Ratchet und Clank Film

Spieleverfilmungen genießen dank einigen „Meisterwerken“ aus vergangenen Tagen ja keinen allzu guten Ruf. Nun hat man sich daran gewagt, die beliebte Ratchet&Clank Spielereihe zu verfilmen. Ob das Filmdebüt gelungen ist, klären wir im folgenden Artikel. (Hinweis: Alle Bilder stammen aus dem dazugehörigen Videospiel.)

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Altbekannt, doch neu erlebt

Die Filmadaption der Spieleserie orientiert sich an der Geschichte des ersten Teils. Ratchet fristet ein wenig aufregendes Dasein als Raumschiffmechaniker auf dem Planeten Veldin, doch er träumt von großem. Er will zu den Galactic Rangers, einer Elitetruppe der Galaktischen Schutztruppen unter der Führung von Captain Qwark. Wie praktisch für Ihn, dass zur selben Zeit der Vorsitzende Drek, Anführer der Blarg, dabei ist mehrere Planeten zu sprengen, um sich aus den besten Fragmenten einen eigenen Planeten als Ersatz für den bisherigen, völlig verseuchten Heimatplaneten zu bauen. Um sein Vorhaben zu stützen, rekrutiert er den verrückten Wissenschaftler Dr. Nefarious, der ihm nicht nur die Waffe zum Planetenzerstören entwickelt, sondern auch eine Roboterarmee zum Kampf gegen die Galactic Rangers baut. Durch einen kurzen Stromausfall spuckt die Produktionsstraße Clank aus, der die Rangers nicht vernichten, sondern retten will. Nur knapp entkommt er der Verschrottung und kann sich mit einem Fluchtschiff in Richtung Hauptquartier der Galaktischen Schutztruppen retten, wo er aber leider nicht ankommt. Stattdessen legt er eine Bruchlandung hin- passenderweise direkt vor Ratchets Augen, der nicht lange zögert und dem kleinen Blechmann zur Hilfe eilt. Clank lässt nicht ab von seinem Vorhaben, die Rangers zu warnen und der Held bietet bedingungslos seine Hilfe an. So beginnt eine turbulente Reise voller Spaß, Action und jeder Menge Humor.

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Fans der Serie werden durchgehend Anspielungen auch auf andere Teile der Spieleserie finden und sich gleich wohlfühlen. Aber auch Neulinge dürften keine Probleme haben, der Geschichte zu folgen, auch wenn dann der eine oder andere Gag an ihnen vorbeigeht. So oder so sollte man aber keinerlei Probleme haben, den Plot nachzuverfolgen, denn wirklich tiefgründig ist der Film kaum. Nie hat man das Gefühl, dass die Situation aus dem Ruder läuft, dass die Helden in wirklicher Gefahr sind oder Drek tatsächlich gewinnen könnte. Hier stand (leider) klar das jüngere Publikum im Fokus, wobei man auch diesem ein paar Momente Unwissenheit und Angst hätte zumuten können. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte grundsolide und sehr gut von den Werken aus dem Hause Insomniac, welches für die Spiele verantwortlich ist, übernommen worden.

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Alle meine Freunde

Wie bereits gesagt merkt man dem Film an, dass er sich an ein jüngeres Publikum richtet, was man vor allem am leicht veränderten Charakterdesign bei Ratchet merkt. Er ist deutlich niedlicher als man es aus den Spielen gewohnt ist. Trotz der Veränderungen bleibt der Charme unserer liebgewonnenen Charaktere erhalten und man hat nie Grund zum zweifeln, wen man vor sich hat. Ein Manko ist aber zum einen die Screentime der Protagonisten, die viel zu kurz geraten ist. Das größte Problem ist aber, dass Clank nicht viel mehr als ein kurzweiliger Sidekick geworden ist. Er hat seine Momente, in denen er mit seiner analytischen Art zwar zum schmunzeln anregt, als gleichgestellten Partner des Lombax erlebt man ihn aber leider nicht. Zu kurz kommen leider auch die vielen abgefahrenen Waffen, die Ratchet&Clank ausmachen. Zwar probiert sich unser Held durch das komplette Arsenal, wirklich im Einsatz sieht man meist aber nur die Blaster bzw. den Brenner. Was dagegen vielen Fans, und da zählen wir uns dazu, sauer aufstoßen dürfte ist, dass nicht die Originalsprecher aus den Spielen verpflichtet wurden (was im Falle von Clank auch durch den Tod des Synchronsprechers nicht möglich ist). Im Englischen Original hat man sich hochkarätige Stars wie Sylvester Stallone oder John Goodman ins Boot geholt. Für die deutsche Lokalisation muss man sich ein wenig umstellen, wobei man auch damit dank sehr passender Auswahl keine allzu großen Probleme haben dürfte. Ob YouTuber iBlali, der Drek´s Assistenten Zed seine Stimme leiht, einen größeren Anreiz bietet sich den Film anzusehen, wagen wir jetzt einfach mal zu bezweifeln, aber er macht seine Sache zumindest recht anständig.

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Ich weiß, wo du herkommst

Ein großer Kritikpunkt ist immer wieder die Grafik, die zwar leicht über dem liegt, was man von der Konsole her kennt, aber hinter aktuellen Pixar-Titeln zurückbleibt. Unserer Meinung nach tut Constantin dem Franchise damit aber einen Gefallen. Der Film macht keinen Hehl daraus, wo seine Wurzeln liegen. Es ist eine animierte Spieleverfilmung und macht das auch von Anfang an deutlich, was man nicht zuletzt auch an den Charakteren merkt. Diese wirken lebendig, wenn auch ein wenig steif, was man bei den meist doch eher flotteren Actionszenen aber dezent vernachlässigen kann.

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Fazit

Die Leinwandpremiere des beliebten Playstation Jump ´n´ Run Duos ist durchaus gelungen und jeder wahre Fan sollte sich zumindest ein eigenes Bild machen. Dem schlechten Ruf der Spieleverfilmungen wird „Ratchet und Clank“ auf jeden Fall nicht gerecht. Zwar verschenken die Macher hier einiges Potential, aber wer die Spiele kennt und mag wird sich auch hier wohlfühlen. Der Humor ist erstaunlich gut kopiert worden, was schon die „Probefahrt“ zu Beginn des Films beweist. Wenn wir in Zukunft mehr Adaptionen dieser Art zu sehen bekommen, dann dürfen sich Hollywood und Co. gerne öfter an Spieleklassiker wagen.

Florian Richter

Geschrieben von: Florian Richter

Nerd,Technikbegeistert, Gamer aus Überzeugung. Nebenbei auch noch auf YouTube ab und zu aktiv. Fan der Uncharted - und Ratchet&Clank - Spielereihe.

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  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.
  • Daniel Walter Daniel: Ich war immer ein Fan der alten Herangehensweise und vermisse es daher im neuen Teil ein wenig. Trotzdem ist Origins wirklich gut, auch wenn es nicht an meine Favoriten AC 2 und AC Black Flag heranreicht.
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Die Neuausrichtung gefällt mir sehr gut. Die Architektur ist wunderschön und die Story gut gemacht. Auch die vielen Nebenquests und jetzt mit Level 40 die Community Events sind super. Das ewige geklettere und Dauerblocken aus den Vorgängern war einfach idiotisch, finde das jetzt überzeugender.