Dark Souls 3 (Xbox One)

Hass, Wut, Angst und Trauer. Das sind nur einige Emotionen, die man mit Dark Souls verbinden kann. Jeder, der sich schon einmal in dieses Universum getraut hat, wird sich wohl in den kommenden Zeilen irgendwo wiederfinden. Und dank dem neuesten Teil der Serie, geht das Abenteuer jetzt schon in die dritte Runde. Unserem Test liegt die Xbox One Version von Dark Souls 3 zu Grunde.

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Im Land namens Lothric grenzen die vergänglichen Reiche der Aschefürsten aneinander. Das Feuer erlischt und die Fürsten sind ohne Thron. Wenn das Band des Feuers in Gefahr ist, ertönt die Glocke des Schreins und sie erheben sich: Aldrich, der abgründige Heilige, Farrons Legion der Untoten, die Wächter des Abgrundes, der zurückgezogene Fürst der Gottlosen Hauptstadt und Yhorm der Riese. Sind die Throne verlassen, so erheben sich die Unentfachten. Das sind namenlose, verfluchte Untote, die nach der Glut suchen.

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Das klingt jetzt vielleicht auf Anhieb etwas seltsam, aber so beginnt Dark Souls 3. Direkt nach diesem, vielleicht etwas rätselhaften Start, dürfen wir uns einen Charakter erstellen. Uns stehen hierfür etliche Klassen und Anpassungen zur Verfügung. Wir können zwischen Ritter, Söldner, Krieger, Herold, Dieb, Assassine, Zauber, Pyromant, Kleriker und Bettler wählen. Wow, da fällt die Entscheidung echt schwer. Für Anfänger im Dark Souls Universum eignet sich der Ritter am besten, da er viel Schaden austeilt und einen Schild besitzt, der jeglichen physischen Schaden absorbiert. Für die anderen Klassen sollte man schon etliche Stunden geübt haben und sich mit der Mechanik auskennen. Neben der Klasse können wir uns auch noch das Geschlecht aussuchen, sowie das Alter unseres Unentfachten. Es ist auch möglich, die Stimme anzupassen. So können wir beispielsweiße eine junge Dame spielen, die aber klingt wie eine alte Frau. Es lassen sich, dank dem Editor, auch so ziemlich alle Körperteile nach Belieben anpassen. Ein kleines Schmankerl gibt es noch: wir dürfen uns noch ein Begräbnisgeschenk aussuchen. Es würde jetzt den Rahmen sprengen, wenn wir alle aufzählen würden. Es sind auf jeden Fall kleine Goodies, die wir einsetzen können um entweder einen positiven Effekt zu erzielen, oder einen anderen Spieler im Online-Spiel zu ärgern.

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Wer kennt nicht das erlösende Gefühl, wenn das eigentliche Spiel nach stundenlanger Charakteranpassung endlich losgeht. Wir hören die Glocken läuten, erwachen und stehen aus unserem Grab im Totenacker der Asche auf. Vor uns auf dem Boden finden wir kleine Zeichen, die uns Hinweise zur Steuerung oder allgemeines zum Spiel verraten. Und dann geht es auch schon los, denn der erste Gegner erwartet uns bereits. Und dann der Nächste, und der Nächste und immer so weiter, bis wir uns am Ende des Tutorial-Levels beim ersten Boss einfinden. Ungeübte Spieler werden hier wohl einige Male sterben und fluchen. Das ist gar nicht schlimm, denn nur wer versagt, kann dazulernen! Man darf nur nicht aufgeben und muss immer wieder aufstehen. Das wird nicht das Letzte mal gewesen sein, dass wir sterben. Es werden noch unzählige Tode folgen. Nachdem der Boss erledigt worden ist, können wir weitergehen und kommen in den Feuerband-Schrein, dem Dreh-und-Angelpunkt von Dark Souls 3. Hier können wir unseren Charakter aufleveln und Gegenstände einkaufen.

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Wem das angebotene Sortiment zu wenig ist, der sollte im Laufe des Spielverlaufs auf die Umwelt achten. Dort liegen verschiedene Gegenstände, mit denen man das Angebot der Händler erweitern kann. Neben unserem Charakter, ist es auch möglich, unsere Waffen aufzuwerten. Jede Waffe und jeder Schild skaliert mit einem bestimmten Wert. Diese Skalierung geht von S (Super) über A (Sehr gut) bis E (sehr schlecht) mit einem oder mehrerer dieser Werte: Geschicklichkeit, Stärke, Intelligenz und Glaube.

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Soviel zu Händler, Attributen und Waffen. Vielleicht fragst du dich jetzt, wie man überhaupt im Level aufsteigen kann. Ganz einfach: durch jeden besiegten Gegner erhalten wir Seelen, die wir im Feuerband-Schrein ausgeben können. Doch ganz so einfach wie es klingt, ist es dann doch nicht. Ein Leuchtfeuer dient uns als Speicherpunkt sowie als Teleportationspunkt. Sterben wir, tauchen wir nicht nur am zuletzt aktiviertem Leuchtfeuer wieder auf, wir verlieren sogar alle Seelen! Jetzt gilt es, so schnell wie möglich zum Ort unseres Ablebens zurückzukehren, um die verlorenen Seelen wieder einzusammeln. Gehen wir davor drauf, sind sie für immer weg.

