Dungeons 2 (PS4)

Wir haben für euch das neu erschienene Sequel zum Echtzeit-Strategiespiel „Dungeons“ vom Entwickler „Realmforge Studios“ und dem deutschen Publisher „Kalypso Media“ getestet: „Dungeons 2“ für die Playstation 4. Ob sich der Kauf des Nachfolgers lohnt, erfährst du in unserem Test.

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Das absolute Böse lebt tief unter der Erde in seinem Dungeon, führt doch ein glückliches Leben mit seiner Horde von Monstern. Hin und wieder kommen von der Oberwelt neue Helden, die die Schätze des unbesiegbaren Bösen stehlen wollen, doch sie haben die Rechnung ohne seine Monsterhorde gemacht. Eines Tages wurden die Schätze allerdings geplündert und das ultimative Böse wollte Rache. Dafür muss die Hauptstadt namens Königsschlund an der Oberwelt vernichtet werden. Gesagt getan, mit diesen Worten beginnt der Schlachtzug gegen Königsschlund und unser Abenteuer startet.

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Gleich zu Beginn werden mir etlichen Eastereggs überhäuft, und um nicht zu viele zu verraten, nennen wir nur mal die Angriffskraft des Absoluten Bösen mit einem Wert von 666, oder seine Lebensenergie mit 1337 Punkten. Im Laufe des Spiels gibt es noch viele weitere solcher kleiner, teilweise gut versteckter, Eastereggs. Es finden sich auch etliche Anspielungen auf verschiedene Serien oder Filme wieder. So kämpfen wir zum Beispiel mal gegen einen König Robert (Game of Thrones), oder einen Magier namens Gandeldore (Herr der Ringe und Harry Potter). Es ist immer wieder eine kleine Freude, eine solche Referenz zu finden, vor allem, wenn man den Film oder die Serie kennt.

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Wir können während des Spiels jederzeit zwischen Oberwelt und unserem Dungeon wechseln. In der Oberwelt befehligen wir einen Einheitenverband, den wir natürlich zuvor an die Oberwelt entsenden müssen. Dort tragen wir alle wichtigen Schlachten aus. In unserem Dungeon kümmern wir uns hauptsächlich um die entdeckungsfreudigen Helden, die auf Schatzsuche sind. Um ihnen den Weg zum Herzen des Dungeons zu erschweren, gibt es Fallen, die wir aufstellen können. Unter anderem eine explodierende Schatztruhe oder eine Schlammgrube. Und natürlich gibt es auch Türen, die sie erst zerstören müssen, bevor sie sich weiterbewegen können.

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Und hier kommen wir jetzt auch schon zum wichtigsten Teil des Spiels: das ab- und aufbauen. Im Herzen unseres Dungeons können wir uns Schnodderlinge anheuern, die all unsere Niederträchtigen Aufgaben erledigen. Mit einem Klick auf eine Wand, kommt ein kleiner Schnodderig angerannt und baut diese ab. Markieren wir mehrere, so entsteht langsam eine Höhle, in die wir später einen Raum bauen können. Sobald eine Wand abgebaut wurde, sehen wir, was sich dahinter befindet. Manchmal öffnet sich ein Weg in einen bereits existierenden Raum, in dem zum Beispiel Spinnen lauern, die es abzuschlachten gilt. Es gibt unterschiedliche Wände, die abgebaut werden können. Entweder ganz normale Steine, die keinen sonderlichen Wert haben, oder Golderz, das die Währung darstellt, alternativ aber auch eine Goldader, die nicht nach dem abbauen verschwindet und so über die Zeit immer wieder Gold liefern kann.

