Pro Evolution Soccer 2017

Aktuell steht die 2017er Ausgabe des „Pro Evolution Soccers“ von Konami in den Läden. Wie sich die Fußballsimulation im Vergleich zur Konkurrenz schlägt und was euch in diesem Jahr erwartet, erfahrt ihr in unserem Review.

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Um euch einen Einblick in den Umfang der aktuellen Ausgabe des Pro Evolution Soccers zu geben, stellen wir euch die wichtigsten Spielmodi kurz vor.

Meister-Liga

Das Herzstück des PES ist auch in diesem Jahr die Meister-Liga. Hier übernehmen wir die Kontrolle über ein Profi-Team und kümmern uns um sämtliche Belange des Vereins, von der richtigen Strategie und Aufstellung, über den Kauf und Verkauf von Spielern, bis hin zum individuellen Training jedes einzelnen Spielers.

Zu Beginn der Karriere legen wir neben dem Spielniveau und der gewünschten Währung auch die Spiellänge fest, die von 5 Minuten bis 30 Minuten pro Spiel variieren kann. Anschließend wählen wir eine Region der Erde, in der wir als Trainer oder Manager tätig sein wollen, bevor wir uns schließlich dem Aussehen unseres Trainers widmen.

Hier überzeugt das Spiel mit unzähligen Möglichkeiten, das Gesicht oder die Frisur unseres Trainers anzupassen. So können wir nicht nur zwischen verschiedenen Bart- oder Haarstylings wählen, sondern beispielsweise auch Form, Farbe und Größe der Augen oder die Form des Gesichts bis ins kleinste Detail verändern. Die Vielfalt an Varianten erinnert schon fast an Personensimulation wie „Die Sims“ und dürfte all diejenigen, die gerne an Charakteren basteln, rundum zufrieden stellen. Es ist aber auch möglich, einen Charakter aus den Vorlagen auszuwählen und diesen Punkt dadurch weitestgehend zu überspringen.

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Nachdem wir die Karriere mit einem Verein unserer Wahl gestartet haben, gelangen wir zu unserer Menü-Oberfläche, die durch aktuelle Zeitungsausschnitte und Kommentare der Spieler optisch aufgewertet wird. Dank der übersichtlichen Gestaltung haben wir auch direkt Zugriff auf den Kalender, die Tabelle sowie grundlegende Statistiken des Vereins wie beispielsweise das verbliebene Budget.

Während einer Saison haben wir verschiedenen Möglichkeiten, unsere Mannschaft zu verstärken. Wir können nicht nur Verhandlungen mit anderen Vereinen führen, um neue Spieler zu verpflichten. Das Verhandlungsmenü ermöglicht uns außerdem einen Einblick in die Jugendmannschaft unseres Teams. Hier warten regelmäßig junge Talente, die gefördert und im Profi-Alltag eingesetzt werden wollen. Darüber hinaus haben wir auch Zugriff auf die Verträge unserer aktuellen Spieler, die wir bei Bedarf verlängern oder beenden können, um das Team entsprechend unserer Ansprüche zu verändern.

Über den „Zeit vorstellen“-Button gelangen wir zum nächsten Spiel, das auf unterschiedliche Arten angegangen werden kann. Im regulären Modus kümmern wir uns neben der Spielsteuerung auch um Taktik sowie Aufstellung. Im Co-Trainer-Modus können wir uns hingegen voll und ganz auf das eigentliche Spiel konzentrieren. Bei unwichtigen Begegnungen ist es auch möglich, die Partie zu simulieren. Auf diese Weise kann eine Saison schneller bewältigt wie auch die Karriere zügig vorangetrieben werden.

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„Werde zur Legende“

Wer gerne den Umfang einer gesamten Karriere genießen möchte, aber keinen Wert auf die Trainer- und Managerfunktionen legt, der sollte sich für den „Werde zur Legende“-Modus entscheiden. Hier verfolgen wir die Karriere eines einzelnen Spielers, den wir entweder aus allen verfügbaren Spielern wählen oder selbst erstellen können. Hier ist der Umfang des Menüs im Vergleich zur Meister-Liga stark verringert, sodass wir uns lediglich um das Training und die Transferanfragen unseres eigenen Spielers kümmern müssen.

Darüber hinaus können wir in diesem Spielmodus Kontakt mit dem Trainer aufnehmen und ihn beispielsweise darum bitten, auf einer bestimmten Position spielen zu dürfen. Aber auch Anfragen bezüglich eines Vereinswechsels oder der Zuteilung einer anderen Rückennummer lassen sich hier stellen. Anschließend dauert es eine gewisse Zeit, bis uns der Verein seine Entscheidung in der jeweiligen Sache mitteilt.

