The Elder Scrolls Online: Morrowind

Das MMORPG The Elder Scrolls Online (ESO) wurde kürzlich um die Erweiterung Morrowind ergänzt. Diese gewährt uns Zutritt zur Insel Vvardenfell, auf der neue Aufgaben auf uns warten. Ob der Ausflug in die neue Region geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Test.

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Aller Anfang ist schwer

In einer kurzen Sequenz, die uns eindrucksvoll die neue Region vorstellt, erfahren wir, dass sich auf der Insel Vvardenfell im geschichtsträchtigen Morrowind das Böse erhebt, das aufgehalten werden muss, bevor es alles vernichtet, was in der Vergangenheit dort aufgebaut wurde. Unser Ausflug zur Insel startet auf einem Schiff, wo wir zunächst unseren Charakter designen können, wenn wir noch keinen haben. Ist dies geschehen, widmen wir uns dem Brief, der vor uns auf dem Tisch liegt. Dieser offenbart uns hilfreiche Details über das Land der Dunkelelfen, in das uns unsere Reise führen wird. Demnach erwartet uns in der Hauptstadt der Region, die auf den Namen Vivec hört, der gleichnamige Fürst, der unter den Dunkelelfen als lebende Gottheit verehrt wird. Doch bevor wir uns zur Hauptstadt begeben können, wartet laut Brief zunächst das Dorf Seyda Neen auf uns, ein kleiner Ort, an dem es vor Schmugglern und Sklavenhändlern nur so wimmelt.

Doch wie so oft sieht die Realität anders aus, als es in Schriften postuliert wird, denn kurz nachdem wir den Brief zu Ende gelesen haben, spüren wir eine heftige Erschütterung, die den bevorstehenden Untergang unseres Schiffes ankündigt. Nach einem kurzen Zeitsprung wachen wir in einem Gefängnis der Sklavenhändler wieder auf, die unseren Schiffbruch offenbar von langer Hand geplant haben. Glücklicherweise treffen wir an dem unheilvollen Ort auf die mysteriöse Naryu Virian, die sich bereit erklärt, uns bei unserer Flucht zu unterstützen. An dieser Stelle erhalten ESO-Neulinge und alle, die die Steuerung nicht mehr richtig in Erinnerung haben, eine kurze Einführung in selbige sowie in das grundlegende Kampfsystem. Wir lernen nicht nur die Basis-Schläge oder das Blocken, sondern erfahren zudem, wie wir gegnerische Angriffe unterbrechen und ihnen Ausweichen können.

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Nach Abschluss der kurzen Trainingssequenz kann es endlich richtig losgehen. Damit unsere Flucht gelingen kann, müssen wir unsere Umgebung zunächst nach geeigneter Ausrüstung sowie nach dem Schlüssel zum Haupttor des Areals absuchen. Da es sich dabei nicht um ein geschlossenen Gefängnis, sondern ein größeres Gebiet mit mehreren Gebäuden sowie einem Außenbereich handelt, gibt es während unserer Suche nach den benötigten Objekten auch allerhand Nützliches zu entdecken, von Nahrungsmitteln, über Rüstungsteile bis hin zu Waffen. Damit das Absuchen der Umgebung auch möglichst ertragreich ist, hat uns Naryu freundlicherweise einen Dietrich zur Verfügung gestellt, mit dem wir unsere ersten Schlösser knacken können. Im Gespräch mit den Mitgefangen erhalten wir zudem mal mehr mal weniger nützliche Informationen, die uns etwas über die Sklavenhändler verraten, in deren Fängen wir uns befinden.

