Sudden Strike 4 – Strategen angetreten

Strategen angetreten, die Augen geradeaus und stehen Sie bequem. Sudden Strike 4 bläst zum Angriff. Zehn Jahre nach dem letzten Ableger versucht sich Entwickler Kite Games daran, die eingestaubte Marke wiederzubeleben. Ob Ihnen das gelingt, klären wir in unserem Test.

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Der Zweite Weltkrieg in seiner ganzen Pracht

Zur Auswahl stehen drei spielbare Kampagnen: die sowjetische, die der Wehrmacht oder die der Alliierten. Jede Kampagne bietet diverse Missionen, in denen man geschichtlich relevante Ereignisse, zum Beispiel die Ardennen Offensive oder die Schlacht um Stalingrad, durchleben kann und muss. Jeder Mission geht eine Erläuterung der Geschehnisse voraus, ehe man dann ins kalte Wasser geworfen wird. Für geschichtlich Interessierte bietet Sudden Strike 4 noch ein kleines Schmankerl, nämlich historische Hintergründe zu den einzelnen Ereignissen –  teilweise sogar mit Filmaufnahmen belegt.

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Klickediklick

In Sachen Gameplay bietet Sudden Strike 4 einiges an Abwechslung. Muss man zunächst in der Kampagne der Wehrmacht Brücken einnehmen, hat man als Alliierter wiederum den Auftrag, diese zu zerstören. Als Sowjet-Befehlshaber verteidigt man Konvois gegen feindliche Angriffe oder erobert gegnerische Stellungen. Taktieren ist hierbei das A und O, denn ein Frontalangriff führt selten zum Sieg und Verstärkung gibt es dank fehlender Basis kaum. Sind alle eigenen Einheiten ausgeschaltet, ist die Runde verloren. Um sein Ziel zu erreichen, kann mitunter auch die Umgebung genutzt werden. So bietet dünnes Eis die Möglichkeit, seine Gegner einfach in ein nasses Grab zu schicken, anstatt sich ein Feuergefecht mit ihnen zu liefern.

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Um seine Widersacher auf der Karte aufspüren zu können, dürfen in diversen Missionen Aufklärungsflugzeuge angefordert werden, während schwere Bomber oder Kampfflugzeuge die Bodentruppen beim Angriff zu unterstützen vermögen. Zu Beginn jeder Mission hat man die Möglichkeit, zwischen drei Generälen zu wählen, von denen jeder unterschiedliche Boni gewährt. So kann je nach Vorliebe etwa die Infanterie zu Beginn der Runde mit extra Handgranaten und erhöhter Bewegungsgeschwindigkeit aufwarten, während sich Panzer hinter Sandsackbarrieren verschanzen oder haben die Möglichkeit gegnerische Einheiten zu rammen. Außerdem können weitere Aufwertungen zusätzlich ausgewählt und mit in vorherigen Missionen verdienten Sternen bezahlt werden.

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Neben den Kampagnen darf man, sein Können im Scharmützeln unter Beweis stellen und so lange wie möglich überleben. Allzu schwierig ist das nicht, dank einer wenig herausfordernden KI. Die Gegner kommen kaum aus ihrer Deckung heraus und versuchen auch selten, unserem Beschuss auszuweichen. So muss man eigentlich nur die Karte kennenlernen, sich die gegnerischen Stellungen einprägen und schon kann man beim erneuten Spielen sein Ergebnis erheblich verbessern. Für Neueinsteiger, die sich erst einmal in die Materie einfinden wollen, bietet sich die Möglichkeit, den Einfach-Modus zu wählen, in dem man das Spiel pausieren und in Ruhe die nächsten Schritte planen kann. Zudem können Zwischenerfolge gespeichert werden.

