DOOM für PS4 (Bethesda)

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Mit dem neusten Titel „DOOM“ wird die legendäre Shooter-Reihe um einen weiteren Teil erweitert und ist nun endlich auch auf der aktuellen Konsolengeneration spielbar. Wir zeigen euch in unserem Test, ob sich ein Ausflug in die Hölle auf dem Mars lohnt.

Zu Beginn des Spiels erwachen wir blutverschmiert in einem düsteren Labor. Neben unserem provisorischen Krankenbett können wir überall auf dem Boden Kerzen erkennen, was auf ein teuflisches Ritual hindeutet. Auch die monströsen Laborgeräte um uns herum sorgen nicht gerade für eine entspannte Grundstimmung. So dauert es auch nicht lange, bis sich die ersten Dämonen in unser Zimmer verirren und sich direkt auf uns stürzen. Glücklicherweise finden wir in unserer unmittelbaren Nähe eine Pistole, mit der wir den Angreifern ordentlich einheizen können.

Nachdem wir das erste Gemetzel hinter uns gebracht und den nächsten Raum betreten haben, finden wir dort eine mächtige Rüstung, die sich im Kampf gegen die untoten Biester noch als sehr nützlich erweisen wird. Kaum haben wir die Rüstung angelegt, ertönt die Stimme eines Mannes, der sich uns als Dr. Samuel Hayden vorstellt. Bei ihm handelt es sich offenbar um den Chef der hiesigen Einrichtung, der sich nun per Sprachnachricht an uns wendet, um uns um unsere Unterstützung im Kampf gegen die Dämoneninvasion zu bitten. Ohne auf die Worte des Doktors einzugehen, metzelt sich unser Charakter in den folgenden Spielminuten weiter durch die Forschungsanlage und findet auf seinem Weg nicht nur weitere dämonische Feinde, sondern auch eine praktische neue Schrotflinte.

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Mit dieser setzen wir den teuflischen Widersachern in den weiteren Räumen und Gängen ordentlich zu, bis wir schließlich eines ihrer Blutnester entdecken, das wir nach mehreren Litern vergossenen Blutes vollständig ausräuchern können. Nachdem wir den besagten Raum hinter uns gelassen haben, ertönt ein weiteres Mal die Stimme des Doktors. In dieser zweiten Nachricht nimmt er die Schuld für das Scheitern eines Experiments auf sich, das offenbar etwas mit dem hohen Dämonenvorkommen zu tun hat. Bevor wir das Gebäude endlich verlassen und unsere eigentliche Geschichte beginnen können, teilt uns der Hauptcharakter des Spiels noch unmissverständlich mit, was er von der Entschuldigung des Doktors hält. Mit der Zerstörung des Funkgerätes im Fahrstuhl endet der Prolog, der uns daraufhin in die dämonenverseuchte, offene Spielwelt von DOOM entlässt, in der auch einige Antworten auf uns warten.

Gameplay

Bevor es mit dem Spiel losgeht, können wir uns zwischen drei Schwierigkeitsgraden entscheiden, die von „Zu jung zum Sterben“, über „Los gib‘s mir“ bis hin zu „Ultra-Brutal“ reichen. DOOM-Profis können sich außerdem auf zwei besonders schwere Varianten freuen, die auf die klangvollen Namen „Albtraum“ und „Ultra-Albtraum“ hören. Letztere muss erst freigeschaltet werden und hat die Besonderheit, dass die Kampagne sofort endet, sobald man das erste Mal stirbt. Um bei einem weiteren Durchgang sehen zu können, wie weit man schon gekommen ist, wird am Ort des Ablebens eine Markierung zurückgelassen.

Die Dämonen im Spiel können wir auf unterschiedliche Arten bekämpfen. Zum einen lassen sie sich meist recht komfortabel aus der Entfernung ausschalten, vorausgesetzt, man ist in der Lage, ihnen den einen oder anderen Kopfschuss zu verpassen. Eine effektivere Möglichkeit ist es, die Feinde mit einer Schusswaffe zu attackieren, bis sie vom verursachten Schaden benommen sind. Ist dies geschehen, werden sie blau markiert und lassen sich nun hervorragend mit einem Nahkampfangriff ausschalten. Dieser wird als „Glory Kill“ bezeichnet und ist durch Drücken der R3-Taste aus verschiedenen Winkeln möglich. Ein solcher Kill hat den Vorteil, dass der besiegte Dämon Lebensenergie zurücklässt, die wir anschließend aufsammeln und uns dadurch heilen können.

