Hide and Shriek: Gruselspaß durchs Klassenzimmer

Pünktlich zum Gruselfest Halloween hat der norwegische Entwickler Funcom mit „Hide and Shriek“ einen Mehrspieler-Titel im Steamshop veröffentlicht, bei dem es vor allem darum geht, durch die Klassenzimmer eines verlassenen Schulgebäudes zu streifen und seinem Gegner in einem Mann-gegen-Mann-Duell einen gewaltigen Schrecken einzujagen. Ob dieses ungewöhnliche Spielkonzept aufgeht, verrät unser Test.

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Auf unsichtbaren Pfaden

Die Hintergrundgeschichte des Spiels, welche eher beiläufig erwähnt wird, ist schnell erzählt: Jedes Jahr zu Halloween treten die Schüler einer Zauberschule in einem Duell gegeneinander an, um auszufechten, wer am besten mit seinen magischen Grusel-Kräften umgehen kann. Die zehnminütigen Kämpfe werden auf der Etage eines verlassenen Schulgebäudes ausgetragen, welche vier Klassenzimmer einschließt, die allesamt über einen mittleren Korridor zugänglich sind.

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Als Spieler schlüpfen wir in die Rolle eines Zauberschülers und bewegen uns in der Ego-Perspektive durch die Räumlichkeiten. „Hide and Shriek“ ist ausschließlich für Zwei-Spieler-Duelle konzipiert. Wir können sowohl im Internet gegen einen zufällig ausgewählten Gegner antreten als auch einen privaten Server eröffnen und unsere Spuk-Künste dort gegen einen Freund unter Beweis stellen. Der Clou dabei: Wir und unser Gegenüber sind während des Duells unsichtbar und wissen nicht, in welchem Raum der andere gerade herumgeistert. Doch sind die Objekte, mit denen wir interagieren, verräterisch. So können wie von Geisterhand geöffnete Türen, Schubladen oder fliegende Objekte sowohl die Position des Gegners als auch unsere eigene enttarnen. Ebenso fallen wir auf, wenn wir zu einem Sprint einsetzen, um uns für kurze Zeit schneller bewegen zu können.

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Erschrecke oder werde erschreckt

Prinzipiell besteht der Weg zum Sieg darin, mehr Punkte auf unser Konto zu bekommen als unser Gegenüber. Dazu müssen wir durch die Räume streifen und nach sogenannten „Orbitalen“ in unserer Spielfarbe (rot oder blau) Ausschau halten, die in einer Vielzahl von Schränken, Spinden und Schubladen versteckt ausliegen. Haben wir ein Orbital entdeckt, müssen wir es an unserem Altar ablegen, das sich nach jedem erfolgreichen Fund auflöst und an einer anderen Stelle der Karte wieder erscheint. Das Einsammeln eines Orbitales füllt auf einen Schlag 10.000 Punkte auf unser Konto.

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Neben den Orbitalen sind in den Schränken und Schubladen der Klassenräume magische Runen zu finden, die wir sammeln und einsetzen können. Je nach Farbe und Symbol entfalten die Runen eine unterschiedliche Wirkung. So können sie beispielsweise den Standort von Orbitalen einer bestimmten Farbe oder den unseres Gegners preisgeben; Türen, Schubladen und Fußbodenkacheln mit Fallen versehen oder den Gegner für kurze Zeit in eine Zwischendimension katapultieren, aus der er erst den Ausgang finden muss, um wieder in die normale Spielwelt einzusteigen. Jede Aktion bringt uns zusätzliche Punkte ein.

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Mit Hilfe der Runen können wir auch das tun, was den Spaß von „Hide and Shriek“ ausmacht, nämlich Gegner wirkungsvoll zu erschrecken. Dafür steht uns der „Shriek“ zur Verfügung, ein wirkungsvolles Schreckmittel in Form eines schwebenden Schädel- und Monster-Kopfes. Wenn wir diesen mit Hilfe der Runen als Falle platzieren, taucht der Kopf urplötzlich in Großaufnahme am Bildschirm des Gegners auf, verbreitet mit dessen groteskem Aussehen sowie schaurigen Schreien Angst und Schrecken, während er gleichzeitig die Punktzahl des gegnerischen Kontostands verringert.

