodass wir den Schwerpunkt unserer Geschichte selbst bestimmen können. Ergänzend zum klassischen Gameplay ist es auch möglich, Immobilien zu erwerben und eine eigene Familie zu gründen. Zudem lassen sich Rohstoffe sammeln und verkaufen oder bei entsprechenden finanziellen Voraussetzungen auch Kinder adoptieren. Dies gibt uns das Gefühl, ein realitätsnahes Leben in der Fantasy-Welt führen zu können, was zu einer schier endlosen Zahl an Möglichkeiten sowie zu einer enormen Spielzeit und Langzeitmotivation führt.

Wie es sich viele Skyrim-Konsolenspieler in der Vergangenheit gewünscht haben, können mit der Special Edition die zahlreichen Mods der Community genutzt werden. Diese lassen sich direkt im Hauptmenü des Spiels herunterladen und bei Bedarf auch wieder ausschalten. Zum Verwenden der Mods wird lediglich ein Bethesda.Net Konto benötigt, über das wir uns im Spielmenü einloggen müssen, um Zugriff auf die Dateien zu haben.

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Grafik

Insgesamt überzeugt Skyrim auch heute noch durch eine hervorragend in Szene gesetzte atmosphärische Umgebung, in der man sich einfach sehr gerne aufhält. Auch die zahlreichen Ortschaften bieten uns viele liebevolle Details, die die Spielwelt lebendig machen, wie zum Beispiel sich drehende Mühlräder, arbeitende Handwerker oder auch freilaufende Tiere wie Hunde oder Hühner.

Geht man etwas näher an die Objekte heran, sieht man anhand der unscharfen Texturen dann aber doch, dass das Urspiel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Dies tut der Faszination des Spiels aber überhaupt keinen Abbruch. Die zahlreichen Möglichkeiten, die das Rollenspiel zu bieten hat, überzeugen auch heute noch auf ganzer Linie, wodurch das eine oder andere grafische Manko wohlwollend ignoriert werden kann. Gerade die Feuer und Wassereffekte wurden in der Special Edition doch merklich überarbeitet. Gleiches gilt für die stimmungsvollen Lichteffekte, die für eine realistische Beleuchtung der Umgebung sorgen. Diese wird durch einen gelungenen Tag-Nacht-Wechsel noch zusätzlich herausgearbeitet.

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Sound

Das Spiel besitzt eine sehr überzeugende deutsche Sprachausgabe, die bei Bedarf mit einem passenden Untertitel ergänzt werden kann. Dies ist zu jeder Zeit über das Spielmenü möglich, das sich über die Options-Taste erreichen lässt.

Schon im Ladebildschirm des Titels erwarten uns einnehmende Orchesterklänge, zu denen sich sehr eindringliche Chöre gesellen, die ein wenig an die musikalische Untermalung der Ork-Heere in Herr der Ringe erinnern. Im Spiel selbst ist die orchestrale Hintergrundmusik meist sehr dezent gehalten. Allerdings sorgen rhythmische und dynamische Akzente immer wieder für Spannungsmomente, die die Geschehnisse auf dem Bildschirm passend begleiten. In Dörfern und Städten können wir uns darüber hinaus auf authentische Mittelalterklänge freuen, bei denen Lauten oder verschiedene Flöten zum Einsatz kommen.

Komplettiert wird die gut gelungene Soundausgabe des Rollenspiels durch realistische Soundeffekte, wie unsere Schritte auf dem Boden, das Rauschen des fließenden Wassers oder auch das Singen der Vögel in den Lüften oder auf den Bäumen.

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Fazit

Die Special Edition von „The Elder Scrolls V: Skyrim“ ermöglicht es endlich auch den Besitzern der aktuellen Konsolen, in das epische Rollenspiel einzutauchen. Der Umfang des Spiels, das sämtliche DLCs der ursprünglichen Variante enthält, ist wirklich enorm und bietet die Möglichkeit, eine ganz eigene Geschichte fernab der Hauptmission zu erleben. Die nun auch auf der Konsole nutzbaren Mods verstärken dies noch zusätzlich und machen Skyrim auch heute noch zu einem echten Meilenstein des Genres.

Positiv

  • Umfangreiche Geschichte mit unzähligen Nebenquests
  • Riesige Spielwelt, die eine vollkommen freie Herangehensweise ermöglicht
  • Umgebung besitzt eine außergewöhnliche Atmosphäre
  • Mods sind nun auch auf der Konsole nutzbar
  • DLCs sind Teil der Special Edition

Negativ

  • Bei genauerem Hinsehen wirken die Objekte unscharf
92
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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