Liga-Modus

Beim Liga-Modus übernehmen wir die Kontrolle eines Teams in einer der wählbaren Ligen. Im Gegensatz zur Meister-Liga haben wir hier wesentlich weniger Dinge, um die wir uns kümmern müssen. So nehmen wir zwar Einfluss auf die Taktik und die Aufstellung der Mannschaft, wir müssen uns aber nicht mit Transfers oder dem Training der Spieler herumschlagen. Individuelle Spielerrollen wie Zuständigkeiten bei Standardsituationen oder die Rolle des Teamkapitäns lassen sich aber dennoch verändern und anpassen. All diejenigen, die sich mehr auf das Spielen konzentrieren möchten, können diverse taktische Entscheidungen aber auch dem Co-Trainer überlassen. So lässt sich die Startaufstellung beispielsweise entsprechend der aktuellen Form oder der Fähigkeiten der Spieler automatisch generieren. Aber auch die Auswechslungen werden bei Bedarf eigenständig durchgeführt. Hier können wir aber zum Beispiel entscheiden, ob sie früh oder spät im Match erfolgen oder ob sie vollkommen flexibel eingesetzt werden sollen.

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Der Liga-Spielmodus hält diversen Ligen aus aller Welt für uns bereit. Neben der ersten und zweiten Liga aus Ländern wie England, Frankreich, Spanien oder Italien können auch Top-Ligen aus Portugal oder den Niederlanden gespielt werden. Darüber hinaus stehen exotischere Wettbewerbe aus Asien oder Lateinamerika zur Wahl und auch die argentinische oder die brasilianische Liga lassen sich auswählen. Die „Konami-Liga“ macht es zudem möglich, eine eigene Liga aus allen verfügbaren Mannschaften zusammenzustellen und dadurch auch die deutschen Mannschaften in eine Liga zu integrieren. Im PES 2017 können wir uns auf die Kader von Leverkusen, Dortmund und Schalke freuen.

Neben den Liga-Spielen bietet uns diese Spielvariante außerdem die Möglichkeit, an nationalen und internationalen Pokalwettbewerben teilzunehmen sowie den Auf- oder Abstiegskampf mitzuerleben. Hierdurch wird ein realistischer Liga-Verlauf gewährleistet, bei dem wir uns individuelle Ziele stecken können.

Pokal-Modus

Wer sich hingegen lieber mit einer Nationalmannschaft in den Wettbewerb stürzt, der ist im Pokal-Modus richtig. Hier lassen sich beispielsweise ein internationaler Pokal mit Teams aus aller Welt, ein europäischer Pokal oder eine amerikanische Variante spielen. Aber auch Cups aus Nordamerika, Asien oder Afrika stehen zur Wahl, wodurch auch ausgefallenere Varianten als die klassische WM oder EM gespielt werden können. Bei den Nationalteams warten zum Beispiel die Original-Kader von Ländern wie Deutschland, England oder Italien auf uns.

Jeder Pokal setzt auf gewisse Besonderheiten wie eine Gruppenphase oder den Einsatz von Hin- und Rückspielen. Hierdurch verfügen einige Cups über Spielvarianten, die man nicht so oft spielt, wodurch sie sich von den übrigen abheben. Die genauen Regeln jedes Pokals werden vor der endgültigen Auswahl auf der rechten Seite des Bildschirms aufgelistet, sodass man direkt zum gewünschten Modus gelangt.

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Offizielle Ligen der UEFA und der AFC

Wie schon in den vergangenen Jahren ist es auch beim diesjährigen PES möglich, die UEFA Wettbewerbe „Champions League“ und „Europa League“ sowie die „AFC Champions League“ aus Asien zu spielen.

Aufgrund eines Exklusiv-Deals von EA und dem FC Bayern München müssen wir allerdings in diesem Jahr auf den deutschen Rekordmeister verzichten. Dafür steht beispielsweise mit dem FC Barcelona um Superstar Neymar ein Verein mit Originalnamen und -Trikots zur Wahl, der bis ins kleinste Details umgesetzt wurde. Hierzu zählen neben dem realistischen Aussehen der Spieler auch deren Bewegungen und Emotionen in den Sequenzen sowie das Original-Stadion des Vereins. Hier zeigt die hervorragende und sehr realistische Umsetzung, die problemlos mit der der Konkurrenz mithalten, wenn nicht sogar an ihr vorbeiziehen kann, einmal mehr, was beim PES mit entsprechenden Lizenzen möglich wäre.

Aber auch in Sachen Inszenierung der Top-Ligen muss sich der PES bei Weitem nicht verstecken. So werden zu Beginn der UEFA-Ligen sowie der AFC-Liga Original-Ausschnitte aus der vergangenen Saison gezeigt. Darüber hinaus werden die offiziellen Logos der Ligen imposant in Szene gesetzt und auch die bekannte Champions-League-Hymne kommt hier zum Einsatz und sorgt für einen authentischen und modernen Rahmen.