Sobald wir die benötigten Teile zusammen haben, treffen wir uns erneut mit unserer Freundin Naryu. Im folgenden Gespräch offenbart sie sich uns als Assassinin, deren Ziel es ist, den Anführer der Sklavenhändler auszulöschen. Da wir nun sozusagen in ihrer Schuld stehen, bleibt uns nichts anderes übrig, als sie bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, um das Sklavenlager endlich hinter uns lassen zu können. Damit Naryu ihr Ziel erreichen kann, benötigt sie verschiedene Rohstoffe, die zum Bauen einer Bombe erforderlich sind. Wenn wir das Areal um uns herum ein weiteres Mal durchsuchen, sollten wir diesmal etwas vorsichtiger sein, da die Wachen inzwischen gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt, und daher deutlich aufmerksamer sind.

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Im Gegensatz zu unserer ersten Suche kommt es daher deutlich öfter zu Auseinandersetzungen mit Feinden, was uns erste Kampferfahrungen ermöglicht. Auf diese Weise können wir unsere Fähigkeiten hervorragend verbessern, denn je öfter wir eine bestimmte Waffe benutzen, desto höher wird ihr Rang, was wiederum nach und nach zusätzliche Aktionen freischaltet. Gleiches gilt im Übrigen auch für unsere Zauber sowie für die angelegte Rüstung, die durch Benutzung im Rang ansteigen. Durch das Kämpfen und Erledigen von Aufgaben erreichen wir außerdem einen stetig höheren Gesamtlevel, was uns zu nützlichen Fähigkeitspunkten verhilft, die für das Erlernen neuer Angriffe und Zauber erforderlich sind. Zusätzlich stehen uns die sogenannten Attributspunkte zur Verfügung, die wir auf die Kategorien Leben, Ausdauer und Magicka verteilen können.

Nachdem wir die benötigten Rohstoffe gesammelt wie auch uns dem Kapitän des Sklavenschiffs angenommen haben, gehen Naryu und wir getrennte Wege. Unser eigentliches Abenteuer in Vvardenfell beginnt, wie im Brief beschrieben, im Dorf Seyda Neen. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Morrowind-Erweiterung die verfügbaren Klassen Drachenritter, Zauberer, Nachtklinge und Templer um die Hüter-Klasse ergänzt. Diese ist in der Lage, sich der Frostmagie zu bedienen und kann im Kampf außerdem Tiere beschwören, die sie währenddessen unterstützen.

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Best of both worlds

Für all diejenigen, die The Elder Scrolls Online noch nicht gespielt haben, hier einige Worte zur Steuerung. Diese vereint die klassische Kampfsteuerung, wie wir sie aus Elder-Scrolls-Titeln wie Skyrim kennen, mit der aus anderen MMORPGs bekannten Möglichkeit, verschiedene Attacken per Schnellleiste anzuwählen. Hier ist die Umsetzung für die Konsole wirklich hervorragend gelungen. Während die Standardangriffe sowie das Blocken in gewohnter Skyrim-Manier über die Schultertasten des Controllers möglich sind, lassen sich die übrigen Fähigkeiten und Angriffe über die restlichen Tasten anwählen. Sobald es mehr Fähigkeiten als Tasten gibt, kann die Belegung im Menü selbst bestimmt werden. Der gewöhnliche Angriff mit der ausgewählten Waffe kann unbegrenzt eingesetzt werden, die charakterspezifischen Fähigkeiten verbrauchen dagegen Magicka-Punkte. Ist die Leiste geleert, müssen wir einige Momente warten, bevor wir die Attacken wieder benutzen können.

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Was in der Konsolen-Variante des Spiels ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde, ist die Handhabung der Menüs. Durch die übersichtliche Struktur der Menükategorien sowie die klar definierte Karte, die durch Drücken des Touchpads geöffnet werden kann, finden wir uns auf einfache Weise in der Welt zurecht und können zudem problemlos unsere Fähigkeitenpunkte verteilen oder das Inventar durchstöbern. Besonders gelungen ist hier die Möglichkeit, im eigentlichen Spielbildschirm außerhalb der Menüs zwischen den aktuell angenommenen Quests hin und her zu schalten. Dies ist mithilfe der linken und rechten Richtungstaste des Steuerkreuzes sehr komfortabel gelöst. Die verschiedenen Symbole auf der Karte, die auch auf dem Richtungskompass am oberen Rand des Bildschirms erkennbar sind, erleichtern uns außerdem die Orientierung und zeigen uns verfügbare Quests, sowie die Koordinaten von Städten, Händlern wie auch Schnellreisepunkten.

