Diaries of a Spaceport Janitor

Entwickler „Sundae Month“ und Publisher „tinyBuild“ gehen mit ihrem neuesten Game „Diaries of a Spaceport Janitor“ einen ganz neuen Weg. In diesem Anti-Adventure geht es hauptsächlich um die Reinigung unseres Weltraumbahnhofes, um so über die Runden zu kommen. Aber ob das wirklich Spaß machen kann, findest du im folgenden Review heraus.

Zu Beginn des Spiels dürfen wir uns eine von insgesamt neun Gottheiten aussuchen, die uns am besten gefällt. Sei es Beb, die Göttin des Glücks, der Armut und der zufälligen Zahlen, oder aber zum Beispiel Aggra Mona, die Göttin der Romanze, der Familie und des Edelmuts. Welchen Einfluss die Gottheit auf das Spiel hat, ist uns allerdings nicht bekannt. Vermutlich soll man hiermit einen Überblick über alle existierenden haben. Ist unsere Entscheidung gefallen, geht es auch schon los: Wir starten mitten im „Old City Center“ mit folgender Nachricht: „Eines Tages wirst du einen Weg runter von dieser antiken Todesfalle eines Planeten finden.“

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Wir sind eine kleine Reinigungskraft des Weltraumbahnhofes, die immer wieder daran erinnert wird, dass sie nichts weiter Wert ist, als der Müll, den wir täglich vom Boden aufheben. Wir haben es satt, ständig herumgeschubst und beleidigt zu werden. Deswegen ist es unser Ziel, einen Weg zu finden, von diesem Planeten runterzukommen. Dafür bleibt uns nichts Anderes übrig, als unserer Arbeit nachzugehen und Geld zu verdienen. Also laufen wir erst einmal umher, sammeln den Müll ein und verbrennen ihn in unserer kleinen Verbrennungsanlage auf dem Rücken. Je mehr Müll wir am Tag verbrennen, desto mehr Geld bekommen wir am nächsten Morgen. Das Spiel leitet uns am Anfang zu einer etwas zwielichtigen Dame, die uns Augen verkauft. Ja du hast richtig gelesen. Diese Augen werden benötigt, um in den Dungeon hineinzugelangen. Beim ersten Kauf erhalten wir auch noch eine Notiz, die uns sagt, dass im leer geräumten Dungeon doch noch etwas Wertvolles zu holen ist. Also nichts wie dahin, denn wir wollen ja weg von hier!

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Wir kauen ein bisschen auf dem Auge herum, betreten den Dungeon und suchen nach dem Schatz. Dieser entpuppt sich allerdings als etwas völlig Anderes, als wir erwartet hätten. Wir sind einem Fluch zum Opfer gefallen und werden jetzt von einem Totenschädel auf Schritt und Tritt verfolgt. Nun haben wir also zwei Ziele: Zuerst wollen wir diesen Fluch loswerden und dann so schnell wie möglich von diesem Planeten verschwinden. Die Aufgaben, die wir hierfür erledigen müssen, bestehen hauptsächlich aus Sammelaufträgen. Je nachdem wieviel Glück man hat, können diese schnell vorbei sein oder sich aber über etliche Stunden erstrecken. Es ist zwar schön, nach etwas suchen zu müssen, in unserem Test hatte sich die eine Quest leider auf mehr als vier Stunden gezogen. Ob das ein Bug war oder nicht, können wir leider nicht sagen.

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Der Weltraumbahnhof ist in fünf verschiedenfarbige Distrikte eingeteilt. Auf dem Boden finden wir des Öfteren Markierungen, die uns entweder nach Hause leiten oder aber zu einem anderen Bezirk. Im blauen befindet sich zum Beispiel der Dungeon und die Bank, im gelben unser Haus und eher günstigere Läden. Im roten Bezirk befindet sich alles, was ein Abenteurer benötigt und dann gibt es noch grünen Handelsdistrikt und den lilafarbenen Magiebezirk. Es gibt überall etliche Händler und Essensverkäufer. Letztere sind besonders wichtig, wenn wir Hunger haben. Jeder Tag läuft immer gleich ab: Wir stehen morgens auf, gehen an unsere „Praystation IX“ um unseren Lohn zu holen und ein kleines Gebet zu sprechen, danach verlassen wir das Gebäude um Müll zu sammeln und zu verbrennen. Nebenbei stopfen wir noch etwas Nahrung in unseren Magen und gehen dann Abends wieder schlafen. Bevor wir allerdings schlafen dürfen, müssen wir erst noch einen Eintrag in unser Tagebuch machen, was wir denn an diesem Tag erlebt haben. Über Nacht wird dann das Spiel gespeichert und dann geht die Sammlerei wieder von vorne los.

