Story of Seasons: Trio of Towns

Packt eure Gießkanne ein und schnappt euch eine Mistgabel, denn in Story of Seasons: Trio of Towns geht es wieder darum, einen eigenen Bauernhof auf Vordermann zu bringen und nebenbei die große Liebe zu finden. Ob der neue Teil des Farming Simulators überzeugt, erfahrt ihr in unserem Test.

Zu Beginn des Spiels müsst ihr euch erst einmal durch eine endlos wirkende Reihe an Erinnerungen kämpfen, in denen erklärt wird, warum es den jungen Farmer beziehungsweise die junge Farmerin aufs Land zieht. Fest steht: Papa ist so gar nicht begeistert von eurer Berufswahl. Aber das ist euch natürlich egal, weil ihr fest davon überzeugt seid, der geborene Farmer zu sein. Also springt ihr auf die nächste Kutsche und macht euch auf den Weg nach Westown, wo Onkel Frank schon auf euch wartet und den Nachwuchsfarmer nach einer Einführung, die zum Glück nach Wunsch abgekürzt werden kann, zu einem Farmgebiet bringt, das sich zuerst als Bruchbude erweist. Felder und zwei Ställe gibt es aber trotzdem und so macht ihr euch daran, allen zu beweisen, dass ihr ordentlich anpacken könnt.

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Und täglich grüßt das Murmeltier

Natürlich bleibt es auch bei Story of Seasons: Trio of Towns beim altbewährten Spielprinzip. Ihr pflügt Felder, sät verschiedene Samen, gießt alles fleißig und wartet darauf, dass die ersten Feldfrüchte und Blumen wachsen, die man dann mit einer Lagerkiste versenden kann. Nebenbei müssen natürlich das Vieh versorgt, die Ställe entmistet, Eier gesammelt, die Kühe gemolken oder die Schafe geschoren werden. Das alles ist gerade am Anfang allerdings ziemlich mühselig, denn die Ausdauer ist leider sehr schnell aufgebraucht und schon das kleinste bisschen Feldarbeit strengt euren Farmer wahnsinnig an, was bedeutet, dass ihr ordentlich reinhauen müsst, um die Ausdauer aufzufüllen. Da man am Anfang allerdings noch keine Küche in seiner Behausung findet, muss man sich auf den Weg in die Stadt machen, um dort im Restaurant zu essen. Das könnt ihr euch auch ohne Probleme leisten, denn das Geld verdient sich in Story of Seasons: Trio of Towns sehr schnell, zumal überall am Rand Pflanzen, Nüsse oder Kräuter gefunden werden können, die sich gut verkaufen lassen. Außerdem schenken euch nette Stadtbewohner gerne das eine oder andere Gericht.

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Erkundet verschiedene Städte

Wie der Name des Titels schon verrät, gibt es in Story of Seasons: Trio of Towns drei verschiedene Städte und ihre jeweiligen Eigenarten, Händler und Waren zu entdecken, die nach und nach freigeschaltet werden können. Ihr startet wie bereits erwähnt in Westown, einer kleinen Wüstenstadt, die an den Wilden Westen angelehnt ist. Hier entpuppt sich der junge Farmer gleich als kleiner Soziopath, denn er ist als anonymer Städter völlig fassungslos, dass sich die Bewohner hier zur Begrüßung in die Arme fallen. Während die herzliche Westernstadt beispielsweise ein Postamt oder einen Markt mit Tierladen bereit hält, findet man im tropischen Lulukoko zum Beispiel einen Obststand und die Möglichkeit, Meeresfrüchte mit einer Fischreuse zu fangen. Als letzte Stadt öffnet das japanisch anmutende Tsuyukusa seine Türen. Die drei verschiedenen Städte sind ein großer Pluspunkt des Spiels, denn alle Städte haben ihre jeweiligen Eigenarten, Sammelobjekte, Rezepte und Bewohner und sind wirklich sehr liebevoll gestaltet. Außerdem ermöglichen sie es, den Tagesablauf optimal zu nutzen, denn die Geschäfte und Restaurants haben zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Mit dieser Art von Abwechslung schafft es die Reihe endlich, auch auf längere Sicht zu fesseln.

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Der Trend geht zum Zweitjob

Eine weitere große Neuerung des Titels sind die Teilzeitjobs, die ihr in jeder Stadt annehmen könnt. Dabei handelt es sich um Versandaufgaben, es können aber auch Jobs sein, die die Stadtbewohner in Auftrag geben. So bitten sie euch, selbstverständlich gegen Bezahlung, beim Holz Hacken, Unkraut Jäten oder Melken zu helfen oder sie drücken euch ein Paket in die Hand, das an einen Kunden geliefert werden soll. Zunächst sorgen diese Jobs für Abwechslung, sie werden allerdings leider sehr schnell eintönig. Es ist einfach auf Dauer langweilig, für die immer gleiche Person die immer gleiche Anzahl an Holz zu hacken oder sich immer die gleiche Sequenz ansehen zu müssen, nachdem man innerhalb weniger Sekunden zwei Felder gegossen hat und seinen Lohn einstreicht. Hier wäre sicherlich mehr Abwechslung nötig und auch möglich gewesen, da die Jobs nicht unwesentlich zur Stadtverbundenheit beitragen.