Das Zusammenspiel mit anderen Spielern ist selbstverständlich möglich und lässt sich dank verschiedener Kommunikationsmöglichkeiten wie dem Text-Chat oder dem Sprachchat auch auf der Konsole sehr gut realisieren. Gruppen und Gilden vereinfachen uns darüber hinaus das Planen und Durchführen von gemeinsamen Aktivitäten sowie das Verfolgen gemeinsamer Ziele. Neben größeren PvP-Events wie dem Allianzkrieg oder dem Modus Schlachtfelder, die ab Level 10 gespielt werden können, ist es außerdem möglich, sich zusammen mit Freunden einem der Verliese anzunehmen. Aufgrund der storybasierten Herangehensweise ist ESO: Morrowind aber auch sehr gut alleine spielbar.

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Eine im wahrsten Sinne lebend(ig)e Spielwelt

Auch in Sachen Grafik überzeugt der Titel auf ganzer Linie. Die atmosphärische Spielwelt lädt von Beginn an zum Erkunden und Entdecken ein. Dank zahlreicher NPCs, die ihrem täglichen Leben nachgehen, wirkt die Umgebung niemals leer, sondern stets lebendig und real. Dies wird durch verschiedene Kleinigkeiten, wie zum Beispiel durch die Tatsache, dass wir nicht einfach Leute bestehlen oder ihre Tiere töten können, ohne dass dies Konsequenzen hat, noch weiter verstärkt. Daher wirkt das Leben in ESO: Morrowind stets sehr real, wodurch man auch immer wieder gerne in diese virtuelle Realität zurückkehrt.

Zudem punktet die Spielwelt mit einem abwechslungsreichen Setting. So führt uns unser Weg unter anderem durch stimmungsvolle Wälder, durch gemütliche Dörfer, am Ufer des Meeres entlang oder auf realistisch gestaltete Schiffe. Aber auch düstere Gruften oder lebendige Städte werden im Rahmen unserer Reise von uns besucht, wodurch für jeden Rollenspielfan der ideale Ort dabei sein sollte. Im Verlauf unseres Abenteuers stellen sich uns viele verschiedene Gegner in den Weg. Dabei warten nicht nur angriffslustige Kreaturen, von spinnenartigen Rieseninsekten bis hin zu gepanzerten Echsen, auf uns, sondern auch zahlreiche feindlich gesinnte Bewohner der Insel, von menschenartigen Rassen bis hin zu mächtigen Trollen. Besonders stimmungsvoll sind außerdem die verschiedenen Insekten wie bunte Schmetterlinge, die durch die Luft schweben, und von uns gefangen werden können.

Die angenehme Stimmung, die durch die gelungene grafische Umsetzung kreiert wird, kann die musikalische Untermalung noch einmal unterstreichen. Diese besteht aus vielschichtigen, sehr aufwendig produzierten Orchesterklängen, die mal lieblich, mal schwermütig daherkommen. Neben dichten Klangteppichen aus Streichinstrumenten erwarten uns außerdem verspielte Flötenklänge und dezente rhythmische Akzente, die jedem Ort eine einzigartige mittelalterlich angehauchte Atmosphäre verleihen. Ergänzend zur Musik kann auch die deutsche Vertonung überzeugen, die jeden Dialog sehr lebendig wirken lässt.