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Die Umsetzung der Partien

Auch in Sachen Präsentation der Spiele hat der PES deutlich zugelegt. So ist beispielsweise der Einlauf der Spieler zu Beginn einer Partie grafisch hervorragend in Szene gesetzt und wird außerdem durch passende pathetische Musik und stimmungsvolle Fan-Gesänge begleitet.

Im Spiel überzeugt der „Pro Evolution Soccer“ durch realistische Spielerbewegungen, durch sehr gut inszenierte Jubel- und Schiedsrichtersequenzen sowie durch eine intuitive Steuerung, die auch für FIFA-Spieler kein Problem darstellt. Im Stadion tragen anfeuernde Chöre sowie eine sich ständig verändernde LED-Bandenwerbung zu einem professionellen Gesamtbild bei.

Dass sich die an sich sehr gelungenen Bewegungen der Zuschauer bei genauerem Hinsehen immer wieder merklich wiederholen, ist in Anbetracht dessen, wie oft wir im Spiel wohl tatsächlich auf die Ränge schauen, wohl eher Erbsenzählerei. Dennoch könnte dies künftig noch besser umgesetzt werden. Gleiches gilt für die Kommentatoren, die an sich einen ordentlichen Job abliefern. Allerdings würde man sich hier und da doch etwas mehr Emotionen der Sprecher wünschen, um die Atmosphäre noch zu verbessern.

Es ist aber vor allem das wieder einmal hervorragend umgesetzte Gameplay, das den PES auch in diesem Jahr zum Maßstab macht. Die Schüsse und auch die Zweikämpfe verfügen über eine fast spürbare Dynamik, die uns direkt ins Geschehen hineinversetzt. Weiterhin sind es gerade auch die Torhüter, die bei der aktuellen Ausgabe sehr überzeugend rüberkommen. Sie reagieren schneller und zeigen dabei sowohl auf der Linie als auch im Strafraum eine Fülle an verschiedenen Bewegungsmustern, mit denen sie kritische Situationen immer wieder bereinigen.

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Fazit

Nach dem Spielen der FIFA 17 Demo sowie der aktuellen Ausgabe des „Pro Evolution Soccers“ liegt bei mir die Konami-Variante ein Stück weit vorne. Dies liegt nicht nur am wieder einmal sehr überzeugenden Gameplay, sondern unter anderem auch an der detaillierten Umsetzung der Lizenzen, die ihnen zur Verfügung stehen. Gerade die Präsentation der einzelnen Spieler am Beispiel des FC Barcelona zeigt deutlich, wie detailverliebt in diesem Bereich gearbeitet wurde. Hier kann die 2017er Ausgabe von FIFA im regulären Spielmodus nicht ganz mithalten, auch wenn EA mit dem beeindruckenden neuen Story-Modus ein ganz neues Kapitel aufschlägt, das beim PES bisher noch fehlt. Es sind aber auch Kleinigkeiten auf dem Spielfeld, wie die Bewegungen der Schiedsrichter in den Sequenzen, die beim PES einfach etwas besser aussehen und für eine realistische Präsentation sorgen. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, wie wichtig die Original-Lizenzen sind, bei denen FIFA natürlich nach wie vor die Nase vorne hat. Konami hat in diesem Jahr auf jeden Fall eine in sämtlichen Belangen überzeugende Fußballsimulation mit vielen verschiedenen Online- und Offline-Modi abgeliefert, die jeden Fußballfan zufrieden stellen sollte. Dabei kommen all diejenigen, die sich auf das reine Spielen der Partien konzentrieren möchten, ebenso auf ihre Kosten, wie Taktik-Nerds, die auch gerne die Managerrolle übernehmen.

Positiv

  • Hervorragendes dynamisches Gameplay
  • Detaillierte Präsentation lizensierter Teams
  • Viele verschiedene Spielmodi
  • Große Auswahl an internationalen Ligen

Negativ

  • Wenige Lizenzen
  • Nur drei deutsche Teams
  • Kommentatoren könnten emotionaler sein
95
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • Stephanie Walter Stephanie Walter: Ich glaube, es kommt einfach darauf an, was man gerne spielt. Klar lassen sich Taktik und Teamplay nicht mit einem Titel wie Battlefield vergleichen aber ich denke, dass trotzdem viele Spaß an Battlefront II haben werden. Gerade auch Gelegenheitsspieler, die schnell mal ne Runde zocken wollen. Ihr hab natürlich Recht, die Grafik und das Feeling stimmen und vielleicht tut sich in Sachen Teamplay noch ein bisschen was vorm Release, gerade bei den Gruppenpunkten wäre das wünschenswert. Ich freue mich auf jeden Fall richtig auf die Kampagne.
  • Daniel Walter Daniel: Ist das erste Mal, dass ich es am PC spiele, früher stundenlang an der PS2 :-)
  • Dominik Probst Dominik Probst: Das kam 2005 raus? Oh man.. Ich werd alt... xD Hab das mit meinem Bruder gesuchtet :D