Dead Age: Final Fantasy meets Zombie-Apokalypse

Dead Age ist ein rundenbasiertes Rollenspiel, das Elemente aus dem Survival-Horror-Genre übernimmt und sich daher auf eine ganz neue Art und Weise mit der Zombie-Thematik befasst. Ob das Spiel die Apokalypse übersteht oder doch eher als Zombie-Futter endet, erfahrt ihr in unserem Test.

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Nachdem anfänglich nur vereinzelte Personen unter Bewusstseinsstörungen litten, breitete sich ein bisher unbekanntes Virus zwischenzeitlich über den gesamten amerikanischen Kontinent aus. Wir steigen ins Spiel ein, kurz nachdem unser Charakter einen Unfall mit seinem Wagen hatte. Dabei wurde er aus dem Fahrzeug geschleudert und dadurch von seiner Schwester getrennt. Aktuell befinden wir uns noch immer auf dem Highway, der allerdings von zahlreichen Zombies bevölkert ist. Während wir uns auf die Suche nach unserer Schwester machen, müssen wir uns immer wieder mit den Untoten auseinandersetzen und sie im Kampf besiegen, um letztlich weitergehen zu können.

Während unseres mühsamen Weges, der uns von einem Kampf zum nächsten führt, erfahren wir, dass unsere Hauptfigur bereits ihren Bruder verloren hat, der von einem Zombie infiziert wurde und sich anschließend verwandelt hat. Fest entschlossen, nicht zuzulassen, dass die Schwester das gleiche Schicksal ereilt, setzen wir unsere Suche fort, bis wir schließlich auf einen Mitstreiter, den Sheriff, treffen, der uns dabei unterstützen möchte. Einige tote Zombies später haben wir den Highway hinter uns gelassen und legen einen Zwischenstopp beim Camp des Sheriffs ein, um uns auszuruhen und Kraft zu tanken. Dort angekommen müssen wir das Lager allerdings erst einmal gegen eine herannahende Zombie-Horde verteidigen und erhalten dabei Unterstützung von Trish, einer Mitstreiterin des Sheriffs. Eine der Zombiewellen hält dabei leider eine böse Überraschung für uns bereit, als unser Charakter einen der Zombies als seine Schwester identifizieren kann. Da sie nicht mehr gerettet werden kann, beenden wir den Kampf so schnell wie möglich und erreichen dadurch auch das Ende des Prologs. Im weiteren Verlauf des Spiels versuchen wir zusammen mit unseren neu gewonnen Verbündeten, die Zombie-Apokalypse zu überleben und das Ende der Menschheit abzuwenden.

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Gameplay

Nach dem Prolog erhalten wir Zugriff auf eine Karte, über die es möglich ist, an verschiedene Orte der Spielwelt zu reisen, um dort Jobs zu erledigen und dadurch EP und Items zu erhalten. Dabei können einige der Schauplätze sowohl bei Tag als auch bei Nacht besucht werden. Nachts sind zwar deutlich mehr Zombies unterwegs, dies führt aber auch zu einer besseren Beute. Bevor wir uns an den gewünschten Zielort begeben, erhalten wir eine hilfreiche Auflistung mit Details über selbigen. Hier ist zum Beispiel ersichtlich, welche Gegenstände häufig gefunden werden können oder mit welchen Gegnertypen wir in diesem Areal rechnen müssen. Zudem sehen wir hier genau, wie viele EP wir für unsere aktuelle Mission erhalten, wenn wir sie erfolgreich abschließen.

Leider besteht keine Möglichkeit, sich frei in der Umgebung zu bewegen. Sobald wir an einem Ort angetroffen sind, werden wir ausschließlich über Standbilder und Textboxen über die Geschehnisse informiert. Erst wenn wir auf Gegner treffen, öffnet sich der Kampfbildschirm, der uns dann auch bewegte Bilder mit rundenbasierten Kämpfen zeigt.

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Bevor wir uns in den Kampf gegen die Zombies stürzen können, sollten wir in unserem Inventar unsere Ausrüstung zusammenstellen. Hier stehen uns verschiedene Waffen zur Verfügung, die wir im Spielverlauf eingesammelt oder anderweitig erhalten haben. Außerdem ist es hier möglich, das Outfit unseres Charakters zu verändern und ihn dadurch besser zu schützen, je nachdem, welche Attribute die jeweilige Kleidung mit sich bringt. Sind wir mit der Zusammenstellung zufrieden, können wir uns über den „Kampf“-Button ins Geschehen stürzen.

Insgesamt ist es im Spiel unsere Aufgabe, unser Camp zu beschützen, die Menschen dort zu versorgen und regelmäßig Mitstreiter aus der Gefahrenzone zu holen. Dabei haben wir immer wieder die Wahl zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten. So erfahren wir anhand der Textboxen beispielsweise, dass in der Ferne nützliche Items für uns bereitliegen, die allerdings von zahlreichen Zombies umringt sind. Wir können uns nun entscheiden, ob wir nachsehen und uns dadurch in Gefahr begeben oder, ob wir doch lieber unserer Hauptaufgabe nachgehen und einfach weitergehen. Wir sollten bei unserem Handeln stets im Hinterkopf behalten, dass es nicht möglich ist, manuell zu speichern. Das Spiel speichert am Ende eines Tages automatisch. Sterben wir in der Zwischenzeit, sind sämtliche Items und EP seit dem letzten Speicherpunkt verloren und wir müssen den Tag mitsamt seinen zugehörigen Aufgaben von vorne beginnen.

