Industry Manager: Future Technologies – Wirtschaftswunder oder doch nur Börsencrash?

Wer schon immer mal in die Rolle eines Unternehmers schlüpfen wollte, der hat jetzt mit dem „Industry Manager“ von „Astragon“ die Möglichkeit dazu. Mit verschiedenen Handelszweigen können wir zu Ruhm und Reichtum gelangen. Ob das Spiel allerdings überhaupt Spaß macht, finden wir jetzt gemeinsam heraus.

Wie es sich für ein Strategiespiel gehört, ist auch hier ein umfangreiches Tutorial mit an Bord. Wer keine Lust hat, kann sich dieses auch komplett auf Youtube anschauen. Der Link dazu wird direkt am Anfang des Tutorials angezeigt. Von den Grundlagen der Produktion, über die Transportrouten, den Handel und die Forschung, bis hin zum Aktienmarkt wird hier alles schön erklärt. Danach ist man gewappnet für das eigentliche Spiel.

vlcsnap-2016-10-19-17h03m16s475

Leider muss hier gesagt werden, dass es keine Story, also auch keine Kampagne gibt. Starten wir ein neues Spiel, können wir zwischen drei verschiedenen Voreinstellungen wählen: Einfach, Normal und Schwer. Diese unterscheiden sich in genau acht Eigenschaften: die Kartengröße, die Anzahl der Städte und Ressourcen, das Anfangsbudget, die Forschungspreise, die Marktgröße, die Anzahl der KI-Spieler und zu guter Letzt natürlich noch das Ziel des Spiels. Von Letzterem gibt es insgesamt sechs: „Goldmine“, bei dem wir einen Kontostand von 1.000.000.000 erreichen müssen und den „Konkurrenzkampf“, bei dem wir unsere Konkurrenten entweder übernehmen oder überleben müsse. Weiter geht es mit „Erbauer“, bei dem wir mindestens ein Gebäude jedes Typs besitzen müssen und „Großgrundbesitzer“, hier müssen mindestens 80 % der Sektoren in unserem Besitz sein. Und zu Guter Letzt „Wissensdurst“, alle Forschungen mindestens auf Stufe 1, oder aber das „Freie Spiel“, in dem es kein Ziel gibt.

vlcsnap-2016-10-19-17h03m32s609

Haben wir uns für ein Ziel entschieden, dürfen wir uns auch gleich noch den Namen sowie die Farbe und das Logo unseres Unternehmens aussuchen. Dazu kommt noch der/die passende Geschäftsführer/in und als letztes suchen wir uns eine von sechs Startindustrien aus, die in drei Kategorien eingeteilt sind. Software, Biotechnologie und Nahrungsmittel haben eine einfache Produktionskette. Accessoires haben eine erweiterte- und zu guter Letzt besitzen Unterhaltungselektronik und Mode eine komplexe Produktionskette.

vlcsnap-2016-10-19-17h03m38s621

Nach diesen Auswahlmöglichkeiten geht es endlich los mit dem Spiel. Unsere erste Handlung ist es, einen geeigneten Sektor für uns zu finden. Jeder hat eine andere Menge an verfügbaren Arbeitern, die wir später benötigen, und verschiedene, pro Tag verfügbare Ressourcen. Als Nächstes bauen wir ein Forschungszentrum, um neue Gebäude und Erweiterungen freizuschalten, danach kommt ein Warenlager, von dem aus alle unsere Rohstoffe und Waren an die verschiedenen Verkaufsstellen und Fabriken geliefert werden. Zwei weitere wichtige Gebäude sind zum einen ein Handelszentrum, in dem wir alles verkaufen können, was wir produzieren und unser Unternehmen, das wir uns zuvor ausgesucht haben.

vlcsnap-2016-10-19-17h03m45s499

Alle anderen verfügbaren Gebäude (Farm, Tierfarm, Mine, Erdölquelle) sind vorerst nicht unbedingt notwendig. In diesen können verschiedene Rohstoffe selbst hergestellt werden, die wir entweder auf dem Weltmarkt verkaufen oder für unsere Produktion benutzen können. Apropos Produktion, jedes Produktionsgebäude kann mehrere Produktionslinien besitzen. Zu Beginn stehen noch nicht allzu viele Produkte bereit, die hergestellt werden können. Diese müssen erst im Forschungszentrum erforscht werden. Natürlich braucht man auch Arbeiter, die man einstellen muss. Diese kann man dann unseren gerade erstellten Linien zuweisen. Es gibt einen Regler für die Qualität, der unter anderem die Kosten für jedes einzelne Produkt anhebt, aber natürlich lässt sich ein qualitativ hochwertigeres Produkt teurer verkaufen.

