Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes – Der niedliche Farmsimulator im Test

Eine Farm aufbauen, Tiere züchten und die große Liebe finden. Beim Spielprinzip des neusten Harvest Moon Teils bleibt alles beim Alten. Ob das Dorf des Himmelsbaumes punkten kann, erfahrt ihr in unserem Test.

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Ärger im Paradies

Nachdem wir uns für eine männliche oder weibliche Spielfigur entschieden haben, geht es auch schon direkt los mit der zugegebenermaßen nicht sehr komplexen Story. Wir spazieren über das Land, welches das Dorf des Himmelsbaumes umgibt. Statt üppiger Wiesen und lebhaftem Dorftreiben erwarten uns aber nur unfruchtbares Land und leere Häuser. Der Grund: Für die Menschen wurde ihr Glück zur Selbstverständlichkeit und sie waren nicht länger dankbar für den Schutz der Erntegöttin. Ohne die Kraft der Fürsorge ist die Macht der Erntegöttin immer weiter geschwunden, das Land ist verödet und alle Menschen sind in die Stadt gezogen. Um das Land wiederzubeleben und das Dorf erneut zu bevölkern, müssen die sieben Himmelsbäume wiedererweckt werden, damit die Erntegöttin zurück zu alter Stärke findet.

Wir erklären uns natürlich sofort bereit zu helfen, entschließen uns ganz spontan für eine Karriere als Farmer und werfen unsere ersten Kohlsamen auf ein Feld. Damit beginnt ein endloser Kreis aus pflügen, säen, gießen, düngen und ernten in allen vier Jahreszeiten. Dank unserer guten Arbeit kehren nach und nach die Dorfbewohner in das Dorf des Himmelsbaums zurück und mit ihnen erhalten wir die Möglichkeit, neue Samen, Werkzeuge oder Gebäude, wie zum Beispiel Tierställe, zu erwerben und so unseren Landwirtschaftsbetrieb weiterzuentwickeln. Einige von diesen Bewohnern dürften Fans der Reihe bekannt vorkommen. Natürlich sind auch die neuen Dorfbewohner nicht ganz fit, was das Thema Landwirtschaft betrifft und so werden wir immer wieder darum gebeten, eine helfende Hand zu reichen, indem wir bestimmte Produkte besorgen. Bei all diesen Aufgaben stehen wir jedoch nicht allein dar. Die Erntegöttin beschwört nach und nach ihre Erntewichtel, die unser Pflanzen bewässern, das Vieh hüten oder dafür sorgen, dass Blumen und Feldfrüchte besonders gut gedeihen, während es uns die Kraft der Göttin ermöglicht, ein immer größeres Areal zu bewirtschaften.

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Hübsche Umgebung mit Nervfaktor

In Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes stehen uns drei Areale zur Verfügung. Das Dorf selbst, das nach und nach von Menschen und damit neuen Gebäuden bevölkert wird, unser eigenes Wohngrundstück, auf dem ein kleines Haus steht, das wir im Laufe des Spiels erweitern können, sowie ein großes Areal, auf dem wir nach Herzens Lust Felder anlegen oder Ställe bauen können.

Wir haben hier etwas enttäuscht festgestellt, dass sowohl das eigene Wohnareal als auch das Farmareal dem Vorgänger Das verlorene Tal sehr ähnlich sehen. Wo der Weg hinab zum Dorf dort jedoch ins Leere lief, wurde der Vorgänger hier sozusagen um ein weiteres Areal erweitert. Im Bereich der Farmlandschaft hat man erneut aufs „Terraforming“ gesetzt. Mit dessen Hilfe haben wir die Möglichkeit, die komplette Umgebung im Stil von Minecraft unseren eigenen Wünschen anzupassen. Es bleibt uns überlassen, ob wir beispielsweise Wasserflächen anlegen oder diese lieber zubauen, um mehr Platz für Felder zu haben. Leider bringt diese Art der freien Gestaltung auch eine kantige Optik sowie anstrengende Baupassagen mit sich. So muss ein Feld eine bestimmte Höhe haben, um das nächste Feld abtragen oder aufschütten zu können. Das sorgt häufig für Frust und ist unangenehm zeitintensiv. Darüber hinaus entstehen anstrengende Sprungpassagen.

