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Little Hope im Test – der zweite Teil der The Dark Pictures Anthology

Von Christian Heldmaier am 14. Oktober 2021 in Review

Nach Man of Medan folgte 2020 mit Little Hope der zweite Teil der Dark Pictures Anthology des Entwicklers Supermassive Games und Publisher Bandai Namco Entertainment.
In unserem Test klären wir, ob Little Hope ein neues Erfolgskapitel der Serie ist, oder ob ihr euch nur wenig Hoffnung auf eine gelungene Fortsetzung machen solltet.

The Dark Pictures: Little Hope Kurator

Worum geht es in Life Little Hope?

Vier College-Studenten und ihr Professor verunglücken mit ihrem Bus. Als sie ihre Wunden geleckt haben, wird es Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme: Es ist finstere Nacht, sie sind mitten im Wald, es ist neblig, der Busfahrer ist verschwunden und ihre einzige Hoffnung auf Hilfe ist ein nahe gelegener Ort namens Little Hope.

Doch schnell wird klar, dass die Probleme noch weit schwerer wiegen! Denn nicht nur scheint der mysteriöse Nebel die kleine Gruppe gefangen zu halten, Little Hope stellt sich auch als wahre Geisterstadt heraus. Die Studenten und ihr Professor werden von albtraumhaften Erscheinungen aus der Vergangenheit von Little Hope heimgesucht.

Es scheint eine Verbindung zwischen der Zeit der Hexenverbrennungen, der Gegenwart und zwischen der Reisegruppe sowie den einstigen Bewohnern von Little Hope zu bestehen. Doch was genau hinter den geheimnisvollen Ereignissen steckt, die unsere Gruppe in Atem halten, bleibt zunächst verborgen.

The Dark Pictures: Little Hope Karte

Wie gut ist die Geschichte von Little Hope?

Die Geschichte von Little Hope ist zwar in ihren Grundzügen unterhaltsam und kreativ, schafft es aber nicht, einen größeren Spannungsbogen aufzubauen.

Die verschiedenen Charaktere bleiben recht uninteressant, da sie weder gut eingeführt, noch im Lauf der Geschichte merklich weiterentwickelt werden. Wir werden recht schnell in ein klassisches Grusel-Setting hineingeworfen, welches trotz wechselnder Schauplätze insgesamt nicht gerade abwechslungsreich ausfällt. Wir wandern einfach über neblige Straßen und Waldwege von einem Gruselgebäude zum nächsten.

Der „Horror“ nutzt sich durch den recht monotonen Spielfluss mit jeder neuen Szenerie etwas weiter ab. Selbst die fast schon inflationär eingesetzten Jumpscares, von denen wir in einem Durchlauf 22 größere und kleinere gezählt haben, verlieren schon nach kurzer Zeit ihren Schrecken.

The Dark Pictures: Little Hope

Der Kurator versteht es als allwissender Erzähler auch diesmal wieder, uns stimmungsvoll durch die verschiedenen Abschnitte der Geschichte zu führen. Wiederholt gibt er uns Hinweise auf nicht wahrgenommene Gelegenheiten oder alternative Handlungsstränge und weckt so die Lust auf einen zweiten Durchgang. Zumindest in der Theorie, denn das Spiel bietet zwar prinzipiell viele Entscheidungsmöglichkeiten, lässt die ganz großen Anreize für ein Ausloten aller Optionen aber vermissen. Dies liegt vor allem an den, wie schon erwähnt, recht uninteressanten Charakteren. Es ist kaum möglich eine echte Beziehung zu den fremden und ständig wechselnden Personen aufzubauen. Hier war der Vorgänger Man of Medan wesentlich cleverer konzipiert. Und auch das Spielende, auf welches wir an dieser Stelle aus Spoilergründen nicht weiter eingehen wollen, regt nicht unbedingt zu einem weiteren durchlauf ein.

Die Protagonisten

Wie schon im Vorgänger übernehmen wir auch in Little Hope wieder die Kontrolle über insgesamt fünf Protagonisten.

Die illustre Truppe setzt sich diesmal aus 4 College-Studenten und ihrem Professor zusammen:

Andrew Taylor Daniel Angela John
18 Jahre alt 22 Jahre alt 20 Jahre alt 48 Jahre alt 43 Jahre alt
College-Student College-Studentin College-Student Alte Studentin College-Professor
Ängstlich Eigensinnig Liebenswürdig Grob Rational
Distanziert Sensibel Rechtfertigend Verständnisvoll Anmaßend

The Dark Pictures: Little Hope Andrew

Obwohl Andrew als Hauptcharakter gelten kann, stehen ihm seine Begleiter hinsichtlich der aktiven Spielzeit nur wenig nach. Wir übernehmen alleine oder im Koop zu zweit im regelmäßigen Wechsel die Kontrolle über die verschiedenen Personen und bestimmen so ihr Handeln.

Im Lauf der Geschichte können wir so auch die Beziehungen zwischen unseren Charakteren in verschiedene Richtungen entwickeln. Dies ergibt sich aus den von uns getroffenen Dialog-Entscheidungen. Ganz neue Freund- oder Feindschaffen sind aber kaum zu erreichen und auch sonst bleibt die Dynamik zwischen den verschiedenen Protagonisten eher überschaubar.

The Dark Pictures: Little Hope Gruppe

Wie lang ist die Spielzeit von Little Hope?

