Drifting Lands – Kampf um die Herrschaft der Lüfte

Dass die fünf kreativen Köpfe des französischen Entwicklerteams Alkemi mit ihren Genre-Mixes alles richtig machen, zeigen sie mit ihrem neusten Game Drifting Lands. Einer Mischung aus Shoot ‚em up und Action-Rollenspiel, dass wir für euch unter die Lupe genommen haben.

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Vor 100 Jahren ist der Planet Erde durch unglückliche Ereignisse auseinandergebrochen. Milliarden Menschen sind dabei gestorben, doch etliche haben überlebt. Einige Jahrzehnte später haben sich diese Menschen wieder etwas erholt und leben seither im Himmel des zerbrochenen Planeten. So gut wie jeder besitzt nun ein eigenes Raumschiff. Als Lebender hat man in diesen Zeiten zwei Möglichkeiten weiterhin zu überleben. Entweder man kniet vor den Corporations, die zu totalitären Staaten geworden sind, oder man kämpft für seine Freiheit und lebt auf der Arche.

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Unser Hauptcharakter, dessen Name und Geschlecht uns unbekannt sind, lebt auf der Arche und steckt seit Tagen wegen einer Quarantäne in seinem Zimmer fest. Unsere Tür öffnet sich und Thorzen steht vor uns, er möchte, dass wir ihm folgen. Wir sind natürlich verwundert, da wir ja eigentlich gerade in der Quarantäne stecken. Thorzen will aber unbedingt, dass wir im Folgen. Er sagt uns außerdem noch, dass wir jetzt einer von ihnen sind und sie Vergeltung wollen. Er führt uns, den Neuling in der Gemeinschaft der Arche, in den Hangar. Dort wartet Sven auf uns, der für uns, so gut er es in der kurzen Zeit geschafft hat, ein Schiff repariert hat. Mit diesem dürfen wir, wenn wir möchten, in das Tutorial fliegen. Danach startet auch schon unser Abenteuer, um Intrigen aufzudecken, für unsere Freiheit zu kämpfen und noch vieles mehr.

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Bevor wir das Spiel starten, dürfen wir uns zwischen zwei verschiedenen Modi entscheiden. Der Erste ist der normale Modus, in dem man hin und wieder ein paar gesammelte Items und auch sein Schiff verlieren kann, wenn man ein zu großes Risiko eingeht. Der zweite Modus ist der verzeihende Modus, in dem es möglich ist, seine Items gegen Geld zu reparieren. Haben wir das erledigt, kommt auch schon die nächste Entscheidung. Welches der drei Schiffe möchten wir denn gerne steuern? Ist es der schnelle und wendige Interceptor, der nur leicht gepanzert ist aber eine hohe Feuerkraft besitzt, oder aber die langsame und schwer gepanzerte Sentinel? Wer lieber etwas Ausgeglicheneres zwischen den beiden hätte, wird wahrscheinlich im Marauder sein Schiff finden.

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In diesem horizontal von links nach rechts scrollenden Shoot ‚em up, was man auch gerne als Bullet Hell bezeichnen kann, steuern wir unser gerade ausgewähltes Raumschiff, um alle möglichen Gegner zu zerstören. Dafür stehen uns etliche Fähigkeiten zu Verfügung, wie beispielsweise eine Bombe, die wir vor unser Schiff legen können, ein Feuerstoß nach vorne oder aber ein Flammenrad um uns herum als eine Art Schutzschild. Insgesamt stehen uns zehn einsetzbare Fähigkeiten zur Verfügung und vier automatische. Zu den automatischen zählen beispielsweise das automatische Fliehen aus dem Kampf, bevor unser Schiff zerstört wird, oder wir werden kurzzeitig unverwundbar, nachdem wir Schaden genommen haben. Natürlich hat jede Fähigkeit eine Abklingzeit, sodass es nicht unfair wird.

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14 Fähigkeiten klingt vielleicht nicht viel, doch jede hat noch mindestens drei weitere Stufen, die freigeschaltet werden können. Wir können auch nur gleichzeitig vier einsetzbare und zwei automatische anlegen. Es darf auch immer nur eine Fähigkeit aus der gleichen Familie gleichzeitig in unserer Auswahl sein. Man muss also mit Bedacht und Sorgfalt auswählen und abwägen, was am besten zum eigenen Spielstil passt. Neben den Fähigkeiten besitzt unser Schiff freilich auch noch eine Standardkanone, die im Verlauf des Spiels auch noch verbessert werden kann, dazu aber später mehr.

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Wir ballern uns also durch die Horden an Gegnern, die aus allen Richtungen kommen können. Es ist folglich ratsam, sich nie zu lange an einem Rand des Spielfelds aufzuhalten. Für jeden Abschuss bekommen wir ein klein wenig Geld gutgeschrieben. Von dem wir am Ende der Mission allerdings nur 10 % abbekommen, da der Rest an die Arche geht, um dort alles am Laufen zu halten. Deswegen liegt es an uns, die Fähigkeiten zu nutzen und so viele Gegner wie möglich abzuballern. Wir besitzen neben einer Lebenspunkte- und Schildleiste auch noch eine Energie- und Fokusleiste. Unser Leben lässt sich durch Fähigkeiten und Gesundheitspacks, die Gegner fallen lassen, wieder auffüllen. Unser Schild lädt sich mit der Zeit selbst auf, sofern wir nicht getroffen werden, oder aber auch wieder durch das Einsammeln von Gegenständen. Auch die Energieleiste füllt sich im Laufe der Zeit oder durch Gegenstände wieder auf, und wird für das Aktivieren unserer Fähigkeiten benutzt. Ist nicht genug Energie vorhanden, können wir eben keine Fähigkeit einsetzen. Und zu guter Letzt ist da noch der Fokus, der im Laufe des Levels durch bestimmte Aktionen aufgefüllt wird und nur für eine Punktzahl genutzt wird, um sich eben mit anderen Spielern zu messen.

