Sniper Ghost Warrior 3 – freie Spielwelt und taktische Vielfalt

Der Open-World-Taktikshooter Sniper Ghost Warrior 3 von CI Games nimmt uns unter anderem mit nach Georgien, wo wir es mit hartnäckigen Separatisten zu tun bekommen. Wie sich der Ego-Shooter im Vergleich zu ähnlich gearteten Titeln wie Ubisofts Ghost Recon: Wildlands schlägt, zeigen wir euch in unserem Test.

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In der Eröffnungssequenz befinden wir uns in einem Hubschrauber auf dem Weg zur russisch-ukrainischen Grenze, wo es eine alte biologische Waffe zu entschärfen gibt. Wir schlüpfen dabei in die Rolle des Marines Jonathan North, der zusammen mit seinem Bruder Robert an dem Auftrag arbeitet. Nach der Landung begeben wir uns zielstrebig zu dem Gebäudekomplex in der Nähe und kundschaften dort die Lage aus. Nachdem wir alle feindlichen Einheiten vor Ort ausgeschaltet haben, betreten wir das heruntergekommene Gebäude, wo weitere Feinde auf uns warten. Sind auch diese Gegner Geschichte, führt uns unser Weg ins Herz der Anlage, wo wir mehrere C4-Sprengsätze platzieren. Zurück an der frischen Luft erwartet uns aber nicht der wohl verdiente Feierabend, sondern ein Hinterhalt, der von einem Mann namens Vasilisk angeführt wird. Dieser verschont zwar vorerst unser Leben, teilt uns aber mit mehreren Schlägen in die Magengrube mit, was er von uns hält. Nach dem Angriff können wir nur hilflos dabei zusehen, wie sich Vasilisk mit seinen Männern aus dem Staub macht und dabei unseren Bruder Robert mit sich nimmt.

Nach einem Schnitt befinden wir uns in Georgien. Über Funk erfahren wir, dass Robert offenbar immer noch nicht wieder aufgetaucht ist. Da es aber offenbar Hinweise gibt, dass sich unser Bruder in der Gegend aufhält, haben wir uns freiwillig für den Einsatz in Georgien gemeldet. Hier warten zudem gewaltbereite Separatisten auf uns, die nach unseren Informationen etwas Großes geplant haben, das wir mit allen Mitteln verhindern sollen. Was genau mit Robert passiert ist und was es mit dem mysteriösen Vasilisk und seinen Plänen auf sich hat, erfahren wir im Verlauf der in vier Akten erzählten Story, die uns in alle Bereiche der offenen Spielwelt bringt.

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Freie Entscheidungen

In Sniper Ghost Warrior 3 erwartet uns eine große offene Spielwelt, die sich auf drei Karten verteilt. Diese lässt sich sowohl zu Fuß als auch mit einem der herumstehenden Fahrzeuge erkunden, was in Anbetracht der großen Entfernungen meistens die beste Wahl ist. Die Steuerung der Vehikel geht gut von der Hand, auch wenn ein Rückspiegel oder die Möglichkeit, nach hinten zu schauen, noch eine sinnvolle Ergänzung gewesen wäre. Zudem können wir aber auch zahlreiche Schnellreisepunkte nutzen, die wir, sobald wir sie einmal passiert haben, über die Karte anwählen können. So lassen sich die Missionsgebiete schnell erreichen und wir dürfen dabei selbst entscheiden, ob wir die Landschaft während der Fahrt oder des Fußmarsches bewundern wollen, oder ob wir lieber zügig vorankommen möchten, indem wir auf die Schnellreise zurückgreifen. In der Spielwelt warten nicht nur menschliche Feinde auf uns, vom Scharfschützen bis hin zum gepanzerten Soldaten, sondern auch tierische wie bissige Wölfe. Zudem sollten wir immer ein Auge auf unsere Umgebung haben, um dort Kameras ausfindig zu machen, die unsere Feinde auf uns aufmerksam machen.

