Bear With Me

„Bear with me“ ist ein klassisches Point-’n‘-Click Detektiv-Abenteuer im atmosphärischen „Film Noir“-Stil. Wir haben den Titel etwas genauer unter die Lupe genommen und zeigen euch, was euch erwartet.

Der Hauptcharakter des Spiels, die junge Amber, erwacht zu Beginn der Handlung in ihrem Zimmer, nachdem sie von ihrer Spielzeuggiraffe Millie geweckt wurde. Es ist Nacht und durch das Fenster können wir erkennen, dass es draußen regnet und gewittert. Da Millie offensichtlich Angst hat, begeben wir uns umgehend zu ihr auf die andere Seite des Raumes, um mit ihr zu reden.

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Im Gespräch mit ihr erfahren wir, dass sie zu uns gekommen ist, um uns zu warnen. Sie teilt uns mit, dass es in der nahe gelegenen Stadt Paper City zunehmend gefährlicher wird, seit ein gewisser „Roter Mann“ in der Gegend aufgetaucht ist. Die Brände, die die Stadt Kurzem in Angst und Schrecken versetzen, hängen offenbar unmittelbar mit dem Erscheinen des Fremden zusammen. Millie bringt uns außerdem schonend bei, dass Ambers Bruder Flint verschwunden ist und wir uns auf die Suche nach ihm begeben müssen. Die Giraffe legt uns allerdings nahe, auf keinen Fall alleine loszuziehen, sondern stattdessen die Hilfe eines alten Bekannten, nämlich des Teddybären Ted, in Anspruch zu nehmen.

Bei Ted handelt es sich um einen Detektiv, dessen Büro in Ambers Schrank liegt. Da Amber in der Vergangenheit immer wieder Auseinandersetzungen mit Ted hatte, sträubt sie sich zunächst gegen den Gedanken, mit ihm zusammenzuarbeiten, entscheidet sich dann aber doch dafür, einen Blick in ihren Kleiderschrank zu werfen.

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Nach dem Öffnen des Schranks lauschen wir einem Monolog des Bären Ted, der sich als abgehalfterter, selbstmitleidiger und offensichtlich alkoholabhängiger Zeitgenosse präsentiert, während er seine Beziehung zu Amber aus seiner Sicht schildert. In der anschließenden Unterhaltung mit dem Mädchen macht Ted deutlich, dass er in Rente ist und kein Interesse an einer gemeinsamen Verbrechensbekämpfungsmission hat. Erst als Amber den „Roten Mann“ und die aktuelle Situation in Paper City erwähnt, denkt der Bär offen über eine Zusammenarbeit nach. Da der ehemals große Detektiv allerdings sein Vergrößerungsglas nirgendwo finden kann, müssen wir ihm zunächst dabei helfen es zurückzubekommen, bevor die eigentliche Mission beginnen kann.

Ist dies geschehen, startet das ungleiche Team in ein spannendes Abenteuer, bei dem wir Flints Verschwinden sowie den Vorkommnissen rund um den ominösen „Roten Mann“ in Paper City nach und nach auf die Schliche kommen.

Gameplay

„Bear with me“ präsentiert sich als klassisches Point-’n‘-Click-Adventure, bei dem die Hauptfigur mithilfe der Maus gesteuert wird. Um Amber durch die Spielwelt zu bewegen, müssen wir mit der linken Maustaste auf den gewünschten Zielort klicken. Bei Gegenständen, mit denen eine Interaktion möglich ist, verändert sich der sonst kreuzförmige Cursor zu einer Pfote. Weitere Informationen über den jeweiligen Gegenstand erhalten wir über das angezeigte Lupensymbol. Sollten weitere Aktionen mit dem Item möglich sein, wird außerdem eine kleine Hand angezeigt.

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Nachdem Amber einen Gegenstand eingesammelt hat, befindet sich dieser in unserem Inventar. Dorthin gelangen wir über das Truhen-Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke. Im Inventar können wir außerdem die dort befindlichen Items miteinander kombinieren, insofern dies möglich ist. Dazu ziehen wir den gewünschten Gegenstand einfach mit der Maus auf sein passendes Gegenstück. Wenn wir ein Item dagegen in der Spielwelt einsetzen möchten, ziehen wir es über das Inventarfenster hinaus und lassen die Maustaste am gewünschten Ort in unserer Umgebung los, sei es auf einem anderen Gegenstand oder auf einer Person.

Der Wechsel von einem Raum zum anderen, sowie das Öffnen von Schränken oder Schubladen ist immer dann möglich, wenn sich der Cursor von einem Kreuz zu einem Pfeil verändert. Es kann allerdings vorkommen, dass für manche Schlösser zunächst ein Schlüssel gesucht werden muss.

Um mit Personen zu interagieren, ist ein Linksklick auf den gewünschten Gesprächspartner, sowie auf die daraufhin erscheinende Sprechblase nötig. In den Gesprächen stehen uns mehrere Dialogansätze zu Verfügung, die uns zu diversen Informationen und Lösungen bestimmter Probleme führen. Um die Rätsel des Spiels lösen zu können, sollten wir den Gesprächen stets aufmerksam lauschen, da sie hin und wieder Anhaltspunkte bereithalten, die später noch nützlich sein können. Wenn wir einmal nicht weiterwissen, können wir uns auch an unseren Begleiter Ted wenden, der den einen oder andere Hinweis für uns bereithält. Wer allerdings Wert darauf legt, sämtliche Spiel-Belohnungen zu erhalten, sollte bei seinem Durchlauf auf die Tipps des Bären verzichten.