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Unsere Feinde lassen neben den Gesundheits- und Energiepacks auch noch Geld und Ausrüstung fallen. Diese gilt es einzusammeln, bevor sie vom Bildschirm verschwinden. Mit unserem gesammelten Geld können wir unser Schiff aufwerten oder neue Ausrüstung kaufen. Es gibt insgesamt drei Attribute für unser Schiff: Struktur, Navigation und Power. Jedes Attribut steigert neben der Lebensenergie noch einen weiteren Wert. Sei es der Waffenschaden, die Rüstung oder der Schaden der Fähigkeiten. Im späteren Spielverlauf ist es auch möglich, sein Schiff gegen eine bessere Version auszutauschen oder eine andere Klasse zu wählen.

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Wer genug Geld hat und sich mit der kaufbaren Ausrüstung zufriedengibt, wird auf dem Markt vermutlich fündig. Aber alle, die stärkere oder bessere Items möchten, sollten viele Einsätze fliegen. Es gibt insgesamt acht verschiedene Item-Kategorien: Waffen, Antriebe, Energiezellen, Rüstungsplatten, Helme, Schilde, Motoren und CPU’s. Jedes Teil ist einer Seltenheitsstufe zugeordnet: gewöhnlich, ungewöhnlich, selten oder einzigartig. Und hier zieht dann auch eben auch das Rollenspiel-Genre. Jeder Gegenstand hat verschiedene Eigenschaften, ob nun ein Attribut gesteigert oder gesenkt wird, oder eine der etlichen anderen. Hier sollte jeder Spieler für sich und seinen Spielstil entscheiden, was am besten ist. Es ist auch möglich unterwegs einen Bauplan für einen Gegenstand zu finden. Diesen kann man auf dem Markt abgeben und dann für eine bestimmte Summe Geld herstellen. Aber Achtung, jeder Bauplan hat eine maximale Bauzahl, ist diese überschritten, kann er nicht mehr hergestellt werden.

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Der Schwierigkeitsgrad von Drifting Lands im normalen Modus ist sehr angenehm. Es ist zwar stellenweise wirklich hart, weil etliche Schüsse und Gegner auf dem Bildschirm unterwegs sind, dennoch macht es Spaß und ist, zumindest mit der Flucht-Fähigkeit, auch nicht frustrierend. Im Laufe des Spiels nimmt die Schwierigkeit allerdings zu, da man auf Stufe 1 anfängt und sich bis zu Stufe 10 hocharbeitet.

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Die Grafik von Drifting Lands ist liebevoll gezeichnet. Im Hintergrund bedient man sich des Parallax Scrollings und das ist mehreren Ebenen. Die Level sind meist etwas düster und dunkler gehalten, damit man die hellen Partikel und Schüsse sehen kann. Ist der Bildschirm voll von Gegner und Partikeln, beginnt das Level quasi zu leuchten. Die Unterhaltungen werden unterstützt von Zeichnungen der sprechenden Personen. Leider gibt es keine Vertonung und wir müssen uns mit Textboxen zufriedengeben. Ferner gibt es das Spiel bisher auch nur auf Englisch, weitere Sprachen werden allerdings irgendwann hinzugefügt.

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Wer zum ersten Mal Drifting Lands startet, wird mit einem ruhigen kleinen Soundtrack empfangen. In der ersten Mission wird man dann allerdings von etwas ganz Anderem überrascht. Es wurde richtig rockige Musik benutzt, die dem Spiel das gewisse Etwas geben. Mit ungefähr 15 verschiedenen Musikstücken ist dem Ganzen auch eine gute Varietät beigesetzt.

Fazit

Bis hierhin haben die Entwickler an alles gedacht. Ein umfangreiches Ausrüstungssystem, ein simples aber dennoch ausgeklügeltes Kampfsystem, etliche Herausforderungen, verschiedene Gegnertypen und noch mehr. Der normale Schwierigkeitsgrad macht sehr viel Spaß und man hat weitaus mehr als acht Stunden Spielzeit vor sich. Am meisten hat es mir aber der richtig coole Soundtrack angetan, der dem ganzen Setting das gewisse Etwas gibt. So muss für mich ein Shoot ‚em up aussehen.

 

Positiv

  • Zwei verschiedene Schwierigkeitsgrade
  • Drei unterschiedliche Schiffe
  • Toller Soundtrack
  • Gezeichnete Grafik
  • Rollenspielelemente gut eingesetzt

Negativ

  • Keine Vertonung
  • Bisher nur auf Englisch
  • Story ist eher zweitrangig
85
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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