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Die Kämpfe sind vom Prinzip her eigentlich recht einfach gestrickt: Zuschlagen, Blocken oder Parieren und Ausweichen. In der Praxis stellt sich das zumindest für einen Anfänger als schwierig heraus. Sei es, dass das Parieren nicht gelingt, oder man die Ausweichrolle nicht vom Feind weg, sondern in seine Waffe hinein getätigt hat. Die Lebensanzeige freut sich und verringert sich um etliche Lebenspunkte. Aber keine Sorge, in einer Sekunde der Ruhe kann es gelingen, dass wir uns einen Estus-Flakon, so heißen die Gesundheitstränke, genehmigen können. Viele haben wir davon nicht, aber da lässt sich auch mit verschiedenen sammelbaren Gegenständen etwas tun. Als Neuling lohnt es sich, zuerst einmal das Blocken zu perfektionieren. Jeder Treffer auf das Schild zieht einen Teil unserer Ausdauer ab, die wir unter anderem für das Blocken und das Zuschlagen benötigen. Ist die Leiste leer, dann hilft nur noch ruhig bleiben und beten, dass der nächste Treffer uns nicht umbringt.

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Jedes Gebiet wartet mit mindestens einem Boss auf uns, und natürlich etlichen Kreaturen, die wir verhauen müssen. Es gibt aber auch eine Unmenge an Gegenständen, die wir aufsammeln können. Je abgelegener und versteckter der Ort ist, desto wertvoller die Beute. Wir geben hier noch einen kleinen Hinweis: Umschauen lohnt sich! Man findet dadurch nicht nur super Beute, sondern vielleicht sogar ein neues Areal. Wir würden auch nicht jeder Wand trauen, die uns über den Weg läuft. Vielleicht wollen sie uns ja täuschen! Wer alles untersucht, wird mit einer Spielzeit von weit mehr als 40 Stunden beglückt. Alle anderen werden, je nach Talent, wohl mindestens 30 Stunden im Königreich Lothric verbringen können. Danach ist aber noch nicht Schluss, denn das Spiel kann im „New Game +“-Modus gestartet werden, mit schwereren Gegnern und vielem mehr!

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Dark Souls 3 bietet nicht nur PVE (Player versus Environment) an, sondern besitzt auch PVP (Player versus Player) Anteile. Mit bestimmten Gegenständen ist es möglich, sich in die Welt eines anderen zu teleportieren und diesem Spieler die Hölle heiß zu machen. Hier gibt es dann auch einiges zu erbeuten, sofern wir den Spieler erledigen. Es ist auch möglich, sich Hilfe von Freunden für zum Beispiel einen bestimmten Boss zu holen. Für den Mehrspieler-Part wird allerdings entweder eine aktive XBOX-Live-Mitgliedschaft oder eine PSN-Mitgliedschaft benötigt. Auf dem PC mit Steam sieht das natürlich anderes aus.

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So viel zum Spielablauf und zur Mechanik, kommen wir nun mal zum Äußeren. Hier kann Dark Souls 3 auf allen Ebenen punkten. Sei es der Hintergrund in der Ferne, der leicht verschwommen ist, oder die Gegner respektive unser Charakter, die wirklich sehr detailliert sind. Auch die Umgebungen sehen sehr schön aus und geben dem Spiel das gewisse Etwas. Alles arbeitet gut zusammen, so dass die Atmosphäre das düstere spiegelt. Um dieses Gefühl des Alleinseins nicht zu verunglimpfen wurde auf eine Hintergrundmusik verzichtet. Einzig und alleine bei Boss Kämpfen gibt es eine dramatische Untermalung, um die Emotionen in dieser Situation zu festigen. Das gefällt uns sehr. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, diese ist nur in Englisch vorhanden, was aber kein Problem darstellt, da deutsche Untertitel enthalten sind.

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Fazit:

Dark Souls 3 ist ein echt schweres aber wahnsinnig gutes Spiel. Für mich war es der erste Ausflug in das Universum und ich bin froh, dass ich ihn gewagt habe. Obwohl der Schwierigkeitsgrad extrem hoch ist, hat mich das Spiel gefesselt. Ich wollte unbedingt wissen, was hinter der nächsten Abzweigung ist. Meistens stirbt man nämlich kurz vor einem Leuchtfeuer. Oder man biegt an einer Kreuzung anstatt zu einem Leuchtfeuer in die andere Richtung ab, ohne es natürlich zu wissen. Das Spiel ist zwar ein bisschen teurer als andere Kollegen, dafür hat man aber wirklich weitaus mehr als 40 Stunden Spielspaß – besonders, wenn man ein Masochist ist.

Positiv

  • Super Musikuntermalung bei Boss Kämpfen
  • Grafik ist klasse
  • Viel zu entdecken
  • Etliche Stunden Spielzeit

Negativ

  • Hoher Schwierigkeitsgrad
  • Man bekommt dank der vielen Tode nicht wirklich die Story mit
94
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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  • Martin: Hey! Auch von mir vielen lieben Dank für den Guide :D Ist der "Hauptguide" nach dem ich mich richte bzw. mittlerweile der einzige, den ich nutze^^ Ich hätte aber noch eine Frage zu diesem Part: Held Vorheriger Held Soforttötung bis … Stufe Siyalatas/Fragsworth The Masked Samurai 30 – 50 Atlas Samurai Stufe 2500 150 – 175 Terra Atlas Stufe 1500 350 – 450 Phthalo Terra Stufe 1500 700 – 900 Orntcha Gladeye Phthalo Stufe 1500 1300 – 1700 … Orntcha Gladeye Stufe 1500 2500 – 3000 Kannst du das genauer erklären? Was sind z.B. Altas, Terra usw. und das mit den Stufen
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.