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Die Stadtverbundenheit kann insgesamt sechs Level erreichen und steigt, wenn man beispielsweise Waren an eine Stadt versendet (ihr könnt immer am Tag zuvor wählen, in welche Stadt eure Waren verschickt werden) oder Jobs für die Bewohner erledigt. Mit dem Ansteigen der Stadtverbundenheit führen die Geschäfte neue Waren ein und ihr könnt so eure Farm weiterentwickeln. Das sorgt auch dafür, dass in regelmäßigen Abständen immer wieder Neuerungen wie Werkzeuge, Bekleidung oder Erweiterungsmöglichkeiten für den Hausbau freigeschaltet werden. Ein weiterer Punkt, der sicherstellt, dass euch beim Spielen nicht langweilig wird. Diese Weiterentwicklung ist auch dringend nötig, denn am Anfang kann man in den Ställen nur jeweils eine Kuh und ein Huhn halten. Diese Begrenzung wirkt gerade beim Hühnerstall, in dem locker noch mehr Federvieh Platz hätte, etwas seltsam.

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Immer gut zu tun

Auch wenn ihr nicht gerade damit beschäftigt seid, die Ernte einzufahren und euch mit den Teilzeitjobs die Gunst der Bewohner zu sichern, bleibt genug zu tun. So könnt ihr beispielsweise die Farm erweitern und dekorieren. Hier steht es euch frei, wo ihr auf eurem Areal die Gebäude und Felder platziert. Besonders schön: diesmal kann man das Wohnhaus auch dem Stil der eigenen Lieblingsstadt anpassen. Auch die typischen Festivals, bei denen Tiere oder Feldfrüchte prämiert werden, dürfen bei Story of Seasons nicht fehlen. Hier helft ihr sogar bei den Vorbereitungen, indem ihr beispielsweise Spenden von den Bewohnern sammelt.

Last but not least steht natürlich auch die Interaktion mit den verschiedenen Stadtbewohnern im Zentrum und diese wurde um einiges vereinfacht. So müsst ihr euch nicht jedes Mal langwierig mit einer Person unterhalten, sondern könnt Passanten, die euch begegnen, mit Druck der linken Schultertaste lässig im Vorbeigehen grüßen. Etwas mehr Zeit sollte man sich jedoch für die Junggesellinnen und Junggesellen nehmen, deren Herz man mit täglichen Gesprächen und Geschenken erobern kann., bis schließlich die Hochzeitsglocken läuten. Schön sind hier wieder die kleinen, liebevoll gestalteten Sequenzen, bei denen ihr mehr über die Bewohner erfahrt. Hier muss man schon ab und an schmunzeln, wenn zum Beispiel der lässige Cowboy Wayne den Kopf schüttelt, weil sein Freund, der reservierte Arzt Ford, so gar nicht verstehen kann, warum sich eine junge hübsche Frau länger als notwendig in seiner Praxis aufhält.

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Fazit:

Bei Story of Seasons: Trio of Towns ist der Name Programm. Die drei Städte sind wirklich toll gestaltet und bieten viel Spielraum fürs Sammeln und Entdecken. Damit schafft das Spiel etwas, dass ich mir im Bereich der Farmsimulatoren schon früher gewünscht habe: Es macht einfach auch auf längere Sicht Spaß. Zwar ist die Grafik nicht überragend, die Liebe zum Detail und die niedliche Optik gleichen das allerdings wieder aus. Die Stadtverbundenheit, die beim Wachsen dafür sorgt, dass es in allen Städten immer wieder neue Items zu entdecken gibt, garantiert ebenfalls längerfristigen Spielspaß. Im Gegensatz zu den Dingen, die erweitert wurden, um langfristig zu fesseln, wurden zeitraubende Spielbestandteile, wie das Plaudern mit den Bewohner, vereinfacht. Auch die Charaktere mit ihren jeweiligen stadttypischen Eigenarten sind gelungen. Insgesamt bleibt das Spielprinzip natürlich schlichtweg gleich, aber ganz im Ernst: Genau das will ein Fan der Reihe doch auch.

Positiv

  • Drei tolle Städte mit eigenen Händlern und Sammelobjekten
  • Kontakt mit anderen Bewohnern wurde wesentlich vereinfacht
  • Stadtverbundenheit schaltet immer wieder neue Objekte frei

Negativ

  • Teilzeitjobs und Festivals könnten abwechslungsreicher sein
  • Storyhintergrund ist flach und wenig ansprechend
80
Stephanie Walter

Geschrieben von: Stephanie Walter

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  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.
  • Daniel Walter Daniel: Ich war immer ein Fan der alten Herangehensweise und vermisse es daher im neuen Teil ein wenig. Trotzdem ist Origins wirklich gut, auch wenn es nicht an meine Favoriten AC 2 und AC Black Flag heranreicht.
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Die Neuausrichtung gefällt mir sehr gut. Die Architektur ist wunderschön und die Story gut gemacht. Auch die vielen Nebenquests und jetzt mit Level 40 die Community Events sind super. Das ewige geklettere und Dauerblocken aus den Vorgängern war einfach idiotisch, finde das jetzt überzeugender.