Selma and the Wisp

Die Entwickler von „Toucan Studio“ haben ein neues und ihr somit erstes Abenteuerspiel herausgebracht. „Selma and the Wisp“ soll eine besondere Grafik und viele spannende Rätsel bieten. Wir haben es für euch getestet. Im Spiel begleiten wir ein kleines Mädchen namens Selma. Nach dem Erwachen in einem verschlossenen Zimmer muss der Schlüssel für eine Tür in eine spannende und verrückte Welt gefunden werden. Die Geschichte wird an sich nur durch sehr kleine Textpassagen erklärt, die ab und zu ins Bild kommen. Unsere Aufgabe wird uns direkt am Anfang gesagt und ist sehr simpel: Folge dem Licht und überlebe. Daraufhin übernehmen wir aber nicht die Rolle von Selma, sondern sind ein Licht und führen das Kind durch die Welt. Dabei folgt es uns einfach die ganze Zeit. Wenn wir auf eine Kiste „fliegen“ klettert Selma hinter uns her, wenn wir auf einen Ast unter uns leuchten, springt das Mädchen hinunter.

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Außerdem ist es möglich, eine Schockwelle zu erzeugen, die Schalter umlegt oder Gegenstände in Bewegung setzt. Des Weiteren können wir immer einen Gegenstand mitnehmen, aber niemals mehrere. Dadurch entstehen viele unterschiedliche Hürden, die es zu meistern gilt. Es ist wichtig, sich immer genau umzuschauen, da man schnell des Rätsels Lösung übersieht, weil sie nicht direkt im Bildschirm ist, sondern man sich dafür weiter von der Protagonistin entfernen muss. Dafür ändern wir durch einen Mausklick unsere Farbe von Blau zu Rot.

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Dies signalisiert Selma stehen zu bleiben, sodass sie nicht einfach in eine tödliche Falle hineingerät. Wenn das Mädchen Angst bekommt, fängt sie an zu stöhnen und zu wimmern und wir müssen schnell dafür sorgen, dass es ihr wieder besser geht. Dies passiert auch, sobald wir uns zu weit von ihr entfernen. Dann sinkt ihre Lebensanzeige, die in Form eines großen Herzens am Bildschirmrand dargestellt wird. Ist diese Anzeige schwarz, ist die Aufgabe gescheitert und Selma tot. Zusätzlich muss immer darauf geachtet werden, dass unser Licht nicht erlischt, was durch das Einsammeln von kleinen blauen Kugeln erfolgt. Wenn wir ausgehen, stirbt Selma und das Spiel ist verloren. Insgesamt sind wir in einer sehr erbarmungslosen Welt gelandet. Es kommt das Gefühl der Unsicherheit und der Angst auf, weil selbst harmlos erscheinende Dinge einen umbringen könnten. Wenn man einmal nicht aufpasst, ist es meist zu spät.

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Dafür gibt es aber sehr fair gesetzte Checkpoints. Die Rätsel an sich sind teilweise sehr knifflig, aber nie unfair. Manche werden durch einfaches Ausprobieren gelöst, bei anderen muss man sich genau umschauen, um etwas zu finden. Hier ist den Entwicklern eine tolle Mischung aus Logik-, Kletter- und Reaktionsrätseln gelungen. Das gesamte Spiel ist in einem sehr minimalistischen und dunklen Grafikstil gehalten. Alles erinnert ein wenig an ein farbenfroheres „Limbo“. Es passt sehr gut zu dem Spiel, da durch Grafik die Atmosphäre des Spiels toll eingefangen wurde.

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Meist werden nur ein oder zwei dunkle Hintergrundfarben genutzt, und somit die düstere Stimmung verstärkt. Die Animationen von Selma und dem Licht sind sehr schön gelungen. Ihre Bewegungen sind flüssig und realistisch dargestellt. Die Physik wirkt authentisch und wird als toller Mechanismus in die Spielwelt eingebaut.Die wenigen Videosequenzen sind in der Grafik des Spiels und auch sie sind liebevoll gestaltet. Allerdings kann man sie nicht überspringen, was manchmal etwas nervig ist, da einige schwierige Stellen im Spiel direkt nach einer Videosequenz sind und somit häufiger geschaut werden müssen.