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Uns stehen verschiedene Waffen zur Verfügung, die diverse Eigenarten haben. Unsere Standardwaffe, die wir direkt zu Beginn des Spiels in dem Laborraum erhalten, verfügt über unendliche Munition. Mit dem regulären Angriff der Waffe, der sich über die rechte Schultertaste auslösen lässt, kann durch wiederholtes Drücken ein wirkungsvolles, schnelles Dauerfeuer erzeugt werden. Halten wir hingegen die linke Schultertaste gedrückt, lädt sich die Waffe auf. Sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist, können wir einen einzelnen starken Schuss abgeben, der deutlich mehr Schaden verursacht als die Einzelschüsse des Dauerfeuers. Es braucht allerdings eine gewisse Zeit, bis er einsetzbar ist und diese haben wir im Spielverlauf leider nicht immer. Der starke Schuss eignet sich beispielsweise sehr gut, um den Dämonen einen tödlichen Kopfschuss zu verpassen.

Andere Waffen wie beispielsweise die Schrotflinte, die wir auch sehr früh im Spiel finden, haben begrenzte Schüsse und benötigen Munition. Diese finden wir überall in der Spielwelt ebenso wie kleinere Vorräte an Lebensenergie, die für eine lebenswichtige Heilung zwischendurch sorgen können. Größere Mengen an Munition oder Medipacks sowie andere nützliche Items finden wir zum Beispiel in den zahlreichen Verstecken, die es immer wieder zu entdecken gibt. Haben wir ein Versteck aufgespürt, erhalten wir außerdem wertvolle Waffenpunkte, die wir im weiteren Spielverlauf gegen mächtige Modifikationen eintauschen können. Daher empfiehlt es sich, die vorgegebenen Wege immer mal wieder zu verlassen, um so das eine oder andere Geheimversteck entdecken zu können.

Die erwähnten Modifikationen, mit denen wir unseren Waffen zusätzliche Funktionen und Angriffe verpassen können, lassen sich bei sogenannten Kampfunterstützerdrohnen kaufen, die uns in der Spielwelt immer wieder über den Weg laufen. Hier können wir die Mods auch gleich einbauen und direkt im nächsten Kampf verwenden. Die zusätzlichen Funktionen lassen sich, ebenso wie der starke Schuss der Standardwaffe, über die L2-Taste einsetzen. Ein schneller Waffenwechsel ist durch Drücken der L1-Taste möglich, die automatisch die zuletzt genutzte Waffe auswählt. Halten wir die besagte Taste hingegen gedrückt, erscheinen sämtliche Waffen unseres Arsenals und lassen sich separat auswählen.

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Im Spielverlauf erwarten uns viele verschiedene Gegner, die gewisse Besonderheiten aufweisen. So bewegen sich einige Dämonen sehr langsam und greifen uns lediglich im Nahkampf an. Andere sind wiederum sehr viel flinker und zudem in der Lage, uns aus der Ferne mit Feuerbällen oder Ähnlichem zu bewerfen. Auch stärker gepanzerte Gegner, die einigen Schaden einstecken können, stellen sich uns immer wieder in den Weg, ebenso wie mächtige Bossgegner.

Damit wir unsere Feinde besser kennenlernen können, wird für jeden Gegner, dem wir begegnen, ein eigener Kodex-Eintrag angelegt. Diese Einträge befinden sich in einem separaten Teil des Menüs, das durch Drücken des Touchpads geöffnet werden kann. Hier gibt es außerdem eine Karte, Infos zu Waffen und unserem Anzug sowie zusätzliche Missionsdetails zu entdecken. Die aktuellen Informationen zu unserer Mission können aber auch über die Abwärtstaste des Steuerkreuzes eingeblendet werden. Sie erscheinen anschließend für kurze Zeit auf der linken Seite unseres Sichtfensters. Damit wir uns zu jeder Zeit orientieren können, wird unser nächstes Ziel außerdem als Wegpunkt am oberen Bildschirmende angezeigt.