Während die freie Bearbeitung der Umgebung für einen Teil der Fans eine nette Spielerei sein dürfte, um die Farm seiner Träume zu gestalten, könnten andere Spieler genervt sein und die liebevolle Gestaltung früherer Harvest Moon Teile vermissen, die den Fokus stärker aufs Sammeln und Farmen legten. Was beim Bewirtschaften des Farmareals wirklich stört, ist, dass anfänglich noch große Teile des Landes nicht nutzbar sind, was aber bedeutet, dass man sie gar nicht erst betreten kann, bevor die Erntegöttin diese Landstücke belebt hat. Hier rennt man immer wieder gegen unsichtbare Wände und kann mit wilden Tieren, die regelrecht vor der eigenen Nase stehen, nicht interagieren.

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Immer gleiche Tagesabläufe

Auch abgesehen von der Gestaltung der Areale erwartet uns beim neuesten Teil der Harvest Moon Reihe nicht besonders viel Neues, was eingefleischte Fans der Spielreihe nicht unbedingt stören dürfte.

Nach dem Aufstehen müssen Felder gepflügt, Samen gesät sowie Pflanzen bewässert werden. Dann geht es zum Füttern, Bürsten und Streicheln der Tiere. Wir sammeln Eier, melken Kühe und scheren Schafe oder den langhaarigen Poitou-Esel, einen Neuzugang der Reihe. Wer dann noch Zeit übrig hat, geht zum Angeln an den Fluss, baut Erze in den Minen ab, misst sich bei einem Festival mit den anderen Einwohnern oder freundet sich mit selbigen an. Wer in einem der Junggesellen die große Liebe gefunden hat, kann zudem um einen Partner werben und so eine Familie gründen.

Die Steuerung ist wie in den anderen Teilen der Reihe in Ordnung. Es können mehrere Felder gleichzeitig mit Samen bestreut oder abgeerntet werden, was wirklich Zeit spart. Nach und nach können auch bessere Werkzeuge frei geschaltet werden, die uns die Farmarbeit immer leichter von der Hand gehen lassen. Schön ist ebenfalls, dass das Wetter Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen hat. So gedeihen Pflanzen beispielsweise besser bei sonnigem Wetter.

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Auch wenn das Bestellen der Farm durchaus Suchtfaktor haben kann, weil man sich immer wieder dabei ertappt, doch noch einen Tag zu spielen, um das nötige Kleingeld für einen Stall oder das erste eigene Huhn zusammenzubekommen, ist ein Problem das Spiels die Langzeitmotivation. Mit der Zeit fesseln die ähnlichen Tagesabläufe nicht mehr wirklich und gewisse Kleinigkeiten beginnen zu nerven. Zum Beispiel muss man den Weg zur Quelle nach oben steigen, um die Erntewichtel um Hilfe zu bitten oder sich jedes Mal eine Animation ansehen, wenn ein Erntewichtel die Tiere aus dem Stall lässt, denn das können wir nicht selbst erledigen. Auch die Unterhaltungen mit den Dorfbewohnern und die verschiedenen Wettbewerbe sorgen nicht wirklich für dauerhaften Spaß. Darüber hinaus fühlt man sich beim Spielen häufig etwas unbeholfen, wenn man beispielsweise einen Hammer benötigt, um eine Aufgabe zu erfüllen, aber nicht weiß, wo sich einer beschaffen lässt oder wenn sich die Erntegöttin niedliche Minizwiebeln wünscht, man aber einfach keine Ahnung hat, wie man dieses besondere Gewächs anbauen kann.