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Der Sound von „Selma and the Wisp“ ist meist sehr stimmungsvoll gehalten. Meist passt die Musik zum Spielgeschehen und lässt die Atmosphäre dichter werden. Selmas Wimmern und die Geräusche der Umgebung sind toll umgesetzt. Außerdem wurde auf Details geachtet, wie Stimmengewirr im Hintergrund, was die Szenerie meist noch realistischer wirken lässt. Es gibt keinerlei vertonte Sprache, aber sie wird auch nicht benötigt. Kleines Manko sind die nur auf Englisch verfügbaren Untertitel. Da es nur sehr wenig Text ist, wäre eine deutsche Übersetzung der kleinen Texte schön gewesen.

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Beim Testen gab es mehrere kleine Bugs. Einmal konnte Selma nicht mehr weiterlaufen, weil sie an einer Kante hängen geblieben ist und es war nicht möglich, sie wieder daraus zu lösen. Ein anderes Mal hat ein Schalter nicht so funktioniert, wie er sollte. Erst nach Neustart des Spiels konnte das Rätsel gelöst werden. Ansonsten gab es kaum Probleme bei dem Spiel.Die Entwickler haben ihr Abenteuer sehr kurz gehalten. Mit ungefähr 90 Minuten Spielzeit ist „Selma and the Wisp“ schnell gemeistert. Auch hat es kaum einen Wiederspielwert, da es keinerlei Geheimnisse gibt, die man entdecken könnte.

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Fazit:
Bei ihrem ersten Spiel hat „Toucan Studio“ ganze Arbeit geleistet. Man erkennt schnell, dass Limbo als Inspiration gedient haben könnte. Allerdings ist das Abenteuer um das kleine Mädchen wesentlich anspruchsvoller als „Limbo“. Gerade die Rätsel machen das Spiel sehr unterhaltsam und kurzweilig, sodass man über das schnelle Ende etwas erstaunt ist. Allerdings wissen das Licht und seine Begleiterin bis zum Schluss zu unterhalten. Die Grafik trägt mit ihrem liebevollen Stil dazu bei, die Atmosphäre möglichst dicht zu gestalten. Zwar ist es düster, aber man hat trotzdem das Gefühl in der Fantasie eines Kindes zu sein. Allerdings ist nicht klar, ob es wirklich eine erdachte Kinderwelt ist oder doch Realität. Die Geschichte des Spiels ist sehr einfach und auch nicht unbedingt wichtig. Man möchte immer gerne wissen, was denn als Nächstes zur tödlichen Falle wird.
Insgesamt kann das Spiel überzeugen, auch wenn es kleine Ecken und Kanten hat.

Positiv

  • Liebevolle Grafik
  • Knifflige, aber faire Rätsel
  • Schöne Atmosphäre
  • Schöner Soundtrack und passende Geräuschkulisse

Negativ

  • Videosequenzen können nicht übersprungen werden
  • Kleine Bugs
  • Sehr kurze Spielzeit, kein Wiederspielwert
74
Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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Neueste Kommentare

  • Nicole: Damit kann mein Sohn in der Schule die Zeit überbrücken ohne ermahnt zu werden da geräuschlos im Gegensatz zu vielen anderen Stressspielzeugen :-) Die Farbe ist egal, sind alle toll... Favoriten wären schwarz oder türkis...
  • Janis: Oh ich brauche dringend einen! Allein weil nicht immer ein Kugelschreiber o.ä. greifbar ist, und ich damit viel mehr Variation habe:)) Schwarz oder schwarz/weiß bitte
  • Christopher: Hallo, das hört ich interessant an ! Ich wackel immer mit dem ganzen Bein. Farbe : schwarz/weiß Gruß Chris