Star Wars Battlefront: Todesstern DLC

Mit „Todesstern“ ist nun bereits der dritte DLC für den Star Wars Shooter „Battlefront“ von EA und Dice erschienen. Wie sich die aktuelle Erweiterung, die sich schwerpunktmäßig mit den lange vermissten Raumschlachten befasst, in der Praxis schlägt, zeigen wir euch in unserem Test.

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Die Raumschlachten

Lange mussten wir darauf warten und nun können wir uns endlich in einen X-Wing oder einen T-Fighter setzen und fernab der Planetenoberflächen an epischen Schlachten im Weltraum teilnehmen. Die grundlegende Steuerung der Fahrzeuge ist genauso, wie wir sie aus dem Jägerstaffel-Spielmodus bereits kennen. Hinzu kommt ein erweitertes Zielsystem für Torpedos, was gerade beim Anflug auf den Todesstern sehr hilfreich ist. Außerdem haben wir in den Flugleveln die Möglichkeit, mit speziellen Power-ups automatisch gesteuerte Jäger freizuschalten, die uns zu vielen Kills verhelfen können. Hierzu zählen der B-Wing auf der Rebellenseite sowie der TIE-Jagdbomber des Imperiums.

Darüber hinaus stehen uns neben den bereits bekannten Heldenschiffen „Slave 1“ und dem Milleniumfalken nun auch Darth Vaders TIE-Fighter mit seinen charakteristischen angewinkelten Flügeln sowie Luke Skywalkers X-Wing zur Verfügung, mit dem er den ersten Todesstern zerstörte.

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Der neue Modus „Kampfstation“

Der Hauptschwerpunkt des neuen DLCs liegt auf dem Spielmodus „Kampfstation“, der in drei Abschnitte untergliedert ist. Im ersten Teil müssen die Rebellen versuchen, die imperiale Blockade zu durchbrechen, indem sie einen Sternenzerstörer vernichten, der den Weg zum Todesstern versperrt. Dies geschieht in mehrere Angriffswellen, in denen immer abwechselnd feindliche Jäger vernichtet und der Sternenzerstörer angegriffen beziehungsweise verteidigt werden muss. Um den Sternenzerstörer in die Knie zu zwingen, müssen seine wichtigen Subsysteme zerstört werden, die mit speziellen Markierungen versehen sind. Gelingt es den Rebellen innerhalb von zehn Minuten, das mächtige Raumschiff zu vernichten, können sie im Hangar des Todessterns landen und ihren Angriff fortsetzen. Sollten sie scheitern, ist das Spiel an dieser Stelle vorbei.

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Im zweiten Abschnitt des neuen Spielmodus haben die Rebellen die Aufgabe, R2D2 aus den Fängen des Imperiums zu befreien und zu einem vorgegebenen Zielpunkt zu eskortieren. Dafür müssen sie sich durch die gesamte Raumstation kämpfen und kommen dabei unter anderem an bekannten Orten aus Episode 4, wie dem Zellenblock der Prinzessin, dem Müllschacht oder auch an dem runden Besprechungssaal, vorbei. Schaffen es die Imperialen, den Droiden auf seinem Weg aufzuhalten, läuft den Rebellen wertvolle Zeit davon, denn auch hier gilt, sollten die Rebellen es nicht schaffen, innerhalb der vorgegebenen Zeitspanne ihr Ziel zu erreichen, ist das Spiel vorbei.

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Wenn R2D2 seine Mission erfolgreich erfüllt, geht es weiter mit Abschnitt Nummer 3. Hier setzen wir uns erneut in einen Raumjäger und steuern diesmal die Gräben an der Oberfläche des Todessterns an. Dabei müssen die Imperialen versuchen, die markierten Rebellenschiffe daran zu hindern, die Gräben zu durchfliegen und ihre Torpedos im Lüftungsschacht der Station abzuwerfen. Dieser Abschnitt besitzt eine ganz eigene Atmosphäre und versetzt uns mitten hinein in die Endphase der „Neuen Hoffnung“, die wir hier aus erster Hand miterleben können.

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Neue Waffen und Helden

Der DLC hält zwei neue Blaster für uns bereit, die mit einem Huttenauftrag freigeschaltet werden können. Der „Schwere TL-50-Mehrlader“ beschießt unsere Gegner mit mehreren Bolzen auf einmal und richtet so großen Schaden an. Die Blasterpistole „K-16 Bryar“ verfügt hingegen über einen sehr mächtigen Schuss, der allerdings mit einer geringeren Feuerrate einhergeht.

Darüber hinaus sind zwei neue Sternkarten erhältlich. Die „Laser-Stolpermine“ ist eine hinterhältige Falle, die ausgelöst wird, wenn ein Gegner den kaum sichtbaren Laserstrahl passiert. Der „Sanitätsdroide“ ist dagegen ein oftmals lebensrettender stationärer Heiler, der zudem dafür sorgt, dass die verbrauchten Sternkarten in seiner Nähe schneller geladen werden.

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Zu den neuen Skins, die sich zwischen Rang 75 und 90 freischalten lassen, gehören der Rebellenoffizier und der X-Wing-Pilot auf der einen sowie der Imperiale Offizier und der Todesstern-Truppler auf der anderen Seite. Außerdem ist es seit dem neusten Update möglich, verfügbare Köpfe und Outfits beliebig miteinander zu kombinieren und dadurch beispielsweise einen Twi’lek in das Outfit einer Bespin-Flügelwache zu stecken.