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Auch beim Ausführen unserer Missionen haben wir die freie Wahl darüber, welche Strategie wir nutzen wollen. Wie es der Titel des Spiels schon verrät, können wir als Sniper, Ghost oder Warrior vorgehen. Dementsprechend stehen uns natürlich auch verschiedene Waffen zur Wahl, vom Snipergewehr, das sich bei Bedarf mit einem Schalldämpfer ausrüsten lässt, über Sturmgewehre und Pistolen für die direkte Konfrontation, bis hin zu einem effektiven Nahkampfangriff. Als Ghost stehen uns zudem diverse Schleichoptionen zur Verfügung, mit deren Hilfe wir uns ungesehen fortbewegen können. So haben wir beispielsweise die Chance , kriechend voranzukommen und dabei im hohen Gras Schutz zu suchen, aber auch Gebäude, Bäume oder die Dunkelheit der Nacht sind bei verdecktem Vorgehen nützliche Helfer. Ob wir für unsere Feinde gerade sichtbar sind, erkennen wir an der Farbe des Silhouettensymbols am unteren rechten Rand des Bildschirms. Für jede der drei Taktik-Möglichkeiten gibt es im Fertigkeitsmenü eigene Skills, die sich nach und nach freischalten lassen.

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Hier sticht vor allem die Umsetzung der Scharfschützenfunktionen hervor, die sehr detailliert ausgearbeitet wurden. So haben wir beim Zielen nicht nur die Möglichkeit, die Zoomfunktion unseres Zielfernrohrs zu nutzen, um die Gegner genau zu fokussieren. Wir können die Zielfunktion darüber hinaus exakt auf die Entfernung des Ziels hin ausrichten, so dass der Schuss so genau wie möglich ausgeführt werden kann. Um dies zu gewährleisten, ist es außerdem erforderlich, die Windanzeige zu beobachten, die uns verrät, wie die Kugel beeinflusst wird. Um das Zielen zu erleichtern, ist Jonathan zudem in der Lage, für kurze Zeit die Luft anzuhalten und dadurch das Gewehr sehr viel stabiler zu halten.

Gadgets und Modifikationen

Um auf die unterschiedlichen Situationen eingehen zu können, lassen sich unsere Waffen außerdem mit diversen Gadgets ausrüsten. Hierzu gehören beispielsweise eine Beleuchtung für Operationen bei Nacht oder ein Zweibein für noch stabileres Zielen. Aber auch in Sachen Munition, die wir in unserer Basis im Übrigen selbst herstellen müssen, stehen uns verschiedene Optionen zur Auswahl, von Sprenggeschossen bis hin zu panzerbrechender Munition. Gadgets wie der Schalldämpfer müssen in regelmäßigen Abständen repariert werden, um sie weiter nutzen zu können. Daher sollten wir nach jeder Mission die Werkbank in unserer Basis aufsuchen, um unsere Ausrüstung auf Vordermann zu bringen. Der hier angewandte Realismus macht das Spiel sehr interessant, auch wenn es am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist, selbst für die benötigte Munition zu sorgen, was daher gerne einmal vergessen wird.

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Ein weiteres Gadget, das auch in Titeln wie Watch_Dogs oder Ghost Recon: Wildlands für zusätzliche taktische Möglichkeiten gesorgt hat, ist die ferngesteuerte Drohne. Diese können wir nutzen, um feindliche Areale auszukundschaften und die dort stationierten Gegner zu markieren. Die Steuerung der Drohne geht sehr gut von der Hand, das Zurückholen des Fluggeräts ist ebenfalls unkompliziert mit einem Tastendruck möglich. Sobald wir einen Feind markiert haben, lässt sich anhand der Farbe der Markierung erkennen, welchen Status unser Gegner hat. Ist das Symbol weiß, besteht kein Grund zur Sorge, wohingegen eine gelbe Markierung auf erhöhte Wachsamkeit sowie eine rote auf eine Angriffshaltung hinweist.

Zusätzlich zur Drohne steht uns auf unseren Missionen der sogenannte Kundschafter-Modus zur Verfügung, mit dessen Hilfe wir die Umgebung nach nützlichen Objekten absuchen oder Hinweise wie Fußspuren genauer untersuchen können. Dieser Modus, der dem Spiel definitiv ein Plus an Vielschichtigkeit verleiht, weckt Erinnerungen an den Detektiv-Modus der Arkham-Reihe. Für weitere Abwechslung sorgen die kleinen Kletterpassagen, die immer wieder notwendig sind, um erhöhte Aussichtspunkte zu erreichen. Hier erinnert die Steuerung an Actiongames wie Tomb Raider oder Uncharted, wodurch sich Sniper Ghost Warrior noch mehr von klassischen Ego-Shootern abhebt.

