Holy Potatoes! What the Hell?! – Ein Ausflug in Hell’s Kitchen

Seit kurzem ist das neue Spiel Holy Potatoes! What the Hell?! von Daylight Studios und Daedalic Entertainment auf Steam erhältlich. Nach unserem Kurztest der Demo gibt es jetzt den ausführlichen Test der Vollversion. Ob sich der Kauf lohnt, werden wir jetzt gemeinsam herausfinden.

Nach unserem letzten Ausflug ins Weltall in Holy Potatoes! We’re in Space?! verschlägt es unsere kartoffeligen Figürchen jetzt in die Hölle. Oder besser gesagt in Hell’s Kitchen. Dort stellen wir fest, dass unser Gedächtnis vollkommen gelöscht wurde. Deshalb dürfen wir uns jetzt einen Namen für uns und unser Restaurant aussuchen und auch eine Flagge für dieses entwerfen. Danach begrüßt uns Taymie Broccoliver recht herzlich und erklärt uns, was wir hier zu tun haben. Um der perfekte Koch der Unterwelt zu werden, müssen wir die neun Zirkel der Hölle erfolgreich absolvieren. Dafür müssen wir jetzt erst einmal in die Küche gehen.

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Dort wird uns erklärt, wie wir zu kochen haben. In der Grube der Beurteilung, die sich in der Mitte des Raumes befindet, sammeln sich eine Handvoll Sünder an. Mit einem Klick auf die Grube wird uns auch schon der erste Sünder mit seinem Namen, einem Bild und seines Vergehens angezeigt. Als Beispiel nehmen wir Tony Starch, der seine Sekretärin verführt hat, da sie so scharf wie eine Chilischote war. Darunter finden wir noch seine vier Eigenschaften: Bosheit, Stolz, Gier und Apathie. Diese können jeweils einen Wert von 0 bis 100 besitzen und sind für den weiteren Spielverlauf wichtig.

Zu Beginn des Spiels stehen uns vier verschiedene Bestrafungsstationen zur Verfügung. Zunächst hätten wir da die Fritteuse, die Bratkartoffeln aus unseren Sündern herstellt, sofern der Bosheitswert über 50 liegt. Weiter geht es mit dem Topf, der gekochte Kartoffeln aus Sündern mit einem Wert von 50 oder mehr in der Eigenschaft Stolz herstellt. Dann hätten wir noch den Kartoffelstampfer, der eben Kartoffelbrei aus Sündern mit einer Gier von mehr als 50 zubereitet. Zu guter Letzt haben wir noch den Ofen, der mit einem Apathiewert von 50 oder mehr Ofenkartoffeln herstellt. Aus den vier genannten Zutaten lassen sich alle Gericht herstellen, die wir gleich brauchen werden.

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Jedes Level beginnt mit einer kurzen Vorbereitungszeit, in der wir schon einmal einige Zutaten herstellen und sammeln können. Irgendwann beginnt dann die Servicezeit, in der am Anfang erst einmal nur ein Kunde zu uns kommt, später werden es dann einige mehr. Jeder Kunde hat einen besonderen Wunsch, was er gerne essen möchte. Dafür klicken wir dann auf unseren Herd, wählen das gewünschte Rezept aus und bereiten es zu. Sobald es fertig ist, überreichen wir es unserem Kunden und warten auf seinen nächsten Wunsch.

Um das Ganze noch etwas spannender zu machen, hat jeder Kunde eine Geduldsanzeige. Je schneller wir ihm seine Bestellung bringen, desto weniger sinkt diese. Was passiert, wenn der Gast keine Geduld mehr hat, das verraten wir nicht. Mit jedem gelieferten Essen steigt außerdem das Level unseres Kunden ein wenig an. Bei jedem Stufenanstieg gibt es permanente Boni, die uns beispielsweise schneller kochen oder Zutaten herstellen lassen. Nach dem ersten Level erfahren wir auch, dass unsere Gäste allesamt Götter sind, der erste war Loki.

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Je weiter wir im Spiel fortschreiten, desto besser müssen unsere Gerichte werden. Dafür benötigen wir allerdings erst einmal bessere Zutaten. Diese erhalten wir, wenn wir neue Küchengeräte für die temporäre Währung „Gefallen“ kaufen können. Diese sammeln wir pro Level, indem wir unserem Gast Essen zubereiten und liefern. Das Ziel vieler Missionen ist es unter anderem, eine bestimmte Anzahl Gefallen zu erhalten. Nach jedem Level werden unsere gesammelten Gefallen wieder zurückgesetzt. Haben wir neue Geräte gekauft, können wir bessere Zutaten herstellen, sofern jetzt der Wert der benötigten Eigenschaft über 70 liegt. Es geht noch eine Stufe höher, sodass wir auf drei unterschiedliche Qualitätsstufen kommen.

