Bulletstorm: Full Clip Edition – Randale mit Duke Nukem

Bereits 2011 erschien der Shooter Bulletstorm von Gearbox und People can Fly für den PC. Sechs Jahre später testen wir für euch die Remastered Edition namens Bulletstorm: Full Clip Edition für die PS4. Wie sich das Spiel schlägt, finden wir jetzt gemeinsam heraus.

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Irgendwo in den Weiten des Weltalls beginnt unsere Geschichte. Wir schlüpfen in die Rolle von Gray, neben uns steht unser Freund Rell und vor uns sitzt ein festgebundener Kopfgeldjäger. Auf seinem Kopf ist eine Flasche festgeklebt, die wir anscheinend gerade leer gesoffen haben. Um ihn zum Reden zu bekommen, drohen wir ihm an, besoffen die Flasche von seinem Kopf herunterzuschießen. Natürlich will er das nicht und erzählt uns alles. Wir erfahren, dass die Konföderation, die von General Sarrano geleitet wird, auf jeden von uns eine halbe Milliarde Kopfgeld ausgesetzt hat. Nach dieser Info kicken wir ihn aus der Luftschleuse, doch das lässt er sich nicht gefallen. Als er draußen vor dem Fenster vorbeischwebt, zeigt er uns seine Bombe in der Hand.

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Nach einem riesen Knall und ein paar Löchern in der Hülle, leiten wir so schnell es geht die Abriegelung ein. Danach begeben wir uns zur Brücke, wo uns Ishi und Doc erwarten. Ishi hat die Ulysses gefunden, das größte Kampfschiff der Konföderation, auf der sich auch Sarrano aufhalten muss. Unser nächstes Ziel ist es, die Ulysses auszuschalten. Leider ist unser kleines Schiff etwas unterlegen und erleidet mächtig viel Schaden. Als letztes Manöver ordnen wir den direkten Flug in die Ulysses an, um sie so mit in den Tod zu reißen. Kurz bevor wir auf dem Planeten aufschlagen, gibt es eine Rückblende und wir erfahren die Geschichte von vor Zehn Jahren und warum wir so einen Hass auf Sarrano hegen. Hier beginnt unser eigentliches Abenteuer.

Die Geschichte ist sehr schön umgesetzt und macht Lust auf mehr. Es vergeht auch nie wirklich viel Zeit zwischen einzelnen Storyelementen, sodass man ihnen auch gut folgen kann.

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Wie es sich für einen Shooter gehört, spielen wir natürlich in der Ego-Perspektive. Die Steuerung unseres Charakters geht leicht von der Hand und hat eine typische Tastenbelegung. Vieles von Bulletstorm: Full Clip Edition ist gleich mit anderen Shootern: Wir haben Missionen, denen wir folgen müssen, insgesamt acht verschiedene Waffen von Maschinengewehr, über eine vierläufige Schrotflinte bis hin zu einem umgebauten Bohrer, der seinen Aufsatz verschießen kann, und natürlich etliche Gegner, die uns im Weg stehen. Bis hierhin hebt sich Bulletstorm noch nicht sehr von anderen Spielen ab, doch das ändert sich jetzt ganz schnell.

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Wir finden in unserer Umgebung nur selten Munition, dafür müssen wir schon unsere Gegner erledigen. Was wir aber des Öfteren finden sind Versorgungskapseln, an denen wir neue Munition und Ladung kaufen und die Kapazität von beiden erhöhen können. Dafür benötigen wir allerdings erst mal die sogenannten Skill-Punkte. Diese erhalten wir durch die Skillshots, die wir an unseren Gegnern ausführen müssen. Je kreativer wir diese umbringen, desto mehr Punkte gibt es. So verdienen wir uns beispielsweise Punkte für Kopfschüsse, oder wir schießen einem Gegner in die Eier und treten ihm dann gegen den Kopf, oder aber unsere Kugel trifft zwei Gegner nacheinander. Manchmal muss man aber auch einfach nur seine Umgebung gut im Auge haben und mit einbeziehen. So schleudern wir mit unserer Peitsche beispielsweise Feinde in einen Kaktus oder in dünne Rohre die gerade aus der Wand hängen, treten sie ins Feuer, Wasser, über das Geländer oder in einen riesigen Rotor.

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Jede Waffe in unserem Besitz kann, wie oben schon erwähnt, mit einer Ladung aufgerüstet werden. Das sind Spezialangriffe, die sehr viel Schaden anrichten, aber im Einkauf teurer sind als normale Magazine. Auch für die Ladungen gibt es extra Skillshots, die wir euch aber gern selbst herausfinden lassen möchten. Insgesamt gibt es ganze 131 Verschiedene zu entdecken. Um auch hier mal ein paar Beispiele zu bringen, was man denn mit diesen Ladungen alles anrichten kann, so sei es beim Maschinengewehr ein konzentrierter Feuerstoß, der 100 Kugeln aus einem Spezialmagazin verschießt, oder bei unserem Revolver ein explosives Leuchtgeschoss, das abgefeuert wird.

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Natürlich fließt bei der ganzen Schießerei auch eine Menge Blut, die sich optional über die Einstellungen deaktivieren lässt. Bei Spielbeginn wird man unteranderem direkt danach gefragt, ob man nicht lieber doch mit weniger Blut spielen möchte, genauso mit der Sprache, die sehr vulgär ist und viele Schimpfworte enthält.