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Der Spuk-Schädel, mit dem wir ins Duell ziehen, kann im Spielmenü individuell eingestellt werden. So können wir einen Totenschädel mit feurigen Augen versehen, den Kopf einer unheimlichen Vogelscheuche mit einem zusätzlichen Galgenstrick ausstatten oder Monster mit ausgehöhlten Augäpfeln wie auch blutigen Beilen in Szene setzen. Neben diesen optischen Spielereien können wir zusätzlich einstellen, ob unser Horrorschädel bei seiner Enthüllung in schallendes Gelächter ausbricht oder einen markerschütternden Schrei ausführt. Je mehr Erfahrung sowie Siege wir verbuchen, desto schauriger und einfallsreicher wird das verfügbare Gruselkabinett. Unter den auswählbaren Köpfen befinden sich sogar welche, die sich an den Gesichtern der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton orientieren.

Erschreckend wenig Abwechslung

Die simple Steuerung ist in wenigen Minuten verinnerlicht. Während wir uns mit WASD fortbewegen und mit der Shift-Taste für kurze Zeit schneller über den Boden schweben können, führen wir mit den Maustasten Aktionen aus und aktivieren mit verschiedenen Tasten die aufgesammelten Runen.

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Die grafische Präsentation kann mit schönen Spiegelungen, hübschen Effekten und einem düsteren Flair punkten. Besonders das Design der individuellen Horror-Schädel weiß zu gefallen, welche fantasiereich und stimmungsvoll in Szene gesetzt wurden. Dazu gesellt sich eine Soundkulisse, die sich während des Suchens und Sammelns eher passiv an das magische Setting anpasst, in den entscheidenden Schockmomenten aber durch plötzlich auftretende, lautstarke Horror-Geräusche ihren Teil dazu beiträgt, uns einen ordentlichen Schrecken zu verpassen.

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Schade ist jedoch, dass der Entwickler Funcom an der spielerischen Abwechslung gespart und zum aktuellen Stand bloß eine Karte als Austragungsort für das Geisterduell spendiert hat. Das einzig Positive daran ist der Umstand, dass wir, auch wenn die Runen und Oribitale mit jeder Runde neu verteilt werden, nach einer gewissen Spielzeit alle Räume samt Inventar wie unsere Westentasche kennen und dieses Wissen für wirkungsvolle Fallen nutzen können. Dennoch hätten wir uns gewünscht, dass noch andere Räume des Schulgebäudes in Form von zusätzlichen Karten umgesetzt worden wären, wie beispielsweise eine Schulmensa, ein Kellerbereich oder eine Aula. Da jedoch nur eine Karte verfügbar ist, leidet das innovative Spielkonzept schnell an Abwechslungsarmut.

Fazit

Den Entwicklern von „Hide and Shriek“ ist es gelungen, mit wenigen, aber cleveren Mitteln ein ungewöhnliches Mehrspieler-Duell zu konzipieren, bei dem es neben visuell attraktiven und spaßigen Schreckmomenten darum geht, seinen Widersacher mit dem geschickteren Einsatz von magischen Hilfsmitteln auszutricksen. Leider kommt aufgrund des immer gleichen Spielablaufs und dem Mangel an Schauplätzen schnell Langeweile auf, sodass das Spiel hinter seinem Potential zurückbleibt. So ist „Hide and Shriek“ für knapp 6€ ein kurzweiliger Spaß, der seine Wirkung am besten in geselliger Runde, auf einer Halloween- beziehungsweise Geisterparty oder im Duell gegen einen guten Freund entfaltet. (Daniel Kohlstadt)

Positiv

  • Ungewöhnliches Spielkonzept
  • Stimmungsvolle Inszenierung der Spuk-Schädel
  • Leichte Bedienung

Negativ

  • Nur ein Schauplatz
  • Spielprinzip wird schnell eintönig
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Daniel Kohlstadt

Geschrieben von: Daniel Kohlstadt

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Neueste Kommentare

  • Nicole: Damit kann mein Sohn in der Schule die Zeit überbrücken ohne ermahnt zu werden da geräuschlos im Gegensatz zu vielen anderen Stressspielzeugen :-) Die Farbe ist egal, sind alle toll... Favoriten wären schwarz oder türkis...
  • Janis: Oh ich brauche dringend einen! Allein weil nicht immer ein Kugelschreiber o.ä. greifbar ist, und ich damit viel mehr Variation habe:)) Schwarz oder schwarz/weiß bitte
  • Christopher: Hallo, das hört ich interessant an ! Ich wackel immer mit dem ganzen Bein. Farbe : schwarz/weiß Gruß Chris