Beim Kochen am Herd können wir auswählen, welche Qualitätsstufen wir von welcher Zutat verwenden möchten. Dabei sehen wir auch direkt, wie sich das auf die Qualität des Endproduktes auswirkt. Diese Qualität reicht von D, der schlechtesten, bis hin zu A. Abgestuft wird alles jeweils noch mit einem Minus und einem Plus, dass man wie Schulnoten verstehen kann. Direkt über der Qualität sehen wir noch, wie lange die Zubereitung dauert. Irgendwann erhalten wir auch noch ein paar weitere Küchengeräte, mit denen wir Salz, Chili, Pfeffer und Honig herstellen können. Mit diesen lassen sich wieder ganz andere Gerichte kreieren.

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Später im Spiel steht uns noch unter anderem ein Forschungsbereich zur Verfügung, in dem wir neue Rezepte erforschen können. Es lohnt sich, dies frühzeitig zu tun, denn es kann jederzeit ein Kunde mit genau solch einem Essenswunsch auftauchen. Unsere Küchengeräte gehen mit der Zeit kaputt und müssen repariert werden. Wir hatten ja vorhin davon gesprochen, dass wir im Hell’s Kitchen sind. Dort treffen wir auch irgendwann auf einen der besten Köche der Welt: Gorodon Yamsay. Wir glauben, dass jeder weiß von wem die Rede ist. Viele Charaktere strotzen nur so vor Anspielungen, was jedes Mal ein kleines Schmunzeln ins Gesicht wirft.

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Haben wir es geschafft, einen Level erfolgreich abzuschließen, so erhalten wir eine kleine Übersicht über die Dinge die wir vollbracht haben. Das wäre zum einen, wie viele Sünder wir sortiert und verarbeitet haben, dann wie viele Gerichte wir gekocht haben und natürlich die Anzahl der erfüllten Bestellungen. Zusätzlich werden noch unsere gesammelten Gefallen angezeigt und unsere dadurch verdienten $tarch. Zehn Prozent unserer Gefallen erhalten wir als $tarch, die eigentliche Währung des Spiels. Mit dieser lassen sich Toppings sowie temporäre Boni und neue Designs für unser Logo kaufen. Erstere mischen wir beim Kochen einfach unter die Zutaten und heben so die Qualitätsstufe an. Die Boni sind beispielsweise die Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit aller Küchengeräte für die nächsten 5, 10, oder 20 Sünder, oder die Beschleunigung unseres Herdes oder aber die Grube „produziert“ mehr Sünder. Je mehr wir von allem wollen, desto teurer wird es natürlich.

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Auch optisch wurde gute Arbeit geleistet. Der gezeichnete Stil verleiht dem ganzen Spiel etwas Comichaftes. Während wir in unserer Küche stehen, die hauptsächlich aus Säulen und der Grube besteht, fliegen etliche Partikel durch die Gegend, während alles leuchtet und glüht. Allerdings ist das Spiel nicht sonderlich grafisch aufwendig. Man hätte noch mehr daraus machen können. Wir befinden uns nämlich, wenn überhaupt in der Küche oder aber in einer Zwischensequenz, die vor einem gezeichneten Hintergrund stattfindet. Trotzdem sieht das Spiel so, wie es ist, gut aus und macht spaß. Musikalisch haben uns die Entwickler von Daylight Studios wirklich überzeugt. Der Soundtrack von Holy Potatoes! What the Hell?! ist hervorragend. Vor allem die Hintergrundmusik beim Kochen ist ein Ohrwurm, der auch ein wenig das Gefühl der Unterwelt gibt. Auf Sprachausgabe wurde hier wieder verzichtet und so kämpft man sich durch englische Textboxen, deren Geschwindigkeit man einstellen kann. Die Grundeinstellung war uns allerdings etwas zu fix unterwegs.

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Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Holy Potatoes! What the Hell?! ein wirklich gutes Spiel ist. Vor allem überzeugen die vielen Anspielungen, die Einfachheit des Gameplays und der Soundtrack. Leider gibt es im Moment noch keine deutsche Übersetzung des Spiels, sodass man sich mit Englisch zufriedengeben muss.

Positiv

  • Viele Anspielungen
  • Ohrwurmverdächtiger Soundtrack
  • Viele Level
  • Einfaches Gameplay

Negativ

  • Nur in Englisch erhältlich
  • Grafik könnte manchen Leuten zu niedlich sein
73
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.
  • Daniel Walter Daniel: Ich war immer ein Fan der alten Herangehensweise und vermisse es daher im neuen Teil ein wenig. Trotzdem ist Origins wirklich gut, auch wenn es nicht an meine Favoriten AC 2 und AC Black Flag heranreicht.
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Die Neuausrichtung gefällt mir sehr gut. Die Architektur ist wunderschön und die Story gut gemacht. Auch die vielen Nebenquests und jetzt mit Level 40 die Community Events sind super. Das ewige geklettere und Dauerblocken aus den Vorgängern war einfach idiotisch, finde das jetzt überzeugender.