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Fazit

The Elder Scrolls Online: Morrowind ist nicht nur der perfekte Einstieg für Neuankömmlinge, sondern erweitert auch das Universum passionierter ESO-Spieler um einen umfangreichen, perfekt in Szene gesetzten neuen Schauplatz. Die Insel Vvardenfell überzeugt ab der ersten Spielminute mit einer dichten Atmosphäre und einer lebendigen Umgebung, in der es unzählige Dinge und Aufgaben zu entdecken gibt. Die verfügbaren Quests offenbaren uns nicht nur eine umfassende Geschichte, sondern entsenden uns auch in alle Bereiche der neuen Spielwelt und lassen uns ihre Schönheit in allen Facetten erleben. So kämpfen wir auf Sklavenschiffen, begeben uns in dunkle Gruften oder reiten durch wunderschöne Wälder. ESO: Morrowind bietet uns alles, was man von einem Elder-Scrolls-Titel erwartet, vom immensen Spielumfang, über die stimmungsvolle Landschaft bis hin zur hervorragenden grafischen und musikalischen Umsetzung. Da man die Insel sowohl mit Freunden als auch alleine Erkunden kann, sollte hier wirklich jeder Rollenspiel- oder MMORPG-Fan auf seine Kosten kommen.

 

Positiv

  • Stimmungsvolle Umgebung und lebendige Spielwelt
  • Abwechslungsreiches Setting
  • Enormer Spielumfang mit unzähligen Quests und Aufgaben
  • Grandiose Hintergrundmusik
  • Perfekter Einstieg für neue Spieler

Negativ

  • An manchen Stellen vielleicht etwas zu einfach
94
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • PhilThePerv: S-M-G diese Antwort ist leider nicht ganz korrekt. Es stimmt das du irgendwann bei einem Boss ankommst den du nicht besiegen kannst, aber das Spiel wirft dich danach automatisch in die vorherige Zone und stellt von "Fortschritt" auf "Ernten" um. Wenn dein Timaeus und Jawa Level bis dahin ziemlich moderat ist kannst du über Nacht auf der vorherigen Zone durch töten von Schatzruhen genügend Gold kaufen um sicherlich deinen gewählten Helden minimum 75-100 Level hoch zu Stufen, was dir einen 12-16 fachen Schadensbonus gibt sobald er Level 200 überschritten hat. Somit wirst du die nächsten 2-3 Bosse sicherlich noch mitnehmen können. Am besten du versuchst es immer nach dieser Methode - ersten Antiken sollten sein - Stich, Bhaal, Pyramidikus, Mammon - dazu sparst du dir am besten ein paar Rubine um 2-3 AutoClicker zu kaufen. Danach holst du dir Timaeus und Jawa - so bekommst du einen rießigen Gold Boost. Sobald du eine bestimmte Anzahl von "Gilds" erhalten hast solltest du langsam anfangen diese Gilds auf Kabukito zu legen und diesen bis 1500+ Leveln bis du zu den Rangern kommst, dabei kannst du dir noch Kristaliv für den vergoldeten Schadensbonus und Moloch für die ClickCombo der AutoClicker zu legen. So wirst du es innerhalb weniger Tage schaffen mehrere male zu Überschreiten und die 2000er+ Zonen erreichen. Beim Überschreiten solltest du definitiv die ersten 19 Antiken Seelen in Ponyjunge ausgeben, da jeder Pyramidikus-Level dann 100% mehr Heldenseelen gibt.
  • DaLi: Von den Machern von Persona 5 gibt es jetzt auch den aus dem Spiel bekannten Messenger als kostenlosen Download: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ngreenan.persona5imapp
  • Torsten: Das mit der Präsentation ist mir beim Spielen gar nicht so negativ aufgestoßen. Aber jetzt wo ich es lese - stimmt natürlich schon, die ist nicht ganz zeitgemäß. Bei der zerstörbaren Umgebung wäre deutlich mehr gegangen und auch die Outfits sollten heutzutage nicht mehr unzerstörbar und schmutzabweisend sein. :-) Das mit der mangelnden Vielfalt bei den Spielmodi sehe ich genauso. Warum braucht man den "Treasure-Modus"? Man hätte da Gutes aus den Vorgängern einfach übernehmen können und die Boni aus dem Treasure-Modus einfach gerecht auf Erfolge in anderen Modi verteilen können. Hier war man ein wenig faul. Schöner Test, danke!