Im taktischen Rollenspiel „Grand Kingdom“ von Spike Chunsoft erwartet die Spieler eine völlig neue Herangehensweise an die RPG-Thematik. Wie sich der Titel, der sowohl für die PS4 als auch für die PSVita erscheint, im Betatest schlägt, zeigen wir euch in unserem Review.

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Nach einem kurzen Einstiegsdialog, in dem wir einem Gespräch zweier gegnerischer Soldaten während einer Schlacht lauschen können, umreißt ein Sprecher den Rahmen des Geschehens. Seine Worte erscheinen auch in Schriftform auf dem Bildschirm und lassen sich daher leicht verfolgen.

Wir erfahren, dass das Uldein Imperium seit 100 Jahren nicht mehr existiert und auch, dass der lange Krieg zwischen vier Nationen schon lange Vergangenheit ist. Im heutigen Zeitalter stehen keine Soldaten mehr auf dem Schlachtfeld, sondern es sind Söldner, die die Kämpfe untereinander austragen. Dabei geht es für manche Parteien um grenzenlosen Reichtum, während andere ums nackte Überleben kämpfen. Bevor wir selbst unseren Platz in der Story einnehmen können, müssen wir unsere Fähigkeiten erst einmal unter Beweis stellen.

Gameplay

Um die Einstiegsaufgabe zu bestehen, müssen wir den vorgegebenen Zielort innerhalb einer festgelegten Anzahl von Spielzügen erreichen. Benötigen wir mehr als die uns zur Verfügung stehenden Schritte, scheitern wir hingegen kläglich.

Mithilfe unserer Spielfigur können wir die Spielwelt auf den vorgegebenen Pfaden durchstreifen. Die Schritte, die uns für die restliche Mission noch zur Verfügung stehen, sehen wir auf der linken oberen Seite des Bildschirms. Unsere Feinde, die sich einmal pro Runde bewegen, werden anhand spezieller Figuren ebenfalls auf dem Spielbrett dargestellt. Hierbei wird zwischen lilafarbenen, normalstarken Gegnern und roten, stärkeren Widersachern unterschieden. Außerdem warten in unserer Umgebung immer wieder Feine auf uns, die sich zunächst vor uns verstecken. Aber auch diese können wir auf der Karte ausmachen, allerdings müssen wir dafür etwas genauer hinsehen. Alle drei Runden hinterlassen die unsichtbaren Feinde eine Staubwolke auf den Pfaden und können auf diese Weise aufgespürt werden.

Wenn wir auf eine feindliche Figur treffen, müssen wir anschließend die Gruppe von Widersachern besiegen, um unseren Weg fortzusetzen. Da sich der Weg immer mal wieder aufspaltet und mehrere Laufrichtungen ermöglicht, können einzelnen Gegner auch umgangen werden. Allerdings ist die Ausweichtaktik in Hinblick auf unsere begrenzte Schrittzahl nicht immer die beste Lösung, weil es zu längeren Umwegen kommen kann, zumal unser Team während der Kämpfe ja auch stärker wird.

Die Kämpfe finden in einem separaten Kampfbildschirm statt. Bevor es richtig losgeht, werden uns hier zunächst die einzelnen Gegnertypen mit ihrem dazugehörigen Level vorgestellt. Die Zeitleiste am unteren Bildschirmrand zeigt uns zu jeder Zeit, welcher Charakter wann an der Reihe ist, dabei werden sowohl unsere eigenen als auch die feindlichen Kämpfer angezeigt. Ähnlich wie beim Bewegen durch die Spielwelt sind unsere Bewegungen auch innerhalb der Kämpfe limitiert. Unsere verbliebenen Bewegungspunkte pro Charakter und pro Runde werden anhand eines speziellen Balkens angezeigt.

Wenn wir an der Reihe sind, müssen wir uns zunächst so positionieren, dass wir unsere Gegner mit unseren Attacken treffen können. Dabei ist die Bewegung nach oben und unten ebenso möglich wie nach links oder rechts. Wo wir uns genau hinstellen müssen, hängt von der jeweiligen Charakterklasse unseres Teammitglieds und den damit verbundenen verfügbaren Attacken ab. Diese werden, sobald wir uns entsprechend aufgestellt haben, über die Dreiecks, die Vierecks- und die Kreistaste ausgelöst. Bewegungspunkte verbrauchen wir sowohl beim Positionieren unserer Figur als auch bei den Angriffen selbst. Falls unsere Bewegungsleiste vorzeitig auf Null stehen sollte und wir mit unserer aktuellen Position nicht zufrieden sind, lässt sich die letzte Bewegung durch Drücken des Touchpads widerrufen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, unsere Bewegungstaktik noch einmal zu überdenken und gegebenenfalls abzuändern. Wenn wir mit einem Kämpfer einmal nicht angreifen wollen, lässt sich die Runde mit der X-Taste vorzeitig beenden.

Im Kampf können wir auf mehrere Charakterklassen zurückgreifen. So gibt es neben starken Nahkämpfern, die den Gegnern beispielsweise mit Schwertattacken zusetzten können, auch verschiedenen Fernkämpfer. Hierzu zählen unter anderem die Bogenschützen, die die feindlichen Truppen aus der Ferne mit starken Pfeilattacken ausschalten können. Einige dieser Angriffe verfügen über eine festgelegte Reichweite, wodurch wir unsere Feinde nur treffen, wenn die Zielmarkierung genau auf sie zeigt. Stehen wir zu weit entfernt oder aber auch zu nah, ist ein Angriff nicht möglich. Sobald wir einen Feind anvisiert und den Pfeil mit der Kreistaste abgeschossen haben, müssen wir anschließend ein weiteres Mal den Kreis drücken und zwar dann, wenn die sich bewegende Zielmarkierung genau auf den Gegner zeigt. Bei manchen Fernangriffen stehen uns mehrere Geschosse pro Runde zur Verfügung, wodurch wir den Vorgang wiederholen und den Gegner dadurch mehrfach treffen können.