Grafik

Sowohl die hochtechnisierten Laborräume als auch die trostlose Wüstenlandschaft des Mars wurden sehr atmosphärisch umgesetzt. Die detailreichen Texturen sorgen für eine realistische Spielwelt, die mithilfe von Effekten wie Nebel, Rauch oder Lichtreflexionen lebendig wird. Auch das Material unseres Handschuhs oder das glänzende Metall der Waffen überzeugen mit einer naturgetreuen Oberfläche und einer natürlichen Bewegung.

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Obwohl das dargestellte Szenario wie bei DOOM üblich sehr weit hergeholt ist, sorgt die grafische Umsetzung dennoch dafür, dass man sich zu jeder Zeit so fühlt, als würde man selbst gerade über den Mars marschieren. Dennoch gibt es hier auch ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, die vielleicht noch etwas besser hätten umgesetzt werden können. So wirken gerade die Dämonen selbst sowie das spritzende Blut oftmals doch sehr unecht. Aber auch die zombieartigen Bewegungen der langsamen Dämonen wollen nicht so recht zum Gesamtbild passen, gerade weil durch diese Darstellung die Grenze zwischen Zombie und Dämon doch sehr verschwimmt.

Sound

Im Menü des Shooters erwarten uns instrumentale, harte Metalsounds, die uns perfekt auf die bevorstehenden Kämpfe einstimmen. Im eigentlichen Spiel wechseln sich die Rockklänge mit düsteren Elektrobeats ab, die eine bedrohliche Grundstimmung kreieren. Hinzu gesellen sich unheimliche Hintergrundgeräusche wie Knistern, Schnaufen oder diverse Schreie, wodurch ein bedrohlicher Klangteppich entsteht, der zu jeder Zeit für Unbehagen sorgt.

Insgesamt ist der atmosphärische und wuchtige Soundtrack, der ein wenig an die Hintergrundmusik des letzten Devil-May-Cry-Teils erinnert, wirklich sehr gut gelungen.

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Fazit

Doom überzeugt vor allem durch das hohe Tempo und die perfekt inszenierte Singleplayer-Kampagne. Die Spielwelt kreiert genau die düstere Stimmung, die man von der Doom-Reihe erwartet und versetzt den Spieler dadurch mitten in die dämonenverseuchte Apokalypse auf dem Mars, der grafisch wirklich sehr überzeugend umgesetzt wurde. Insgesamt erhält man hier einen kurzweiligen, atmosphärischen Titel, der auch aufgrund seiner weitestgehend offenen Spielwelt auf ganzer Linie überzeugen kann und dem großen Namen absolut gerecht wird.
(Daniel Walter)

Positiv

  • action- und temporeiche Kämpfe
  • atmosphärische Spielwelt
  • sehr gut inszenierte Kampagne
  • hervorragender Soundtrack

Negativ

  • das spritzende Blut wirkt oft unecht
  • die zombiehaften Bewegungen einiger Dämonen wollen nicht so recht passen
90
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • BASSTRO: Passiert zufällig und ist nicht zu verhindern außer du belebst ihn wieder
  • Christian: Lässt noch nicht viele Schlüsse zu, aber eine leere, etwas heruntergekommene Stadt mit deutlichen Zeichen der Verwüstung... Das spricht vielleicht für ein Zombie-Setting oder ähnliches. Kann ich mir aber auf der anderen Seite nicht vorstellen, da das Thema mit Metro, H1Z1 Just Survive, The Division & Co. schon ziemlich ausgelutscht ist. Denkbar wäre auch ein Post-Apokalyptisches-Szenario wie in der Fallout-Reihe. Das wären allerdings ziemlich große Fußstapfen. Aber vielleicht überrascht Bandai auch mit einer ganz neuen Idee? Verlassene Städte haben ja erstmal immer einen gewissen Reiz und bieten viel Raum für Geschichten und laden zum erkunden ein. Ich bin gespannt.
  • BASSTRO: Hallo Was bedeutet transparenter Held automatischer klicke?