Little Nightmares

Der Horror Puzzle-Platformer Little Nightmares im Test. Was für ein Erlebnis bietet die Flucht aus dem Schlund? Wo glänzt der Titel, wo weist er Schwächen auf?

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Little Nightmares ist ein Puzzle-Platformer, fokussiert auf atmosphärischen Horror sowie Stealth-Gameplay. Das Kind Six, lediglich mit einem Licht spendenden Feuerzeug ausgerüstet, muss Rätsel lösen und Gegner umgehen, um sich durch die düsteren Räume des Schlundes zu bewegen. Little Nightmares ähnelt anderen Puzzle-Platformern, wie beispielsweise Limbo, verleiht den Knobelaufgaben und Verfolgungsjagden aber durch seine 2,5D-Welt wortwörtlich mehr Tiefe.

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Gameplay
Das Spielprinzip ist simpel. Es ist möglich, mit diversen Gegenständen, die im Level verteilt sind, zu interagieren. Stühle, Käfige oder Koffer lassen sich ziehen und müssen des Öfteren neu platziert werden, um höher gelegene Bereiche erklimmen zu können. Kleinere Gegenstände lassen sich aufheben und werfen, um zum Beispiel Schalter zu betätigen oder Gegner abzulenken. In Abwechslung zu den Rätseln, die vor allem im frühen Teil des Spiels noch ohne Druck gelöst werden können, stehen Sequenzen, die Schnelligkeit und Geschick des Spielers auf die Probe stellen.

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Um die Welt von Little Nightmare, in der alles eine Nummer größer ist, zu navigieren, verlangt es immer wieder gezielte Sprünge oder vorsichtige Balanceakts. In jedem der fünf Level gibt es eine Art von Gegner, der es zu entkommen gilt. Während im ersten Abschnitt die Gefahr durch hungrige Blutegel, die im Schatten lauern oder von der Decke fallen, noch recht gering ist, trifft man recht schnell auf weitere Bewohner des Schlundes, die aktiv Jagd auf Six machen. Die Level variieren in Länge und das Spiel lässt sich in etwa drei Stunden durchspielen. In jedem Level können zusätzlich noch optionale Aufgaben erfüllt werden. Unter anderem gilt es, versteckte Statuen zu zerstören und Freundschaft mit den scheuen Wichten zu schließen.

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Grafik und Sound
Das Spiel überzeugt durch seine unheimliche Atmosphäre. Die dunklen Räume, die tanzenden Schatten, die vom Feuerzeug und anderen fahlen Lichtquellen geworfen werden sowie die dumpfen Hintergrundgeräusche, die durchweg zu hören sind, lassen eine schaurige Stimmung aufkommen. Der Soundtrack wird gezielt an bestimmten Stellen eingesetzt, um die Szene zu unterstreichen. Die stilisierte Grafik sorgt dafür, dass die Umgebung unheimlich, aber nicht gruselig wirkt. Im Kontrast zur fast schon verspielt, aber dennoch düster, gestalteten Inventur stehen die grotesken Kreaturen, die sich im Schlund aufhalten. Jedes Level hat eine eigene Thematik. Im ersten Level, dem Gefängnis, durchquert Six vorwiegend Keller- und Lagerräume, in denen Egel lauern. Im Versteck, der Heimat des langarmigen Hausmeisters, werden mitunter altmodisch eingerichtete Räume und eine Bibliothek durchquert. In der schmutzigen Küche treiben die Kochzwillinge ihr Unwesen und zaubern aus Massen an gehacktem Fleisch, Fisch und natürlich unvorsichtigen Kindern ein wahres Festmahl. Im asiatisch eingerichteten Gästebereich versucht eine endlose Anzahl an aufgedunsenen Fettwänsten ihren unersättlichen Hunger zu stillen. Die Gemächer der Herrin sind vollgestopft mit Kleiderpuppen, Gewändern und Schränken. Alles in allem ist die Grafik konsequent und stimmig.

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Story
Die Story ist sehr vage gehalten. Im Mittelpunkt steht das Kind Six, das versucht, im Schlund, einem undefinierten Komplex voller Gefahren und düsterer Räume, zu überleben. Es wird nirgendwo im Spiel explizit erklärt, was es mit Six, dem Schlund selbst, den Bewohnern, den Gästen oder der Außenwelt auf sich hat. Das Spiel verzichtet sowohl auf Dialoge als auch auf schriftliche Informationen. Es ist dem Spieler selbst überlassen, aus Entdeckungen eigene Schlüsse zu ziehen. Weitere Informationen über Little Nightmares lässt sich sowohl im DLC, als auch durch einen Comic, welches jedoch nicht im Spiel integriert ist, finden.