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Im Spielverlauf des ersten Kapitels können wir aber nicht nur Amber steuern. In manchen Passagen schlüpfen wir auch in die Rolle von Ted und es besteht sogar die Möglichkeit, den großen Unbekannten, den „Roten Mann“, durch das Haus von Ambers Eltern zu bewegen und mit ihm die Story zu beeinflussen.

Der Titel „Bear with me“ lebt vor allem von seinem ganz besonderen Humor. Dieser kommt in erster Linie in Ambers und Teds Kommentaren zum Vorschein und garantiert immer wieder lustige Momente. Neben Teds Macho-Sprüchen sind es auch Ambers Äußerungen zu bestimmten Gegenständen, die einen oftmals zum Lachen bringen, da sie Verbindungen zu Filmen und Videospielen in der Gegenwart aufbauen. So spricht sie beispielsweise über eine Hockey-Maske in ihrem Schrank und erzählt uns, dass ihr Freund Jason sie gerne einmal ausleihen würde. Da sie der Meinung ist, dass ja nichts Schlimmes passieren kann, ist sie fest entschlossen, ihm diesen Wunsch in naher Zukunft auch zu erfüllen.

Grafik

Die gezeichnete Spielwelt überzeugt mit einer sehr authentischen Atmosphäre, wie wir sie auch aus Kriminal- und Detektivfilmen der 40er und 50er Jahre kennen. Die schwarz-weiß gehaltene Umgebung, die ab und zu durch farbige Elemente wie den „Roten Mann“ ergänzt wird, hält darüber hinaus viele Kleinigkeiten parat, die für eine lebendige Umgebung sorgen. Hierzu zählen zum Beispiel ein sich drehender Ventilator, der Regen vor dem Fenster oder auch ein kontinuierlich blubbernder Wasserspender.

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Darüber hinaus wird das eigentliche Spielgeschehen durch kleinere Sequenzen aufgelockert, in denen wir etwas über Teds und Ambers Vergangenheit erfahren. Hierbei handelt es sich meist um Selbstgespräche des Teddybären, die uns seine Gefühlswelt offenbaren. Diese werden anhand von stimmungsvoll inszenierten Standbildern realisiert, die durch Sprech- und Gedankenblasen ergänzt werden.

Der Soundtrack unterstreicht die Wirkung der stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Grafik und bietet uns beispielsweise düstere Klavier- und Glockenspielklänge im Startmenü, zu denen sich eine sehr unkonventionelle weibliche Gesangsstimme gesellt. Im weiteren Spielverlauf erwarten uns außerdem dezente und sehr atmosphärische Jazzklänge, die die Film-Noir-Stimmung perfekt machen.

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Das Spiel wurde vollständig auf Englisch vertont, wodurch wir Teds- und Ambers Kommentare nicht nur lesen, sondern auch hören können. Dadurch werden die Charaktere noch sehr viel greifbarer und auch ihre Charaktereigenschaften kommen durch die gelungene Vertonung noch sehr viel besser zum Vorschein. Die Untertitel können bei Bedarf auch auf Deutsch umgestellt werden.

Fazit

„Bear with me“ überzeugt von Beginn an mit einer hervorragend umgesetzten Stimmung. Die schwarz-weiße Umgebung sowie die dazu passenden Jazzklänge versetzen uns stilecht in die 40er und 50er Jahre zurück und sorgen für einen gelungenen Rahmen des Geschehens. Das Spiel selbst bietet uns einen ganz besonderen Humor sowie sehr gut nachvollziehbare, lösbare Rätsel, die dem einen oder anderen Adventure-Crack, der sich nach etwas mehr Herausforderung sehnt, vielleicht etwas zu einfach sein könnten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Bear with me“ ein wirklich sehenswertes Spiel ist, das durch seine unkonventionelle Art von Anfang an begeistert.

Positiv

  • Stimmungsvolle Umgebung
  • Atmosphärischer Soundtrack
  • Authentische Film-Noir-Atmosphäre
  • Außergewöhnlicher Humor
  • Interessante Charaktere

Negativ

  • Rätsel sind nicht sehr schwer
85
Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

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Neueste Kommentare

  • Stephanie Walter Stephanie Walter: Ich glaube, es kommt einfach darauf an, was man gerne spielt. Klar lassen sich Taktik und Teamplay nicht mit einem Titel wie Battlefield vergleichen aber ich denke, dass trotzdem viele Spaß an Battlefront II haben werden. Gerade auch Gelegenheitsspieler, die schnell mal ne Runde zocken wollen. Ihr hab natürlich Recht, die Grafik und das Feeling stimmen und vielleicht tut sich in Sachen Teamplay noch ein bisschen was vorm Release, gerade bei den Gruppenpunkten wäre das wünschenswert. Ich freue mich auf jeden Fall richtig auf die Kampagne.
  • Daniel Walter Daniel: Ist das erste Mal, dass ich es am PC spiele, früher stundenlang an der PS2 :-)
  • Dominik Probst Dominik Probst: Das kam 2005 raus? Oh man.. Ich werd alt... xD Hab das mit meinem Bruder gesuchtet :D