Ein „Walking-Simulator“, der den Spieler mit seiner packenden Story und seiner atemberaubend schönen Welt in den Bann zieht und den Fans des Genres mit Sicherheit lieben werden.

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Auf in die Wildnis

Henry war glücklich und hatte eigentlich alles was man sich wünschen kann. Er war mit Julia verheiratet, sie hatten einen Hund, und alles lief gut. Doch dann macht ihm das Schicksal einen Strich durch die Rechnung, denn Julia erkrankt an Alzheimer. Henry kommt mit der neuen Situation überhaupt nicht zurecht und deswegen zieht Julia wieder zu ihrer Familie nach Australien und er ergreift die Flucht. Er entschließt sich einen Job als Feuerwächter in der Einsamkeit des Shoshone National Forest anzunehmen, um sich so eine Auszeit zu gönnen.

Dort angekommen wohnt er in einem Wachturm und ist komplett von der Außenwelt abgeschottet. Er hat weder Handy noch Fernseher und die einzige Verbindung nach draußen ist ein Walkie-Talkie, über das er mit seiner Chefin – Delilah – kommunizieren kann.

Als er in der Ferne ein Feuerwerk entdeckt, schickt ihn Delilah sofort los, um die Sache genauer zu untersuchen und die Übeltäter zu vertreiben. Henry schnappt sich also seinen Rucksack, einen Kompass und eine Karte und macht sich auf den Weg. Schnell stellt sich heraus, dass ein paar Teenies im Nationalpark zelten und dabei, wie es scheint, etwas zu viel Spaß haben. Er findet sie schließlich an einem See und fordert sie auf, das zünden des Feuerwerks zu unterlassen und macht sich daraufhin auf den Rückweg.

Und schon nimmt das Mysterium seinen Lauf, als er feststellt, dass ihn ein Mann beobachtet. Ein wenig später wird auch in seinen Wachturm eingebrochen. Außerdem wird ein Telefonkabel durchgeschnitten, das Delilah braucht um Kontakt zu den Rangern zu halten. Und dann ist da noch dieser komische Zaun, von dem man Henry unbedingt fernhalten will…

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Die Spurensuche beginnt

Wir versuchen natürlich, in der Gestalt von Henry, die ganzen mysteriösen Ereignisse zu ergründen. Hierbei ist es uns möglich über das Walkie-Talkie mit Delilah zu reden. Während der Gespräche können wir immer eine von mehreren Antwortmöglichkeiten auswählen, oder uns dazu entscheiden nicht zu antworten. Alles in allem haben unsere Entscheidungen aber keine großen Konsequenzen auf die Story, nur die Dialoge ändern sich ein wenig. Je nachdem, über was und wie oft wir uns mit Delilah unterhalten, können wir aber unsere Beziehung mit ihr ein wenig gestalten. Die Geschichte bleibt aber trotzdem linear, was aber nicht langweilig wird, denn es gibt unheimlich viel zu entdecken. Wir können fast alles untersuchen und uns darüber mit Delilah unterhalten. Ab und zu müssen wir auch ein Seil benutzen um einen Hang hinunter zu kommen, oder einen Baum mit unserer Axt zu einer Brücke umfunktionieren. Außerdem gibt es in den Versorgungsboxen im National Forest immer interessante Dinge zu finden. Wer also Spaß am Erkunden hat, der kommt bei „Firewatch“ richtig auf seine Kosten, denn man muss sich nicht an die vorgegebenen Trampelpfade halten, sondern kann auch abseits der Wege spazieren.

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Einfach mal die Natur genießen

„Firewatch“ ist schlichtweg ein Augenschmaus. Die Grafik erinnert ein wenig an „The Long Dark“ und man fühlt sich teilweise so, als würde man in einem Gemälde spazieren gehen. Optisch kann sich das Spiel also richtig sehen lassen. Der enorme Detailreichtum erweckt die Welt regelrecht zum Leben. Es gibt zum Beispiel alte verlassene Aussichtstürme oder rostige Schneemobile zu entdecken, die einem das Gefühl geben, Teil einer langen Geschichte des Nationalparks zu sein. Zusammen mit der Soundkulisse, bei der nicht nur die Sprecher eine gute Arbeit geleistet haben, sondern auch das ganze Drumherum stimmt, entsteht so eine atemberaubende Atmosphäre, die einen richtig in den Bann zieht und es fast unmöglich macht sich von dem Spiel loszureißen.

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Fazit

Letzten Endes lebt das Spiel einfach von seiner Story, auch wenn diese noch etwas ausbaufähig gewesen wäre. Mithilfe der wunderschönen optischen Darstellung und der wahnsinnig gut gelungenen Soundkulisse, schafft es „Firewatch“ den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Wer nach Action sucht, ist hier definitiv falsch, denn hier geht es ganz und gar nicht um Tempo, ganz im Gegenteil. „Firewatch“ ist ein klassischer „Walking-Simulator“, bei dem das Erkunden, die Story und auch die Charakterbildung im Vordergrund stehen, und bei dem man sich in der wunderschönen Welt selbst verlieren kann.

Positiv

  • Wunderschöne Grafik
  • Tolle Atmosphäre
  • Packende Story

Negativ

  • Das Ende der Geschichte wäre ausbaufähig gewesen
90
Saskia Meijer

Geschrieben von: Saskia Meijer

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Neueste Kommentare

  • Christian: Lässt noch nicht viele Schlüsse zu, aber eine leere, etwas heruntergekommene Stadt mit deutlichen Zeichen der Verwüstung... Das spricht vielleicht für ein Zombie-Setting oder ähnliches. Kann ich mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, da das Thema mit Metro, H1Z1 Just Survive, The Division & Co. schon ziemlich ausgelutscht ist. Denkbar wäre auch ein Post-Apokalyptisches-Szenario wie in der Fallout-Reihe. Das wären allerdings ziemlich große Fußstapfen. Aber vielleicht überrascht Bandai auch mit einer ganz neuen Idee? Verlassene Städte haben ja erstmal immer einen gewissen Reiz und bieten viel Raum für Geschichten und laden zum erkunden ein. Ich bin gespannt.
  • BASSTRO: Hallo Was bedeutet transparenter Held automatischer klicke?
  • Trixchiller: Wie stirbt denn ein Söldner? ...und wie kann man das verhindern? Ps. super guide!!