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Stärken und Schwächen
Für Little Nightmares spricht die einzigartige Atmosphäre des Spiels, erzeugt durch Grafikstil und Sound. Checkpunkte sind fair platziert, sodass für gewöhnlich beim Scheitern in einer bestimmten Situation diese ohne lange Vorarbeit direkt neu versucht werden kann. Rätsel sind logisch aufgebaut und lassen sich intuitiv lösen. Sollte es beim Überlisten von Gegnern zu Schwierigkeiten kommen, ist es ratsam, deren absehbares Verhalten in Ruhe zu beobachten. Das Spiel bietet in Abwechslung Situationen, in denen es Rätsel zu lösen gibt oder die Erkundung erfordern, und auch Abschnitte, in denen Six schleichen oder fliehen muss. Durch diesen Wechsel kommt nie Langeweile auf.

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Allerdings gibt es auch Kleinigkeiten, die negativ auffallen. Die 2,5D-Welt in Kombination mit der Perspektive erschwert manchmal die Einschätzung der Tiefe im Raum. Gerade in Abschnitten, die präzise Sprünge erfordern, kann dies zu einem schnellen Tod führen. Auch kann es vorkommen, dass Six beim Laufen an Kanten hängen und dadurch einfach stehen bleibt. Dies frustriert vor allem dann, wenn die Sicht gerade durch Elemente im Vordergrund blockiert wird und dementsprechend blind navigiert werden muss. In einigen Szenen, in denen lange, schmale Stege überquert werden müssen, ändert sich die Perspektive unmerklich zur Seite, sodass Six, ohne Korrektur der Steuerung, plötzlich in die Tiefe fällt. Wird mit Controller gespielt, kann es passieren, dass sich Six langsam weiterbewegt, obwohl sich der Thumbstick in neutraler Position befindet, und dementsprechend über Kanten oder aus der Deckung läuft, wenn die Aufmerksamkeit des Spielers gerade auf anderen Dingen liegt.

Fazit
Alles in allem liefert Little Nightmares eine unheimliche Atmosphäre, ohne dabei auf Jumpscares zurückgreifen zu müssen, sowie ein spannendes, wenngleich relativ kurzes, Spielerlebnis. Horror-Fans sollte bewusst sein, dass das Spiel relativ zahm ist, was Angst und Schreckmomente angeht. Die Schwierigkeit der Rätsel ist angemessen. Ob der Preis von 20€ angemessen ist, muss jeder selbst Entscheiden. Wer vom Spiel nicht genug bekommt, kann sich den DLC kaufen.

Positiv

  • Grafikstil
  • Atmosphäre
  • Abwechslung
  • intuitive Rätsel

Negativ

  • Kleinere Unannehmlichkeiten beim Spielen
  • Spiellänge
75

Geschrieben von: Philipp Schrempp

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Neueste Kommentare

  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Hurra der KSC ist wieder dabei!
  • PhilThePerv: S-M-G diese Antwort ist leider nicht ganz korrekt. Es stimmt das du irgendwann bei einem Boss ankommst den du nicht besiegen kannst, aber das Spiel wirft dich danach automatisch in die vorherige Zone und stellt von "Fortschritt" auf "Ernten" um. Wenn dein Timaeus und Jawa Level bis dahin ziemlich moderat ist kannst du über Nacht auf der vorherigen Zone durch töten von Schatzruhen genügend Gold kaufen um sicherlich deinen gewählten Helden minimum 75-100 Level hoch zu Stufen, was dir einen 12-16 fachen Schadensbonus gibt sobald er Level 200 überschritten hat. Somit wirst du die nächsten 2-3 Bosse sicherlich noch mitnehmen können. Am besten du versuchst es immer nach dieser Methode - ersten Antiken sollten sein - Stich, Bhaal, Pyramidikus, Mammon - dazu sparst du dir am besten ein paar Rubine um 2-3 AutoClicker zu kaufen. Danach holst du dir Timaeus und Jawa - so bekommst du einen rießigen Gold Boost. Sobald du eine bestimmte Anzahl von "Gilds" erhalten hast solltest du langsam anfangen diese Gilds auf Kabukito zu legen und diesen bis 1500+ Leveln bis du zu den Rangern kommst, dabei kannst du dir noch Kristaliv für den vergoldeten Schadensbonus und Moloch für die ClickCombo der AutoClicker zu legen. So wirst du es innerhalb weniger Tage schaffen mehrere male zu Überschreiten und die 2000er+ Zonen erreichen. Beim Überschreiten solltest du definitiv die ersten 19 Antiken Seelen in Ponyjunge ausgeben, da jeder Pyramidikus-Level dann 100% mehr Heldenseelen gibt.
  • DaLi: Von den Machern von Persona 5 gibt es jetzt auch den aus dem Spiel bekannten Messenger als kostenlosen Download: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ngreenan.persona5imapp