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Überzeugende Landschaften und hölzerne Gesichter

Ab der ersten Spielminute überzeugt das Open-World-Spiel mit einer atmosphärischen Landschaft. Hier erwarten uns unzählige Bäume, Sträucher oder Flüsse sowie verlassene Gebäude oder Militärkomplexe, die allesamt über eine eigene Stimmung verfügen. Dabei sind es vor allem die Licht- und Wassereffekte, die für eine realitätsnahe Darstellung sorgen und die Umgebung lebendig wirken lassen. Dieser Effekt wird durch sich bewegende Blätter, umherfliegende Insekten oder plätscherndes Wasser noch zusätzlich unterstrichen. Zwar wirken die Texturen bei näherem Hinsehen etwas unscharf, dafür wurde aber beispielsweise die Maserung der Bäume sehr überzeugend umgesetzt und auch die einzelnen Zweige und Ästchen sehen wirklich sehr gut aus. Auch die Soundeffekte, die die zahlreichen Naturgeräusche authentisch wiedergeben, gliedern sich hervorragend in das Gesamtbild ein und runden die Präsentation ab.

Das einzige Manko in der Umgebungsdarstellung ist die Tatsache, dass die Spielwelt leider oftmals sehr leer wirkt, denn außerhalb von Missionen treffen wir nur selten auf andere Menschen oder umherfahrende Autos. Ein weiterer Minuspunkt ist die Darstellung der Gesichter, sowohl im Spiel als auch in den Sequenzen. Diese wirken leider durchgehend etwas hölzern und leblos, was nicht so recht zu der gelungenen Umgebungsdarstellung passen will.

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Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sniper Ghost Warrior 3 von Beginn an mit einer atmosphärischen und wunderschönen Landschaft überzeugt, die einen sehr nah an das Geschehen heranbringt. Authentische Licht- und Wassereffekte sowie die passenden Hintergrundgeräusche machen die Spielwelt lebendig und realistisch. Die Darstellung der Gesichter sowie die Tatsache, dass die offene Spielwelt durchgehend etwas leer wirkt, trüben den optischen Gesamteindruck dagegen ein wenig.

Die taktische Vorgehensweise, bei der wir zu jeder Zeit frei entscheiden können, ob wir aus der Ferne angreifen oder uns ins Getümmel stürzen wollen, lässt dem Spieler sämtliche Freiheiten, wodurch jeder seine favorisierte Spielweise wählen kann. Hierbei bleibt vor allem der Sniper-Modus im Gedächtnis, bei dem es sehr viel zu beachten gibt, um den perfekten Schuss zu landen. Detektivelemente im Kundschafter-Modus sowie diverse Kletterpassagen sorgen darüber hinaus für Abwechslung, ebenso wie die entspannenden Fahrten mit dem Auto. Ein Minuspunkt, der allerdings nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die doch sehr lückenhafte Einführung in die Steuerung, wodurch wir zu Beginn immer wieder die Controllerbelegung öffnen müssen, um die passende Taste für die gewünschte Aktion zu finden.

Insgesamt sollten alle Spieler, die sich mit Ghost Recon: Wildlands anfreunden konnten, auch an Sniper Ghost Warrior 3 ihren Spaß haben.

 

Positiv

  • Hervorragende Atmosphäre
  • Detaillierte Umsetzung des Sniper-Modus
  • Verschiedene taktische Möglichkeiten
  • Authentische Geräusche und Grafikeffekte

Negativ

  • Oftmals leere Spielwelt
  • Leblose Darstellung der Gesichter
  • Lückenhafte Einführung in die Steuerung
  • Lange Ladezeiten beim Start des Spiels
84
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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  • Martin: Hey! Auch von mir vielen lieben Dank für den Guide :D Ist der "Hauptguide" nach dem ich mich richte bzw. mittlerweile der einzige, den ich nutze^^ Ich hätte aber noch eine Frage zu diesem Part: Held Vorheriger Held Soforttötung bis … Stufe Siyalatas/Fragsworth The Masked Samurai 30 – 50 Atlas Samurai Stufe 2500 150 – 175 Terra Atlas Stufe 1500 350 – 450 Phthalo Terra Stufe 1500 700 – 900 Orntcha Gladeye Phthalo Stufe 1500 1300 – 1700 … Orntcha Gladeye Stufe 1500 2500 – 3000 Kannst du das genauer erklären? Was sind z.B. Altas, Terra usw. und das mit den Stufen
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.