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Neben dem Ballern kann man auch noch über Quick-Time-Events ein paar Skillpunkte ergattern. Wenn zum Beispiel ein interessantes Ereignis erscheint, müssen wir schnellstmöglich die angezeigte Taste drücken. Je perfekter wir anfangen, desto mehr Punkte gibt es am Ende. Auch wenn wir klettern, müssen wir genau treffen, auf der Playstation wäre es dann eben für die rechte Hand die rechte Schultertaste und für links eben die linke. Hier kann auch noch eine gute Menge Punkte zusammenkommen, wenn man es denn richtig ausführt.

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Es gibt auch ein bisschen etwas zu sammeln in Bulletstorm. Es finden sich insgesamt 21 Elektro-Fliegen-Schwärme, die jeweils aus sechs Fliegen bestehen und jede immer 10 Skillpunkte mehr als die vorherige gibt, angefangen natürlich bei 10. Es fahren auch kleine Roboter namens Newsbot herum, die, wie der Name schon sagt, gerne News erzählen. Auch hier gilt es alle 28 zu erledigen. Wer sich gut umsieht und alle Fliegen und Bots erledigt, wird mit Trophäen oder Erfolgen belohnt. Da Gray ja bekanntlich ein Alkoholproblem hat, kann man dieses entweder bekämpfen oder fördern, indem man die auffindbaren Flaschen entweder trinkt oder zerstört. Beides gibt Skillpunkte, wobei man vom Trinken etwas weniger bekommt. Im besoffenen Zustand gibt es allerdings immer 100 Punkte mehr, wenn wir einen Gegner erledigen. Und weil wir gerade beim Sammeln sind, wer alle Skillshots einer Waffe geschafft hat, wird im Overkill Modus ganz viel Spaß haben, denn dann hat die Waffe unendlich viel Munition. In diesem Modus sind auch alle Waffen gleichzeitig ausgerüstet und wir können nicht nur drei davon tragen.

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Mit an Bord der Full Clip Edition ist der Duke Nukem’s Tour DLC, in der der Hauptcharakter Gray gegen Duke Nukem ausgetauscht wird! In dieser Variante wird auch direkt der Schimpfwortfilter deaktiviert, denn der König Duke Nukem kennt keine Filter. Das Spiel ist dann an sich gleich, nur ändert sich der Text den „Gray“ dann spricht und natürlich seine Stimme. Alle anderen Agieren genauso wie vorher und auch deren Text bleibt gleich. Es ist auf jeden Fall ein cooles Gimmick, das man auch während der laufenden Kampagne an und ausschalten kann. Die Sprache ändert sich beim Aktivieren allerdings direkt auf Englisch, aber es gibt deutsche Untertitel. Und dann gibt es nur noch zu sagen: „It’s time to kick ass and chew Bubblegum, and I’m all out of Gum.“

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Grafisch sieht Bulletstorm: Full Clip Edition wirklich toll aus. Die Waffen sehen realistisch aus, die Hintergründe sind super und wenn man beispielsweise die Aussicht am Damm genießt, möchte man gar nicht mehr weiterspielen, sondern sich einfach hinsetzen und warten. Auch die Texturen sind nicht verwaschen oder unscharf, mit Ausnahme des Blutes, das beim Heranzoomen etwas kantig wirkt. An den Charakteren oder Gegnern gibt es auch nichts zu bemängeln.

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Wenn wir uns die Arbeit der deutschen Synchronsprecher anschauen, dann leisten diese wirklich großartige Arbeit. Gray hat eine richtig raue und rauchige Stimme, so wie man sich den Alkoholabhängigen Badass Captain mit einem Kopfgeld von 500 Millionen eben vorstellt. Auch die anderen Charaktere werden sehr gut vertont und klingen glaubhaft. Die Kämpfe werden von einer Hintergrundmusik unterstützt, um so etwas Druck aufzubauen. Alle anderen Soundeffekte sind auch passend gewählt.

Für alle, die sich gerne Online gegen andere Spieler messen, ist auch ein Multiplayer-Modus mit an Bord. Dort lässt es sich gegen- oder miteinander spielen.

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Fazit

Ich kann Bulletstorm: Full Clip Edition nur jedem ans Herz legen, der auf richtige Schießereien und Explosionen Lust hat. Was das Spiel so einzigartig macht, ist das Belohnungssystem für das Töten, das auch sehr gut umgesetzt ist. Viele werden dieses aber auch etwas verachten, da man ja für das Töten belohnt wird und es dadurch ja eigentlich schöngeredet wird, aber das ist Ansichtssache. Toll ist auch, dass Duke Nukem an Bord ist, gibt einen Pluspunkt. Schade ist nur, dass nach sechs Jahren bisher nur die Remastered Version erschienen ist, und kein zweiter Teil von Bulletstorm. Allerdings hat Gearbox in einem Interview mitgeteilt, dass wenn sich die Full Clip Edition gut verkauft, ein zweiter Teil kommen könnte. Also los Leute, kauft euch das Spiel und unterstützt Gray und vielleicht auch Duke auf ihrem Weg in neue Abenteuer.

 

Positiv

  • Etliche Skillshots
  • Duke Nukem DLC ist mit an Bord
  • Synchronsprecher leisten tolle Arbeit
  • Interessante Story
  • Hebt sich durch Spezialschüsse und Skillshots von anderen Shootern ab

Negativ

  • Blut wirkt leicht kantig
  • Punkte fürs Töten könnte einigen Leuten nicht passen
88
Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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