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Die Kämpfe

Im Laufe des Spiels erhalten wir nach und nach verschiedene Waffen, die über individuelle Besonderheiten verfügen. So ist der Knüppel, mit dem wir das Spiel beginnen, eine effektive Nahkampfwaffe, die keine Munition verbraucht. Es gibt aber auch Fernwaffen wie Pistolen, die unseren Feinden deutlich mehr Schaden zufügen, dafür aber auch Munition benötigen, die alles andere als häufig zu finden ist. Daher sollten wir die Schusswaffen mit Bedacht einsetzen. Gleiches gilt für das Sturmgewehr oder die Schrotflinte, mit denen auch mehrere Feinde auf einmal attackiert werden können. Welche Waffe wir im Kampf einsetzen, können wir über die Leiste am unteren Rand des Bildschirms bestimmen. Hier gibt es zudem Slots für Techniker- oder Sanitäterfähigkeiten, die statusverändernde Auswirkungen auf unser Team oder unsere Gegner haben. Für manche dieser besonderen Fähigkeiten werden AP benötigt, die pro Runde um einen Punkt erhöht werden. Dadurch sind viele dieser Fertigkeiten erst zu einem späteren Zeitpunkt im Kampf nutzbar. Über den „Rucksack“-Button ist es außerdem möglich, Items wie Heilspritzen oder Medikits einzusetzen.

Wenn uns in einem Kampf mehrere Gegner gegenüberstehen, haben wir bei jedem Angriff die Wahl, wen wir attackieren möchten. Auf diese Weise ist es möglich, schwache Feinde zuerst auszuschalten, um die gegnerischen Reihen auszudünnen, oder auch das Feuer auf stärkere Feinde zu konzentrieren. Eine weitere Besonderheit bei einigen Kämpfen sind die sogenannten Zombiehorden. Hier müssen wir es nacheinander mit mehreren Zombiewellen aufnehmen, wodurch wir unsere Ressourcen wie Munition oder Medikits noch sehr viel besser einteilen müssen, als bei gewöhnlichen Auseinandersetzungen. Im Spielverlauf haben wir außerdem immer wieder Verbündete an unserer Seite, die uns in den Kampfsituationen unterstützen. Diese verfügen über individuelle Fähigkeiten und sind vom Level her oftmals höher als unser eigener Charakter, wodurch sie auch stärkere Attacken nutzen können. Allerdings sind sie in der Regel nur für eine gewisse Zeit bei uns, bevor wir wieder auf uns alleine gestellt sind.

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Ist ein Gegner besiegt, können wir die Items, die er bei sich trägt, einsammeln oder auch wegwerfen, je nachdem ob sie nützlich für uns sind oder eben nicht. Darüber hinaus entdecken wir bei unseren Ausflügen immer wieder verschlossene Kisten, die wir, wenn es die Fähigkeiten unserer Teammitglieder zulassen, öffnen können. Die EP, die wir für den Abschluss einer Mission erhalten, lassen sich im Skill-Menü einlösen, um damit beispielsweise unsere Fähigkeiten im Umgang mit bestimmten Waffentypen zu verbessern.

Grafik und Sound

Im Kampfbildschirm blicken wir seitlich auf das Geschehen. Im Hintergrund sowie um die Figuren herum sehen wir wechselnde Szenarien, vom verlassenen Highway bis hin zum dichten und düsteren Wald. Details wie zurückgelassene Autos oder zerstörte Brücken bringen dabei die Atmosphäre der Zombieapokalypse sehr gut rüber. Aber auch die Licht- und Wettereffekte, die den Kämpfen zusätzliches Leben einhauchen, können sich sehen lassen.

Die instrumentale, minimalistische Hintergrundmusik ist recht unaufdringlich, sorgt aber dennoch für ein dauerhaftes, unterschwelliges Unbehagen, das sehr gut zur Zombie-Thematik passt. Soundeffekte wie Regen-, Gewitter- oder Zombiegeräusche kreieren während der Kämpfe eine atmosphärische Umgebung. Die Dialoge wurden leider nicht vertont und können daher nur als Text auf dem Bildschirm verfolgt werden. Hier stehen uns eine deutsche, eine englische sowie eine polnische Darstellung zur Auswahl.

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Fazit

Dead Age ist ein klassisches, rundenbasiertes Rollenspiel, dessen Kampfsystem an frühere Final-Fantasy-Teile erinnert. Da dieses Rollenspiel aber nicht in einer Fantasy-Welt, sondern in einer lebensfeindlichen zombieverseuchten Umgebung angesiedelt ist, entsteht ein ganz neuer, innovativer Ansatz. Leider können wir uns nicht frei in der Spielwelt bewegen und müssen uns damit abfinden, uns von Kampfbildschirm zu Kampfbildschirm zu hangeln. Die Übergänge werden lediglich mithilfe von Standbildern und Textblöcken überbrückt. Dies schränkt das Spielerlebnis leider deutlich ein. Trotzdem überzeugt „Dead Age“ mit einer stimmungsvoll in Szene gesetzten Umgebung, die sich uns während der Kämpfe präsentiert. Auch die Tatsache, dass wir nicht selbst speichern können und daher irgendwie versuchen müssen, den Tag bis zum nächsten Speicherpunkt zu überstehen, macht das Spiel durchaus interessant.

Wer also kein Problem damit hat, dass man die Spielwelt nur sehr eingeschränkt zu Gesicht bekommt und die Story ausschließlich über Textboxen erzählt wird, erhält hier ein sehenswertes Zombiespiel der etwas anderen Art.

Positiv

  • Stimmungsvolle Umgebung während der Kämpfe
  • Besondere Herausforderung durch fehlendes manuelles Speichern
  • Gut umgesetzte rundenbasierte Kämpfe mit Einzelgegnern, Gruppen und Horden

Negativ

  • Kein freies Bewegen innerhalb der Spielwelt möglich
  • Auf Dauer etwas abwechslungsarm
77
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D