INSIDE

Das neue 2D-Puzzle-Adventure “Inside“ vom Entwickler “Playdead“ ist erschienen und könnte ein Nachfolger des erfolgreichen “Limbo“ sein. Damals hat das Spiel als Überraschungshit alle überzeugt. Nun tritt “Inside“ in die Fußstapfen des Vorgängers, aber kann es diese auch ausfüllen?

Im Spiel übernehmen wir abermals die Rolle eines kleinen Jungen, der am Anfang des Spiels durch einen Wald läuft. Allerdings verlassen wir ihn sehr rasch und nähern uns einer Stadt, in der maskierte Männer mit Hunden unsere Fährte aufnehmen und uns umbringen wollen. Schnell wird klar, dass in der Welt, in der wir uns befinden, etwas gewaltig falsch läuft. Menschen werden versklavt und in Fabriken gebracht. Im weiteren Verlauf des Spiels decken wir noch viel schrecklichere Dinge auf.

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Die Entwickler haben es geschafft, eine sehr düstere und beklemmende Atmosphäre zu kreieren, die uns so tief in die Welt von “Inside“ eintauchen lässt, dass es schwerfällt, sich loszureißen.

Durch eine sehr simple, aber präzise Steuerung fällt es leicht, den Einstieg zu meistern. Man kann sich nur bewegen, springen und bestimmte Gegenstände schieben oder ziehen. Mit dem Gamepad geht alles leicht von der Hand. Wenn der Junge mal schneller rennen muss, tut er dies von alleine. Dadurch wird verhindert, dass man in Stresssituationen zu viel auf einmal machen muss.

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Mehr brauchen wir auch nicht, um die vielen abwechslungsreichen Rätsel des Spiels zu lösen. Oft betätigen wir Schalter oder schieben Kisten, um an unser Ziel zu gelangen. Allerdings müssen wir vorher noch einiges vorbereiten, damit das Timing passt.

Die Rätsel im Spiel langweilen nie und bieten immer etwas Neues. Am Anfang einfach, werden sie mit der Zeit immer schwerer und komplexer. Aber gerade bei den kniffligeren Herausforderungen hat man hinterher einen Aha-Effekt, der den Spieler für das Lösen belohnt.

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Zwischen den Logikaufgaben kommen immer wieder unterschiedliche Geschicklichkeitsabschnitte auf uns zu. Sie sind eine schöne Abwechslung und lassen niemals zu viel Ruhe einkehren.

Die Abwechslung entsteht auch durch die schönen Szenerie-Wechsel. Mal sind wir unter Wasser, mal in einer Fabrik. Dadurch bieten sich sehr viele Möglichkeiten, dem Spieler unterschiedliche Steine in den Weg zu legen, die die Entwickler auch sehr gut eingebaut haben.

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Durch die wirklich fair gesetzten Speicherpunkte kommt selten Frust auf. Meistens ist vor und nach jedem Rätsel ein Checkpoint. Es wird allerdings nicht darüber informiert, wann gespeichert wird.

Die Optik des Titels geizt wie auch bei “Limbo“ mit Farbe. Meist haben wir Schwarz-, Weiß- und Grautöne, die in einem wunderbaren Schattenspiel eingebunden sind. Farblich sind nur kleine Dinge, mit denen wir meistens interagieren können. Man könnte jetzt meinen, dass dies etwas trist oder langweilig ist, aber die Entwickler haben es geschafft, durch diesen Stil eine solch starke Atmosphäre zu kreieren, wie man es nicht erwartet hätte.

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Falls der Held oder jemand anderes stirbt, ist dies toll in Szene gesetzt. Dabei kommt sogar rotes Blut zum Einsatz und teilweise fliegen Körperteile durch die Gegend. Hierbei kommt auch die Physikengine zum Einsatz, die wirklich ausgezeichnet gelungen ist. Man hat das Gefühl, alles bewegt sich, fliegt und schwimmt, wie es dies auch im wirklichen Leben tut. Nur der Protagonist kann an ein paar Stellen etwas zu tief fallen, ohne sich zu verletzen, was aber nicht weiter stört. Man wundert sich nur kurz und fährt dann einfach mit dem Spiel fort.

Der Sound sorgt zusätzlich für tolle Atmosphäre. An den richtigen Stellen stöhnt das Kind auf. Die Hintergrundgeräusche sind sehr realistisch und passen zur jeweiligen Szenerie. Gerade das Hundegebell versetzt uns immer in Angst und Schrecken, weil wir wissen, jetzt wird es wieder brenzlig.

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In der Unterwasserwelt hört sich alles dumpf an und dröhnt. Hier hat man wirklich das Gefühl, in einem See zu schwimmen.

Musik wird sehr spärlich eingesetzt, aber sie würde vielleicht auch gar nicht passen. Es trägt eher noch zur Atmosphäre und zur realistischen Stimmung des Spiels bei.

Einziges Manko von “Inside“ ist die sehr kurze Spieldauer und der sehr geringe Wiederspielwert. Das Ende ist schon nach ungefähr drei Stunden erreicht und man hat große Lust weiterzuspielen, weil auch viele Fragen offenbleiben.

Wer das Spiel einmal geschafft ist, kennt alle Rätsel und hat dadurch kaum noch eine Herausforderung oder Motivation, es erneut zu probieren. Einzig das alternative Ende, welches erreicht wird, indem alle Geheimnisse entdeckt worden sind, motiviert zu einem neuen Durchlauf.

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Fazit

Insgesamt ist “Inside“ ein tolles Spiel, welches auf jeden Fall mit seinem Vorgänger“ Limbo“ mithalten kann. Die Titel sind zwar voneinander unabhängig, aber sie ähneln sich in manchen Aspekten.

Meiner Meinung nach fällt es sehr schwer “Inside“ nicht an einem Stück durchzuspielen. Man möchte immer wissen, was als nächstes auf unseren kleinen Helden zukommt und wie er es meistert. Auch die sehr seltsame und zum Ende hin immer bizarrere Welt, in der wir uns befinden, reißt von der ersten Minute mit.

“Playdead“ hat es hier geschafft, ein tolles atmosphärisches Spiel zu kreieren, das einen vor abwechslungsreiche und knifflige Herausforderungen stellt. Das allzu schnelle Ende ist enttäuschend, weil man doch eigentlich noch stundenlang weiter rätseln, hüpfen, tauchen und rennen möchte. Außerdem stellen sich uns noch so viele unbeantwortete Fragen. Was ist in der Welt geschehen? Warum wollen uns alle umbringen? Wieso, weshalb, warum? Aber es scheint, als wollten die Entwickler alle diese Fragen offenlassen.

Um meine Frage in der Einleitung zu beantworten:

Ja “Inside“ kann die Fußstapfen ausfüllen, die “Limbo“ hinterlassen hat. Es füllt sie nicht nur aus, es überragt sie sogar noch ein wenig.

 

Positiv

  • Dichte Atmosphäre
  • Viele abwechslungsreiche Rätsel
  • Schöne Szenerien
  • Toller Grafikstil, der super zum Spiel passt
  • Sehr einsteigerfreundlich dank leichter Steuerung
  • Guter Sound
  • Sehr realistische Physikengine

Negativ

  • Frühes Ende
  • Geringer Wiederspielwert
  • Sehr viele offene Fragen
90
Nikolas Rau

Geschrieben von: Nikolas Rau

Kinderpfleger und angehender Erzieher. Großes Hobby natürlich PC-Spiele, dabei gerne auch neue und innovative Dinge aus dem Bereich Indie. Neueinsteiger in der Branche.

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