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Apropos Erfolge: Wen der Wettkampfgeist gepackt hat, der kann sich via Steam-Rangliste mit anderen vergleichen. Sind dem Spieler die Computergesteuerten Gegner dann nicht mehr herausfordernd genug, so kann er im Mehrspielermodus gegen echte Kontrahenten antreten und sich mit ihnen um verschiedene Flaggenpunkte streiten –  und das mit PC, Mac und Linux Usern. Leider ist die Auswahl an Karten sehr begrenzt. Die Kontrolle über die eigenen Truppen behält man dank Maus und Tastatur oder mittels Controller. Einheiten kann man nach Belieben zusammenstellen und auf den Zifferntasten für schnellen Zugriff ablegen. Kreative können dank Editor eigene Karten erstellen oder andere Mods installieren. Alles in allem spielt sich Sudden Strike sehr solide, auch wenn es keine bahnbrechenden Neuerungen gibt.

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Panzer, Leichen und Patronen

Grafiktechnisch ist Sudden Strike 4 auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt. Die Fahrzeuge, Umgebung und Soldaten sind sehr detailreich gestaltet und auch beim Heran zoomen wird das Bild nicht unscharf. Zudem ist beinahe jede Aktion sehr schön animiert, etwa wenn der Mechaniker ein Fahrzeug schweißt oder der Mörser eine Granate abfeuert. Leichen, die nach der Schlacht auf dem Feld zurückbleiben, oder Gebäude, die zu Trümmern werden und brennen, die Liebe zum Detail ist wirklich sehr beeindruckend, was durchaus auch der verwendeten Unity Engine zu verdanken ist.

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Jawohl, Sir!

Fast genauso gut wie die Grafik ist der Sound geworden. Via Funk erhalten wir während unserer Missionen weitere Instruktionen. Gewehrfeuer oder Mörserbeschuss klingen sehr bedrohlich und das Rasseln der Panzerketten ist Musik in den Ohren, wenn man auf die feindlichen Stellungen zumarschiert. Zudem sind die Tagebucheinträge, welche die Hintergründe wichtiger Ereignisse beleuchten zusätzlich vertont.

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Fazit

Sudden Strike 4 ist ein sehr detailverliebtes Strategiespiel, das dem Spieler durchaus einiges an taktischem Geschick abfordert. Die historische Genauigkeit und die fantastische grafische Gestaltung tun ihr übriges. Wer Echtzeit-Strategie mag, sollte sich Sudden Strike 4 auf keinen Fall entgehen lassen, auch wenn man hier und da kleinere Abstriche machen muss.

Positiv

  • Fantastische Grafik
  • Strategisch fordernd
  • Gute Übersicht

Negativ

  • Mitunter schlechte KI
  • Multiplayer nicht sehr umfangreich
  • Keine bahnbrechenden Neuerungen
82
Florian Richter

Geschrieben von: Florian Richter

Nerd,Technikbegeistert, Gamer aus Überzeugung. Nebenbei auch noch auf YouTube ab und zu aktiv. Fan der Uncharted - und Ratchet&Clank - Spielereihe.

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Neueste Kommentare

  • Thxice: Stimmt gar nicht, im Moment nur Fehler und bugs. Vom Träger überhaupt keine spur
  • Stephanie Walter Stephanie Walter: Ich glaube, es kommt einfach darauf an, was man gerne spielt. Klar lassen sich Taktik und Teamplay nicht mit einem Titel wie Battlefield vergleichen aber ich denke, dass trotzdem viele Spaß an Battlefront II haben werden. Gerade auch Gelegenheitsspieler, die schnell mal ne Runde zocken wollen. Ihr hab natürlich Recht, die Grafik und das Feeling stimmen und vielleicht tut sich in Sachen Teamplay noch ein bisschen was vorm Release, gerade bei den Gruppenpunkten wäre das wünschenswert. Ich freue mich auf jeden Fall richtig auf die Kampagne.
  • Daniel Walter Daniel: Ist das erste Mal, dass ich es am PC spiele, früher stundenlang an der PS2 :-)