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Mit dem Gold können wir uns zum Beispiel neue Einheiten kaufen. Insgesamt gibt es vier verschiedene Einheitentypen, die aber jeweils noch einmal aufgelevelt werden können: Orks, Goblins, Nagas und Trolle. In jeder Mission beginnen wir mit einem anderen Einheitenmaximum, also die Anzahl an Einheiten, die wir kaufen können. Durch Forschung lässt sich diese Grenze aber nach oben hin erweitern. Womit wir jetzt beim Raumbau angekommen wären. Es gibt viele verschiedenen Räume, wie die Brauerei, die für die Versorgung der Orks zuständig ist, die Tüftlerhöhle, in der die Goblins nach neuen Sachen forschen können, die Chaosschmiede, in der die Trolle sich austoben, sowie eine Kristallkammer für die Nagas. Das sind die vier wichtigsten, nichtsdestotrotz gibt es noch etliche weitere, die uns das Spielgeschehen leichter machen sollen. Um einen Raum zu bauen, wählen wir im Menü einfach den zugehörigen Eintrag aus, sehen was dieser pro Feld kostet und markieren eine freigeräumte Fläche. Damit ist es aber noch nicht getan, denn es fehlt das Interieur. Je nach Größe des Raumes, passen mehr oder weniger viele Arbeitsgeräte hinein. In der Brauerei wären das zum Beispiel die Brauanlagen. Je mehr wir bauen, desto mehr kann produziert oder geforscht werden. An jedem Arbeitsgerät hat allerdings immer nur eine Einheit Platz, das sollte in der Raumplanung mit einbezogen werden. Und wer zu knappt plant, der vergisst womöglich noch den Platz, um etwas einzulagern, zum Beispiel die Bierfässer.

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Alle unsere Einheiten arbeiten nicht umsonst für uns, deswegen sollte die Schatzkammer jederzeit gut gefüllt sein, um den Sold bezahlen zu können. Reicht das Gold nicht, kann es zu Aufständen kommen.

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie sich so ein Top-Down-Echtzeit-Strategiespiel auf der Playstation 4 steuern lässt. Hierauf gibt es nur eine Antwort: erstaunlicherweise echt gut! Die Menüs wurden intuitiv gestaltet, denn sie lassen sich per Knopfdruck öffnen und wir sehen einen Auswahlkreis. In der Praxis funktioniert das wirklich super und es macht sich nie das Gefühl breit, dass man wegen der Steuerung einen Nachteil gegenüber PC-Spielern hätte.

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Eine Spielzeit für „Dungeon 2“ lässt sich schwer angeben, denn es kommt darauf an, wie man spielt. Wer nur auf die Hauptmissionsziele aus ist, wird mit vermutlich 10-15 Stunden gut dabei sein. Wer allerdings alle Nebenmissionen erfüllen und den ganzen Dungeon entdecken möchte, der ist bei mehr als 20 Stunden angesiedelt. Auch nach der Kampagne gibt es noch viel zu entdecken, denn es gibt einen Mehrspielermodus, in dem bis zu vier Spieler gegeneinander antreten können. Jeder besitzt seinen eigenen Dungeon und das Ziel ist es, die anderen Spieler zu besiegen. Dafür gibt es auf der Oberwelt verschiedene Eingänge in den Untergrund der verschiedenen Spieler.

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Auf einen Punkt wollen wir noch eingehen, der uns nicht so gut gefallen hat. Und zwar sind es die Ladezeiten. Egal ob wir einen Speicherstand laden oder eine neue Mission anfangen, es muss erstmal gefühlt eine halbe Ewigkeit geladen laden. Dafür muss während man spielt nicht mehr geladen werden, was das Ganze wieder wettmacht.

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Was dem Spiel noch einen gewissen Touch gibt, ist der Erzähler, der uns auf Schritt und Tritt zur Seite steht und alle möglichen lustigen oder hilfreiche Hinweise um sich wirft. Er macht seine Arbeit wirklich beeindruckend und viele werden die Stimme erkennen. Es ist die von Montgomery „Monty“ Arnold, der unter anderem auch die Hauptfigur „Rufus“ aus der „Deponia“-Reihe spricht.

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Fazit

„Dungeons 2“ hat mir etliche Stunden Spielspaß bereitet, und ich bin etwas traurig, dass ich es schon durchgespielt habe. Ich hätte gerne noch viele weitere Missionen gehabt, aber ich bin dennoch glücklich über die gesamte Spielzeit. Auch der Multiplayermodus lässt sich sehen. Aber am meisten beeindruckt war ich vom Erzähler. Es hat zwar am Anfang etwas gedauert, bis ich mir sicher war, dass es der Sprecher von meinem tollpatschigen Helden Rufus gewesen ist, aber als ich es wusste, habe ich es gefeiert! Ich kann das Spiel wirklich jedem Strategie-Fan ans Herz legen. Hier wurde mit Liebe gearbeitet und ein tolles Spiel geschaffen.

Positiv

  • Toller Erzähler
  • Super umgesetzte Steuerung für die PS4
  • Mehrspielermodus
  • Lange Spielzeit

Negativ

  • Gefühlt lange Ladezeiten
93
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D