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Der Magier im Team ist ebenfalls in der Lage, mächtige Fernangriffe zu wirken und die gegnerischen Kämpfer dadurch recht schnell in Bedrängnis zu bringen. Die heilenden Charaktere können hingegen nicht nur ihre eigenen sowie die Lebenspunkte ihrer Mitstreiter regenerieren. Sie verfügen zudem über die Fähigkeit, sogenannten „Medical Bags“ in der Umgebung zu platzieren, die bei Bedarf von jedem Charakter eingesammelt und genutzt werden können. Da es einerseits möglich ist, die Verbündeten mit den eigenen Attacken zu verletzten, wenn sich diese im Schussfeld befinden und andererseits auch Feinde geheilt werden können, wenn man sie versehentlich auswählt, ist hier stets Vorsicht geboten.

Jede Gruppe von Feinden verfügt, ebenso wie wir selbst, über einen Anführer, der gesondert markiert wird. Ist dieser besiegt, sind die restlichen Feinde deutlich geschwächt und lassen sich dadurch einfacher besiegen. Daher sollte man stets versuchen, den Anführer als einen der ersten auszuschalten, um die Gruppe unter Kontrolle zu bringen. Am Ende jedes Kampfes zeigt uns die aufgeführte Statistik, wie gut wir abgeschnitten haben. Hier sehen wir auch, welcher unserer Charaktere welchen Fortschritt gemacht hat.

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Unser Team lässt sich übrigens auch außerhalb des Kampfbildschirms heilen. Dies ist im regulären Bewegungsmodus über das speziell aufgeführte „Quest Menü“ möglich, das wir über die Vierecks-Taste aufrufen können. Hier lassen sich verschiedene Items einsetzen, mit denen wir unser Team für den nächsten Kampf rüsten können.

Grafik und Sound

Im Bewegungsmodus sieht die Spielwelt sehr rudimentär aus. Wir blicken von schräg oben auf die gezeichnete Umgebung und können dort Silhouetten von sich bewegenden Bäumen oder von Hügeln entdecken. Zwischen ihnen hindurch schlängeln sich die Pfade, die wir mit unserer Spielfigur beschreiten können. Insgesamt ähnelt die Darstellung hier eher der eines Brettspiels als der eines klassischen Rollenspiels. In den Kämpfen ist die grafische Darstellungsweise ebenfalls eher zweidimensional, diesmal allerdings blicken wir von der Seite aus auf das Geschehen. Die unterschiedlichen Charaktere erscheinen dagegen im bekannten Manga-Stil auf dem Bildschirm.

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Als Hintergrundmusik vertraut das Spiel auf instrumentale, asiatisch angehauchte Orchesterklänge, die oftmals doch etwas zu aufdringlich sind, gerade außerhalb der Kämpfe. In unserer getesteten Version waren sämtliche Texte und Dialoge auf Englisch gehalten, eine wirkliche Sprachausgabe gibt es nicht. Dafür sorgen Kampfschreie und passende Soundeffekte während der Duelle für die passende Atmosphäre.

Fazit

Die brettspielartige Aufmachung sowie die Limitierung der Spielzüge während der Aufgaben verleihen „Grand Kingdom“ einige interessante Aspekte, die den Titel von der Konkurrenz abheben. In den Kämpfen selbst präsentiert sich das Spiel dagegen wieder als klassisches rundenbasiertes Rollenspiel, das Genrefans problemlos überzeugen sollte. Wenn man sich auf die etwas andere Herangehensweise einlassen kann, erhält man hier einen ausgefallenen Titel, der einen für längere Zeit beschäftigen wird. (Daniel Walter)

Positiv

  • außergewöhnliches Brettspiel-Prinzip
  • Limitierung der Bewegungsaktionen als taktische Herausforderung
  • kurzweilige Kämpfe

Negativ

  • sehr rudimentäre grafische Darstellung
  • teils etwas anstrengende Hintergrundmusik
75
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • Christian: Lässt noch nicht viele Schlüsse zu, aber eine leere, etwas heruntergekommene Stadt mit deutlichen Zeichen der Verwüstung... Das spricht vielleicht für ein Zombie-Setting oder ähnliches. Kann ich mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, da das Thema mit Metro, H1Z1 Just Survive, The Division & Co. schon ziemlich ausgelutscht ist. Denkbar wäre auch ein Post-Apokalyptisches-Szenario wie in der Fallout-Reihe. Das wären allerdings ziemlich große Fußstapfen. Aber vielleicht überrascht Bandai auch mit einer ganz neuen Idee? Verlassene Städte haben ja erstmal immer einen gewissen Reiz und bieten viel Raum für Geschichten und laden zum erkunden ein. Ich bin gespannt.
  • BASSTRO: Hallo Was bedeutet transparenter Held automatischer klicke?
  • Trixchiller: Wie stirbt denn ein Söldner? ...und wie kann man das verhindern? Ps. super guide!!