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Fazit:

Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes sprüht nicht gerade vor Innovationen. Was mich besonders enttäuscht hat, ist, dass ich mich zu sehr an den Vorgänger erinnert gefühlt habe und hier das Gefühl hatte, einfach ein optimiertes Spiel erhalten zu haben, das die Spieler aufgrund eines fehlenden Dorfes enttäuscht hat. Auch haben mich andere Harvest Moon Teile mit schönen Neuerungen mehr gefesselt. Trotzdem ist der aktuellste Teil der Reihe kein schlechtes Spiel und alle Farmsimulator-Fans sollten trotzdem ihren Spaß beim Säen und Ernten haben. Auch für jüngere Spieler ist das Spielprinzip mit der niedlichen Optik sicher eine Empfehlung.

Auch, wenn ich das „Terraforming“ eher hinderlich finde, gibt es sicher Spieler, die sich freuen werden, dass diese Spielmöglichkeit beibehalten worden ist. Wer Lust auf das klassische Harvest Moon Gameplay hat, darf hier zugreifen, ein völlig neues Spielerlebnis sollte aber keiner erwarten. Trotz der Kritikpunkte macht mir das Spielprinzip aber Spaß und ist ein entspannter Zeitvertreib für zwischendurch.

Positiv

  • Typisches Harvest Moon Gameplay
  • Terraforming ermöglich viel Gestaltungsfreiheit

Negativ

  • Erinnerung an den Vorgänger zu groß
  • Keine nennenswerten Neuerungen
  • Langzeitmotivation eher gering
70

Geschrieben von: Stephanie Walter

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Neueste Kommentare

  • PhilThePerv: S-M-G diese Antwort ist leider nicht ganz korrekt. Es stimmt das du irgendwann bei einem Boss ankommst den du nicht besiegen kannst, aber das Spiel wirft dich danach automatisch in die vorherige Zone und stellt von "Fortschritt" auf "Ernten" um. Wenn dein Timaeus und Jawa Level bis dahin ziemlich moderat ist kannst du über Nacht auf der vorherigen Zone durch töten von Schatzruhen genügend Gold kaufen um sicherlich deinen gewählten Helden minimum 75-100 Level hoch zu Stufen, was dir einen 12-16 fachen Schadensbonus gibt sobald er Level 200 überschritten hat. Somit wirst du die nächsten 2-3 Bosse sicherlich noch mitnehmen können. Am besten du versuchst es immer nach dieser Methode - ersten Antiken sollten sein - Stich, Bhaal, Pyramidikus, Mammon - dazu sparst du dir am besten ein paar Rubine um 2-3 AutoClicker zu kaufen. Danach holst du dir Timaeus und Jawa - so bekommst du einen rießigen Gold Boost. Sobald du eine bestimmte Anzahl von "Gilds" erhalten hast solltest du langsam anfangen diese Gilds auf Kabukito zu legen und diesen bis 1500+ Leveln bis du zu den Rangern kommst, dabei kannst du dir noch Kristaliv für den vergoldeten Schadensbonus und Moloch für die ClickCombo der AutoClicker zu legen. So wirst du es innerhalb weniger Tage schaffen mehrere male zu Überschreiten und die 2000er+ Zonen erreichen. Beim Überschreiten solltest du definitiv die ersten 19 Antiken Seelen in Ponyjunge ausgeben, da jeder Pyramidikus-Level dann 100% mehr Heldenseelen gibt.
  • DaLi: Von den Machern von Persona 5 gibt es jetzt auch den aus dem Spiel bekannten Messenger als kostenlosen Download: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ngreenan.persona5imapp
  • Torsten: Das mit der Präsentation ist mir beim Spielen gar nicht so negativ aufgestoßen. Aber jetzt wo ich es lese - stimmt natürlich schon, die ist nicht ganz zeitgemäß. Bei der zerstörbaren Umgebung wäre deutlich mehr gegangen und auch die Outfits sollten heutzutage nicht mehr unzerstörbar und schmutzabweisend sein. :-) Das mit der mangelnden Vielfalt bei den Spielmodi sehe ich genauso. Warum braucht man den "Treasure-Modus"? Man hätte da Gutes aus den Vorgängern einfach übernehmen können und die Boni aus dem Treasure-Modus einfach gerecht auf Erfolge in anderen Modi verteilen können. Hier war man ein wenig faul. Schöner Test, danke!