vlcsnap-2016-10-19-17h03m55s749

Jetzt geben wir noch an, woher unsere Rohstoffe kommen, da wir mehrere Warenlager besitzen können, und geben an, wohin unser Endprodukt geschickt werden soll. Im Handelszentrum geben wir es noch zum Verkauf frei und passen eventuell noch den Preis an. Fertig! Ab jetzt verdienen wir Geld und kommen tagtäglich näher an unseren wohlverdienten Ruhestand. Aber Moment mal, haben wir denn überhaupt Rohstoffe? Ehrlich gesagt: bisher nicht. Am einfachsten kaufen wir uns die Menge, die wir benötigen, auf dem Weltmarkt ein. Haben wir genug Geld, können wir uns natürlich auch die Gebäude bauen, die wir vorhin schon erwähnt haben. Es gibt eine Übersicht, auf der alle Produkte unseres Handelszweigs aufgelistet sind, inklusive benötigter Ressourcen und deren Gebäude. Hier läuft alles genauso ab, wie bereits beschrieben: Arbeiter einstellen, Produktionslinie(n) auswählen und Warenein- und ausgang festlegen.

vlcsnap-2016-10-19-17h04m02s210

Sind wir mal knapp bei Kasse, können wir uns von der Bank ein Darlehen holen. Eine weitere Möglichkeit wäre, unsere Aktien zu verkaufen. Unsere Gegner können genau das Gleiche tun, deswegen ist es sinnvoll, deren Aktien zu kaufen. Natürlich ist es auch möglich, alle nicht benötigten Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Hier sollte man nur auf die Nachfrage achten, denn mehr als nachgefragt wird, kann man pro Tag nicht verkaufen.

vlcsnap-2016-10-19-17h04m11s445

Im Großen und Ganzen haben wir jetzt eigentlich das komplette Spiel einmal durchlaufen, denn es kommen, bis auf die Forschungen, nicht mehr viele Sachen hinzu. Hin und wieder können die Arbeitnehmer streiken, wir können uns mehrere Sektoren kaufen, und immer mehr Rohstoffe abbauen/herstellen und verkaufen.

Zu Beginn kann das den Spieler etwas überfordern, auch wenn man das Tutorial gespielt hat. Aber nach einem Spieldurchgang hat man eigentlich alles verstanden und ist gewappnet für härtere Matches. Mithilfe von Statistiken können wir zudem unsere Ein- und Ausgaben kontrollieren.

vlcsnap-2016-10-19-17h07m32s602

Bei einem unserer Spiele im Test haben beide KI-Gegner ziemlich zur selben Zeit ihr Unternehmen aufgegeben und wir standen dann alleine da, ohne wirklichen Anreiz weiterzumachen. Hierzu sei gesagt, dass das Spiel gerade einmal 1,5h lief.

Optisch kann das „Industry Manager“ überzeugen. Die Landschaft, die Städte und die einzelnen Gebäude sind schön gestaltet und auch animiert. So fliegen hin und wieder Flugzeuge über uns hinweg, oder aber die Autos, die auf den Straßen fahren und teilweise im Stau stehen. Schön sind auch die Wolken, durch die wir hin und wieder mit der Kamera durchfahren können. Die Spielwelt ist viereckig und man kann die Kamera so kippen, dass man die Erde unterhalb der Oberfläche sehen kann. Hier finden sich teilweise auch ein paar kleine versteckte Gegenstände. Begleitet wird unser Tun von verschiedenen Hintergrundmelodien, die angenehm zu hören sind. Jedes Gebäude besitzt auch seine eigenen Geräusche, wenn man sie anklickt.

vlcsnap-2016-10-19-17h07m49s131

Fazit:

„Industry Manager“ ist ein schönes Strategiespiel das Spaß macht, aber leider auch ein paar Schwächen aufzeigt. Wie schon gesagt, ist man selbst nach dem Tutorial teilweise noch etwas überfordert, weil plötzlich neue Ansichten aufgerufen werden können, die man nicht benutzt hat, jetzt aber benötigt. Auch die KI war in unserem Test nicht immer wirklich ein ernst zu nehmender Gegner. Dennoch ist es schön, dass es mehrere Schwierigkeitsstufen gibt und viele verschiedene Rohstoffe/Produkte, die hergestellt werden können.

 

Positiv

  • Schöne Gestaltung der Spielwelt und der Gebäude
  • Verschiedene Schwierigkeitsstufen

Negativ

  • Keine Story
  • KI nicht immer ein ernst zu nehmender Gegner
  • Am Anfang etwas überfordernd
73
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

Keine Kommentare bisher.

Kommentar oder Antwort hinzufügen

Neueste Kommentare

  • Stephanie Walter Stephanie Walter: Ich glaube, es kommt einfach darauf an, was man gerne spielt. Klar lassen sich Taktik und Teamplay nicht mit einem Titel wie Battlefield vergleichen aber ich denke, dass trotzdem viele Spaß an Battlefront II haben werden. Gerade auch Gelegenheitsspieler, die schnell mal ne Runde zocken wollen. Ihr hab natürlich Recht, die Grafik und das Feeling stimmen und vielleicht tut sich in Sachen Teamplay noch ein bisschen was vorm Release, gerade bei den Gruppenpunkten wäre das wünschenswert. Ich freue mich auf jeden Fall richtig auf die Kampagne.
  • Daniel Walter Daniel: Ist das erste Mal, dass ich es am PC spiele, früher stundenlang an der PS2 :-)
  • Dominik Probst Dominik Probst: Das kam 2005 raus? Oh man.. Ich werd alt... xD Hab das mit meinem Bruder gesuchtet :D