Everspace Preview

Das Preview bezieht sich auf die Alpha-Version 0.0.2.26941

Das Spiel „Everspace“ der Hamburger Spieleschmiede Rockfish Games fand schon vor der Veröffentlichung der Alpha-Version am 29.04.2016 viel Beachtung. Einerseits, da es Rockfish Games schaffte, eine sehr erfolgreiche Finanzierung via Kickstarter hinzulegen, andererseits, da es von seinem Design eine vielversprechende Bereicherung des Weltraum-Shooter-Genres verspricht. Was davon zu sehen ist, hat sich MGM in der vorliegenden Alpha-Version angesehen.

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„Was vom Tage übrig blieb“

Wie allgemein üblich sind Alpha-Versionen arm an Features und reich an Fehlern. „Everspace“ macht da keine Ausnahme. So sucht man die versprochenen Story- und Missionselemente vergeblich. Diese wurden bisher noch überhaupt nicht implementiert. Auch die einzelnen Sternensysteme sehen sehr ähnlich aus, man könnte sogar von „gleich“ sprechen. Wären nicht zufällig generierte Freunde, Feinde und Ressourcen vorhanden, so wären die Ausblicke wirklich immer gleich. Rockfish Games gibt hierzu auch in seinen Foren bzw. Änderungsbeschreibungen Auskunft. Bislang ist nur ein sehr kleiner Teil an Ereignissen, Gegnern und Umgebungen verwirklicht worden. Im Großen und Ganzen dient die Alpha-Version dazu, überhaupt ein Gefühl für das Spiel zu bekommen und mit einzelnen Grundelementen, wie Erforschen, Sammeln und Kämpfen, zu experimentieren.

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Gevatter Tod

Im Spielprinzip erinnert „Everspace“ an den Klassiker „EVE-Online“, jedoch ohne die „Excel im Weltraum“-Elemente, also die ausgefeilten und ellenlangen Tabellen, und ohne Multiplayer. Der Spieler erkundet System für System in seinem Schiffchen, sammelt dabei Ressourcen und wird in Kämpfe mit Bösewichten verwickelt. Mit Hilfe des Jump-Antriebs wechselt der Hobbyweltraumpilot dabei zwischen den einzelnen Systemen und später auch Sektoren. Laut Hersteller „Rockfish Games“ werden Story- und Missionselemente später an diese System- bzw. an Sektoren-Sprünge gekoppelt.

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Wie jedoch bereits erwähnt beschränkt sich das Gameplay derzeit auf erkunden, sammeln und kämpfen. Das Prinzip hierbei ist altbekannt: scannen, dann die einzelnen Points-of-Interest anfliegen und dabei nach Möglichkeit versuchen, keine Gegner zu alarmieren. Das Abbauen von Erz, Kristallen oder Gas sowie das Einsammeln von Gegenständen ist dabei recht einfach gestaltet. Erst mit der Waffe draufhalten und was davon schwebt durch Drüberfliegen einsammeln. Anschließend kann der Spieler in der schiffsinternen schwerindustriellen Fertigung neue Teile, Munition oder Ausrüstungsgegenstände produzieren. Das Menü hierfür ist sehr simpel und einfach gestaltet: einfach draufklicken, akzeptieren und eine Sekunde später über eine neue Rakete oder Sensordrohne freuen.

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Wirklich knackig sind die Gegner. Hier hat Rockfish Games viel Arbeit in die KI gesteckt und diese ist geradezu teuflisch geworden. Kein lustloses Abschießen von Feinden, die immer gleiche Muster fliegen! Nein, diese benutzen Ausweichmanöver, schlagen Haken oder nutzen Bremsmanöver, um sich hinter einen zu setzen. Kein Gegner verhält sich wie der andere und daher muss der Spieler jeden neuen Feind mit einer neuen Strategie zur Strecke bringen. Gerade zu Beginn des Abenteuers schaut man sich die virtuellen Radieschen sehr oft von unten an. Aber auch das hat sein Gutes. Im Gegensatz zu anderen Spieldesigns, ist auch der Tod eine Belohnung in Everspace. Man startet zwar wieder am Anfang des Sektors und verliert auch alle gesammelten Ressourcen, behält aber Baupläne und Geld. Somit kann der Spieler vor dem neuen Start noch schnell sein Schiffchen aufrüsten und erweitern.

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Zum Thema drüberfliegen lassen sich noch ein oder zwei Worte verlieren. Die Steuerung ist für eine Alpha-Version schon recht ordentlich implementiert. Das kann man aber über das HUD nicht behaupten. Klassisches Radar sucht der Spieler vergebens, dafür werden Objekte, Freunde und Feinde als Punkte bzw. Pfeile im Interface eingeblendet. Das erschwert teilweise die Orientierung, da man kein wirkliches Gefühl dafür bekommt, was um einen herum passiert. In welche Richtung fliegt der feindliche Jäger? Wo sind befreundete Einheiten? All dies kann man nur ungenau anhand der Größe der Pfeile und Symbole abschätzen. Hier darf man darauf hoffen, dass Rockfish Games noch viel Arbeit in das HUD stecken wird.

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Fazit

Noch lässt sich nicht viel zu Everspace sagen, da die Mehrzahl der versprochenen Elemente überhaupt nicht existieren. Eigentlich steht bisher nur die KI und das Grundsystem. Genauso gibt es immer wieder ‚Hakler‘ in der Grafik- und Tonausgabe. Das Interface kann man getrost als rudimentär bezeichnen. Aber dafür ist es ja klar als Alpha-Version deklariert. Was jedoch zu sehen ist, macht Lust auf mehr. Die Spielgemeinde darf gespannt sein, welche Entwicklung „Everspace“ noch nehmen wird. Es ist auf jeden Fall ein Spiel das weiter beachtet werden sollte.

Bernd Kasperidus

Geschrieben von: Bernd Kasperidus

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D