Die Spielzeit der Haupthandlung fällt mit nur knapp 5 Stunden recht mager aus. Wer wirklich jeden Winkel und jede Entscheidungsoption erkunden will, wird weit mehr Zeit benötigen. So bringen es Komplettionisten durchaus auf über 20 Stunden.

Wie wird Little Hope gespielt?

Wir bewegen uns im Spiel durch verschiedene Settings. Oft sind Gebäude, Straßen oder Waldwege recht frei begehbar. Wir navigieren per Point&Click durch die dreidimensionale Landschaft, schauen uns mit Maus oder Controller in dieser um und können in Adventure-Manier Geheimnisse entdecken und Gegenstände untersuchen.

Dazwischen kommt es wiederholt zu Quicktime Events, bei denen es gilt, vorgegebene Aktionen möglichst schnell auszuführen, wie zum Beispiel die richtigen Maustasten im Rythmus eines vorgegebenen Herzschlages zu drücken. Oder es müssen auf der Flucht vor einer Gefahr Hindernisse überwunden werden. Gelingt dies nicht, kann es für unseren Charakter Konsequenzen nach sich ziehen, die im schlimmsten Fall sogar das vorzeitige Ableben bedeuten. Gelegentlich werden wir hier auch vor moralische Entscheidungen gestellt, beispielsweise welchem von zwei Charakteren wir in einer Gefahrensituation beistehen wollen.

The Dark Pictures: Little Hope Herzschlag

In Dialogen können wir uns zwischen dem Schweigen oder einer von zwei Gesprächsoptionen entscheiden. Auch diese Entscheidungen ziehen Konsequenzen nach sich. Mal beeinflussen wir die Beziehung zwischen zwei Personen, mal bestimmen wir hierdurch die Handlung unseres Charakters.

Die Qualität der Synchronisation schwankt deutlich

Die Qualität der Synchronisation der fünf Hauptfiguren von Little Hope schwankt deutlich. Am schwächsten fällt ausgerechnet der Hauptcharakter Andrew aus.

Der 18-jährige Student wirkt immer wieder etwas hölzern in seiner Ausdrucksweise und auch die Emotionen sind nicht durchweg überzeugend. Daneben scheint seine Vertonung teilweise einen etwas anderen Raumklang (weniger Hall) zu haben, als die übrigen Sprecher.

Wenig überzeugend wirkt auch die Stimme der 48 Jahre alten Studentin Angela. Dies lieg weniger an der eigentlichen Leistung der Synchronsprecherin, als vielmehr am klang ihrer Stimme und dem Charakterdesign der Spielfigur.  Denn Angela wirkt optisch nicht wie 48 sondern eher wie 60+ und was im starken Kontrast zur Stimme der Sprecherin steht, die eher an eine Mittdreißigerin erinnert. Dieses Missverhältnis zwischen Klang und Optik führt dazu, dass der Gesamteindruck einfach nicht stimmig wirken will.

Die weiteren Charaktere, Tylor, Daniel und John überzeugen hingegen auf ganzer Linie und liefern eine durchgehend überzeugende Leistung. Absolutes Glanzlicht und nahezu perfekt passt erneut die Stimme des Kurators, der vom britischen Schauspieler Pip Torrens verkörpert wird.

Wie gut ist Little Hope? Unser Fazit:

Nach dem gelungenen Start der Dark Pictures Anthology mit Man of Medan kann mich Little Hope im Test nicht so richtig überzeugen.

Die verschiedenen Figuren bleiben einfach zu blass, um den getroffenen Entscheidungen eine größere Bedeutung zu verleihen. Da mir keine Person wirklich nahegebracht wurde, konnten mich selbst Todesfälle kaum berühren. Angst vor einer falschen Entscheidung oder einer negativen Konsequenz konnte nicht entstehen. Es stellte sich gegenüber dem Schicksal der meisten Figuren eine regelrechte Gleichgültigkeit ein, wodurch aus der Spannungskurve fast ein einfacher Strich wurde.

Die übermäßig eingesetzten Jumpscares wirkten nach kurzer Zeit zudem eher lästig als beängstigend und verfehlten gegen Ende komplett ihren eigentlichen Zweck. Auch das eher monotone Setting und sehr simple Gameplay führten zu fehlender Spieltiefe.

Zwar war die Geschichte spannend und interessant genug, um mich bis zum Ende bei der Stange zu halten, aber mit der Auflösung des Mysteriums von Little Hope verschwand das Interesse am Spiel schlagartig. Für einen Titel mit lediglich fünf Stunden Spielzeit pro Durchgang fehlt es Little Hope deutlich an Wiederspielwert. Hoffen wir, dass das nächste Kapitel der Dark Pictures Anthology wieder etwas mehr zu erzählen hat.

Positiv

  • Viele Entscheidungsoptionen
  • Mysteriöse Geschichte

Negativ

  • Blasse Charaktere
  • Durchwachsene Synchronisation
  • Monotones Setting
  • Relativ geringer Wiederspielwert
72
Christian Heldmaier

Geschrieben von: Christian Heldmaier

Gelernter Mediengestalter und Master of Science in der Fachrichtung Publishing. Berufserfahren in den Feldern Social Media Management, Webmonitoring, Online Marketing, SEA und SEO.

Little Hope (The Dark Pictures Anthology)

Little-Hope Dark Pictures
Release Datum:30. Oktober 2020
Kurzbeschreibung:Little Hope (The Dark Pictures Anthology) ist ein Horror-Adventure mit variablem Storytelling.

Verfügbar für

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Genre

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USK Alterseinstufung

Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.

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