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Man sollte immer ein Auge offenhalten, wenn man etwas Müll vom Boden aufhebt, denn es könnte sich auch um etwas Wertvolles handeln. Viele Gegenstände können an Händler verkauft werden und andere Sachen, wie zum Beispiel „Container“, können an bestimmte Charaktere verhökert werden. Das gibt uns etwas mehr Geld, dass wir wieder für Essen ausgeben können oder aber einfach sparen. Apropos sparen, das ist gar nicht so leicht wie es klingt. Denn die Preise der einzelnen Produkte schwanken stark von Händler zu. Wir können auch versuchen den Preis etwas herunter zu handeln, was teilweise gut funktioniert. Ein anderer Punkt ist, dass man von den „Redscarfs“, einer Art Schutztruppe des Weltraumbahnhofs, hin und wieder ausgeraubt wird, wenn man zu viel Geld bei sich trägt. Diesen sollte man unbedingt aus dem Weg gehen.

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Wir hatten ja vorhin von verschiedenen Gottheiten gesprochen. Von jeder einzelnen gibt es im Weltraumbahnhof einen Schrein, bei dem wir nicht nur Beten, sondern auch noch Kerzen darbieten können, um unser Glück zu steigern. Je höher unser Glück ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas Wertvolleres auf dem Boden finden können. Wir haben auch jeden Tag die Möglichkeit, an den sogenannten „Lottoschreinen“ einen Gegenstand gratis zu ergattern. Jeder Bezirk besitzt einen und diese sollten auch täglich abgegrast werden. Es gibt auch noch Verkaufsstationen, die es ermöglichen das Geschlecht zu wechseln. Da wir ja von Aliens umgeben sind und auch selbst eines sind, gibt es nicht die für uns gewohnten Geschlechter, sondern sehr viele verschiedene, teilweise lustig benannte. So ein Wechsel ist erforderlich, wenn es uns richtig mies geht, zum Beispiel nach dem Verzehr von schlechter Nahrung. Mehr gibt es zu den Möglichkeiten im Spiel nicht zu sagen, denn vielmehr hat man auch nicht.

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Kommen wir jetzt aber mal zum Optischen. „Diaries of a Spaceport Janitor“ ist ein Mix aus 3D und 2D. Die Spielwelt ist dreidimensional, wobei aber die Spielfiguren alle zweidimensional sind. Alles ist in einem niedlichen Pixelartstil gehalten, bei dem vor allem die Schilder der Läden in allen möglichen Farben erstrahlen. Einige Schilder/Bildschirme flimmern extrem, was teilweise sehr anstrengend für die Augen ist. In wie weit sich das auf Epilepsiekranke auswirkt, können wir leider nicht sagen. Wir sprechen hier aber zumindest mal eine Warnung aus! Das Spiel besitzt eine beruhigende Hintergrundmusik, die leider nicht immer abgespielt wird und nicht sonderlich abwechslungsreich ist. An manchen Tagen stehen auch Bands in den Bezirken, die für gute Laune sorgen. Ansonsten gibt es eigentlich nichts am Sound zu bemängeln.

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Fazit

„Diaries of a Spaceport Janitor“ ist ein schönes Spiel für Zwischendurch, für mehrere Stunden am Stück aber eher nicht geeignet, weil man nichts Anderes machen kann, als immer wieder Müll einzusammeln und zu verbrennen. Mir hat es dennoch Spaß gemacht, auch wenn bei meinem Spielstand ein Bug in der Questreihe war, der dafür sorgte, dass ich nicht weiterspielen konnte. Mit dem letzten Update wurde dieser Fehler allerdings beseitigt und zwang mich, das Spiel erneut von vorne zu beginnen. Das ist nicht schön, aber ändern kann man es ja auch nicht.

 

Positiv

  • Pixelart
  • Schöne Musik
  • Interessantes Spielkonzept

Negativ

  • Eher für Zwischendurch, da schnell langweilig
  • Flimmernde Schilder/Bildschirme stressen die Augen
  • Teilweise unnötig lange Sammelquests
  • Wenig Abwechslung in der Musik
70
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D