Die beiden neuen Helden sind interessant zu spielen, auch wenn gerade Chewbacca optisch nicht hundertprozentig überzeugen kann. Der Wookie präsentiert sich als sehr widerstandsfähiger Kämpfer, dem es dafür aber etwas an Tempo fehlt. Mit seinem Schrei verleiht er den eigenen Truppen einen Bonus, sein Bodenschlag schaltet dagegen mehrere feindliche Soldaten auf einmal aus und ist ein sehr mächtiger Angriff. Auch mit seiner Armbrust kann der Wookie einiges an Schaden austeilen und ist daher für gegnerische Truppen ein harter Brocken.

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Auch der Kopfgeldjäger Bossk verursacht ordentlich Schaden. Neben seinem „Relby-V10 Gewehr“ sind es vor allem die Mikro-Granaten, mit denen er den Gegnern stark zusetzen kann. Diese lassen sich auf dem Spielfeld verteilen und kreieren so ein regelrechtes Minenfeld. Mithilfe seiner Wärmesicht ist es zudem sehr einfach, selbst versteckte Gegner schnell auszumachen und auszuschalten. Wenn es einmal eng werden sollte, hilft uns dagegen die „Toxische Flucht“, die eine Dioxis-Granate an unserem alten Standort hinterlässt, während wir uns mit einem großen Sprung aus der Gefahrenzone verabschieden.

Die negativen Aspekte

Die hervorragende Präsentation sowie die authentisch und detailliert umgesetzte Stimmung des DLCs werden leider durch diverse Mankos getrübt. Zum einen sind es kleinere optische Ungereimtheiten, wie das Fell von Chewbacca, das leider nicht wirklich realistisch aussieht, sowie die Tatsache, dass wir uns auf dem ersten Todesstern aufhalten, Luke aber mit seinen schwarzen Jedi-Outfit und einem grünen Lichtschwert unterwegs ist.

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Das weitaus größere Problem ist aber das Fehlen an Spielmöglichkeiten. Denn leider stehen im Todesstern-DLC, neben dem neuen Spielmodus „Kampfstation“, nur die Spielvarianten „Gefecht“ und „Jägerstaffel“ zu Verfügung. Das bedeutet für uns, dass wir uns leider nur sehr eingeschränkt auf den wirklich sehr gelungenen Karten im Inneren des Todessterns bewegen können. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass es beim „Kampfstation“-Modus immer wieder vorkommt, dass die Rebellen den ersten Abschnitt nicht überstehen und es dadurch erst gar nicht zur Landung auf der Station kommt. Das führt dazu, dass wir immer und immer wieder versuchen müssen, die Blockade zu durchbrechen, um überhaupt zu den beiden weiteren, in meinen Augen sehr viel interessanteren Abschnitten zu gelangen. Oftmals habe ich in der Rolle des Imperiums sogar gehofft, die erste und zweite Runde zu verlieren, um endlich einmal wieder den kompletten Modus spielen zu können. Hier müsste sich EA dringend etwas anderes einfallen lassen, um für einen langanhaltenderen Spielspaß zu sorgen. Und auch das Implementieren von weiteren Spielmodi wie „Droidenalarm“, „Helden vs. Schurken“ oder „Fracht“ ist in meinen Augen ein absolutes Muss, um der rundum gelungenen Spielwelt gerecht zu werden.

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Fazit

Optisch präsentiert sich „Todesstern“ als sehr stimmungsvoll. Sowohl die Raumschlachten zwischen den Sternenzerstörern als auch die imposanten Anflüge in die Gräben der Raumstation verleihen dem Spiel einen ganz neuen Aspekt und sind wirklich sehr gut gelungen. Auch das Innere des Todessterns, das uns viele Orte aus „Episode 4“ besuchen lässt, überzeugt mit einer packenden Atmosphäre und mit epischen Bildern. Umso enttäuschender ist es, dass wir das Innere der Raumstation nur im Gefechts-Modus sowie, mit etwas Glück, im neuen Spielmodus „Kampfstation“ besuchen können. Dieser ist mit seinen drei Stufen an sich eine sehr interessante Variante. Die Tatsache, dass man den ersten Abschnitt aber vergleichsweise viel öfter spielen muss als die übrigen, ist auf Dauer leider sehr ermüdend. Hier wäre eine Überarbeitung dringend nötig.

Insgesamt hätte „Todesstern“ in den Bereichen Präsentation, Stimmung und Spielspaß durchaus eine 90er Bewertung verdient. Der in meinen Augen aber vollkommen unverständliche Umfang in Sachen Spielmodi sowie die noch nicht wirklich runde Umsetzung des neuen Spielmodus sorgen dagegen leider für deutliche Abstriche.

Positiv

  • Die Stimmung des Todessterns ist perfekt eingefangen
  • Die Raumschlachten ergänzen das Hauptspiel um einen längst überfälligen Aspekt
  • Der Grundgedanke des Spielmodus "Kampfstation" ist wirklich innovativ und gelungen
  • Es sind neue Outfit-Kombinationen in der Charakterauswahl möglich

Negativ

  • Viel zu wenige Spielmodi
  • Optische und inhaltliche Fehler, wie z.B. bei Lukes Outfit
  • Die Abschnitte 2 und 3 werden in "Kampfstation" leider viel zu selten erreicht
79
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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